long/short bei einer aktie und finanzamt?

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 03.06.04 00:23
eröffnet am: 02.06.04 20:47 von: dirktue Anzahl Beiträge: 16
neuester Beitrag: 03.06.04 00:23 von: dirktue Leser gesamt: 819
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

02.06.04 20:47

558 Postings, 6677 Tage dirktuelong/short bei einer aktie und finanzamt?

neuer versuch als eigener thread:

kann ich eigentlich ein und die selbe aktie sowohl über ein jahr halten UND kleinere trades mit ihr machen? gibt es da ein prinzip, nach dem das FA die kaufs- und verkaufsorders beurteilt? FIFO o.ä.?

denn wenn fifo gilt, dann kann ich das ja nicht haben.

folgendes beispiel:
kauf    01.05.03  1000 Stk. (will ich lang halten)
kauf    01.12.03   500 Stk. (spekulativ)
verkauf 01.04.04   500 Stk. (spekulativ)
verkauf 01.06.04  1000 Stk. (habe ich damit die 1-jahresfrist eingehalten?)

bei FIFO gälte ja:
kauf    01.05.03  1000 Stk.
kauf    01.12.03   500 Stk.
verkauf 01.04.04   500 Stk.
verkauf 01.06.04  1000 Stk. (500 Stk. 1-jahresfrist / 500 Stk. spekulativ)

wer weiß es und erklärt es mir?

-Dirk

 

02.06.04 20:50

59073 Postings, 7672 Tage zombi17Du willst doch den Staat bescheißen, oder?

Schäm dich!!!  

02.06.04 21:08

558 Postings, 6677 Tage dirktuenix bescheißen,

aber ich will mich vom staat nicht bescheißen lassen.
solange ich nicht weiß, ob das möglich ist, kann ich ja kaum
kleinere trades mit ein und der selben aktie machen, die ich dann auch
zu versteuern habe. aber deswegen sollte es doch trotzdem möglich sein,
ein paket über eine ein-jahresfrist zu halten.

nach dem fifo prinzip dürft ich also nur mit ANDEREN aktien traden,
denn sonst ist mir der punkt mit der jahresfrist komplett weggenommen.

daraus folgt gleich das nächste problem:
kauf    01.05.03  1000 Stk.
kauf    01.12.03   500 Stk.
verkauf 01.06.04   500 Stk. (mit verlust)
verkauf 01.07.04  1000 Stk. (mit gewinn)

so, und jetzt? wohl selbes problem:
a) 500 stk mit verlust, da über einjahresfrist
b) 1000 stk mit gewinn, davon 500 stk. nicht, und 500 Stk. zu versteuern.

also spekulieren ist wohl nach FIFO ausgeschlossen, oder man spekuliert nur.
fairerweise müsste ich doch berechtigt sein, selber zu entscheiden, welche
ich nun auf long und welche ich auf short halte.

-Dirk

 

02.06.04 21:12

59073 Postings, 7672 Tage zombi17Ist doch nicht so schwer

Alles was du außerhalb der Jahresfrisst veräußerst ist Steuerfrei, die tausend mit Gewinn bleiben frei.  

02.06.04 21:46

1025 Postings, 7314 Tage J.R. Ewing@dirktue

Soweit mir bekannt ist, gilt bei Spekulationsgewinnen tatsächlich das Fifo-Prinzip, soll heißen: Werden mehrere Transaktionen mit der selben Aktie vorgenommen, wird unterstellt, dass die Aktien, die als erstes ins Depot gekommen sind, als erstes wieder verkauft werden. Anders sieht es aber aus, wenn Du nachweisen kannst, dass ganz bestimmte Anteile veräußert worden sind.

Mein Tip daher: Schaffe Dir doch einfach 2 Depots an, eines für die längerfristigen Anlagen und eines für die kurzfristigen Trades, und zwar am besten bei unterschiedliche Banken. Das müsste für den Nachweis gegenüber dem Finanzamt ausreichen.

Wie das im Falle einer Steuerprüfung gesehen wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt, da im deutschen Steuerdschungel gar nichts sicher ist. Deshalb ist meine Empfehlung auch ohne Gewähr.

J.R.  

02.06.04 21:54

59073 Postings, 7672 Tage zombi17Ewing

Das ist in diesem Fall nicht nötig. Im Zweifel für den Angeklagten.  

02.06.04 21:59

7336 Postings, 6902 Tage 54reabunabhängig vom finanzamt würde mich

interessieren, welch eingebungen zu diesem verhalten führen .....

 

02.06.04 22:19

69031 Postings, 6600 Tage BarCodeMeines Wissens darfst du selbst entscheiden

welche Aktien du als jeweils verkaufte angeben willst. Fifo gilt nicht prinzipiell. Der Gerichtsbeschluss hatte fifo zugunsten des Steuerzahlers entschieden, und zwar mit der Begründung: das Finanzamt könne nicht stichhaltig belegen, um welche Wertpapiere es sich jeweils gehandelt habe, als sie verkauft wurden. Daher müsse zugunsten des Steuerzahlers entschieden werden.

Dies gilt dan natürlich auch andersrum, wenn lifo günstiger ist (Verlustvortrag) nehme ich doch mal an.

Gruß BarCode  

02.06.04 22:20

5208 Postings, 7369 Tage Jessyca90% der Anleger geben Kursgewinne beim Finanzamt

nicht an!

Wenn du zu den ehrlichen 10% gehörst, mußt du halt zwei Depots verwenden.  

02.06.04 22:25

59073 Postings, 7672 Tage zombi17Ha , ich liebe es

zu den Minderheiten zu zählen!
In dieser Beziehung fehlen hier wirklich amerikanische Verhältnisse! Die werden ganz sauer, wenn der Staat beschissen wird.  

02.06.04 22:25

1025 Postings, 7314 Tage J.R. Ewing@Zombi

Wie ein konrekter Einzelfall vor einem deutschen Finanzgericht im Zweifel entschieden wird, weiß niemand. Deshalb würde ich auf Nummer sicher gehen und zwei Depots anlegen. Die sind doch heute bei den meisten Banken ohnehin kostenfrei.

J.R.  

02.06.04 22:32

59073 Postings, 7672 Tage zombi17Es ist doch ganz klar geregelt

weshalb also? 1000 Stück am 01.05.03 gekauft und 1000 Stück am 01.07.04 verkauft, ergo keine Steuern!
500 Stücke im Dezember 03 gekauft und 500 Stücke im Juni 04 mit Verlust verkauft, auch keine Steuern, macht da doch nicht so einen Film von!
Alles ganz legal!  

02.06.04 22:32

1025 Postings, 7314 Tage J.R. Ewing@Nochmal Zombi (#10)

Dann sind wir ja schon zwei. Die deutsche Abgabenordnung (AO) sieht übrigens durchaus drastische Strafen bei Steuerhinterziehung vor, die unter Rot-Grün sogar noch verschärft worden sind. Das weiß nur kaum jemand. Und die Finanzgerichte kennen bei Steuersündern keine "mildernden Umständen", wie das regelmäßig bei Dieben, Schlägern und sogar Kapitalverbrechern der Fall ist.
Das Problem ist, dass wegen der viel zu komplizierten Regelungen, die selbst die Finanzbeamten kaum noch durchschauen, und der geringen Kontrolldichte nur wenige Hinterzieher tatsächlich auch erwischt werden.

J.R.  

02.06.04 22:52

26159 Postings, 6477 Tage AbsoluterNeulingShort gehen beim Finanzamt?

So wie: ich verkaufe meinen Bescheid leer?

Und stelle dann glatt, wenn ich nachzahlen muss?  

03.06.04 00:18

558 Postings, 6677 Tage dirktuej.r. ewing, danke, das klingt sinnvoll

@zombie: ich habe das gefühl, dass du das anliegen nicht verstanden hast.
aber macht ja nix, les einfach nochmal.
fall 1: da gings um zu versteuernde gewinne
fall 2: da gings um verluste, die ich anmelden kann.

@jessyca: hier gings um eine allgemeine fragestellung, und nicht um die
frage, wieviele halten sich an die regeln oder nicht.

@absoluterneuling: du hast recht, short/long war wohl die falsche bezeichnung.

in diesem sinne, danke für eure beiträge.

-Dirk

 

03.06.04 00:23

558 Postings, 6677 Tage dirktue@54reab

auch für dich noch ne antwort, will hier ja niemanden vernachlässigen :-)
die eingebung ist folgende:
ich glaube an eine aktie, möchte aber trotzdem nicht zu viel anteile halten.
meine regel: nie mehr als 10% auf eine aktie, nie mehr als 20 aktien gleichzeitig.
bei dem auf und nieder der letzten monate wäre also nicht dagegen einzuwenden,
kurzfristig nochmal aufzustocken, dann aber wieder zu reduzieren. das war die idee.

-Dirk

 

   Antwort einfügen - nach oben