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Wirbel um EU-Domains

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neuester Beitrag: 09.04.06 21:43
eröffnet am: 09.04.06 21:43 von: .Juergen Anzahl Beiträge: 1
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12293 Postings, 6641 Tage .JuergenWirbel um EU-Domains

Wirbel um EU-Domains ? Deutschland führt Registrierungsliste

Artikel vom: 09.04.2006 - 19:00Aus der Kategorie :::Lifestyle

Bild: domainabc.hu
Seit vergangenem Freitag ist es soweit ? jeder EU-Bürger kann sich seine eigene so genannte EU-Domain registrieren lassen. Bereits am ersten Tag schnellte die Zahl der Registrierungen auf über eine Millionen Domainnamen, mittlerweile sind es fast 1,3 Millionen. Lediglich 55.000 dieser Domains wurden im Zuge der beiden Sunrise-Phasen registriert, in denen sich vor allem Inhaber von Markenrechten ihre Domainnamen sichern konnten, um so dem gefürchteten Domain-Grabbing ? also dem missbräuchlichen Registrieren von Domains ? vorzubeugen.

Scheinfirmen sichern sich EU-Domains

Dennoch scheint es trotz dieser Bemühungen zu einem erheblichen Domain-Grabbing gekommen zu sein. Allein aus Amerika sollen sich hunderte Scheinfirmen als Registrar bei der zuständigen Vergabestelle EURid eintragen haben lassen. Das Problem: Bei der Vergabe wird nicht darauf Rücksicht genommen, wer das ältere Namenrecht innehat, sondern wer sich zuerst vorgemerkt hat. So können sich auch Inhaber einer gerade erst eingetragenen Marke einen der begehrten Domainnamen sichern. ?Die meisten Marken wurden erst wenige Tagen oder Wochen vor oder teilweise sogar noch während der ersten .eu-Domainregistrierunsphase eingetragen?, heißt es auf EUdomaindesaster.org, wo mit einer Unterschriftenliste eine gerechtere Neuvergabe der EU-Domains erwirkt werden soll.

Die begehrtesten Domainnamen

Kein Wunder also, dass die am häufigsten beantragte Domain ?sex.eu? ist ? mehr als 200 Vormerkungen finden sich auf der Liste. Ihr Besitz kommt einem Lottogewinn gleich ? schließlich wechselte ?sex.com? bereits für zwölf Millionen US-Dollar den Besitzer. Aber auch ?jobs.eu? (Platz Vier mit mehr als 90 Vormerkungen) oder ?casino.eu? (Platz Sechs mit 80 Vormerkungen) versprechen lukrativ zu werden. Überhaupt waren generische Begriffe bereits in den Sunrise-Phasen begehrt ? Domains wie ?auto.eu?, ?fussball.eu? oder ?kunst.eu? waren für den Normalbürger am Freitag schon nicht mehr zu haben. Bereits jetzt muss sich ein eigens dafür eingerichtetes Schiedsgericht in Prag mit 60 Fällen beschäftigen, in denen um begehrte Domainnamen gestritten wird. Die erste privat freigeschaltete Domainadresse war am Freitag laut EURid übrigens ?exhibitionist.eu?.

Deutschland ganz vorne mit dabei

Am größten war der Ansturm auf die EU-Domains aus Deutschland ? mehr als 400.000 Adressen sicherten sich die Deutschen. Auf fast 266.000 Adressen brachten es bisher die Briten, an dritter Stelle sind die Niederländer mit knapp 151.000 registrierten EU-Domains. Schlusslicht der Statistik bildet das in Südamerika gelegene aber zu Frankreich gehörende Französisch-Guayana mit gerade einmal drei Registrierungen. Ziel der EU-Kommission ist es, die derzeit bestehenden Länderkürzel ? wie etwa ?.de? für Deutschland ? zu ergänzen und damit auch im Internet eine einheitliche europäische Identität zu schaffen. An die mit rund 49 Millionen Registrierungen beliebteste Domain-Endung ?.com? wird man aber vermutlich trotzdem niemals herankommen.

Das Geschäft mit den Registrierungen

EURid selbst bezeichnet sich auf seiner Homepage als ?eine in Belgien ansässige Nonprofit-Organisation, die von der Europäischen Kommission als Vergabestelle für die neue Domäne oberster Stufe mit der Bezeichnung ".eu" eingesetzt wurde.? Wie viel Geld allein an die EURid fließt kann sich aber jeder selbst ausrechnen ? pro Domain-Registrierung müssen mindestens zehn Euro an die zentrale Vergabestelle gezahlt werden ? bei fast 1,3 Millionen registrierter EU-Domains sind das also rund 13 Millionen Euro. Da soll noch einmal jemand sagen, dass sich im Internet kein Geld verdienen ließe.
 

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