Wieder Milliardenloch bei Krankenversicherung

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eröffnet am: 09.04.06 16:28 von: KTM 950 Anzahl Beiträge: 18
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8001 Postings, 5956 Tage KTM 950Wieder Milliardenloch bei Krankenversicherung

09. April 2006

GESUNDHEITSPOLITIK

Wieder Milliardenloch bei Krankenversicherung

Neue Hiobsbotschaften für das Gesundheitssystem. Ministerin Ulla Schmidt befürchtet bei der Krankenversicherung ein neues Milliardenloch. Aber die Finanzlage der Kassen soll noch dramatischer als bekannt sein.

Berlin/Hamburg - Den Kassen drohe nach Daten ihres Schätzerkreises schon in diesem Jahr ein Defizit von einer Milliarde Euro, berichtet das "Handelsblatt". Im Jahr 2008 würde der Fehlbetrag ohne neue Gesetze auf gut 15 Milliarden Euro steigen. "Das ist das jährliche Finanzloch, das durch die Gesundheitsreform geschlossen werden muss", sagte der Vorstandschef der Barmer Ersatzkasse (BEK), Eckart Fiedler.

Schmidt (SPD) hatte zuvor einen Finanzbedarf von 3,5 Milliarden Euro im nächsten Jahr genannt. "Ich kann nur davor warnen, die Lage so zu verharmlosen", sagte Fiedler. "Der Finanzbedarf ist erheblich, weil ein Teil des Bundeszuschusses wegfällt, das sind 2,7 Milliarden weniger im nächsten Jahr", hatte die Ministerin den "Ruhr Nachrichten" gesagt. Außerdem schlage die geplante Mehrwertsteuererhöhung im Gesundheitssystem mit rund 800 Millionen Euro zu Buche. Im Gegenzug erwartet Schmidt durch das Gesetz zur Dämpfung der Arzneimittelausgaben eine Ersparnis von 1,3 Milliarden Euro. Wie die verbleibende Lücke von 2,2 Milliarden Euro geschlossen werden könne, sei in den kommenden Wochen zu klären, sagte sie.

Die SPD-Politikerin geht davon aus, dass die Gesundheitsreform auch über die Legislaturperiode hinaus Bestand haben kann. "Wenn uns eine große Reform gelingt, habe ich keinen Zweifel, dass ihre Wirkung über 2009 hinausreicht", sagte sie.

Bei den Verhandlungen für eine Gesundheitsreform sprachen sich Spitzenpolitiker von Union und SPD übereinstimmend für ein neues Finanzierungskonzept aus. Sämtliche Krankenkassenbeiträge sollen nach SPIEGEL-Informationen künftig von einer zentralen Inkassostelle eingesammelt werden. Diese stellt den Versicherten dann einen Gutschein aus, dessen Wert dem durchschnittlichen Kassenbeitrag aller Versicherten entspricht. Den Gutschein reicht der Versicherte anschließend bei seiner Krankenkasse ein.

Die FDP machte am Sonntag die schwarz-rote Koalition für diese Negativentwicklung verantwortlich und verlangte einen Verzicht auf eine höhere Mehrwertsteuer ab 2007. Gesundheitsexperte Daniel Bahr erinnerte daran, dass es die große Koalition gewesen sei, die den Bundeszuschuss gestrichen habe und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer plane. "Es ist daher ein Hohn, wenn wieder Steuern als Geldquellen für die Krankenversicherung vorgeschlagen werden", betonte er.

als/AFP/ddp


 

09.04.06 16:32

8001 Postings, 5956 Tage KTM 950Letztes Jahr haben sie noch 1,8 Milliarden

Überschuss erwirtschaftet.

http://www.ariva.de/board/248658

Wo kommen nur solche Differenzen her?

 

09.04.06 16:37

10041 Postings, 7112 Tage BeMix mal pi x Daumensprung

= nasse Füße
(= ihre Prognose).

Die Bevölkerung wird schon mal
psychologisch auf steigende
GKV-Beiträge
"eingestimmt"!

Dann wird losgelegt:

GesundheitsREFORM

*g*  

09.04.06 16:38

4048 Postings, 6469 Tage HeimatloserDie sollen langsam mal Klarheit in die

sogenannte "Gesundheitsreform" bringen, damit man endlich weiß, ob es sich noch lohnt, in die private Versicherung zu wechseln.  

09.04.06 16:51

8001 Postings, 5956 Tage KTM 950Super BeMi,

laut Statistik sinkt der Krankenstand, wegen der Praxisgebühr gehen immer weniger zum Arzt, die Zuzahlungen beim Zahnersatz wurden gesenkt, durch die Deckelung bei den Ärzten werden Patienten abgewiesen und und und...

Da muss man sich schon fragen, wo die zusätzlichen Kosten auf einmal herkommen, die ein Milliardenloch verursachen sollen und somit dann weitere Leistungssenkungen der KV ins Haus stehen oder Beitragserhöhungen.  

09.04.06 17:03

79 Postings, 6119 Tage TandAlso ...

woher dieses Defizit konmmt ?
Also aus meiner Sicht gibt es dafür mehr Gründe. Der wichtigste ist wohl, dass alleine im letzten Jahr über 300 neue (!) Krankenversicherungen gegründet würden. Inzwischen gibt es meiner Meinung nach einfach zu viele. Wenn man bedenkt, dass sich die Vorstände dieser Versicherungen nicht gerade mit einem Mini-Einkommen zufrieden geben (teilweise bis zu 250.000 Euro Jahresgehalt).  

09.04.06 17:09

12104 Postings, 7200 Tage bernsteinfakt ist aber auch

das man in diesem land sowieso nur verarscht wird.  

09.04.06 17:14

79 Postings, 6119 Tage TandBernstein ... da stimm ich dir voll zu

Was verdient ein Artzt in einem Klinikum direkt nach seinem Studium ? 56.410 Euro ....
Was dieses Land in den "Sumpf" zieht sind "Streuverluste" und diverse "Hintertürchen"
Leider zeigt das die dt. Bevölkerung nicht so wie z.B. in Frankreich ....  

09.04.06 17:18

1302 Postings, 5837 Tage AktienwolfExplodierende Ausgaben

werden verursacht von z.B.:

weiter steigender Lebenserwartung

Ein Bürger mit 70 J. kostet den Krankenkassen 10 x so viel als ein Bürger mit 30 J. und bekannter massen verschiebt sich eine große Bevölkerungsgruppe ins Seniorenalter

Diabetis 2 (früher Alterszucker)wird sich die nächsten 5 bis 10 Jahre verdoppeln, da bereits Jugendliche zur Risikogruppe zählen. Die extreme Folgekosten, z.B. Dialyse sind absehbar.

Ich rechne mit erheblichen Leistungskürzungen, z.B. Ausschluss der Zahnmedizin aus der gesetzlichen KV.

 

09.04.06 17:18

12104 Postings, 7200 Tage bernsteinfrankreich gutes beispiel

ich zahle beim arzt die tatsächliche leistung,cash und nach kurzer zeit zahlt dir die kasse das geld zuruck.ohne großen schnickschnack.  

09.04.06 17:21

12104 Postings, 7200 Tage bernsteinsag ich doch,wolf

man hat gefälligst mit spätestens 60 j.den arsch zuzukneifen.  

09.04.06 17:22
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8001 Postings, 5956 Tage KTM 950@Tand

Jeder der die Möglichkeit hat sucht sich eine billigere Krankenkasse und landet meist bei den Betriebskrankenkassen, die im Schnitt knapp 1% billiger sind als die Ortskrankenkassen oder Ersatzkassen.
Es gibt aber die Ausgleichzahlungen von den billigen Krankenkassen an die teueren, z.B. AOK, die oft den höheren Anteil an Arbeitslosen und Rentnern versichern. Diese Ausgleichzahlungen werden aber auf die Beiträge umgelegt und heben somit auch wieder die Beitragszahlungen der Versicherten in den billigeren Kassen an.  

09.04.06 17:24

79 Postings, 6119 Tage TandMeiner Meinung ...

gibt es nur ein Land auf der Welt, dass im Bereich Krankeversicherung Vorbild ist.
Dass ist Kanada ... Dort kommt der Staat für die gesamte Krankenversicherung auf, und
ist auch dafür zuständig und nicht diverse Gruppen, die sich untereinander "streiten".
Mag sein, dass sich das Kanada durch sein Ölreichtum leisten kann, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass in Deutschland sowas auch möglich ist.  

09.04.06 17:26

8001 Postings, 5956 Tage KTM 950@Aktienwolf

Die Versicherten werden älter, das wissen alle und die Kosten, die die "Alten" verursachen werden auch immer höher.
Es liegt aber mit Sicherheit kein Alterssprung von 10 Jahren inner halb von einem Monat vor. Zwischen #1 und der Meldung von #2 liegen 1 Monat.  

09.04.06 17:27

12104 Postings, 7200 Tage bernsteinfür leute die im bundestag sitzen

gibt es dieses paradis auch schon in deutschland.  

09.04.06 17:52
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7336 Postings, 6910 Tage 54reabEs stimmt nicht, dass die Alten

merklich mehr kosten als die Jungen. Die letzten 3 Jahre sind meistens die teuersten eines Versichertenlebens, unabhängig vom Alter beim Sterben. 60 bis 70-jährige erzeugen z.B. weniger kosten als 30 bis 40-jährige! Das "Problem" bei den Alten liegt woanders. Rentner zahlen erheblich weniger als Berufstätige als Beitrag, unabhängig von anderen Einnahmen. Wird eben Zeit, dass alle Einkünfte zur Berechnung des Beitrages rangezogen werden - unabhängig vom Alter.


MfG 54reab

 

09.04.06 18:06

1302 Postings, 5837 Tage AktienwolfProblem der Rosinenpickerei

wenn aus der gesetzliche KV alle, die gesund sind, hohe Beitragszahler Single,herausgelassen werden, braucht man sich nicht wundern, wenn es Finanzierungsprobleme gibt.
Wenn sich die Poitiker so tun als wäre das Problem nicht bekannt, sind entweder diese dumm oder sie halten das Volk für dumm.  

09.04.06 18:23

7336 Postings, 6910 Tage 54reabDie Rosinenpickerei

gibt es nicht bezüglich Gesundheit. Die Privatversicherten steigen meistens sehr früh ein und werden später genau so krank und bauen genau so Unfälle. Gibt zwischenzeitlich sogar Lauterbach zu. Es gibt allerdings einen wesentlichen Unterschied zur gesetzlichen Versicherung. Alle zahlen Beitrag! Die nicht arbeitende Ehefrau ebenso wie die Kinder. Einer der wenig verdient oder Rente bezieht, zahlt trotzdem den vollen Beitrag. Wäre das auch in der gesetzlichen KV so, gebe es überhaupt keine Einnahmenprobleme und die Beiträge wären wesentlich billiger.

MfG 54reab  

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