Wie reich ist die Kirche ?

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neuester Beitrag: 04.06.06 15:31
eröffnet am: 16.04.06 17:32 von: börsenfüxlein Anzahl Beiträge: 62
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16.04.06 17:32
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18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxleinWie reich ist die Kirche ?

(Focus)

Wenn´s ums eigene Geld geht, zeigt sich die katholische Kirche zugeknöpft. Ein Blick in die geheim gehaltenen Kassen und das Depot des Heiligen Stuhls.
   
Johannes Paul II - ein Magnet für Rom

Italien ist das Land der Verdächtigungen, der geheimen Mächte, der für Wahrheiten verkauften Vermutungen und des Aberglaubens. Da bleibt auch der Papst nicht verschont. Vieles ist nur ?balle?, eine Legende, ein Märchen. Ein Körnchen Wahrheit gibt es hier und da jedoch. Tatsächlich besaß der Vatikan mal Anteile an Autobahngesellschaften. Und auch an der eigentlich streng untersagten Empfängnisverhütung verdiente der Heilige Stuhl schon mal mit ? über Pharma-Aktien.

Rätselraten um Besitz


1977 veröffentlichte das italienische Wochenmagazin ?L´Europeo? unter dem Titel ?Vaticano S.p.A.? (Vatikan AG) Zahlen, wonach dem Vatikan über den Umweg von 325 Nonnen- und 87 Mönchsorden mindestens ein Viertel Roms gehöre. Die Kurie tat den Artikel als ?uninformiert, falsch, antikulturell, verwirrend, unverantwortlich, skandalös, antiklerikal und dumm? ab. Unkommentiert ließ sie dagegen zwei Jahrzehnte später Enthüllungen der Gazette ?La Padania?, die den Kirchenbesitz auf 2500 Paläste taxierte ? alles Filetstückchen. Auch die Zeitschrift ?Oggi? durfte unwidersprochen behaupten, der Vatikan habe aus seinen 80 Millionen Dollar, die er 1929 als Entschädigung vom italienischen Staat erhielt, ein Vermögen von elf Milliarden gemacht.

1870 als Wegmarke




Der Reichtum der heutigen Kirche begann paradoxerweise mit dem Machtverlust des Papstes im September 1870. Damals stürmten italienische Eliteeinheiten, die Bersaglieri, die Papststadt Rom, und verleibten sie dem neuen italienischen Königreich ein. Der Papst zog sich erzürnt in den Vatikan zurück.

Schenkungsurkunde eine Fälschung




Geld und Macht gingen im Übrigen auf einen Betrug zurück. Angeblich trat Kaiser Konstantin im vierten Jahrhundert dem Papst per Testament Rom und Italien ab und ermöglichte damit die weltliche Macht des obersten Kirchenfürsten. Das Testament heißt ?Konstantinische Schenkung?. Nur hat es selbiges nie gegeben. Es wurde erst im achten Jahrhundert von Fälschern der römischen Kurie geschrieben. 1000 Jahre lang erfüllte die Urkunde dennoch ihren Zweck, Papstansprüche gegen den Kaiser und die ganze Welt zu begründen. Am Ende flog der Schwindel auf. Da war die päpstliche Pracht aber schon längst vorbei.


Ein findiger belgischer Anlageberater, so würde man heute sagen, André Langrand-Dumonceau, redete der Kurie ein, Schuldscheine auszugeben, um an internationales Kapital zu kommen. Die Gläubigen misstrauten aber den päpstlichen Papieren und spendeten lieber weiter für den 1860 eingerichteten ?Obolus für St. Peter?, der in Deutschland als Peterspfennig populär wurde. Langrand-Dumonceau musste 1870 untertauchen. Zahlreiche seiner Geschäfte wurden als Schwindel enttarnt.

Ein Konto für den Peterspfennig


Bittere Erfahrungen mit vermeintlich cleveren Finanzberatern musste der Kirchenstaat auch 100 Jahre später machen. Da geriet die Vatikanbank IOR in Turbulenzen, als sich herausstellte, dass ihr Chef Paul Marcinkus in undurchsichtige Geldgeschäfte verstrickt war. Der Heilige Stuhl büßte zig Millionen Dollar ein.

Marcinkus´ Nachfolger Angelo Caloia gelang es jedoch, wieder Ordnung in die Bücher zu bringen und das Institut zu einer kleinen soliden Bank zu entwickeln. Dort wird für den Peterspfennig immer noch ein Konto geführt ? zur ?besonderen Verfügung? des Papstes.

Was ist der Petersdom wert?


Jeder Versuch, hinter den ?heiligen Mammon? zu kommen, begegnet größtem Misstrauen. ?Vergessen Sie nicht, dass der Wert des Petersdoms oder der Vatikanischen Museen nicht zu beziffern ist?, lautet ein beliebtes Totschlagargument. Das stimmt freilich. Gegen Offenlegungen an anderer Stelle spricht das allerdings nicht. Zum Beispiel, was das Thema Vetternwirtschaft angeht.

Palast für 300 Euro Miete


So werden römische Stadtpaläste an nahe stehende Firmen, Gönner, Freunde der Freunde oder tüchtige Geschäftemacher im Dienste der Kirche vermietet. Sie zählen zum Kirchenbesitz, aber nicht zum Vatikan. Vernetzt sind sie dennoch. Im Kataster findet sich beispielsweise eine fromme Bruderschaft für barmherzige Zwecke. Sie verfügt über mehrere wunderschöne Stadtpaläste in Rom. In einem Palazzo gegenüber dem Kapitol residiert ein Notar auf 300 Quadratmetern für monatlich 150 Euro Miete an die Bruderschaft und weitere 150 Euro an den Vatikan. Der tatsächliche Mietwert: mindestens 10 000 Euro.

Aktien und Schuldscheine


Die Kurienbanker halten sich am liebsten sehr konservativ an Schuldscheine und Aktien von überwiegend amerikanischen Weltfirmen wie IBM oder General Motors. Trotz aller päpstlichen Vorbehalte gegen die amerikanische Konsumwelt und Unterhaltungsindustrie ruhen im Depot zudem Aktien des Disney-Konzerns. Geld stinkt eben auch im Vatikan nicht.

 
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36 Postings ausgeblendet.

27.05.06 15:40

10665 Postings, 6394 Tage lumpensammlerPunchwire news, 17. Jan. 2043

San Angeles, PWN. Wie das headquarter der unified churches of JC heute bekanntgab, verlief der Börsengang der vereinigten Kirchen besser als erwartet. Die mehrfach überzeichnete Hebelaktie legte gleich am ersten Handlestag um knapp 12% zu. Das ist ein noch bis vor kurzem für utopisch gehaltener Erfolg, den sich vor allem die neue Päpstin, Jenna Bush, auf die Fahnen schreiben darf. Als zumindest etwas anrüchig kommentierten Börsenmakler, dass die Oberhirtin noch am Emissionstag 25 Millionen ihrer Optionen einlöste und damit mehr als eine Milliarde Dollar Gewinn erzielte. "Das Geld sei ausschließlich für einen guten Zweck gedacht" sagte sie auf Nachfrage von PWN. Die wie immer gut unterrichteten Kreise bestätigten dies, sie sprachen von Plänen für ein George W. Bush Mausoleum auf dem atomverseuchten Gelände des früheren Kapitols zu Washington.  

27.05.06 15:52

18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxleinPapst besucht Geburtsort von Johannes Paul II

Wadowice (Reuters) - Papst Benedikt XVI. hat am Samstag den Geburtsort seines Vorgängers Johannes Paul II. besucht. Im südpolnischen Wadowice sagte das deutsche Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, er bete für eine schnelle Heiligsprechung Johannes Pauls.

Am dritten Tag seiner Polen-Reise begrüßten 30.000 Menschen Benedikt im Zentrum von Wadowice. Viele forderten auf Transparenten "Santo Subito" (Heiligsprechung sofort). Vor der Kirche, in der Johannes Paul getauft wurde und Messdiener war, rief Benedikt den versammelten Gläubigen zu, er wolle gemeinsam mit ihnen für die baldige Erklärung Johannes Pauls zu einem Heiligen beten - genau "an dem Ort, wo sein Glaube begann und reifte". Zuvor hatte der Papst die Zwei-Zimmer-Wohnung besichtigt, in der Johannes Paul als Kind lebte.

Nur wenige Wochen nach dem Tod von Johannes Paul im April des vergangenen Jahres hatte die Kirche das Verfahren zu dessen Seligsprechung auf den Weg gebracht. Eigentlich sieht der Vatikan hierfür eine fünfjährige Wartezeit vor. Die Seligsprechung muss der Heiligsprechung vorausgehen. Die Kirche verlangt für beide Schritte den Nachweis eines Wunders, das auf den verstorbenen Kandidaten zurückgeht. Eine französische Nonne behauptet, dass ihre Parkinson-Krankheit geheilt worden sei, nachdem sie sich in ihren Gebeten an Johannes Paul gerichtet habe.

 

27.05.06 16:31
1

42128 Postings, 8165 Tage satyrDer Vatikan und sein verlogener Affenzirkus ,mal

wieder typisch-Um die Leute in Dummheit zu halten muss man sich immer
was neues einfallen lassen.
Hoffentlich erinnert sich Ratzinger wenn er Ausschwitz
besuch wie der vatikan ,nach dem Krieg ,
Kriegsverbrecher nach Argentinien schleusste.  

27.05.06 18:59

18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxleinBenedikt hofft auf baldige Heiligsprechung von

Johannes Paul II


Wadowice (Reuters) - Papst Benedikt XVI. hat während seiner Polen-Reise eine schnelle Heiligsprechung seines Vorgängers Johannes Paul II. befürwortet.

Für dieses Ziel bete er, sagte das deutsche Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche am Samstag in Wadowice, dem Geburtsort des Verstorbenen. Tausende Gläubige brachen daraufhin in Jubel aus. Seine Äußerungen könnten dazu beitragen, dass Benedikt ein gutes Verhältnis zu den Anhängern der Kirche in dem tief katholischen Land aufbaut.

Am dritten Tag seiner Polen-Reise begrüßten 30.000 Menschen Benedikt im Zentrum von Wadowice. Viele forderten auf Transparenten "Santo Subito" (Heiligsprechung sofort). Vor der Kirche, in der Johannes Paul getauft wurde und Messdiener war, rief Benedikt den versammelten Gläubigen zu, er wolle gemeinsam mit ihnen für die baldige Erklärung Johannes Pauls zu einem Heiligen beten - genau "an dem Ort, wo sein Glaube begann und reifte". Zuvor hatte der Papst die Zwei-Zimmer-Wohnung besichtigt, in der Johannes Paul als Kind lebte.

Der Krakauer Kardinal Stanislaw Dziwisz, der Papst Johannes Paul während dessen 26-jähriger Amtszeit als persönlicher Sekretär diente, dankte Benedikt für sein Treffen mit den Gläubigen, die täglich für eine baldige Heiligsprechung beten.

Nur wenige Wochen nach dem Tod von Johannes Paul im April des vergangenen Jahres hatte die Kirche das Verfahren zu dessen Seligsprechung auf den Weg gebracht. Eigentlich sieht der Vatikan hierfür eine fünfjährige Wartezeit vor. Die Seligsprechung muss der Heiligsprechung vorausgehen. Die Kirche verlangt für beide Schritte den Nachweis eines Wunders, das auf den verstorbenen Kandidaten zurückgeht. Eine französische Nonne behauptet, dass ihre Parkinson-Krankheit geheilt worden sei, nachdem sie sich in ihren Gebeten an Johannes Paul gerichtet habe. Auch der verstorbene Papst hatte an Parkinson gelitten.

Mit seiner viertägigen Reise wollte Benedikt vor allem seinen Vorgänger ehren, der in Polen immer noch großes Ansehen genießt. Der Papst sieht das Land als einen seiner wichtigsten Verbündeten, um den christlichen Glauben in einem zunehmend säkular ausgerichteten Europa zu stärken. Am Sonntag wird Papst Benedikt in das ehemalige Konzentrationslager der Nationalsozialisten Auschwitz-Birkenau fahren.

 

27.05.06 20:05

12175 Postings, 7516 Tage Karlchen_IIHeiligsprechung?

Wie war noch mal das erste Gebot?  

28.05.06 09:30

18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxleinRiesenandrang bei Papst-Messe...

Mehr als 800 000 Menschen auf Krakauer Wiesen zu ...

Krakau (dpa) - Seit den frühen Morgenstunden strömen tausende Pilger aus ganz Polen auf die Krakauer Blonie Wiesen. Dort wird Papst Benedikt XVI. am Vormittag eine Messe unter freiem Himmel feiern. Um acht Uhr morgens war die Menge bereits auf rund 800 000 Menschen angewachsen. Tausende Jugendliche haben die Nacht hindurch trotz Regens ausgeharrt. Nach der Messe in Krakau fährt der Papst nach Auschwitz, wo er sich mit ehemaligen Häftlingen des einstigen Vernichtungslagers und Vertretern der jüdischen Gemeinden trifft.
 

28.05.06 11:52

18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxlein"Krakau ist auch meine Stadt"

Papst Benedikt XVI. hat am letzten Tag seiner Polenreise vor rund einer Million Menschen eine Messe in Krakau gefeiert.

An dem Gottesdienst unter freien Himmel nahmen am Sonntag auch der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski, Ministerpräsident Kazimierz Marcinkiewicz sowie der ehemalige Präsident und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa teil. Bevor der Papst am Abend nach Rom zurückfliegt, besucht er noch das ehemalige deutsche Vernichtungslager Auschwitz.

Zugleich fiel ein Schatten auf das Gedenken an den Holocaust: Unbekannte Täter hatten am Samstag in Warschau den polnischen Oberrabbiner Michael Schudrich angegriffen. Das Opfer wurde leicht verletzt. Die Suche nach den Tätern brachte zunächst keinen Erfolg. Die Hintergründe der Tat sind nach Angaben der polnischen Behörden unklar.

?Ich grüße ganz Polen?

In seiner Predigt auf den Blonie-Wiesen erinnerte Benedikt erneut an seinen polnischen Amtsvorgänger Johannes Paul II., der lange Zeit in Krakau Bischof war. Unter dem Jubel der Gläubigen sagte der Papst: ?Krakau, die Stadt Karol Wojtylas und Johannes Pauls II., ist auch mein Krakau.? Benedikt fügte hinzu: ?Ich wollte die Luft seiner Heimat atmen. Ich wollte das Land sehen, in dem er geboren wurde, in dem er aufwuchs und seinen rastlosen Dienst für Christus begann.? Unter dem Beifall der Menschen sagte er: ?Ich grüße ganz Polen.?

Zugleich forderte das katholische Kirchenoberhaupt erneut Glaubenstreue und Standfestigkeit der Christen und warnte vor Abweichungen: ?Glauben heißt zunächst, dass man als wahrhaft anerkennt, was unser Bewusstsein nicht voll begreifen kann. Wir müssen anerkennen, was Gott uns über sich selbst offenbart.?

 

28.05.06 19:01

18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxleinPapst in Ausschwitz..

Krakau (Reuters) - Papst Benedikt XVI. hat vor seinem Besuch des ehemaligen Nazi-Vernichtungslagers Auschwitz am Sonntag eine Messe mit rund einer Million Gläubigen gefeiert. In der Gedenkstätte wollte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche als "Sohn Deutschlands" in seiner Muttersprache für den Frieden beten. Der Aufenthalt ist der Höhepunkt und Abschluss seiner viertägigen Polen-Reise.

In seiner Predigt in Krakau forderte er die Polen auf, "mit den anderen Völkern der Welt den Schatz eures Glaubens zu teilen". Das sei ein Tribut an seinen aus dem tief katholischen Land stammenden Vorgänger Johannes Paul II. Dieser hatte Messen zum Abschluss seiner Reisen nach Polen traditionell an demselben Ort gelesen wie nun Benedikt.

Viele Teilnehmer rührte Benedikt mit seinen Worten zu Tränen. "Nach Johannes Pauls Tod dachte ich, so ein Wunder, dass ein Papst nach Polen kommt, wird sich nicht wiederholen", sagte die 27-jährige Danuta Latowska. "Und hier sind meine Träume und Gebete wahrgeworden."

Am Nachmittag wollte Benedikt nach Auschwitz fahren. Dass der Papst Deutscher ist, fügt der ohnehin schmerzhaften Konfrontation eine besondere Dimension hinzu. Die Begegnung berührt nicht nur das schwierige katholisch-jüdische Verhältnis und die Frage, wie Glaube angesichts von so viel Bösem - wie dem Holocaust - noch möglich sein kann. Mit dem 79-jährigen Bayern kommt auch ein Zeitzeuge nach Auschwitz. Joseph Ratzinger war bei Kriegsende 18 Jahre alt und war während des Kriegs pflichtgemäß in der Hitlerjugend.

In den Gaskammern des Lagers haben die Nationalsozialisten rund 1,5 Millionen Menschen umgebracht. Die meisten davon waren Juden. 1940 von den deutschen Besatzungskräften zunächst als Arbeitslager für Polen gegründet, bauten sie die Anlagen im Süden des Landes schließlich zum Kernstück von Adolf Hitlers "Endlösung der Judenfrage" aus.

"Johannes Paul ging nach Auschwitz als Sohn des polnischen Volkes, und Benedikt geht als Sohn des deutschen Volkes", sagte Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls am Samstag. Benedikt habe darauf bestanden, diesen Ort während seiner Polen-Reise zu besuchen. Besonders aufmerksam wird beobachtet, dass er ein Gebet auf Deutsch sprechen will. Bisher hat Benedikt vermieden, seine Muttersprache zu benutzen, um nicht polnische und jüdische Gefühle zu verletzen.

Am Samstag hatte der Papst tausende Polen begeistert, weil er nach eigenen Worten für eine baldige Heiligsprechung Johannes Pauls bete. Zuvor besuchte Benedikt Wadowice, den Geburtsort seines Vorgängers. Dort besichtigte er das Haus, in dem Johannes Paul seine Kindheit verbrachte. Außerdem betete er in der Kirche, wo der Pole getauft wurde und Messdiener war.

Nur wenige Wochen nach dem Tod von Johannes Paul im April des vergangenen Jahres hatte die Kirche das Verfahren zu dessen Seligsprechung auf den Weg gebracht. Eigentlich sieht der Vatikan hierfür eine fünfjährige Wartezeit vor. Die Seligsprechung muss der Heiligsprechung vorausgehen. Die Kirche verlangt für beide Schritte den Nachweis eines Wunders, das auf den verstorbenen Kandidaten zurückgeht.

Mit seiner Reise wollte Benedikt vor allem seinen Vorgänger ehren, der in Polen immer noch großes Ansehen genießt. Der Papst sieht das Land als einen seiner wichtigsten Verbündeten, um den christlichen Glauben in einem zunehmend säkular ausgerichteten Europa zu stärken.

jm  

29.05.06 18:08

18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxleinPapst Rede sorgt für Irritation...

Papst-Rede sorgt für Irritation

Ein deutscher Papst in Auschwitz - eine heikle Mission. Die Worte, die Benedikt XVI. bei seinem Besuch im Konzentrationslager wählte, finden nicht nur Beifall. Vor allem die Aussage eine "Schar von Verbrechern" habe das deutsche Volk "missbraucht", stößt mancherorts auf Unbehagen.


Paris/Madrid/Warschau - Zeitungen und Fernsehsender in Frankreich, Spanien und Polen sowie Vertreter der italienischen Juden monierten die Passage in der Rede des deutschen Papstes, sein eigenes Volk sei damals von einer "Schar von Verbrechern ... missbraucht" worden. "Benedikt XVI. befreit das deutsche Volk von seiner Verantwortung für die Nazi-Verbrechen", titelte die spanische Zeitung "El Mundo".



"Ich musste kommen. Es war und ist eine Pflicht der Wahrheit, dem Recht derer gegenüber, die gelitten haben, eine Pflicht vor Gott, als Nachfolger von Johannes Paul II. und als Kind des deutschen Volkes hier zu stehen - als Sohn des Volkes, über das eine Schar von Verbrechern mit lügnerischen Versprechungen, mit der Verheißung der Größe, des Wiedererstehens der Ehre der Nation und ihrer Bedeutung, mit der Verheißung des Wohlergehens und auch mit Terror und Einschüchterung Macht gewonnen hatte, so dass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens gebraucht und missbraucht werden konnte." ( SPIEGEL ONLINE berichtete.)

Benedikt XVI. habe den Deutschen "eine Art Absolution von ihrer kollektiven Verantwortung für die Nazi-Verbrechen" erteilt, schrieb die liberale "El Mundo". Die Passage werde sicherlich vor allem in Deutschland für Streit sorgen. Auch das christdemokratische katalanische Blatt "La Vanguardia" sah die Papst-Worte als Auslöser eines Streits. In "El País" hieß es: "Ratzinger, der zum Ende des Krieges in der deutschen Armee gedient hat, hat Worte des Verständnisses für seine Landsleute gehabt." Deren einzige Schuld sei demnach gewesen, "die nationalsozialistische Partei an die Macht gelangen zu lassen".

Die Worte des Papstes lösten "ein gewisses Unwohlsein" aus, da sie Deutschland zu rehabilitieren schienen, kommentierte die linke Pariser "Libération". Das katholische Pariser Blatt "La Croix" schrieb, Benedikt XVI. habe die Deutschen nicht "kollektiv verurteilen" wollen und anders als sein Vorgänger auch "die Rolle nicht ansprechen wollen, die die anti-jüdische Stimmung in christlichen Kreisen beim Anstieg der Judenfeindlichkeit spielte". Die Zeitung fuhr fort: "Manche werden diese Zurückhaltung kritisieren, andere werden sie bedauern. Und dabei könnten sie sehr gut die tiefe Bedeutung dessen, was der Papst gesagt hat, übersehen."

Spitzenvertreter der italienischen Juden zeigten sich "perplex". Der Vorsitzende des Dachverbandes der jüdischen Gemeinschaft, Claudio Morpugo, sprach von "Ratlosigkeit" angesichts einer Rede, die in Bezug auf die NS-Zeit und den Holocaust "ein wenig vereinfachend" gewesen sei. Der Großrabbiner von Rom, Riccardo di Segni, nannte die Ansprache "problematisch". Er sei "kaum überzeugt" von der Interpretation, die der Papst vorschlage - als wäre das deutsche Volk "selbst Opfer gewesen und hätte nicht zu den Verfolgern gehört".

Lob aus Großbritannien

Italienische Zeitungskommentatoren kritisierten, in der Papstrede hätten die Worte "Schuld" und "Antisemitismus" gefehlt. Ratzinger habe die Deutschen praktisch als Verführte dargestellt. Die römische Zeitung "La Repubblica" sprach dabei vom "Schweigen Ratzingers".


Ähnliche Reaktionen gab es auch aus Polen. "Der Papst hat der Asche der Ermordeten auf schöne Weise Ehre erwiesen, aber er hat nicht darüber gesprochen, was heute auf der Welt geschieht und er hat nicht über die Zukunft gesprochen", meinte Marek Edelman, letzter überlebender Kommandant des Warschauer Ghetto-Aufstands, in der Zeitung "Gazeta Wyborcza".

Der Papst habe vom "Schweigen Gottes" gesprochen, aber nicht die Frage gestellt: "Wo war damals der Mensch? Warum waren die Menschen so gleichgültig angesichts der Verbrechen, die vor ihren Augen geschahen?"

Der aus Polen stammende israelische Historiker Israel Gutman bemängelte, dass der Papst die Rolle der Kirche während der Judenvernichtung völlig ausgespart habe. "Nicht nur Gott hörte die Schreie der Ermordeten nicht - der Vatikan, Pius XII. hörte sie ebenfalls nicht. Ich bedauere, dass der Papst nichts über die zerstörende Kraft des Antisemitismus gesagt hat."

Positiv äußerte sich dagegen die britische Tageszeitung "Daily Telegraph": Der Besuch sei "die Krönung im langen Aussöhnungsprozess zwischen seinem Heimatland Deutschland und dessen östlichen Nachbarn. Es war ein Moment von tiefer historischer Bedeutung". Die Londoner "Times" schrieb: "Mit dem Gebet für Vergebung und Aussöhnung hat ein düster blickender Papst Benedikt XVI. ein Tabu zwischen Christen und Juden gebrochen."

 

29.05.06 19:01
1

12175 Postings, 7516 Tage Karlchen_IIJepp - Ratzinger ist sich noch einmal für den

schrägestens Revisionismus zu blöde.


Dabei hat es doch schon gereicht, dass der Vatikan damals unter Leo II Hitler bis in den Dünndarm gekrochen ist. Und danach hat der Vatikan dafür gesorgt, dass sich die Nazi-Verbrecher gen Südamerika dünne machen konnten. Alles vergessen und verkleistert. Zur allgemeinen Verkleisterung werden dann - durchaus bewundernswerte - Leute wie Edith Stein herangezogen, die die Pfaffenschaft nun weißwaschen sollen, wenngleich sie sich anders als der Mainstream der Römlinge verhalten haben.

Und nun kommt so ein Tagebär wie der Ratzinger daher und erklärt, dass die Deutschen doch nur Opfer waren.

Bestätigt mich in meinem Urteil: Die katholische Kirche ist eine der schlimmsten Verbrecherorganisationen in der Geschichte des Abendlandes.  

29.05.06 19:11

18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxlein@karlchen

yep...schon schräg sein Aussagen...tsts

füx  

29.05.06 19:19

18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxlein"das doppelte Schweigen"...

BENEDIKT XVI. IN AUSCHWITZ

Das doppelte Schweigen

Aus Oswiecim berichtet Alexander Smoltczyk

In Auschwitz hat Papst Benedikt XVI. seine Pilgerreise durch Polen beendet - und zu sich selbst gefunden: "Ich stehe hier als Sohn des deutschen Volkes." Das Wort "Schuld" dagegen taucht in der Ansprache nicht auf.

Oswiecim - Hinter dem Mahnmal stehen ein Wäldchen von Schwarzbirken und einige Pappeln. Daneben Reste von gesprengten Ziegelmauern, ein Wachturm, ein dunkler Tümpel, in dem Asche liegt. Der Papst ist von Krakau gekommen, im Konvoi über eine den ganzen Tag gesperrte Autobahn. Alle hundert Meter stand ein Polizist, den Rücken zur Straße gekehrt, und in den Dörfern warteten die Menschen mit gelbweißen Wimpeln und hielten ihre Kinder hoch. Als Benedikt XVI. dann um 18.20 Uhr vor den Gedenkplatten steht, mit Inschriften in den 22 Sprachen der Toten, treibt ihm der Wind Regenschnüre entgegen.


"An diesem Ort versagen die Worte, kann eigentlich nur erschüttertes Schweigen stehen - Schweigen, das ein notwendiges Schreien zu Gott ist: Warum hast du geschwiegen?" So wird er gleich seine Ansprache beginnen. Am Stein in deutscher Sprache denkt er an die von Johannes Paul II. selig gesprochene Edith Stein, "Jüdin und Deutsche, die zusammen mit ihrer Schwester im Grauen der Nacht des nazideutschen Konzentrationslagers verschwunden ist", und die zu den "Zeugen der Wahrheit und des Guten, das auch in unserem Volk nicht untergegangen war" gehöre. Das wird er gleich sagen.

Das jüdische Kaddisch wird gesungen, die Anrufung der Toten. Der Regen hat aufgehört, man hört es rauschen in den Birken, und wenn der Papst sich jetzt umdrehen würde, könnte er einen Regenbogen sehen, der sich vom Lagertor bis in eine graue, oben aufgerissene Wolke spannt. Das Schauspiel würde ihn vermutlich nicht verwundern.

Es ist Joseph Ratzingers Wunsch gewesen, hierher zu kommen. Im Stammlager hat er Henryk Mandelbaum schweigend umarmt, einen der wenigen Überlebenden der Häftlingskommandos, die in den Gaskammern arbeiten mussten. Er hat lange mit gesenktem Kopf vor der Todesmauer gestanden, und einen Moment lang schien es, als würde er niederknien. Aber Benedikt ist nicht Johannes Paul.

"Grüß Gott, Heiliger Vater"

Er ist nicht auf große Gesten aus. Dennoch hat er in den letzten Tagen über drei Millionen Menschen auf die Beine gebracht. Die Polen haben ihn angenommen, auf dieser doppelt schwierigen Pilgerreise. Er folgte den Fußstapfen seines Vorgängers, ohne ihm gleichen zu können. Und er sprach als Oberhaupt einer Weltreligion, musste aber damit rechnen, von vielen als Deutscher, als Mitglied der Flakhelfergeneration gehört zu werden.


Es waren dann die Polen, die Benedikt XVI. am Wallfahrtsort Jasna Gora entgegenkamen und im Massenchor, in deutscher Sprache, gerufen haben: "Grüß Gott, Heiliger Vater!" Den meisten Gläubigen in Polen ist es gleich, welche Behörde den Geburtsschein des Papstes ausgestellt hat. Sie lieben ihn. Weil er so sorgfältig ihre schwere Sprache eingeübt hat. Weil er sich klaglos und milde den Mühen des Protokolls unterwirft. Weil er eine Botschaft hat, auch wenn sie streng ist. Weil er in jeder Ansprache ihren geliebten Jan Pawel II. zitiert. Aber vor allem: weil er der Papst ist.

Auch die leicht misszuverstehende Äußerung auf dem Hinflug, er komme "vor allem als Katholik" und nicht als Deutscher, hat in Polen, anders als in Frankreich oder der Bundesrepublik, keinerlei Irritationen ausgelöst.

Auf dem verregneten Pilsudskiplatz in Warschau, wo Johannes Paul II. 1979 den Verhältnissen "auf dieser Erde" den Kampf ansagte, hatten beide noch gefremdelt. In Jasna Gora, der Stadt der Schwarzen Madonna, war es schon fast wie früher, und in Krakau konnte der Papst dann, gestern Morgen, vor einer Million Pilgern, sagen: "Krakau ist auch meine Stadt." Und auch Auschwitz ist sein Ort: "Ich stehe hier als Sohn des deutschen Volkes, und gerade deshalb", sagt er, stehend, neben sich das Häuflein Überlebender, weißhaarig, mit Halstüchern in Häftlingsfarben, "gerade deshalb muss ich, darf ich sagen: Ich konnte unmöglich nicht hierher kommen." Doch dann schweigt auch er.

Metaphysik statt Mea Culpa

Das Wort "Schuld" fällt nicht. Es gibt kein "Mea Culpa", weder zum Antisemitismus der Kirche, noch zur Rolle seines Vaterlands. Die Deutschen, sagt er in einer Wendung, die ihm wohl noch lange anhängen wird, die Deutschen seien ein Volk, "über das eine Schar von Verbrechern mit lügnerischen Versprechungen, mit der Verheißung der Größe, des Wiedererstehens der Ehre der Nation und ihrer Bedeutung, mit der Verheißung des Wohlergehens und auch mit Terror und Einschüchterung Macht gewonnen hatte, so dass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens gebraucht und missbraucht werden konnte". Er steht hier als Benedikt XVI., nicht als Joseph Ratzinger, geboren in Marktl am Inn. Er muss die Vergangenheit nennen, und zugleich über sie hinausgehen.


Statt von Schuld spricht Benedikt XVI. von Metaphysik. Die Zerstörung des Volkes Israel, sei im Kern der Wille zur Zerstörung Gottes: "Im tiefsten wollten jene Gewalttäter mit dem Austilgen dieses Volkes den Gott töten, der Abraham berufen, der am Sinai gesprochen und dort die bleibend gültigen Maße des Menschseins aufgerichtet hat." Und weiter: "Mit dem Zerstören Israels sollte im letzten auch die Wurzel ausgerissen werden, auf der der christliche Glaube beruht und endgültig durch den neuen, selbstgemachten Glauben an die Herrschaft des Menschen, des Starken, ersetzt werden."

Aber kein Wort zum Antisemitismus, gestern und heute. "Der Ort, an dem wir stehen, ist ein Ort des Gedächtnisses und ein Ort der Shoah." Im ursprünglichen Redetext, der am Morgen bereits verteilt worden war, hatte das hebräische Wort Shoah noch gefehlt. Papst Ratzinger hatte lange an diesem Text gearbeitet, es aber abgelehnt, das Manuskript etwa von Kardinal Walter Kasper gegenlesen zu lassen. So ist "Shoah", neben Holocaust der zentrale Begriff für den nationalsozialistischen Völkermord, erst in letzter Minute in die Auschwitz-Rede des deutschen Papstes hineingerutscht.

Ratzinger vermeidet es in seiner Rede, Auschwitz mit anderen Totalitarismen auf eine Stufe zu stellen. Gleich im ersten Satz spricht er von "diesem Ort des Grauens, einer Anhäufung von Verbrechen gegen Gott und den Menschen ohne Parallele in der Geschichte". Er erwähnt jedoch "neue Verhängnisse" die drohten: der "Missbrauch Gottes zur Rechtfertigung blinder Gewalt gegen Unschuldige", offensichtlich ein Verweis auf den islamistischen Terror, und "auf der anderen Seite der Zynismus, der Gott nicht kennt und den Glauben an ihn verhöhnt" - ein Seitenhieb auf Säkularismus und Karikaturisten.

Überlebende loben Rede

Am Mahnmal spricht ein Kantor das Gebet. Es werden Sätze gelesen, in Polnisch, Russisch, Hebräisch, Englisch. Zuallerletzt spricht Benedikt XVI. Der Papst hat bislang jedes deutsche Wort in seinen Ansprachen vermieden. Die deutsche Sprache soll auf dieser Pilgerreise einem Ort vorbehalten sein, wo sie ihre Unschuld verloren hat: "Herr, du bist der Gott des Friedens, du bist der Friede selbst. Gib, dass alle, die in Eintracht leben, im Frieden verharren und alle, die entzweit sind, sich wieder versöhnen."

Von den Überlebenden ist Ratzingers Rede ausdrücklich gelobt worden: "Was hätte er noch sagen sollen? Die oberste Stimme der Katholiken sagt, dass Gott nicht in Auschwitz war. Das ist mehr als genug", wird der letzte Anführer der Ghettoaufstandes Marek Edelmann am Morgen in der Zeitung "Repubblica" zitiert. Weniger duldsam hatte sich auf dem Lagergelände ein Nachgeborener geäußert, der Warschauer Oberrabbiner Michael Schudrich. Er hätte sich ein klareres Wort zum Antisemitismus im katholischen Polen gewünscht.

Erst am Tag zuvor ist der Rabbi in Warschau von einem Unbekannten angegriffen worden, mit einer Gaswaffe. Der römische Vatikanist Marco Politi kritisiert das "Schweigen von Ratzinger" zum Antisemitismus in der Geschichte der Kirche und Deutschlands und schreibt über die Polenreise: "Am Ende wächst das Gefühl, dass die mutige Zeit der tätigen Reue eines Woityla endgültig vorüber ist."




 

29.05.06 19:28
1

3030 Postings, 6179 Tage ORAetLaborawie man wieder Kirchen vollkriegt:

Mega-Fusion der Kirchen mit dem Islam, somit werden die Kirchen zur Moscheen in Deutschland umgewandelt, somit sind die dann wieder prallvoll!??  

29.05.06 19:36
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18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxlein"er ist streng wie früher...."

PAPST BENEDIKT XVI

"Er ist streng wie früher"

Kritische Töne an der Theologie Benedikt XVI. von Mieczyslaw Malinski, langjähriger Freund Johannes Paul II. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE lobt der polnische Priester zwar die Amtsführung des neuen Papstes. Doch dessen Theologie sei nicht modern genug.


SPIEGEL ONLINE: Herr Malinski, nach dem Tod Ihres Freundes Johannes Paul II. und noch vor dem Konklave, in dem Kardinal Joseph Ratzinger zum Papst gewählt wurde, haben Sie ihn sehr skeptisch beurteilt. Was haben Sie zu kritisieren?

Malinski: Ich muss gestehen, ich habe ihn unterschätzt. Joseph Ratzinger erfüllt sein Amt als Papst perfekt. Für mich ist es eine Überraschung, dass er ein so guter Papst sein kann. Er ist jetzt mehr ein Seelsorger als ein Theologe, der er als Vorsitzender der Glaubenskongregation war. Und das macht er ideal.

SPIEGEL ONLINE: Obwohl er ganz anders ist als Johannes Paul II.?

Malinski: Es sind zwei völlig verschiedene Persönlichkeiten. Es ist gut, dass er nicht versucht, seinen Vorgänger nachzuahmen. Er ist selbständig, natürlich, entspannt, herzlich, offen, er interessiert sich für die Leute. Das kann man ihm am Gesicht ablesen - und das Volk ist begeistert. Das zeigt sich darin, dass trotz des schlechten Wetters so viele Leute gekommen sind, um ihn hier in Polen zu sehen. Der Papst und das Volk verstehen sich, obwohl er nicht immer Polnisch spricht. Aber er versucht es, und das freut uns.

SPIEGEL ONLINE: Benedikt wirkt im Vergleich zum ehemaligen Schauspieler und Medienstar Johannes Paul II. eher zurückhaltend, schüchtern, unsicher. Wie erklären Sie sich, dass er trotzdem ähnlich populär ist wie sein Vorgänger?

Malinski: Ich würde nicht sagen, dass er unsicher ist. Er fühlt sich sehr wohl. Beide haben - wenn auch ganz unterschiedlich - die Gabe, bei den Menschen anzukommen. Ratzinger hatte natürlich in seinem Vorgänger einen guten Lehrer. Obwohl er ihn nicht nachahmt, hat er von ihm doch viel gelernt.

SPIEGEL ONLINE: Hatte man von Kardinal Ratzinger, dem strengen Glaubenshüter, ein falsches Bild?

Malinski: Ich glaube nicht. Er ist auch jetzt streng wie früher. Er ist hart, theologisch, dogmatisch hart.

SPIEGEL ONLINE: Er zeigt sich zumindest dialogbereit. Zum Beispiel hat er seinen früheren Kollegen und scharfen Kritiker Hans Küng, der in Ungnade gefallen war, zu einem Gespräch nach Castelgandolfo eingeladen.

Malinski: Nun, er ist der Papst. Das Amt verleiht ihm eine Souveränität, die er vorher nicht hatte. Dabei hat er das Theologe-Sein nicht abgelegt. In seiner Enzyklika "Deus caritas est" zeigt er sich als guter Theologe. Was er da schreibt, ist kein Schmarren.

SPIEGEL ONLINE: Trotzdem haben Sie gesagt, Ratzinger habe von der Theologie nichts verstanden.

Malinski: Ich habe das so gemeint: Er hat von der modernen Theologie zu wenig aufgenommen. So hat er sich etwa von dem großen Theologen Karl Rahner entfernt, so wie auch von Johann-Baptist Metz und auch vom Rahner-Assistenten Kardinal Karl Lehmann.

SPIEGEL ONLINE: Wie lässt sich das inhaltlich festmachen?

Malinski: Rahner hat die Existentialphilosophie - Martin Heidegger, Karl Jaspers - als Instrument seiner Theologie benutzt. Er wollte damit dem modernen, säkularen Menschen die Relevanz der Theologie und der christlichen Botschaft plausibel machen. Er lehrte, jeder Mensch habe ein übernatürliches Existential, das ihn auf die Transzendenz verweist. Ratzinger hat eine traditionelle Theologie getrieben. Tief zwar und konsequent, aber traditionell. Ratzinger trifft den modernen Intellektualisten nicht so tief wie Rahner. Aber er kann mit dem Mann auf der Straße gute Gespräche führen. Und das ist sehr wichtig.

 

29.05.06 19:47

12175 Postings, 7516 Tage Karlchen_IIDas nur zum Thema Christliche Werte des

Abendlandes und so ein Schmodder.

Damit das mal ganz klar wird: Die Werte des Abendlandes beruhen nicht auf der Kirche - sondern auf der Abgrenzung von ihr.  

29.05.06 20:45

129861 Postings, 6587 Tage kiiwiiOhne Kirche keine Christlichen Werte

das jedenfalls stimmt...

...und wenn sie nur aus der Abgrenzung von ihr entstanden sein sollten... (was natürlich Granaten-Humbug ist, wie auch Herr Karlchen weiß)

MfG
kiiwii  

29.05.06 20:53

12175 Postings, 7516 Tage Karlchen_IIVon wegen Granten-Humbug.

Religionsfreiheit - und mithin Meinungsfreiheit

Gleichheit der Geschlechter (guck mal auf die katholischen Pfaffen und deren Marienkult)



Die Freiheit des Menschen besteht darin, dass er über irgendwelche Götter lachen kann - was der Kirche das Fundament einreißt. Frei ist man dann, wenn man sich zugesteht, dass das Leben vergänglich ist - und nicht dass man glaubt, dass danach irgendwelche Gerichte anstehen. Mir sind die Würmer im Grabe lieber als irgendwelche Götter oder Teufel.

 

29.05.06 20:55

12175 Postings, 7516 Tage Karlchen_IIGranaten-Humbug - sorry. o. T.

29.05.06 20:59

129861 Postings, 6587 Tage kiiwiiDie Freiheit des Menschen besteht darin, dass er

schreiben kann, was er will... auf den Wahrheitsgehalt kommt's nicht an...

I.d.S.: Santé !


MfG
kiiwii  

29.05.06 21:02

59073 Postings, 7672 Tage zombi17Das merkt man bei Dir jeden Tag:-) o. T.

29.05.06 21:02

12175 Postings, 7516 Tage Karlchen_IIWahrheit?

Was soll denn das sein?


Mir reicht praktische Evidenz. Für Wahrheit bin ich zu bescheuert.  

04.06.06 13:56
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18298 Postings, 7558 Tage börsenfüxleinPapst beklagt Egoismus...

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Pfingstmesse auf dem Petersplatz in Rom die Gläubigen vor Eigennutz und Stolz gewarnt.



?Der Stolz und der Egoismus des Menschen führen immer zu Spaltungen, sie ziehen Mauern der Gleichgültigkeit hoch, des Hasses und der Gewalt", sagte Joseph Ratzinger am Sonntag vor Zehntausenden Menschen, die bei strahlendem Sonnenschein zur Pfingstmesse gekommen waren. Gleichzeitig erinnerte der Kirchenführer an die Tradition und Bedeutung des Pfingstfestes. ?Der heilige Geist hingegen macht es den Herzen möglich, die Sprachen aller zu verstehen und stellt eine Brücke authentischer Kommunikation zwischen dem Himmel und der Erde her", sagte der deutsche Papst.

Das Wort Pfingsten geht auf das griechische Pentekoste zurück, zu Deutsch: der 50., und bezeichnet den fünfzigsten Tag nach Ostern. Nach biblischer Überlieferung haben an Pfingsten die Apostel den Heiligen Geist empfangen. Laut Apostelgeschichte wurden die Jünger dabei von der Fähigkeit erfüllt, in allen Sprachen zu predigen und alle Sprachen zu verstehen. Am Samstag hatte der Papst mehr als 400 000 Anhänger der so genannten ?neuen geistlichen Bewegungen? auf dem Petersplatz empfangen. Es war eines der größten Treffen von Gläubigen seit dem Tod von Papst Johannes Paul II. im April 2005.  

04.06.06 14:05

1260 Postings, 5659 Tage nauticusDer Egoismus ist auch wirklich zu beklagen!

Einen gewissen Egoismus darf aber auch ein Papst nicht verschweigen, denn aus reiner Nächstenliebe wird er garantiert nicht gewählt.  

04.06.06 14:08

5173 Postings, 6103 Tage Klaus_DieterWarum wird dann ein Papst gewählt?

nauticus, das würde mich tatsächlich interessieren, was Deiner Meinung nach der Grund sein sollte........?  

04.06.06 15:31

1260 Postings, 5659 Tage nauticusKlaus Dieter,

wie du sicherlich weisst, ist der Papst schon seit Jahrhunderten das Oberhaupt der katholischen Kirche.
Zeitweise gab es damals manchmal auch zugleich einen Gegenpabst, der sich nur auf Grund kriegerischen Handlungen seines herrschenden Königs oder Kaisers, Pabst nennen durfte.
Laut Quellen, galt Hippolyt zwischen 217 - 235 als erster Gegenpapst, der letzte wird mit Felix V. betitelt.
Deshalb kannst du davon ausgehen, dass auch in der katholischen Kirche schon von Anbeginn der Aufzeichnungen nicht nur alles Friede Freude und Eierkuchen war.
Sondern das es einen gewissen und gesunden Egoismus braucht, um Pabst zu werden.
Das gilt auch noch für die heutige Zeit.
Hoffentlich habe ich jetzt nicht dein Weltbild zerstört.
Obwohl, du machst i.M. mal wieder 10 Tage Pause, da kann man sich bestimmt von dem Schreck erholen, oder?      

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