Who ist Hu? Chinas starker Mann beschert Amerika..

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eröffnet am: 19.04.06 07:36 von: danjelshake Anzahl Beiträge: 2
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13393 Postings, 6582 Tage danjelshakeWho ist Hu? Chinas starker Mann beschert Amerika..

Ausstellung in China soll vor Produktpiraterie abschrecken (AP)
18. April 2006

Who ist Hu? Chinas starker Mann beschert Amerika Albträume

Von Andreas Landwehr und Laszlo Trankovits

Der erbitterte Streit ums Protokoll zwischen Washington und Peking ist beigelegt: Fast symbolisch für das gespannte Verhältnis zwischen den USA und China einigten sich die Diplomaten, sich nicht zu einigen. Also ist der erste offizielle Besuch von Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao in Washington aus chinesischer Sicht ein Staatsbesuch - aus amerikanischer Sicht aber nicht. Zwar wird Bush den chinesischen Gast, der schon an diesem Dienstag in den USA eintrifft, zwei Tage später mit allen militärischen Ehren empfangen. Aber ein Staatsbankett im Weißen Haus wird es nicht geben.

Obwohl bei den Gesprächen brisante Themen von globaler Bedeutung - wie Iran, Nordkorea oder der Welthandel - anstehen, nahmen der Disput ums Protokoll «80 Prozent der Vorgespräche ein», berichtete die «New York Times» unter Berufung auf das Weiße Haus. Bush zeigt sich spröde und gönnt Hu keinen «Staatsbesuch», wie ihn 1997 der damalige US-Präsident Bill Clinton Hus Vorgänger Jiang Zemin zugestand.

Angst vor wachsendem Einfluss Pekings

Das Gerangel um Formalitäten wirft ein bezeichnendes Licht auf die widersprüchliche Haltung Washingtons zu China. Denn die Supermacht USA begrüßt Chinas blühende Ökonomie, die Welthandel und Globalisierung voranbringt, sieht in Peking einen potenziellen Partner für Krisenherde wie Nordkorea und Nahost. Allerdings fürchtet Washington auch einen möglicherweise gefährlichen Rivalen in der Welt, politisch und wirtschaftlich.

Mit Sorge wird in den USA Chinas wachsender Einfluss in Afrika und Südamerika registriert. Nun stehen strittige Themen an, wie die Iran- Debatte im UN-Sicherheitsrat über Teherans Atompläne. Bush sucht Pekings Unterstützung - insbesondere bei den Handelsfragen. «Wir erwarten von China mehr Engagement», betonte er mit Blick auf das enorme US-Handelsdefizit, die Marken- und Know-How-Piraterie Chinas oder den künstlich niedrigen Wechselkurs des Yuan.

Hu erhofft sich Tauschgeschäft

Für Peking ist der «Staatsbesuch» mehr symbolisch als substanziell. Mit dem Empfang im Heiligtum der Supermacht will der chinesische Präsident, der 2003 ins Amt kam, sein Profil als neuer Führer des Milliardenvolkes schärfen. Dabei geht der eher steife Technokrat Hu Jintao wenig aus sich heraus, so dass nicht nur die Amerikaner immer noch «who's Hu?» rätseln. Für diesen ist vor allem das Thema Taiwan wichtig. Hu will Bush dazu bringen, den zur Unabhängigkeit neigenden taiwanesischen Präsidenten Chen Shui-bian in die Schranken zu weisen. Im Gegenzug könnte Bush hoffen, dass China mehr Druck auf den Iran ausübt und UN-Sanktionen zumindest nicht verhindert.

Den viertägigen Besuch von Dienstag an, bei dem Hu Jintao in Seattle auch mit Microsoft-Gründer Bill Gates speisen wird, hat die größte chinesische Einkaufstour aller Zeiten vorbereitet. Eine 200- köpfige Wirtschaftsdelegation mit Vizeministerpräsidentin Wu Yi an der Spitze reiste durch 13 Bundesstaaten und bahnte Geschäfte im Wert von 16 Milliarden US-Dollar an, darunter den Kauf von 80 Boeing- Flugzeugen. Mit dieser Scheckbuch-Diplomatie sollen kritische Stimmen im US-Kongress besänftigt werden, die wegen des hohen Handelsdefizits mit China - und der Sorge um US-Arbeitsplätze - nach protektionistischen Maßnahmen rufen. Versprochen wurden zudem eine bessere Öffnung des Telekommunikations- und Medizingeräte-Marktes in China und ein schärferer Kampf gegen Raubkopierer.

Chinesische Gesten vor dem Besuch

Für den Besuch ist alles sorgfältig orchestriert. So schlug Peking selbst demonstrativ gemäßigte Töne gegenüber dem Vatikan und den Exiltibetern an, um der US-Kritik an mangelnder Religionsfreiheit zu begegnen, ohne wirklich von seiner harten Linie abzurücken. Neue religiöse Toleranz sollte zusätzlich das erste Welt-Buddhisten-Forum bis Ostersonntag in Hangzhou in Ostchina vermitteln, das mit mehr als 1000 Mönchen, Experten und Politikern aus 34 Ländern als erstes weltweites religiöses Treffen seit der Machtübernahme der Kommunisten 1949 in China gilt.

Diese Signale Chinas werden Bush aber nur wenig nutzen. Die «Washington Post» zweifelte an einer «wirklich positiven globalen Rolle Chinas» und warnte vor einem solch «schwachen strategischen Verbündeten», der bisher weder in Nordkorea noch in Darfur wirklich geholfen habe, die Probleme zu lösen. Bush steht auch unter wachsendem Druck des Kongresses, wegen des Mangels an Demokratie und Missachtung der Menschenrechte eine härtere Gangart gegenüber Peking einzuschlagen. Die Weigerung, dem Gast ein Staatsbankett zu offerieren, zählt kaum dazu. (N24.de, dpa)

 

19.04.06 08:07

9950 Postings, 7322 Tage Willi1Jau

und will gegen Raubkopierer vor gehen, sagte er bei Kleinweich ...  

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