Welcome in Europe, Mr Bush

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eröffnet am: 18.11.03 19:32 von: Karlchen_II Anzahl Beiträge: 1
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100 000 Demonstranten warten auf Bush



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London (dpa) - In Großbritannien ist am Dienstag eine beispiellose Sicherheitsoperation angelaufen, um US-Präsident George W. Bush bei seinem bis Freitag dauernden Staatsbesuch vor Terroristen zu schützen. Gleichzeitig kam die Londoner Polizei Scotland Yard Bush-Kritikern entgegen, indem sie ihnen erlaubte, die für Donnerstag geplante Demonstration durch das Regierungsviertel ziehen zu lassen. Zu der Kundgebung werden 100 000 Kriegsgegner erwartet.

Während Premierminister Tony Blair an alle Freunde Amerikas appellierte, Bush freundlich zu begrüßen, kündigte der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone einen eigenen Empfang für Gegner des Irak-Krieges an. Bush sei die «größte Bedrohung für das Leben auf diesem Planeten», sagte der aus der Labour-Partei ausgeschlossene Alt-Linke. Der britische Dramatiker Harold Pinter bezeichnete Bush und Blair als «Kriegsverbrecher».

Bush, der am Dienstagabend von Prinz Charles auf dem Flughafen London-Heathrow begrüßt werden sollte, wird an den vier Tagen von insgesamt 14 000 Polizisten geschützt. Während manche Zeitungen dies als übertrieben bezeichneten und auf die Kosten in Höhe von etwa fünf Millionen Pfund (sieben Millionen Euro) verwiesen, hielten andere dies noch für unzureichend. So sagte der ehemalige Verteidigungsminister Michael Portillo, es sei nur gut, dass Bush seine eigenen Sicherheitskräfte mitbringe: Die britische Polizei habe jüngst noch nicht einmal verhindern können, dass ein als Osama bin Laden verkleideter Kabarettist zur Geburtstagsfeier von Prinz William vorgedrungen sei.

Nach einer am Dienstag von der Zeitung «The Guardian» veröffentlichten Umfrage begrüßen 43 Prozent der Briten den Staatsbesuch, 36 Prozent sind dagegen, 21 Prozent unentschieden. Höhepunkte des Besuchs sind am Mittwoch eine Rede von Bush zum Verhältnis zwischen den USA und Europa und am Donnerstag politische Gespräche mit Blair.

Nach Zeitungsberichten will Blair den Präsidenten zu einer stärker politisch und weniger militärisch geprägten Strategie im Irak drängen. Außerdem wolle er ihn bewegen, im Nahost-Friedensprozess Druck auf Israel auszuüben. Mehrere Labour-Politiker haben Blair außerdem dazu aufgefordert, bei Bush vehement gegen die Strafzölle für europäischen Stahl zu protestieren. Zudem solle er darauf pochen, dass die als El-Kaida-Terroristen verdächtigte britischen Häftlinge im US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba endlich einen rechtstaatlichen Prozess kommen müssten.

 

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