Weiter Unruhe in der Abwehr

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neuester Beitrag: 11.06.04 09:33
eröffnet am: 11.06.04 09:09 von: chrismitz Anzahl Beiträge: 3
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11.06.04 09:09

16833 Postings, 7676 Tage chrismitzWeiter Unruhe in der Abwehr

Der Schutzwall rund um das DFB-Quartier in Almancil steht, aber über den Abwehrriegel gegen die Niederlande brütet Rudi Völler weiter. Fünf Tage vor dem ersten EM-Spiel der Fußball-Nationalmannschaft gegen die "Oranjes" verweigerte der Teamchef ein öffentliches Bekenntnis zu seiner Defensiv-Abteilung und deren Chef Jens Nowotny, der nach dem blamablen 0:2 gegen Ungarn besonders in die Kritik geraten war. "Das ist nun mal so, es hängt mit der Form einiger Spieler zusammen, ob es Sinn macht, den einen oder anderen aufzustellen", sagte Völler beim ersten offiziellen Pressetermin in Portugal.

Wieder mit einer Dreierkette?
"Ich werde keine Wasserstandsmeldungen abgeben", antwortete der Weltmeister von 1990 leicht genervt auf die Frage, ob der Leverkusener Nowotny wegen sichtbarer Formschwäche für den EM-Auftakt in Porto zur Disposition steht. "Ohne in Panik oder in Aktionismus zu verfallen" will der Teamchef in der streng abgeriegelten Oase des "Ria Park Garden" in Gruppengesprächen die beste Lösung finden. Ob plötzlich doch wieder statt der fest vorgesehenen Viererkette eine Dreierreihe die individuell überlegenen Niederländer stoppen soll, hält Völler dabei eher für zweitrangig: "Wir haben bewiesen, dass wir beides spielen können."

Mannschaft will Klarheit
Nowotny selbst erwartet dagegen wie seine Kollegen eine schnelle Entscheidung: "Es muss was passieren. Man muss auf die eine oder andere Situation reagieren." Dabei sei es "relativ egal", ob mit drei oder vier Abwehrspielern verteidigt werden soll. "Wichtig ist, dass wir uns auf etwas festlegen. Wir brauchen ein System, auf das wir trainieren und bei dem jeder mitzieht", erklärte der 30-Jährige, der vor vier Jahren beim EM-Debakel in Holland und Belgien in allen drei Vorrunden-Begegnungen in der Dreier-Kette gestanden hatte.

Training ohne Zeugen
Völler kündigte an, neben den Gesprächen auch die noch verbleibenden Trainingseinheiten bis zum "Tag X" zu nutzen, um die Verunsicherung zu bekämpfen. "Ich versuche, den Spielern, die wahrscheinlich auflaufen werden, die Sicherheit zu geben, die sie brauchen", sagte der Teamchef. Ob er auf dem bestens präparierten Trainingsplatz direkt neben dem Quartier als Alternative auch den Bremer Meisterspieler Frank Baumann für den derzeit unsicheren Nowotny testete, sollte den Beobachtern verborgen bleiben. Wie schon am Ankunftstag zog sich Völler mit seinem Team unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen hinter den Sichtschutz des Übungsgeländes zurück.


"Keine Kaserne"
Die "Bannmeile", die in der Zeit der geheimen Trainingseinheiten lediglich von einigen Anwohnern naher Urlaubs-Quartiere passiert werden darf, beginnt schon 300 Meter vor dem DFB-Domizil. "Es gibt gewisse Sicherheitsvorkehrungen, aber das hat mit uns weniger zu tun. Es ist keine Kaserne", meinte Völler dazu. Offiziell ließ der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verlauten, dass er beim EM-Gastgeber in punkto Sicherheit keine Sonderwünsche eingereicht habe. "Das ist normales Procedere", versicherte Sprecher Harald Stenger. Lediglich für die Einlasskontrolle am Trainingsplatz habe man einen privaten einheimischen Wachdienst engagiert. Erst an diesem Freitag wird Völler seine 23 Spieler, die sich derzeit ohne Ausnahme bester Gesundheit erfreuen, erstmals in Loulé auch den Fans präsentieren.


Hamann warnt
Dem Teamchef kommt die Ruhe und Abgeschiedenheit gerade Recht. "Die Rahmenbedingungen sind ideal", meinte er. In fast intimer Atmosphäre und bei hochsommerlichen Temperaturen läuft die Gruppen-Therapie. "Es ist Fakt, dass wir nicht so gefestigt sind, wie wir es sein sollten", gab Routinier Dietmar Hamann zu. Der Liverpooler warnte jedoch im gleichen Atemzug, die Diskussionen über Abwehr-Verbünde oder schwache Test-Spiele überzubewerten: "Jetzt läuft alles Richtung Dienstag. Wenn wir dann auf dem Platz stehen, ist es unwichtig, wie die letzten vier, fünf Spiele gelaufen sind." Den Glauben an die eigenen Stärken habe das Team nicht verloren: "Wenn wir nicht an uns glauben, wer denn?", meinte Hamann.


"Trinken, trinken, trinken"
Am ersten Tag im EM-Land mussten sich die deutschen Spieler vor allem an die trockene Hitze gewöhnen. Sonnencreme und eine große Flüssigkeitsaufnahme waren angesagt. "Da hilft nur trinken, trinken, trinken", sagte Nowotny. Gegen die Niederlande wird allerdings bei einer Anstoßzeit von 19.45 Uhr (Ortszeit) nicht die Hitze der größte Gegner sein.
 

11.06.04 09:25

16833 Postings, 7676 Tage chrismitzTrinken, trinken, trinken

Vielleicht wird´s ja so was, wenn sie alle besoffen sind?!
Wird Basler nachnomminiert?
Wird Waldy Hartmann seine 3 Weizen mit Rudi teilen?
Läßt Olli seine Mixgetränke aus dem P1 einfliegen?

Wir werden sehen...

Gruß

Übrigens, die Holländer sagen rauchen, rauchen, rauchen...  

11.06.04 09:33

16833 Postings, 7676 Tage chrismitzKönig Otto herrscht mit deutschen Tugenden

Wo "König Otto" regiert, herrscht Ordnung. Vor zehn Jahren fielen die Fußballer Griechenlands bei der WM in den USA außerhalb des Feldes mit zahlreichen Presseterminen und Empfängen auf. Sportlich blamierten sie sich jedoch bis auf die Knochen und flogen punkt- und torlos, dafür aber mit zehn Gegentreffern im Gepäck zurück nach Griechenland. Doch diese (Chaos-)Zeiten sind seit der Regentschaft des ehemaligen Bundesliga-Coaches vorbei. "Das Zauberwort heißt Disziplin und Strategie", sagt Rehhagel und bereitet sein Team nach dieser Maxime auf das Eröffnungsspiel an diesem Samstag (ab 17.45 Uhr im onSport Live-Ticker) gegen Gastgeber Portugal vor.

Otto ist der Chef
Rund 35 Kilometer vom ersten Spielort Porto entfernt haben die Griechen in Rio Ave ihr Lager aufgeschlagen. Wer allerdings einen Blick auf die Arbeit des ehemaligen Meister-Trainers der Bundesligisten Werder Bremen und 1. FC Kaiserslautern erheischen will, muss sich beeilen. Und selbst das ist bisweilen vergebene Mühe, wenn Rehhagel die Mannschaft ganz und gar abschottet. "Ich bin der absolute Chef, das ist doch klar", betont der 65 Jahre alte Coach. Mit Erfolg. Denn erstmals seit 24 Jahren, in denen der griechische Vereinsfußball zumindest für Achtungserfolge auf internationaler Ebene sorgte, schaffte das Nationalteam wieder die Teilnahme an einer EM-Endrunde.

Die Begeisterung ist groß
Warum? Vor allem, weil Rehhagel ein neues Bewusstsein für den blauen Nationaldress entfachte. "Früher waren die drei großen Vereine Olympiakos Piräus, Panathinaikos und AEK Athen das Maß der Dinge im griechischen Fußball", erklärt der gebürtige Essener, der das Trainer-Amt bei den Griechen vor drei Jahren übernahm. "Wir haben Schritt für Schritt daran etwas ändern und die Nationalmannschaft in den Blick und das Interesse der Öffentlichkeit rücken können. Mittlerweile herrscht eine großartige Begeisterung für die Landesauswahl."

Der Mix macht's
Die Spieler schätzen Rehhagel, der auch beim heftigen Konflikt zwischen Stürmerstar Themistoklis Nikolaidis und Spielmacher Vasilios Tsiartas - beide waren erst vom deutschen Coach wieder zum Comeback überredet worden - für Ruhe sorgte. "Wir Griechen sind von Natur aus nicht diszipliniert", meint Mittelfeldspieler Stylianos Giannakopoulos von den Bolton Wanderers. Rehhagel habe diese Tugend mit den griechischen Eigenschaften vereint. "Das ist ein perfekter Mix."

 

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