Washington Post über Bozen...

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eröffnet am: 18.04.06 12:35 von: Dautenbach Anzahl Beiträge: 1
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3347 Postings, 6551 Tage DautenbachWashington Post über Bozen...


Washington Post - "Bozen: deutsch oder italienisch? Ja."

?Deutsche Organisation mit italienischer Eleganz? ? so definiert die renommierte US-Tageszeitung ?Washington Post? Bozen in einem langen Artikel von Robert V. Camuto. Bozen selbst liege zwischen Italien und dem österreichischen Tirol, passe jedoch direkt in keines der beiden Lager. In Bozen könne man Pasta essen, schicke Designer-Sonnenbrillen kaufen und dennoch pünktliche Busse benutzen, ist die ?Washington Post? überrascht.

Ein wenig weiter südlich, in Trento sei das völlig anders: Dort herrsche das ?Chaos?, zeigt sich die Zeitung ungnädig. Nach einem kurzen historischen Abriss der Südtiroler Geschichte (und der Erwähnung des Plankensteiner-Skandals) widmet sich der Journalist der Gastronomie von Bozen, einer ?Stadt, errichtet in mittelalterlicher alpiner Architektur.? Zeichen der Verschmelzung gebe es überall in der Stadt: Strudel werde neben Tiramisu, Wiener Sachertorten neben Olivenöl in Straßen verkauft, die sowohl Dante als auch Goethe gewidmet seien. ?Wo bin ich gelandet??, habe er sich beim ersten Besuch gefragt, so Camuto.

Wohl wegen dieses Kulturschocks seien Bozen und Südtirol von amerikanischen Touristen bisher nahezu unbemerkt geblieben, obwohl es ?eine der schönsten Regionen Italiens ist?, urteilt Camuto. Nachdem er den Kulturschock der ersten Reise überwunden habe, sei er ein zweites Mal nach Bozen zurückgekehrt. Dabei habe er das Gefühl gehabt, von älteren Südtirolern misstrauisch beäugt worden zu sein, wenn er sie auf Italienisch angesprochen habe. ?Ich fand, dass deutschsprechende Südtiroler es bevorzugen, wenn wir ihnen gegenüber Englisch und nicht Berlitz-Italienisch sprachen?, notiert Camuto. Lob zollt der Reisejournalist dem ?Greif? am Waltherplatz, dem ?berühmtesten Hotel? der Stadt, seit der Restaurierung eines der ?elegantesten modernen Hotels Italiens? und den Lauben, ?einer der best restaurierten Orte: Die Gebäude sind alt, aber alles ist neu.?

Zweifel an der geographischen Identität einer der berühmtesten Leichen der Welt hegt die ?Washington Post? abschießend: Ötzi sei nach einem jahrelangen Streit zwischen Italien und Österreich endgültig im Südtiroler Archäologiemuseum ausgestellt worden. Internationale Experte hätten nach eingehenden Untersuchungen die Frage, ob der Eismann ein Ur-Österreicher oder ein Ur-Italiener war, eindeutig bestimmt, dass er aus Südtirol stamme. Was bedeute, dass Ötzi wohl ein wenig von beiden sei, aber weder das eine, noch das andere.


 

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