Was ist noch SOZIAL an dieser SPD! NICHT WÄHLEN!

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neuester Beitrag: 20.09.04 20:01
eröffnet am: 28.05.04 22:33 von: proxicomi Anzahl Beiträge: 28
neuester Beitrag: 20.09.04 20:01 von: Karlchen_I Leser gesamt: 682
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28.05.04 22:33

4690 Postings, 7747 Tage proxicomiWas ist noch SOZIAL an dieser SPD! NICHT WÄHLEN!

VERMITTLUNGSAUSSCHUSS

Koalition und Union einigen sich bei Rentenbesteuerung

Im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat ist es zu einem Durchbruch gekommen. Regierungskoalition und Union einigten sich darauf, die Erträge aus Kapitallebensversicherungen künftig zur Hälfte zu besteuern.

Berlin - Nach der Einigung von Koalition und Union über diesen besonders umstrittenen Punkt kann das Gesetz noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Damit kann die Besteuerung der Alterseinkünfte wie geplant von 2005 an neu geregelt werden. Im Kern geht es darum, die Arbeitnehmer zu entlasten; dafür müssen mehr Rentner Steuern zahlen.

Der Einigungsvorschlag des Vermittlungsausschusses sieht vor, dass das so genannte Steuerprivileg von Lebensversicherungen bei Neuverträgen von 2005 an zwar wie geplant wegfällt. Auf Druck der Union sollen aber Erträge nur zur Hälfte besteuert werden, wenn die Lebensversicherung mit einer Mindestlaufzeit von zwölf Jahren nach Vollendung des 60. Lebensjahres ausgezahlt wird.

Bisher sind Erträge einer Lebensversicherung nach einer Laufzeit von zwölf Jahren steuerfrei. Rot-Grün wollte diese Steuerbefreiung abschaffen und lediglich die steigende Steuerlast bei Auszahlung der Versicherungsleistungen mildern. Die Union stoppte das Gesetz in dem von ihr dominierten Bundesrat. Versicherer hatten sich vehement gegen den Wegfall gewehrt. Das Finanzministerium ließ offen, welche zusätzlichen Steuerausfälle für den Staat durch das jetzt vereinbarte Halbeinkünfteverfahren entstehen.

Die anderen Streitthemen wie die steuerliche Förderung von Betriebsrenten, eine mögliche Doppelbesteuerung sowie einfachere Verfahren hätten zuletzt keine so große Rolle mehr gespielt, hieß es in Koalitionskreisen.

Die Kernelemente des vom Bundestag beschlossenen Gesetzes waren zwischen Regierung und Opposition ohnehin nicht umstritten. Dies betrifft die schrittweise stärkere Besteuerung der gesetzlichen Rente. Im Gegenzug werden Arbeitnehmer bei Beiträgen zur Rente zunehmend entlastet.

Diese Umstellung von 2005 an hatte das Bundesverfassungsgericht gefordert. Die Mehrzahl der heutigen Ruheständler ist von der Neuregelung nicht betroffen. Das Gesetz tritt in Kraft, wenn der Einigungsvorschlag der Vermittler auch von Bundestag und Bundesrat noch abschließend gebilligt wird.


in den 6 dunklen jahren der regierungszeit dieser ANTISPD, sind alle ärmer geworden.
die sozialkritischen punkte wurden verschärft.

SO SCHAFFT MAN SOZIALEN SPRENGSTOFF!

DIESE UNPARTEI IST DIE REICHSTE PARTEI DEUTSCHLANDS! 124MILLIONEN ? VERMÖGEN!


KEIN KREUZ ZUR EUROPAWAHL BEI DIESEN ARBEITERVERRÄTERN!


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gruß
proxi  
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2 Postings ausgeblendet.

28.05.04 22:37

69031 Postings, 6602 Tage BarCodeMist, jetzt ist mir RPZ dazwischengeraten!

Wird gemacht galt für: SPD nicht wählen von proxi!

Gruß BarCode  

28.05.04 22:40

19279 Postings, 8017 Tage ruhrpottzockerNa gut, BarCode,


dann eben GRÜN.

Ist auch besser so !  

28.05.04 22:46

104266 Postings, 7933 Tage KatjuschaSOZIAL hat noch nicht mal eine WKN

Wo bekomme ich eigentlich die Übersicht aller Parteien, die zur Europawahl antreten? Vielleicht wähl ich ja irgendeine der Parteien, die immer pünktlich zur Europawahl aus dem Boden schießen, weil sie sich mehr Stimmen und damit Geld erhoffen als bei anderen Wahlen! Gibts 'ne Partei zur Körperertüchtigung? Oder gegen penetrante Internet-Forum-User?

Ich werd wohl in der Wahlkabine Flaschendrehen spielen! Oder Mikado!  

28.05.04 22:48

19279 Postings, 8017 Tage ruhrpottzockerNee, katjuscha, wähl mal


GRÜN ! Proxi ist doch so stolz auf Joschka Fischer !

;-)  

28.05.04 22:49

104266 Postings, 7933 Tage KatjuschaQuatsch, SOZIAL ist ja die WKN

Der passende Name zu dem Wertpapier fehlt nur bisher!


Ich geh schlafen!  

28.05.04 22:56

104266 Postings, 7933 Tage KatjuschaGrün wähl ich doch sonst immer

Wird langsam langweilig!


Außerdem steht vor meinem Haus immernoch nicht das geforderte Windrad! Stattdessen ein 20000 Quadratmeter großer Konsumtempel!

Die Grünen haben hier in Brandenburg gar nichts zu sagen! Leider!


Na ja, ist vielleicht ein Grund sie bei dieser Wahl zu nehmen! Hab gerade einen Werbespot von Esso gesehen! Die werben auch mit ihrer Umweltfreundlichkeit! Kann ich die wählen?


Schade das wir nicht in den USA leben! da könnte ich direkt (nur über den Umweg der Präsidentschaftskandidaten) Exxon wählen! Na ja, hier kann ich direkt (nur über den Umweltminister) Vestas wählen! Auch nicht besser! ;)

 

28.05.04 23:00

4690 Postings, 7747 Tage proxicomi"GRÜNE" sind im OSTEN nicht existent!

so sieht auch deren zukunft im westen aus.


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gruß
proxi  

28.05.04 23:02

69031 Postings, 6602 Tage BarCodeMensch proxi, dann ist ja der Osten

in deiner Terminologie befreites Gebiet! Wenn jetzt noch die EU nicht wäre... Fast wie die Schweiz! (Allerdings leider auch ohne die Banken!)

Gruß BarCode  

28.05.04 23:04

287 Postings, 6414 Tage AlabamaIch hab mich heute entschieden

und Krombacher gewählt. Ich kann mich besaufen und die machen das mit dem Regenwald. Das find ich richtig gut.  

28.05.04 23:08

4690 Postings, 7747 Tage proxicomiEs gab nichts zu befreien, OSSIS HATTEN SED!

also den selben dreck, nur nannten sie sich da nicht "grüne".

die ostdeutschen haben die fratze des kommunismus schon 40 jahre ertragen müssen.
dann tarten diese verräter von bündnis90 diesem sammelbecken aller linken bei, den "grünen".

trotzdem wird so etwas nicht gewählt, in mittelddeutschland.

4% in sachsen und thüringen, daran kann man sich im westen schon mal gewöhnen......

#############
gruß
proxi  

28.05.04 23:11

129861 Postings, 6589 Tage kiiwiiWas verstehen die grünen von neuen Technologien ?

"Besser wäre aber GRÜN !!! Das ist die Zukunft durch neue Technologien."

Ich kenne welche, die glauben, mit einem Windpark auf dem Feldberg im Taunus könne man ganz Frankfurt mit Strom versorgen. Sind wirklich Super-Fachleute ! (Wenn sie mit der heissen Luft, die sie ständig absondern, die Dinger anpusten würden, könnte es sogar klappen, denn davon machen sie wirklich ´ne Menge !)

Aber:
Sind Windmühlen eigentlich "neue" Technologien ? Kann eigentlich nicht sein, wenn schon Don Quichotte und Sancho Pansa (vergeblich) gegen sie gekämpft haben; ist ja immerhin schon ´ne Weile her. Und die Holländer haben damit ihre Poölder trockengelegt; auch schon vor einigen hundert Jahren.  

28.05.04 23:14

26159 Postings, 6479 Tage AbsoluterNeulingkiiwii, ist dann nicht...

...praecoxi der Sancho Pansa des 21. Jahrhunderts?
 

28.05.04 23:30

104266 Postings, 7933 Tage KatjuschaMitteldeutschland?

Was ist denn dann der Kaukasus?

Nur der Platz der größten Niederlage? ;)



40 Jahre lang hab ich in der Mittelzone von weniger als nichts dahin vegetiert, und nun wurde ich von den Parteien des Wirtschaftswunders heim ins Reich geführt! Oh Danke lieber Kohl, mein Beschützer!

Aber jetzt ist mein Beschützer leider nicht mehr da! Was soll ich nur wählen? Hat dieses Land noch eine Zukunft? Oder wird das Land des Weines und des Humors bald nur noch Mitteleuropa heißen? Welch grausige Vorstellung! ;)  

28.05.04 23:38

69031 Postings, 6602 Tage BarCodeDann seid ihr ja gar keine Ossis!

Wie heißt das dann? Mitteldeutschis? Mittlings?

Egal. Jedenfalls könnt ihr einem Leid tun: Da jagt ihr die SED-Bonzen davon und was habt ihr nu? "Denselben Dreck" (O-Ton proxi) - die Grünen! :-)))

Gruß BarCode

 

28.05.04 23:43
1

129861 Postings, 6589 Tage kiiwiinatürlich "Polder"

a propos Don Quichotte und Sancho Pansa:

ariva.de


ariva.de



Es sind Idealisten. Sie kämpfen den gerechten Kampf, auch auf die Gefahr hin, nicht zu gewinnen.

Proxi kämpft oft auch vergeblich gegen Dummheit an.
Kann ihm nachfühlen, wie es ihm geht.

 

28.05.04 23:57

59073 Postings, 7674 Tage zombi17Mensch Jungens,

Ihr bringt mich echt in eine Zwickmühle!
Eigentlich wollte ich nie mehr wählen gehen, aber dann ging mir SL so auf den Sack, dass ich fest entschlossen war die SPD zu wählen. Jetzt ist prox genauso arg, wenn nicht noch schlimmer, doch er schimpft auf die Grünen. Mann, Mann, Mann, was mache ich bloß? Vielleicht hilft mir ja meine Frau aus dem Schlamassel! Seitdem Merkelchen im Hintern vom Bush steckte, mag sie Ihre CDU gar nicht mehr.
 

29.05.04 00:00

26159 Postings, 6479 Tage AbsoluterNeulingkiiwii, Du beschreibst sehr schön Don Quichotte...

...ich meinte aber Sancho Pansa.

Hast Du auch da eine Apologetik parat?  

29.05.04 00:02

21799 Postings, 8037 Tage Karlchen_I@Zombi: Jungens - biste sicher mit dem Plural?

29.05.04 00:06

129861 Postings, 6589 Tage kiiwii Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu

stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.  

29.05.04 00:08

69031 Postings, 6602 Tage BarCodeIch muss mich jetzt mal proxis vergeblichem

Kampf gegen die Dummheit entziehen.

(Der war aber auch echt nett und mitfühlend Kiiwii:
"Proxi kämpft oft auch vergeblich gegen Dummheit an.
Kann ihm nachfühlen, wie es ihm geht."

Is schon doof, man kämpft und kämpft und wird einfach nicht schlauer.

Na gut. War heute sowieso wieder viel zu lange online.

Schönes Pfingstwochenende den Spätpostern!

Gruß BarCode



 

29.05.04 00:09

26159 Postings, 6479 Tage AbsoluterNeulingTake care, buddy

29.05.04 00:56

129861 Postings, 6589 Tage kiiwiiSancho Pansa war der

Michael Andrack von Don Quichotte  

29.05.04 09:36

26159 Postings, 6479 Tage AbsoluterNeulingHmm, so hab ich das noch nicht gesehen.

Könnte passen...

Obwohl ich eher meine, dass der Andrack vom Schmidt lediglich ferngesteuert wurde, also keine wirkliche Eigenständigkeit hatte, während Sancho Pansa das Reale in der Welt seines Herrn repräsentierte und als Gegenpol diente. Andrack diente König Harald als grinsender Sandsack, Tanzbär und Erster Klatscher.  

20.09.04 19:32

4690 Postings, 7747 Tage proxicomiK. Marx Was ist eine KRISE? KRISENTurbo Rot"Grün"

Was ist eine Krise?

Michael Heinrich hat recht: Zyklische Krisen sind das normalste der kapitalistischen Welt.
(Wer an einer qualifizierten Gegenposition zur Zusammenbruchstheorie der ?Krisis? oder an der Schärfung der Argumente interessiert ist, sollte die Beiträge dieses Autoren von der Zeitschrift PROKLA lesen. Oder auch seinen Aufsatz ?Die ?Krisis? und die Krise?(28), in dem er an Hand des hier benutzen Kurzschen Aufsatzes, Argumente gegen die Zusammenbruchstheorie in Stellung bringt, bspw. das, dass man keine Kriterien angeben könne, wann eine Krise denn nun die letzte sei. Heinrich pflegt ?im Gegensatz zu den hilflosen Arbeiterbewegungsmarxisten Rainer Trampert und Thomas Ebermann, die einfach Beschäftigtenzahlen in China addieren und nicht einmal fragen, wie die Arbeitsplätze denn so finanziert sind- eine subtile Argumentation, die immer wieder darauf zurückkommt, dass sich nicht genau angeben lässt, wo denn nun der Wert in die Einzelware gelangt; hierbei wird von ihm die Rolle des Tausches bei der Wertbildung betont.)

Zyklische (also periodisch immer wiederkehrende) Krisen sind (wie er sagt) Verjüngungskuren des Kapitalismus. Sie sind in dieser Gesellschaft Problemlösung, nicht Problem, auch wenn keynesianische Ideologie so etwas wohl zynisch finden würde.
Krise heißt immer mißlingende Verwertung, d. h. Stockung des Prozesses G-W-G', weil irgend etwas in diesem Prozess transformationsunfähig herumliegt. (Wichtig hierbei: Nur realwirtschaftlich gedeckte Warenproduktion schafft ein gültiges G'; wenn Zentralbanken die Notenpressen heiß laufen lassen, ohne sich um die Produktionsausweitung zu bekümmern, schafft das lediglich Inflation, nichts sonst! Soviel darf man den Monetaristen schon zugeben.). Wert wird in der Produktionssphäre erwirtschaftet, realisiert sich aber erst in der Zirkulationssphäre, das heißt: Er muß in der Geldform erscheinen, um seiner Bestimmung als Beweger des kapitalistischen Reproduktionsprozesses gerecht zu werden ? denn die Teile des konstanten und des variablen Kapitals lassen sich nur durch Tausch gegen Geld beschaffen. Das ist wichtig festzuhalten: Die Transformation ist absolut notwendig, weil man sich von bspw. mit Mehrwert produzierten Rohrzangen nicht ernähren kann und weil auch die größte Menge Rohrzangen keine neuen Produktionsmittel bzw. Arbeiter beschafft.
Im Kern ist die Krise bereits angelegt durch das Auseinandertreten von Produktions- und Zirkulationssphäre bzw. von Ware/Arbeit/Produktion und Geld/Realisation/Zirkulation. Produktive Arbeit und Geld in den Formen von Warenkapital und Geldkapital sind verschiedene Durchgangsstadien der Verwertung (die zusammengehören und beim Auseinanderfallen zyklische Krisen verursachen). Wenn ein Prozess aus Teilen einer Einheit (G ? W ? G') besteht, ist automatisch gegeben, dass diese Teile auseinanderfallen können. In der Krise wird die Entfernung der Teile voneinander dadurch fühlbar, dass ihre Teile zueinander kommen wollen, ohne es zu können. Weniger kryptisch sagt Marx: ?Keiner kann verkaufen, ohne daß ein andrer kauft. Aber keiner braucht unmittelbar zu kaufen, weil er selbst verkauft hat.?(29)
?Die Krise in ihrer ersten Form ist die Metamorphose der Ware selbst, das Auseinanderfallen von Kauf und Verkauf.?(30). Damit lässt sich auch schon sagen, dass der Kredit die Krisenpotenz verschärfen muss, denn er ist nichts anderes, als ein Mittel, Kauf und Verkauf, die einzelnen Phasen der Warenmetamorphose weiter auseinandertreten zu lassen. (Im Falle des Lieferantenkredits, also dem, was bei Marx mit ?Geld als Zahlungsmittel? bezeichnet wird, wird die Ware übereignet, ohne direkte Rücksicht auf die Zahlungsfähigkeit des Abnehmers, auf sein pures Versprechen hin, später zu zahlen. In Zeiten eines normalen Geschäftsverlaufs mag das kein Problem darstellen, im Falle eines angespannten Markts wird aber die Vorsicht abnehmen müssen, um überhaupt noch etwas loszuwerden. Stichwort: Handwerker in Ostdeutschland. Ich komme später noch mal auf den Kredit zu sprechen.)

Wie zeigt sich die Krise?

Meist als Überproduktion (als Folge der Überakkumulation von Kapital).
An der Oberfläche ist sofort hörbar, dass alle Welt nach Geld schreit(31). Der Ablauf W-G' kann nicht vollzogen werden, die Realisierung des Warenwertes stockt, weil zuviel produziert wurde. Das Warenkapital verliert seine Eigenschaft, potenzielles Geldkapital darzustellen(32). Es kommt also kein Geld rein, Arbeitskraft und Produktionsmittel können nicht mehr beschafft werden à Arbeitslosigkeit, durch Nachfrageausfall greift die Krise auf andere Branchen über. Da kein Geld rein kommt, kann man aufgenommene Kredite nicht bedienen und geht schlimmstenfalls pleite.
Die bürgerliche Wirtschaftswissenschaft hat sog. Frühindikatoren entwickelt, mit denen das Herannahen einer solchen Krise bemerkt werden kann. Einer der wichtigsten dieser Indikatoren sind die ?Auftragseingänge der Investitionsgüterindustrie?, deren Zahl anzeigt, in welchem Maß in naher Zukunft Erweiterungsinvestitionen in diesem Bereich vorgenommen werden. Keine rasend neue Erkenntnis, sondern eine implizit bei Marx längst vorhandene. Er stellt fest, dass sich eine Krise nicht zuerst in der konsumtiven Nachfrage zeigt, sondern in der Abnahme des Austauschs von Kapital gegen Kapital, das heißt also Abnahme des Verkehrs zwischen denen, die Investitionsgüter produzieren und denen, die sie als Produktionsmittel, also als einen Teil von c, ankaufen (Verstopfen der Warenmärkte und daraus folgend das Mißlingen der Realisierung des Werts)(33).

Wie verläuft eine Krise?

1. Absturz (Überproduktion à Absatzprobleme à Preisverfall. Arbeitslosigkeit, Konkurse, Lager sind voll, also: Vernichtung von Kapital [Warenkapitalvernichtung durch totalen Preisverfall, aber auch Geldkapitalvernichtung durch bspw. sinkende Kurse], Krediteinschränkungen), die Zinsen steigen exorbitant, weil alle zahlen müssen, also cash und nichts anderes in der Hand haben wollen
2. Depression (Produktion dümpelt vor sich hin, kein weiterer Preisrückgang, Arbeitslosigkeit)
3. Aufschwung (Rücknahme der Krediteinschränkungen, Zugriff auf Lagerbestände [Bei den Wirtschaftsforschern ist der ?Rückgang der Lagerbestände? ein Kennzeichen für sich langsam wieder erholende Konjunktur], Preiserholung, leichte Abnahme der Arbeitslosigkeit).
4. Boom à Überhitzung (volles Feuer der kapitalistischen Produktion, weiter abnehmende Arbeitslosigkeit, Kredite werden mit vollen Händen ausgereicht, Preissteigerungen, Produktionsausweitung bis zur Überproduktion und... à Absturz

Sehr plastisch drückt das Friedrich Engels aus:
?Der Verkehr stockt, die Märkte sind überfüllt, die Produkte liegen da, ebenso massenhaft wie unabsetzbar, das bare Geld wird unsichtbar, der Kredit verschwindet, die Fabriken stehn still, die arbeitenden Massen ermangeln der Lebensmittel, weil sie zuviel Lebensmittel produziert haben. Bankrott folgt auf Bankrott, Zwangsverkauf auf Zwangsverkauf. Jahrelang dauert die Stockung, Produktivkräfte wie Produkte werden massenhaft vergeudet und zerstört, bis die aufgehäuften Warenmassen unter größrer oder geringrer Entwertung endlich abfließen, bis Produktion und Austausch allmählich wieder in Gang kommen. Nach und nach beschleunigt sich die Gangart, fällt in Trab, der industrielle Trab geht über in Galopp, und dieser steigert sich wieder bis zur zügellosen Karriere einer vollständigen industriellen, kommerziellen, kreditlichen und spekulativen Steeple-chase [Hindernisrennen ? Verf.], um endlich nach den halsbrechendsten Sprüngen wieder anzulangen im Graben des Krachs.?(34)

Wie geht die Krise zu Ende?

Immer durch Kapitalvernichtung. Entweder: Warenkapitalvernichtung, damit Vernichtung des Warenwerts, um die Wertform und die zukünftige Verwertungsmöglichkeit selbst zu halten. Die Reproduktion wird also auf eine tieferliegende Stufe der Stufenleiter zurückgeprügelt zu dem einzigen Zweck, dass sie sich wieder bemühen kann, nach oben zu kommen.
Kapitalvernichtung ist aber auch der rapide Preisverfall von Aktien, die Entwertung von einmal mit dem Ziel der Verwertung eingesetztem Geld. Ziel ist in jedem Fall, die Verwertung, letztendlich ein bestimmtes Verhältnis zwischen notwendiger und zuschüssiger Arbeitszeit sich wieder etablieren zu lassen.


Was sind die Ursachen für Krisen?

?In den Krisen kommt der Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und kapitalistischer Aneignung zum gewaltsamen Ausbruch. Der Warenumlauf ist momentan vernichtet: das Zirkulationsmittel, das Geld, wird Zirkulationshindernis; alle Gesetze der Warenproduktion und Warenzirkulation werden auf den Kopf gestellt. Die ökonomische Kollision hat ihren Höhepunkt erreicht: Die Produktionsweise rebelliert gegen die Austauschweise.?(35)
Eine knackige Definition, mit der sich jeder Arbeiterbewegungsmarxist anfreunden kann. Was ist mit ihr gemeint? Der Charakter des gesamtgesellschaftlichen Reproduktionsprozesses ist gesellschaftlich und ungesellschaftlich zugleich. Zwar produziert man zusammen, vordergründig bzw. auf der Oberfläche nur sichtbar zum Zwecke der Reproduktion, doch zusammen produziert man nur für privates Kapital.
Diese menschliche Reproduktion hat also als Vermittlungsstufe zwischengeschaltet die private Aneignung dessen, was der Produktionsprozess produziert und den Austausch nützlicher Dinge als Waren über Märkte. Es herrscht totale Planung der Produktion im Einzelbetrieb und totaler Wirrwarr der gesamtgesellschaftlichen Produktion, die lediglich ihre Signale durch Märkte erhält.
Disproportionalität ist also charakteristisch für kapitalistische Produktionsweise. Wo es keine Planung nach Bedürfnissen durch ihrer selbst mächtige Subjekte, sondern nur die blinde Herrschaft des automatischen Subjekts gibt, ist eben jede Investitionstätigkeit ungeregelt, baut Überkapazitäten auf, die in Rezessionen regelmäßig wieder abgebaut werden müssen. (Ein Punkt, den vor allem der trotzkistische Wirtschaftstheoretiker Ernest Mandel betont.) So herrscht also potenziell Überfüllung der Märkte, weil Produktion um der Produktion willen, die blinde Hoffnung auf Verwertung alle Vernunft mit sich reißt(36).

In einem interessanten Gedanken sieht Marx eine der Ursachen für die Periodizität von Krisen in dem sich zu seiner Zeit auf ca. 10 Jahre belaufenden Lebenszyklus für langlebige Investitionsgüter. Unterm Kapitalverhältnis kommen solche langlebigen Investitionsgüter natürlich ihrerseits nur als Kapital vor, Marx nennt sie fixes Kapital. Ihr Kennzeichen ist, dass sie ihren Wert nur innerhalb mehrerer Perioden auf die Ware abgeben, die wirklich zirkuliert, bspw. Maschinen sind fixes Kapital(37).
In den Krisen nun wird massiv Kapital vernichtet, auch und v. a. gerade die o.g. materiellen Bestandteile des fixen Kapitals. Einen starken Schub für den take off aus dem Tal der Tränen liefert also die Neuanschaffung dieser Teile. Und umgekehrt: Innerhalb der Nutzungsdauer dieser Teile nimmt nun die Nachfrage nach ihnen stark ab. Eine weitere Kapitalvernichtung in einem nächsten Zyklus schafft dann wieder die Voraussetzung für einen erneuten Schub nach oben.
(Die Sache wird komplizierter, wenn wir den Punkt ?moralischen Verschleiß und neue Erfindungen? mit einbeziehen ? hier fehlt dafür glücklicherweise die Zeit.)

Anlässe für Krisen

Hierzu ist am wenigsten zu sagen: Gerüchte, Marktfriktionen, faule Kredite, Fehlspekulationen tausenderlei Art, als einschneidend angesehene politische Ereignisse (Kashmirkonflikt, Wiedervereinigung, WTC-Anschlag), was auch immer. Alle Ereignisse, die eine grundlegende Änderung des Verhaltens der Wirtschaftssubjekte nahezulegen scheinen.

Wie gesagt, das alles ist Normalbetrieb, hat es immer gegeben und wird es geben, solange der Kapitalismus lebt. Diese Krisenzyklen werden aber überlagert von einer einzigen großen Abstiegstendenz. Und genau das meint Zusammenbruch.

Unabhängig von besonders heftigen Ausschlägen nach oben oder unten, gibt es überall die absolute Tendenz, kapitalproduktive Arbeit einzusparen, damit ist verbunden die Abnahme der in jeder Einzelware verkörperten Arbeitszeit auf eine nahezu homöopathische Dosis. (?Jedes individuelle Produkt für sich betrachtet, enthält eine geringre Summe von Arbeit als auf niedrigern Stufen der Produktion (...)?(38))
Zu diesem Prozess parallel verläuft eine Zunahme von nicht-realwirtschaftlichen Kapitalvermehrungsprozessen G-G' (Stichwort: ?fiktives Kapital?. s. u.).
Ich glaube, viele machen sich falsche Vorstellungen davon, was ?Zusammenbruch? bedeuten soll. Nicht gemeint ist folgendes: Eines Tages wird endgültig klar, dass die Arbeit tot ist, daraufhin crashen die Börsen, kein Unternehmen kann mehr produzieren und es steht plötzlich die Alternative ?Kommunismus oder Barbarei?. - Vielmehr sind wir bereits mit einem langen Abstiegsprozeß konfrontiert, der auf allen Ebenen, nicht nur auf der wirtschaftlichen oder gar nur finanziellen, seine destruktiven Potenziale entfaltet. Islamistischer Terror und die globale Umweltzerstörung scheinen im Moment die Favoriten zu sein, die den globalen Zusammenbruch des kapitalistischen Systems präsentieren.
Auch Marx benutzt einmal dieses Reizwort für alle kritischen Theoretiker und Altmarxisten: An einer Stelle in den Grundrissen, an der er anmerkt, dass der wirkliche Reichtum (im Gegensatz zum Wert) immer weniger von der Anwendung von Arbeit als vielmehr vom Fortschritt der Wissenschaft und Technologie abhängt, schreibt er: ?Sobald die Arbeit in unmittelbarer Form aufgehört hat, die große Quelle des Reichtums zu sein, hört und muß aufhören die Arbeitszeit sein Maß zu sein und daher der Tauschwert [das Maß] des Gebrauchswerts. Die Surplusarbeit der Masse hat aufgehört Bedingung für die Entwicklung des allgemeinen Reichtums zu sein, ebenso wie die Nichtarbeit der Wenigen für die Entwicklung der allgemeinen Mächte des menschlichen Kopfes. Damit bricht die auf dem Tauschwert ruhnde Produktion zusammen ...?(39).

Überhaupt sieht Marx das Kapitalverhältnis permanent durch es selbst bedroht:
?Die Universalität, nach der es [das Kapital ? Verf.] unaufhaltsam hintreibt, findet Schranken, an seiner eignen Natur, die auf einer gewissen Stufe seiner Entwicklung es selbst als die größte Schranke dieser Tendenz werden erkennen lassen und daher zu seiner Aufhebung durch es selbst hintreiben.?(40)

Etwas später im selben Buch: ?... there is a limit, not inherent to production generally, but to production founded on capital?(41).
Wenn das Verwertungsbedürfnis nicht mehr befriedigt werden kann, springen dennoch nicht andere Bedürfnisse ein, die es ?wenn auch nur zeitweilig- ersetzen. Man könnte das ganze unverkäufliche, auf Halde liegende Zeug locker an die Massen loswerden - klar, könnte man, wenn eben nicht Kapitalismus herrschte. Wenn nicht eben diese Massen längst arbeitslos wären, weil sie für die Verwertung untauglich sind. Wenn man die Produktivkraft, gehetzt von der Konkurrenz, immer weiter vorantreibt, nur um ja nicht unter dem gesellschaftlichen Durchschnittsprofit zu produzieren, wird man sich nicht von irgendwelchen langfristigen Einsichten über die notwendig beschränkte Nachfrage der Massen davon abhalten lassen. Marx: ?Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.?(42)

Und im dritten Band des ?Kapital?: ?... daß die kapitalistische Produktionsweise an der Entwicklung der Produktivkräfte eine Schranke findet, die nichts mit der Produktion des Reichtums als solcher zu tun hat; und diese eigentümliche Schranke bezeugt die Beschränktheit und den nur historischen, vorübergehenden Charakter der kapitalistischen Produktionsweise...?(43).

?Zusammenbruch? in der Auffassung der ?Krisis? knüpft genau hier an und meint: der Kapitalismus scheitert an Entwicklungen, die aus der Wertförmigkeit folgen. ?Die wahre Schranke der kapitalistischen Produktion ist das Kapital selbst?(44). Das zeigt sich in der permanenten Erhöhung der organischen Zusammensetzung und daraus folgend nicht nur einer Senkung der Profitrate, sondern auch einer absoluten Abnahme der Profitmasse. Logisch: Wenn die Arbeitssubstanz selbst zusammenschmilzt wie Schnee in der Sonne und keine riesige Produktrevolution mehr folgt, geht der Plusmacherei schlichtweg die Puste aus. ?Zusammenbruch? heißt also nicht, eine irgendwie potenzierte zyklische Krise, eine normale Krise mit schlimmerer Verlaufsform. Die ?Krisis? stützt sich hier, ohne dass das oft ausgesprochen wird, auf die Zusammenbruchstheorie von Henryk Grossmann(45), einem Ökonomen im Umfeld der alten Frankfurter Schule, der allerdings dort, aus bekannten Gründen (Stichwort: Kulturkritik statt Kritik der Politischen Ökonomie), kaum gehört wurde.

Die Folgerung bis hierher: Es ist wichtig, die Unterscheidung produktive/unproduktive Arbeit klarzuhaben, um die reale Krise des Kapitals begreifen zu können. Das, was die ISF den Analysen der Gruppe ?Krisis? vorwirft, nämlich sie würden mit kritischem Gestus ökonomische Wissenschaft betreiben und eben keine radikale Kritik des gesamten Verblendungszusammenhangs fällt auf sie selbst zurück. Wer meint, Kapitalismus ginge ohne menschliche Störung solange immer und immer weiter, wie irgend jemand für irgendwas zahlt, hat eben nicht begriffen, dass es hier nicht auf Zahlung, sondern auf ?Verwertung? ankommt, hat nicht begriffen, dass Geld eben kein Geld hecken, sondern nur so tun kann (hat also die böse Polemik von Marx gegen diese Ansicht völlig überlesen), der will in der Analyse nicht wahrhaben, daß Geld die Weihen der Gültigkeit eben erst nach Durchlauf durch den reproduktiven Kreislauf (in dem ?produktive Arbeit? sich verwerten muß) erhält - zusammengefasst: der argumentiert ?wissenschaftlich?, d. h. mit den Glaubensbekenntnissen der Volkswirtschaftslehre, deren plumpe Affirmation des kapitalistischen Normalbetriebs allerdings durch den typischen Pessimismus der Frankfurter Kritischen Theorie ersetzt wird. Keine Krise, nirgends ? und zwar, weil die Menschen verblendet sind - pures Ressentiment, das aus dem Fehlen des revolutionären Subjekts erwächst. Ich habe den Verdacht, dass man sich im Gegensatz zu den Frankfurtern bereits von der eigenen Ohnmacht hat dumm machen lassen. Man landet bei Mystik, die man dann ?als seien die Verhältnisse nicht schon verrückt genug- eben diesen Verhältnissen anlastet. Folgender Satz, den man keinem esoterischen Zirkel durchgehen lassen würde, gilt der ISF wohl als Kritik auf der Höhe der Zeit:
?Das Kapital ist der Selbstwiderspruch eines Prozesses, der in Einem (sic! ? Verf.) sowohl funktioniert als auch gar nicht funktionieren kann.?(46). Sowas schafft nicht mal das Kapital und das schafft viel. Doch das ist nun mal negative Dialektik, da kommt man mit formaler Logik nicht weiter(47). Aber das soll ja kein polemischer Vortrag werden, nicht mal einer gegen?s Kapital, gegen das man sich nur polemisch verhalten dürfe und dessen Wahrheit in seiner Abschaffung(48) bestehe.



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gruß
proxi  

20.09.04 20:01

21799 Postings, 8037 Tage Karlchen_I@Proxi - Wenn erst einmal das

Schornsteinfeger-Abzocker-Monopol gefallen ist, dann kannste mal beweisen, dass Du auch unter Marktbedingungen noch nen Auskommen findest.

PS.: Ich bin übrigens kräftig am Sägen.  

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