WAS IST MACHT? Teil I: Alltag und Eigenverantwort

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eröffnet am: 18.11.03 19:17 von: NextLevel Anzahl Beiträge: 2
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18.11.03 19:17

745 Postings, 6542 Tage NextLevelWAS IST MACHT? Teil I: Alltag und Eigenverantwort

[ Wieso kennt er die Ariva-Diskutanten :) ]


WAS IST MACHT? Teil I: Alltag und Eigenverantwortung

Herr, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
Und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.


Der Schlüssel
In der Zeit der Segelschiffe strandete einmal ein Schiff bei einem heftigen Sturm auf einer einsamen Insel und zerbrach. Die Besatzung konnte sich rechtzeitig an Land retten. Bevor das Schiff endgültig sank, gelang es ihnen, eine Kiste zu retten. Darin befand sich die Seekarte, mit der sie navigiert hatten.

Die Leute bauten Unterkünfte und ernährten sich von Früchten, die auf der Insel wuchsen. Sie überlebten und konnten sich eine neue Lebensgrundlage schaffen. Zuerst hofften sie, durch vorbeifahrende Schiffe Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen zu können, aber die Insel lag zu weit von den üblichen Fahrtstrecken ab und weder Schiffe noch Eingeborene zeigten sich. Sie blieben allein.

Es vergingen einige Monate. Inzwischen wurde der Wunsch immer stärker, die Insel wieder zu verlassen und in ihre Heimat zurückzukehren. Sie begannen damit, ein großes Boot zu bauen, mit dem sie zurücksegeln wollten. Zugleich dachten sie darüber nach, wie sie den Rückweg finden könnten. Die Kiste, in der sich die Seekarte befand, war mit einem Schlüssel verschlossen. Dieser Schlüssel wurde vom Anführer der Leute aufbewahrt. Man öffnete die Kiste und studierte die Seekarte. Der Anführer sagte: "Die Seekarte wird uns helfen, zurückzukehren. Wir müssen uns immer nach den Sternen orientieren, dann haben wir den Kurs, der uns in die Heimat zurückführt. Zuerst müssen wir von hier aus in Richtung der nördlichen Spitze der Insel steuern, und dann weiter diesen Kurs halten. Mithilfe der Karte können wir dann die nächste große Insel erreichen. Diese ist unser Ziel, denn dort gibt es Schiffe, die uns nach Hause bringen können." Er verschloß die Kiste wieder mit dem Schlüssel. Man setzte nun alles daran, in kurzer Zeit das Boot fertigzustellen.

Nach einigen weiteren Monaten war das Boot seetüchtig. Alles machte sich zur Abreise bereit. Als der Tag des Abschieds von der Insel endlich kam, schaffte man genügend Proviant und schließlich die Kiste auf das Boot. Der Wind war günstig — er blies sehr stark nordwärts, sodaß das Boot, als es von der Nordspitze der Insel ablegte, leicht den geplanten Kurs halten konnte.

Man bewältigte schon am ersten Tag eine große Strecke. Schließlich kam der Abend und es wurde dunkel. "Wir brauchen die Karte, um uns an den Sternen orientieren zu können", sagte der Anführer. Die Kiste wurde geholt. Aber wo war der Schlüssel? Entsetzen machte sich breit: Der Schlüssel war auf der Insel vergessen worden. Ohne die Karte aber wären sie verloren! Nun versuchten sie, die Kiste mit Gewalt zu öffnen. Aber die Kiste war eine beschlagene, sehr feste Seekiste. Sie widerstand allen Bemühungen.

Noch eine Reihe von Tagen trieb das Boot auf dem Meer, und mit immer stärker erlahmenden Kräften versuchten die Leute, die Kiste zu öffnen. Alles vergeblich. Das Boot verfehlte die geplante Ankunftsinsel und alle verdursteten kläglich.

...

Das eingangs wiedergebene Zitat ist ein Schlüssel. Es ist ein Schlüssel, um im Alltag die nötige Kraft zur Lebensbewältigung zu sammeln. Von den Anonymen Alkoholikern wird dieses Zitat als wichtiger, ja entscheidender Anhaltspunkt gebraucht, um den Weg zurück aus der Sucht zu finden.

Was ist das Geheimnis dieses Zitats? Wie ist es möglich, daß ein Satz diese Wirkung entfalten kann?

Es handelt sich in Wirklichkeit um ein geistiges Instrument, um ein Werkzeug. Dieses Werkzeug dient der Unterscheidung, genau wie ein Kompaß zur Unterscheidung von Himmelsrichtungen dient. Es bringt den Menschen an den Ausgangspunkt seines Handelns, führt ihn exakt an den Punkt, von dem aus er entscheiden und sich orientieren kann. Hier ist — inmitten aller Täuschungen, Stör-Einflüsse und Verwirrungen — die Quelle seiner Verantwortlichkeit. Es ist, wie wenn man einen Hund auf die Fährte setzt: er kann unterscheiden zwischen richtiger und falscher Orientierung, zwischen Irrweg und richtigem Weg.

Die Alkoholiker benötigen ein Plus an Energie, an persönlicher Kraft, um aus dem Sumpf zu gelangen, in den sie geraten sind. Sie schließen sich zu einer Gemeinschaft gegenseitiger Unterstützung zusammen (und diese Gemeinschaft funktioniert nach klassischen Gesetzmäßigkeiten spiritueller Arbeit), um eine Energiestufe höher zu gelangen: vom Niveau der Kaputtheit zum Niveau der Normalität.

Denkt man einen Schritt weiter, so könnte man die Vorstellung weiter treiben: Warum, wenn die Gesetzmäßigkeit funktioniert, nicht noch einen Schritt weitergehen: vom Niveau der Normalität zum nächsthöheren Niveau (und, nach diesem Muster, weiter — so weit, wie man will...)? Bedenken wir: es ist dieselbe Kraft. Lasse ich alles beim alten, bleibe ich im Sumpf. Ich benötige zusätzliche Kraft, einen Ruck, um herauszukommen. Ich benötige Hilfe, Solidarität, andere Menschen. Und Wissen, eine Methode, die funktioniert. Dann geht es, es ist möglich. Nun, in der Normalität, kann ich es wieder beim alten lassen. Ich kann mich hier genauso wieder einrichten wie im Sumpf: resignieren, mich ablenken, mir einreden, das sei nun mal mein Leben und mehr gäbe es für mich nicht zu holen...

Wieder benötige ich einen Ruck, nämlich Energie, Hilfe, Menschen, Wissen, um weiter hochzukommen. Und wieder ist es DERSELBE SCHLÜSSEL: das im oben zitierten Spruch enthaltene Unterscheidungsvermögen.

Dieses Unterscheidungsvermögen ist nämlich Voraussetzung, um den Weg ganz und in voller Klarheit zu finden und zu gehen. Welcher Weg, wohin führt dieser Weg?

...

Hierzu eine weitere Geschichte:

Ein Mann wurde einmal auf dem Hauptplatz einer großen Stadt von einer Frau angesprochen, die Unterschriften gegen Tierversuche sammelte. Sie bat ihn, zu unterschreiben, denn dann hätte ihre Organisation bald die Zahl der Petitionen erreicht, die nötig wären, um eine Eingabe bei der Regierung gegen die Tierversuche einzureichen. Der Mann weigerte sich und wollte weitergehen. "Ja, sind Sie denn für Tierversuche?", fragte ihn die Frau. "Nein, ganz und gar nicht", antwortete er. "Dann können Sie doch unterschreiben", entgegnete die Frau. "Das möchte ich nicht tun", sagte der Mann, "weil es nichts nützt". — "Sicher nützt es etwas," widersprach die Frau. "Je mehr Unterschriften wir haben, desto eher werden die Tierversuche abgeschafft." — "Das mag sein", sagte der Mann. "Interessiert es Sie, zu erfahren, warum ich diese Unterschriften dennoch unsinnig finde?" — "Ja. Und warum?" — "Woher kommen denn Ihrer Meinung nach die Tierversuche?" — "Nun, vor allem vom Gewinnstreben und von der modernen Medizin", meinte die Frau. — "Und Sie meinen, mit den Unterschriften würden Sie das ändern?" — "Wohl kaum, aber die Tierversuche werden beendet." — "Sie behalten also die Ursache bei und ändern die Auswirkungen. Sind Sie sicher, daß, wenn Sie die Ursachen beibehalten, nicht einfach andere, neue Auswirkungen ähnlicher Art, z.B. Grausamkeiten gegenüber Kindern oder alten Menschen, entstehen?"

Der Frau war etwas unbehaglich zumute. Es gefiel ihr nicht, daß sie solche Fragen beantworten sollte. Zuvor hatte sie sich sicher gefühlt, aber nun kam sie sich aufs falsche Terrain gezogen vor. Dennoch nahm sie sich vor, nicht oberflächlich zu antworten, sondern die Sache ernstzunehmen und sich darauf einzulassen.

"Ich bin nicht sicher", antwortete sie. "Ich tue nur da, wo ich etwas tun kann, das, was ich tun kann. Ich denke, es führt in die richtige Richtung, nämlich zum Abstellen von Grausamkeiten. Was tun Sie denn? Sie tun doch gar nichts. Ich versuche es wenigstens." —

"Woher wissen Sie, daß ich nichts tue?", fragte der Mann. "Vielleicht sollten wir uns erst einmal überlegen, was es soll, was wir tun, und was dabei herauskommt, bevor wir erst einmal hypothetisch irgendetwas versuchen und hoffen, daß die gute Absicht es erfolgreich werden läßt. Bleiben wir doch bei den Grausamkeiten. Woher kommen die denn?" — "Das weiß ich nicht; ich jedenfalls begehe keine solchen Grausamkeiten!" erwiderte die Frau nun doch etwas patzig.

"Meiner Beobachtung nach kommen Grausamkeiten potentiell von allen Menschen", fuhr der Mann fort, "und sie werden dann von bestimmten Menschen begangen, wenn diese keine positivere Wertempfindung erfahren. Grausame Menschen fühlen sich oft frustriert, einsam, verbittert. Manche reagieren das an anderen ab, einige an sich selbst, was auch schlimm ist, obwohl es meistens niemand kümmert. Menschen zerstören sich selbst mit Alkohol, Zigaretten, mit Depressionen, Verzweiflung, viele bringen sich sogar selbst um. Wenn wir uns die Menschen um uns herum genauer anschauen, sind sehr, sehr viele von ihnen äußerst armselig dran: sie sind unzufrieden, unerfüllt, ärgerlich. Sie stehen mit dem Leben auf Kriegsfuß. Im Grunde wollen sie gar nicht leben, sondern sie leben nur noch, weil sie nichts dagegen tun können. Ist das nicht ein hervorragender Nährboden für jegliche Form der Grausamkeit? Würden Sie mit mir nicht darin übereinstimmen, daß, wenn diese Menschen nicht so unzufrieden und unglücklich wären, auch ein viel liebevollerer Umgang untereinander stattfände? Und würde dann nicht auch jener Bodensatz von Gehässigkeit und Aggression austrocknen, auf dem Tierversuche gedeihen?"

"Das ist ja alles Phantasterei!" protestierte die Frau. "Wie wollen Sie das denn erreichen?" — "Immer mit der Ruhe", sagte der Mann. "Ich versuche nur, zu klären, wo das Problem liegt. Und ich denke, es liegt am Wertverlust und Sinnverlust. Wenn die Menschen, und zwar nicht ein paar, sondern immer mehr, wieder lernen, Sinn und Perspektive zu empfinden und Dinge mit Liebe zu erleben und zu tun, sind wir an der Wurzel, aus der Freude kommt, Freude und Dankbarkeit. Wo Licht ist, verschwindet Dunkelheit. Gegen Dunkelheit können Sie ankämpfen, wie Sie wollen, Sie können Unterschriften dagegen sammeln soviel Sie wollen, aber davon kommt noch kein Licht. Schalten Sie das Licht ein, dann haben Sie Licht!" —

"Und wie?" wollte die Frau wissen. — "Indem Sie auf die Suche nach dem Licht gehen, und wenn Sie das Licht gefunden haben, dann nehmen Sie es und bleiben ihm treu. Dann zeigen Sie es herum und sagen Sie allen, die es interessiert: Schaut her, dieses Licht existiert, und zwar für jeden." — "Toll, Sie mit Ihrem 'Licht'", spottete die Frau und wurde sarkastisch. "Schon wieder einer, der die Welt mit seinem Licht retten will! Außerdem, wo ist es denn, Ihr Licht? Ich sehe keins!" — "Und doch existiert es. Es ist keine neue Religion, keine Phantasterei, keine Ideologie. Es ist das Licht in Ihnen selbst, und wenn Sie danach suchen, werden Sie es finden."

Die Frau schüttelte den Kopf. "Na, da bin ich ja an einen Spinner geraten", dachte sie bei sich. "Und zuerst kam es mir so vor, als könnte man mit ihm vernünftig reden. Zuerst schien mir ja, er hätte gar nicht so unrecht. Aber dann dieser abgehobene, weltfremde Quatsch." Und sie kehrte an ihren Unterschriftenstand zurück und sammelte weiter Unterschriften.

...

Es ist oft schwer, von einer Sache wieder abzulassen, von der man meinte, sie sei wichtig. Manchmal ist es leichter, diese Sache auch dann einfach weiterzumachen, wenn man sich unterschwellig eingestehen muß, daß sie vielleicht sinnlos ist. Aber da ist noch das Gefühl, etwas zu tun, etwas zu leisten, weiterzukommen. Und sei es auf einem Weg, der nirgendwohin führt.

Wir fühlen uns gerne als Verändernde. Wir möchten gerne die Welt besser machen. Wir möchten unserem eigenen Leben damit einen Sinn verleihen. Also denken wir, es sei sinnvoll, Unterschriften zu sammeln gegen Krieg, Verfolgung, Ungerechtigkeit. Wir versuchen, die richtige Partei zu wählen. Wir versuchen, eine aufgeklärte Meinung zu vertreten.

Merkwürdig, fast jeder tut das — aber warum nützt das so wenig? Ich denke manchmal: Wenn auf einen Schlag alle damit aufhörten, würde die Welt dann schlechter? Vielleicht würde sie dann sogar besser.

Ich denke hin und wieder, daß das, was die modernen Menschen dieser Demokratie tun, eben das ist, was sie tun: Sie machen Kreuzchen und schreiben ihren Namen (Kreuzchen auf dem Wahlzettel, Unterschriften bei Petitionen). Ich finde, das ist nicht gerade so viel, wie der Lärm suggerieren soll, der von den Kreuzchen- und Unterschriftensammlern um die Sache veranstaltet wird. Und auch Meinungen sind eine allzu leicht zu handelnde Sache — fragen Sie, und jeder wird Sie mit seinen Meinungen überschütten. So etwas soll wertvoll sein?

Ich sehe dann dieselben Leute in ihrer Gedankenlosigkeit, Lieblosigkeit und Rücksichtslosigkeit durch die Straßen rennen, innerlich leer, mit kaltem Lachen oder ungehalten, sofort zu einem Streit bereit.

Da stimmt etwas nicht. Sie fangen nicht da an, wo sie anfangen müßten. Nein, ich sage nicht: "Wir müssen bei uns selbst anfangen und die Welt wird besser." Lassen wir die Welt einmal beiseite. Denken wir an uns selbst. Wir haben nur sehr begrenzte Möglichkeiten. Es ist schon viel, wenn wir uns nicht selbst vergiften, uns nicht selbst zerstören und unsere Umwelt nicht mit unseren schlechten Stimmungen belasten. Es ist schon sehr viel, die eigenen Schuhe nicht in den Schrank zu schmeißen, sondern ruhig und in Ordnung hineinzustellen, und sie dann, wenn es sich als nötig erweist, zu reinigen und zu polieren. Es ist schon sehr viel, wenn es einer schafft, seine eigenen einfachen Alltagsdinge in Ordnung zu halten. Wieviele Menschen kennen Sie, die das tun? Wieviele Menschen kennen Sie, deren Schränke geordnet sind und deren Keller einigermaßen in Ordnung ist? Wieviele Menschen kennen Sie, die zuhören können, ohne sofort zu unterbrechen? Wieviele Menschen kennen Sie, die einem Kind zuhören können, ohne ungeduldig zu werden, oder einem alten Menschen, oder die den Busfahrer, der sie fährt, wirklich einmal angeschaut haben, ohne an ihm vorbeizueilen, als wäre er eine Dienstleistungsmaschine?

Ein Weg, der echt ist, geht zuerst von dem aus, was einer persönlich tun kann. Vorher wendet ein ernsthafter Mensch sich nicht an die Öffentlichkeit und versucht, die Welt besser zu machen.

Ich sage deshalb unmißverständlich: Politisch denkende Menschen sind unaufrichtig und unseriös. Sie wollen Macht über andere und lenken sich dadurch von ihrer eigenen Schwäche ab — indem sie versuchen, die Welt um sich herum, die Gesellschaft und die Gedanken der anderen Menschen zu beeinflussen. Politisch denkende Menschen denken in Kategorien von "oben" und "unten", sie lokalisieren "Macht" in solchen (zumeist recht anonymen) Instanzen, oder in Tyrannen, die sie bekämpfen möchten. Sie träumen davon, endlich selbst Zugang zu den Massenmedien bekommen, um etwas zu bewirken. Sie müßten nur eine genügend große Masse von Menschen erreichen mit dem, was ihre Botschaft ist. In ihren Augen sitzen die Verantwortlichen für das, was in der Welt schief läuft, in den "oberen Etagen", in den Regierungen, in den Fernsehsendern und Redaktionen der großen Medien.

Das Komische ist, daß genau durch solches Denken diese Instanzen tatsächlich Bedeutung bekommen. Ihre Bedeutung entsteht gerade durch das Von-sich-selbst-Absehen der politisch denkenden Menschen, durch deren Projektion.

Diese Projektion macht die politisch denkenden Menschen auch noch blind. Sie schauen gar nicht mehr hin, was das eigentlich für Menschen sind, die angeblich "für alles" verantwortlich sein sollen. Würden sie diese anderen wenigstens einmal genauer anschauen, müßten sie erkennen, daß es genau solche Menschen sind wie sie selbst, ja daß viele von ihnen NOCH WENIGER MACHT haben! Privat erweisen sich die "Mächtigen" oft als kümmerliche, eitle, getriebene Menschen; es sind nicht Akteure, sondern Re-Akteure. Sie wiederum schielen ängstlich auf das, was (wie sie meinen und ebenfalls projizieren) "von ihnen erwartet wird".

Das Ganze ist ein jämmerlicher Teufelskreis. Es ist unendlich wichtig und notwendig, diesen ganzen unheilvollen Mechanismus einmal nüchtern und klar offenzulegen und zu durchschauen. Und dann gibt es nur einen Weg: Keine Bedeutung mehr auf andere projizieren. Das eigene Leben gestalten, als sei man sein eigener König (und das ist man auch). Und lasse man jeden anderen das selbe tun. Denn ob er sich frei fühlt oder unfrei: Er IST frei.

Auch wer sich unfrei und "manipuliert" fühlt, hat sich in Wahrheit SELBST DAZU ENTSCHIEDEN. Auch der, der den Schlüssel wegwirft oder vergißt, wählt frei. Auch das war und ist seine Entscheidung.

Haben Sie das Gefühl, Sie hätten Ihren Schlüssel verloren und würden ihn gerne wiederbekommen? Ganz einfach: Hier, in diesem Text, ist er. Nehmen Sie ihn, benutzen Sie ihn. Dann können Sie ohne viel Mühe, ohne große innere Kämpfe und Arbeit die Kiste aufsperren. Und dann segeln wir zusammen nach Hause, dorthin, wo wir hergekommen sind, und wo unsere wahre Heimat ist.

— Gerd-Lothar Reschke —
22.11.1997





Grüße

NL    

18.11.03 21:49

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Grüße

NL    

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