Vorboten des Klimawandels?

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95441 Postings, 7632 Tage Happy EndVorboten des Klimawandels?

Rätselhafte Quallen unter
dem Eis der Antarktis

Forschungsschiff "Polarstern"
zurück aus dem Süden

Das Forschungsschiff "Polarstern" hat seine 21. Expedition in die Antarktis abgeschlossen und ist nach Bremerhaven zurückgekehrt. Unter anderem versorgte die Besatzung die deutsche "Neumayer"-Station mit frischen Lebensmitteln. Vor allem aber entdeckten die Forscher winzige Quallen unter dem Eis, die Vorboten für einen Klimawandel sein könnten. Solche "Salpen" nämlich kämen normalerweise nur in wärmeren Gewässern vor.

 02.06.2004
 
 
02.06.04
Die Reisen der "Polarstern"
 Bereits seit 30 Jahren beobachten internationale Polar- und Meeresforscher, dass die Salpen mit warmen Strömungen aus dem Indischen Ozean immer näher an die Antarktis herankommen. In den 100 Jahren zuvor seien die Quallen dagegen nie so weit südlich entdeckt worden, sagte der Biologe Prof. Ulrich Bathmann. Nun müsse geklärt werden, warum das wärmere Wasser bis an die Grenze des antarktischen Kontinents ströme. 
 
  Klima-Bote Plankton
     Ein Hinweis auf einen Klimawandel kann laut Bathmann auch sein, dass sich nahe der Antarktis weniger Plankton im Wasser befinde als früher festgestellt. Dies sei offenbar darauf zurückzuführen, dass durch ausbleibende Starkwinde und Stürme weniger Eisenstaub in den antarktischen Ozean gelange. Plankton benötigt Eisen für das Wachstum.
 
 
  Die jüngste Expedition der "Polarstern" habe erneut den großen Einfluss der Antarktis auf das Wettergeschehen auch in nördlichen Breiten gezeigt, sagte der stellvertretende AWI-Direktor Prof. Heinz Miller. Offen sei jedoch weiter die Frage, ob die beobachteten Veränderungen "Ausdruck menschlichen Handelns oder ein natürliches Phänomen" sind. Diese Frage solle unter anderem im Mittelpunkt der 28. Internationalen Antarktiskonferenz Ende Juli in Bremen stehen. 
 
  
J.Gutt/Alfred-Wegener-Institut
Schwämme auf dem antarktischen Meeresboden
Kratzende Eisberge
     Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit an der Bord der "Polarstern" standen eigentlich Untersuchungen zum Ökosystem des Schelfeises. Die Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts (Eigner der "Polarstern") begannen mit einem langfristig angelegten Feldversuch. Sie untersuchten die Zerstörung, die schleifende Eisberge am Meeresboden hinterlassen und in welcher Weise am Boden lebende Organismen solche frei werdenden Flächen am Meeresgrund wieder neu besiedeln. Tausende von Eisbergen haben auf ihrer Drift um die Antarktis immer wieder Bodenberührung und schaffen freie Flächen.
 
 
  Das Problem beim Studium dieser natürlich gestörten Flächen liegt darin, dass die Wissenschaftler nur einen laufenden Prozess beobachten können, von dem sie aber nicht wissen, wann er begonnen hat. Bei dem nun durchgeführten Experiment war die "Stunde Null" bekannt. In 300 Metern Tiefe wurde der Boden mit einem Schleppnetz von den Organismen befreit. Das Experiment simuliert die Wirkung eines über den Boden kratzenden Eisbergs auf die Fauna. Es wurde vom Bund für Naturschutz unterstützt und mit Genehmigung des Umweltbundesamts durchgeführt. 
 
 
Stichwort
Die Polarstern
 Siedlungspolitik unter dem Meer
     Auf den unbesiedelten Flächen werden sich nun unter anderem Schwämme, Moostierchen, Seescheiden und Nesseltiere ansiedeln. Dieser Prozess soll in den kommenden Jahren überwacht werden. Dabei sind nicht nur die Art der Siedler und die Zusammensetzung der aufeinander folgenden Besiedlungsstadien von Interesse, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der sich am Meeresboden wieder eine artenreiche, komplex strukturierte Gemeinschaft entwickelt.
 
 
  Aus dem Grad der Erholungsfähigkeit der Bodenfauna lassen sich Rückschlüsse auf die Belastbarkeit des antarktischen Ökosystems und somit seine potentielle Schutzbedürftigkeit ziehen. Darüber hinaus gewinnen die Forscher Erkenntnisse über das Funktionieren eines marinen Ökosystems, das bislang weitgehend von menschlichen Einflüssen unberührt geblieben ist. 
 
  Der Eisbrecher war Ende Oktober gestartet. Bei der 21. Expedition legte das Schiff mehr als 70.000 Kilometer zurück. Am 16. Juni startet der Forschungseisbrecher von Bremerhaven aus zu einer Arktis-Expedition. 
 
   
Mit Material von dpa, ZDF

 

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