Vielleicht sollte man Italien mal sperren?

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eröffnet am: 23.06.04 18:08 von: Happy End Anzahl Beiträge: 1
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23.06.04 18:08

95441 Postings, 7564 Tage Happy EndVielleicht sollte man Italien mal sperren?

Gewonnen, aber trotzdem gescheitert, der Trainer in Rente und eine Nation am Boden: Italien betrauert nach dem Ausscheiden bei der EM eine erneute Pleite der "Squadra Azzurra" bei einem großen Turnier. Während die Medien in der Heimat das Team kritisieren, glauben Verband und Spieler immer noch an Betrug.

"Ich glaube, sie wollten Unentschieden spielen, auch wenn sich eine Abmachung nur schwer beweisen lässt", behauptete Italiens Fußball-Verbandspräsident Franco Carraro, nachdem die "Squadra Azzurra" trotz eines 2:1-Sieges gegen Bulgarien in der Vorrunde der EM ausgeschieden war. Auch Gianluigi Buffon bezichtigte die Konkurrenten Schweden und Dänemark des Betruges. "Das ist ein Weltskandal", wetterte Italiens Torwart nach dem 2:2 der Skandinavier, das Italien nach Hause schickte, in der "La Gazzetta dello Sport".

Bei der Uefa lösten die Betrugsvorwürfe des dreifachen Weltmeisters Verwunderung aus. "Es gibt keine Ermittlungen, weil alles fair abgelaufen ist", erklärte Sprecher Robert Faulkner. "Ich kann das ganze nicht mehr hören", sagte Dänen-Coach Morten Olsen. Protest haben die Italiener nicht eingelegt. Die Uefa prüft aber die Vorwürfe von Carraro, die für Italiens Verbandschef durchaus noch Konsequenzen haben könnten.

Ausgerechnet der Trainer des gescheiterten Geheimfavoriten wollte nicht in die Manipulationsvorwürfe einstimmen: "Wir hegen keinen Verdacht gegen die Skandinavier und gehen erhobenen Hauptes", sagte Giovanni Trapattoni, der nach der WM-Blamage vor zwei Jahren und der Pleite in Portugal noch in dieser Woche von Marcello Lippi abgelöst werden soll. Auch die Zeitungen in der Heimat traten genauso wenig nach wie "Trap": "Das 2:2 war Zufall, sie haben fair gekämpft", schrieb der "Corriere dello Sport".

Stattdessen wurde das zum zweiten Mal nach 1996 schon in der Vorrunde gescheiterte Nationalteam als "schlechteste Mannschaft seit Jahrzehnten" bezeichnet. "Das ist eure gerechte Strafe", titelte "Tuttosport". Als Hauptverantwortliche für das Debakel wurden neben Trainer Trapattoni Spielmacher Francesco Totti und Stürmer Christian Vieri ausgemacht. Beide seien "die größten EM-Versager", so die vernichtende Kritik der Zeitungen. Totti war allein durch seine "Spuck-Affäre" aufgefallen, Vieri in drei Spielen ohne Tor geblieben.

Ausdrücklich ausgenommen von jeder Kritik wurde Antonio Cassano. "Cassano gehört die Zukunft", lobte Trapattoni den einzigen italienischen Lichtblick bei dieser EM. "Er hat uns wenigstens die Ehre gerettet", titelte die "La Gazzetta dello Sport". In der Nachspielzeit hatte der 21-Jährige das 2:1-Siegtor gegen Bulgarien geschossen und war jubelnd zur Bank gestürmt. Als er dort erfuhr, dass Schweden praktisch gleichzeitig in Porto zum 2:2 ausgeglichen hatte und das Viertelfinale unerreichbar geworden war, brach Cassano weinend auf dem Platz zusammen.

Nach dem elften missglückten Turnier seit dem WM-Sieg 1982 hoffen die "Azzurri" nun auf die WM 2006. "In Deutschland will ich endlich mal ganz vorne sein", kündigte Buffon schon mal ein Comeback Italiens an.  

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