Viele Deutsche wollen keine Kinder

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neuester Beitrag: 14.05.05 13:58
eröffnet am: 03.05.05 15:59 von: Knappschaft. Anzahl Beiträge: 26
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03.05.05 15:59

8451 Postings, 6204 Tage KnappschaftskassenViele Deutsche wollen keine Kinder



Seite 1

Artikel aus der
Stuttgarter Zeitung
vom 03.05.2005
 




 
Viele Deutsche wollen keine Kinder
 
Schily warnt vor egoistischen Tendenzen - Studie: große Vorbehalte gegen Zuwanderung
 
BERLIN (AP/epd). Eine wachsende Zahl junger Deutscher wünscht sich keine eigenen Kinder. Wie eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung ergab, wollen 14,6 Prozent aller Frauen und sogar 26,3 Prozent aller Männer zwischen 20 und 39 Jahren keinen Nachwuchs. Zugleich sprach sich eine starke Minderheit gegen eine weitere Zuwanderung nach Deutschland aus.
 
"Wir müssen in Deutschland den Wert von Kindern, von Familien, vom menschlichen Miteinander der Generationen im öffentlichen Bewusstsein stärken", sagte Innenminister Otto Schily, der die Studie zur Kinderfeindlichkeit gestern in Berlin vorgestellt hat. Eine Absage an Kinder sei "eine Absage an das Leben", betonte der SPD-Politiker.

Nach Erkenntnissen des Wiesbadener Instituts lehnten noch 1992 lediglich 9,9 Prozent der Frauen und 11,8 Prozent der Männer zwischen 20 und 39 Jahren eigene Kinder ab. Inzwischen habe sich die Zahl der jungen Männer, die keinen Nachwuchs wollen, mehr als verdoppelt. Nach den Zahlen des Bundesinstituts wollen selbst junge Menschen mit Kinderwunsch heute weniger Kinder als noch vor wenigen Jahren. Bei jungen Frauen liege der Durchschnittswert für die gewünschte Kinderzahl heute bei 1,74, bei den Männern der gleichen Altersgruppe bei 1,57. Durchschnittlich bekommen Familien heute in Deutschland 1,4 Kinder. Das Bundesinstitut in Wiesbaden betonte, selbst wenn alle Männer und Frauen ihren Kinderwunsch verwirklichen könnten, werde die Bevölkerung weiter deutlich schrumpfen.

Der abnehmende Kinderwunsch stehe in deutlichem Widerspruch zu der Bedeutung, die in der Bevölkerung der Solidarität zwischen den Generationen zugemessen werde, heißt es weiter. 84,4 Prozent der Befragten hätten sich dafür ausgesprochen, dass die Gesellschaft durch angemessene Institutionen und Dienste für die Pflege sorgen solle. Es seien aber auch 73,5 Prozent der Auffassung gewesen, dass sich die Kinder im Falle der Pflegebedürftigkeit um die Älteren kümmern sollten. Zwei Drittel würden dies sogar als Pflicht für Angehörige ansehen.

"Ohne eine offensive Wertedebatte laufen wir Gefahr, dass sich lebensfeindliche, zukunftsverneinende und egoistische Tendenzen in unserer Gesellschaft verstärken", sagte Minister Schily. Die familienpolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn (CSU), sprach von einer Absage an Kinder. Die Umfrage signalisiere eine "tiefe Verunsicherung und fehlendes Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft". Nötig sei ein "lebensbejahendes und familienfreundliches" Umfeld. Die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit müsse so gestaltet werden, dass den Eltern auch Zeit für ihre Kinder bleibe. Alle künftigen Gesetze und Reformen müssten auf ihre Familienverträglichkeit geprüft werden, "damit die Erziehungsleistung der Eltern endlich angemessen berücksichtigt wird".

Trotz des hiesigen Nachwuchsmangels sprechen sich nach den Ergebnissen der Studie zwei Drittel aller Bundesbürger gegen eine verstärkte Zuwanderung nach Deutschland aus. Ein großer Teil der Bevölkerung tritt dafür ein, überhaupt keine Ausländer mehr ins Land zu lassen. 42,5 Prozent der Landbevölkerung hat bei der Umfrage dafür plädiert, die Grenzen für Einwanderer dichtzumachen. Die Bewohner von Großstädten sind toleranter. 26,8 Prozent sprachen sich gegen Zuwanderung aus. Für die Studie wurden 4000 Männer und Frauen aus ganz Deutschland befragt.

Die Einstellung zu Ausländern hängt offenbar stark vom Bildungsgrad ab. Während 62,2 Prozent der Befragten ohne Schulabschluss gegen neue Einwanderer sind, teilen nur 15,2 Prozent der Befragten mit Abitur diese Ablehnung. Besonders reserviert sind bei diesem Thema die Landwirte. Von ihnen haben 68,8 Prozent Bedenken.
 
Aktualisiert: 03.05.2005, 06:16 Uhr
 
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03.05.05 16:02

8215 Postings, 7310 Tage SahneWer will schon einen

Jammerlappen großziehen?

Komisch, mir kommt es vor als hätte ich das schonmal geschrieben...  

03.05.05 16:03

69031 Postings, 6395 Tage BarCodeVielleicht hier?


http://www.ariva.de/board/218912/..._talk&search_id=&search_full=&310
 

03.05.05 16:04

50712 Postings, 6376 Tage SAKUWundert es dich??


http://www.ariva.de/board/user.m?a=_talk&id=Skyper  

03.05.05 16:04

1673 Postings, 5922 Tage onestoneViele Deutsche wollen Kinder

Biete 2. Wer bietet mehr?  

03.05.05 16:05

8451 Postings, 6204 Tage KnappschaftskassenUnd was das auch noch Geld kostet!

Kann selber ein Lied davon singen mit meine vier Kinder!


 

03.05.05 16:06

9950 Postings, 7109 Tage Willi1Fracht ma den

Siechen ...  

03.05.05 16:08

8451 Postings, 6204 Tage KnappschaftskassenVerstehe ich nicht?

03.05.05 16:10
1

36845 Postings, 6443 Tage TaliskerSo oft,

wie Sieger bereits ne schwangere Freundin hatte (uh, oh, was soll ich nur tun?), muss der bereits Vater von nem halben Kindergarten sein.
Gruß
Talisker  

03.05.05 16:14

19522 Postings, 7409 Tage gurkenfredhör auf zu jammern, knapp bei kasse.

hättste besser aufgepaßt, hättste jetze mehr kohle.
ansonsten: otto is doch ein richtiger schnellmerker. was der so weiß....und hat gleich ein paar patentrezepte auf der pfanne. respekt. alles weltfremde dünnbrettbohrer.


mfg
GF

 

03.05.05 16:22

8451 Postings, 6204 Tage KnappschaftskassenDa liegst Du leider ganz falsch!

Aber 35 Jahre Politik auf kosten der Familie läßt sich auch nicht mit ein paar gut gemeinte Worten von Herrn Otto Schily beseitigen.

Fazit: Ein Land das sich kaputt gespart hat und den Nachwuchs nur als Kostenfaktor sieht!


 

03.05.05 16:27

19522 Postings, 7409 Tage gurkenfredbleib locker, KSK...

hast ja recht.
die worte von schily sind noch nicht mal gut gemeint...der bekommt ne studie in die hand, bastelt sich ein paar worthülsen zurecht und bläst die in die mikros, die man ihm vors zerfurchte gesicht hält. in wirklichkeit weiß er garnicht, über was er da redet. oder glaubst du, der hat schon mal nem 4 jährigen den hintern abgeputzt oder mußte jeden monat rechnen, wie er mit dem geld hinkommt, weil sein weibchen nicht mehr arbeiten konnte???

mfg
GF

 

04.05.05 09:42

8451 Postings, 6204 Tage KnappschaftskassenDas Wort zum Sonntag spricht Renate Schmidt

Regierung hat einen Plan zur Geburtensteigerung

Studie: Gezielte Förderung von Großfamilien nötig - Einführung eines lohnabhängigen Elterngeldes gefordert

Berlin - Die Bundesregierung ist zuversichtlich, den Bevölkerungsrückgang in Deutschland stoppen zu können. Mit einer "nachhaltigen" Familienpolitik ließe sich die Geburtenrate von derzeit 1,3 Kindern pro Frau auf 1,64 anheben, heißt es in einer Studie, die Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) am Dienstag in Berlin präsentierte. Aufgrund der zu erwartenden Zuwanderung reiche eine solche Steigerung, um die Bevölkerung auf dem heutigen Niveau weitgehend stabil zu halten, sagte Schmidt.

Die Familienpolitik in Deutschland habe sich zu lange auf finanzielle Leistungen konzentriert, kritisiert die Studie. Eine erfolgreiche Politik müsse auf einen Mix setzen aus guter Infrastruktur an Kinderbetreuung, gezielter finanzieller Förderung und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das größte Problem sei, daß es in Deutschland kaum noch Familien mit mehr als zwei Kindern gebe. "Eine nachhaltige Familienpolitik muß deshalb sowohl die Entscheidung für das erste Kind erleichtern als auch die Bedingungen für Mehrkindfamilien verbessern", forderte der Vorsitzende der Familienberichtskommission der Bundesregierung, Hans Bertram. Nötig sei zudem, den Trend zu einer immer späteren Mutterschaft wieder umzukehren. Im internationalen Vergleich lebten die jungen Menschen in Deutschland zu lange in finanzieller Abhängigkeit von den Eltern. Dies verhindere vielfach eine frühe Entscheidung für Kinder.

Das Gutachten spricht sich eindeutig für die von Schmidt geplante Einführung eines lohnabhängigen Elterngeldes aus. Mit diesem Instrument sei es in Skandinavien gelungen, sowohl die Geburtenrate als auch den Anteil der Väter in Elternzeit zu erhöhen. Bertram warnte allerdings davor, von einzelnen familienpolitischen Instrumenten große Effekte zu erwarten.

Schmidt wertete das Gutachten als Bestätigung ihrer Politik. "Wir sind auf dem besten Weg dahin, daß Deutschland zum familienfreundlichsten Land Europas wird." DW


Artikel erschienen am Mi, 4. Mai 2005

 

04.05.05 09:57

19522 Postings, 7409 Tage gurkenfreddas ist der finale beweis, daß

ulla dringend ne therapie benötigt:

"Wir sind auf dem besten Weg dahin, daß Deutschland zum familienfreundlichsten Land Europas wird."


mfg
GF

 

04.05.05 10:02

1339 Postings, 7860 Tage Eddiedatt war aber die renatata

die sog. sozialdemokraten haben halt viele
Schmidts  

04.05.05 10:08

19522 Postings, 7409 Tage gurkenfredhehe, eddie. da sieht man mal wieder:

wer lesen kann, ist klar im vorteil :-))
aber egal, therapie kann bei beiden nicht schaden und der einzig halbwegs vernünftige rote schmidt war eh der helmi damals.


mfg
GF

 

04.05.05 10:22

16581 Postings, 6874 Tage MadChartGezielte Förderung von Großfamilien?

Da werden sich unsere ausländischen Mitbürger aber freuen...  

04.05.05 11:03

1673 Postings, 5922 Tage onestoneKinderfreundlich ist gar kein Ausdruck

Deutschland ist kinderhysterisch.

Warum?

Bei uns im Wohngebiet sind allein im Umkreis von 500 m ganze fünf Spielplätze mit tollen Spielgeräten.
Trotzdem baut jeder (fast jeder) noch 1-2 Schaukeln und einen Sandkasten für seine Kinder in den Garten.

Welches Land schwimmt noch so im Geld wie wir?  

04.05.05 11:09

19522 Postings, 7409 Tage gurkenfrednee, is klar. und dein

"wohngebiet" bildet natürlich repräsentativ die gesamte republik ab.
wirds noch mal besser?

mfg
GF

 

04.05.05 11:13

1673 Postings, 5922 Tage onestoneLogo gurke o. T.

04.05.05 11:29

4020 Postings, 6626 Tage MD11bin für Einführung

des Mutterkreuzes in silber und in Gold !
Soll der EDE nicht nur den bayer. Verdienstorden antackern, sondern mal für 4 Kinder das silberne und für 8 Kinder das goldene Kreuz an weibliche Brüste heften !
Mit ner saftigen Schuss-Prämie dazu......

Dann klappts auch wieder mit dem Nachwuchs.

Irgendeine Anerkennung muss ja sein....ein Kind heutzutage bedeutet ja für viele schon den finanziellen Ruin.....
 

04.05.05 11:47
1

Clubmitglied, 46334 Postings, 7545 Tage vega2000Keine Panik

Die Meldung in Pos.1 ist genauso undramatisch wie die Deutsche Alterspyramide (Ende der 60er lebten in D ca. 69 Mio. Bundesbürger, heute sind es ca. 82 Mio. & laut Studie geht dieser Wert auf 75Mio. zurück, -vorausgesetzt die Freunde des Pimperns halten sich an die Vorgaben). Wie schnell sich solche Statstiken als wertlos erweisen kann man in Frankreich beobachten. Dort hat sich der Durchschnittswert an Kindern pro Familie in den letzten Jahren wieder erhöht & das nach ebenfalls düsteren Prognosen von Experten.

"Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung", schöner Name.  

04.05.05 12:13
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7336 Postings, 6697 Tage 54reabGerman Angst macht unfruchtbar

German Angst macht unfruchtbar


Sie lieben Blockflöten-CDs, kosten Hunderttausende und trotzdem machen Kinder glücklich. Ein Plädoyer.
Von Alex Rühle - SZ

Es ist merkwürdig, wie viele der Leute, die vor zehn Jahren schrieen, das Boot sei voll, jetzt darüber jammern, dass Deutschland bald aussehen werde wie die Steppe hinter dem Ural; irgendwo wird es dann vielleicht noch ein paar vereinsamte Greise geben, ansonsten aber wird es hierzulande leer und kalt sein. Der familienpolitische Diskurs hat oftmals einen merkwürdig völkischen Zungenschlag: Wir Deutsche sterben aus. Wir müssen den Bestand der bedrohten Art erhalten. Sonst ist das Boot bald so leer wie die Kassen.

Reproduktionsrate und wirtschaftliches Produktivitätswachstum scheinen in diesem anschwellenden Null-Bocks-Gesang längst zu Synonymen geworden zu sein. Inzwischen redet sogar Gerhard Schröder, der 1998 die Ministerin Christine Bergmann noch als "Fachfrau für Familie und das ganze andere Gedöns" vorstellte, davon, dass Familienpolitik ein harter ökonomischer Standortfaktor sei. Mag sein. Aber ob die Leute durch solch panischen Zeugungspatriotismus Lust auf Kinder bekommen?

German Angst macht unfruchtbar. Jedenfalls sprechen viele Indizien dafür, dass die Politiker und Medien mit ihren Bedrohungsszenarien alle potenziellen Eltern verprellen: Die neueste Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt, dass 62 Prozent der befragten Kinderlosen keine Kinder haben wollen, weil sie Angst haben, ihren derzeitigen Lebensstandard nicht mehr halten zu können. 40 Prozent sprechen sich gegen Kinder aus, weil sie glauben, Freizeit oder Beruf würden unter Kindern leiden (SZ vom 3. Mai).

Sie haben natürlich vollkommen Recht. Man ist mit kleinen Kindern ein chaotischer Kleinbetrieb, der irgendwie am Laufen gehalten wird. Man schläft ein paar Jahre lang schlecht bis gar nicht. Über die neuesten Filme und Bücher lässt man sich von kinderlosen Kollegen in der Kantine berichten. Und in Sachen gediegene Wohnungseinrichtung tröstet man sich inmitten umgekippter Bauklotzkisten mit dem Gedanken: Naja, wenn die mal aus dem Haus sind...

Kino oder Kindergarten?

Ja, es gibt gute Gründe gegen Kinder. Die schrecklichen CDs von Rolf Zuckowksi mit der debilen Blockflötenmusik. Eine zehn Tage alte Birne in der Handtasche. Auswahlgespräche in Kindergärten. Und manchmal geheimnist man in das Akademiker-Paar, das im Haus gegenüber in einer blitzblanken Küche ruhig beim Frühstück sitzt und die Zeitung liest, das totale Glück hinein.

Aber in Wahrheit sitzen die Kinderlosen bei ihrem frisch gepressten Orangensaft und lesen dazu in der Zeitung die neuesten Horrorartikel über die Familienpolitik und Deutschlands Zukunft: Studien belegen, dass die einkommensstärkeren Familien ihre Kinderkosten zu 100 Prozent allein tragen. Familien mit Kindern haben ein viel höheres Risiko zu verarmen als kinderlose.

Ein Kind kostet bis zu seinem 18. Lebensjahr 500 000 Euro.
Geht das kinderlose Paar ins Bett, hängen all diese Zahlen über ihnen: Lass uns bloß aufpassen, jeder Fehltritt kostet eine halbe Million. ? Hat man unseren Eltern auch vorgerechnet, wie hoffnungslos teuer ein Kind ist? Da soll sich noch jemand darüber wundern, dass Akademiker keine Kinder bekommen.

Wenn einem aber das Armutsrisiko Nummer eins am Frühstückstisch gegenübersitzt und begeistert Kiwimatsch in den Tisch einarbeitet; wenn das Armutsrisiko Nummer zwei den Eingangschor des Weihnachtsoratoriums singt, weil darin ja die Pauken aus dem Himmel vorkommen, und dazu auf den Altpapierkorb eindrischt, dann ist es egal, dass die beiden die kommenden 15 Jahre noch viele hunderttausend Euro kosten werden. Um es mal hedonistisch auszudrücken: Alles, was Spaß macht, kostet nun einmal Geld.

Es stimmt wahrscheinlich auch, dass man seine Liebe mit einem gemeinsamen abendlichen Kinobesuch besser pflegt als mit Zimmeraufräumen und dem Verfertigen des Sitzungsprotokolls der letzten Elternrunde. Aber zum einen macht man das alles nur ein paar Jahre lang. Zum anderen sind viele Kinogespräche kinderloser Paare noch langweiliger als jedes Elternprotokoll.

Die Mama macht die Arbeit

Ja, es stimmt, die Generation der Mittdreißiger reibt sich die Augen, sobald sie aus dem Kreißsaal kommt: Am Ende ist die Arbeitsteilung doch wieder dieselbe wie früher. Die Männer arbeiten, die Frauen bleiben zu Hause. 80 Prozent der Familienarbeit wird nach wie vor von Frauen geleistet. Nicht einmal fünf Prozent der Männer machen von der Elternzeit Gebrauch.

Die paar, die es doch tun und deshalb bei ihren Chefs vorstellig werden, trauen meist ihren Ohren nicht, so steif und starr reagiert man vielerorts noch immer auf unkonventionelle Arbeitsmodelle. Und es stimmt, dass das Bundesverfassungsgericht seit Jahren gesetzliche Veränderungen zugunsten von Familien anmahnt und die rot-grüne Regierung alles ähnlich einfallslos macht wie die Vorgängerregierung, Prinzip Gießkanne, bloß dass eben noch mehr Euro fließen und versickern.

Aber gleichzeitig findet all dieses Gestöhne und Gejammer in einem der reichsten Länder auf diesem Planeten statt. Die Tatsache, dass man sich bei sechs Kindergärten bewirbt oder wochenlang beratschlagt, welche Schule denn nun am besten sei für den Kleinen, lässt einen manchmal an der eigenen geistigen Gesundheit zweifeln. Früher sind die Kinder in den Kindergarten gekommen und danach in die Volksschule. Und es war auch okay. Andererseits ist das aber ja auch ein Zeichen dafür, wie viele Möglichkeiten man hierzulande hat. Wie wohl der familienpolitische Diskurs in Mali oder Bangladesch aussieht?

Kinder machen glücklich

Es gibt natürlich noch viel gewichtigere Gründe gegen Kinder: die dauernde Angst, etwas falsch zu machen in der Erziehung; die Sorge, dass den Kindern etwas passieren könnte. Aber hat irgendein Großstädter das Atmen eingestellt, als er über den Feinstaub las? Gehen die Leute nicht mehr in die Sonne, seit das Ozonloch wächst? Verreist irgendjemand nicht mehr, bloß weil das gefährlicher ist als zu Hause bleiben?

Zurückübersetzt ins Wirtschaftsdeutsch bedeutet all das: Kinder sind die besten Aktien, die sich denken lassen. Sie haben jährliche Wachstumsraten von mindestens fünf Prozent und erzeugen geheimnisvollerweise bei ihren Besitzern ein nahezu unerschöpfliches Depot an Liebe. Wo das herkommt, ist eines der großen Rätsel des Elternseins.

Leute, rechnet nicht, macht einfach. Rechnen macht arm. Machen macht glücklich. Nicht Deutschland. Einen selber.




kinder sollten unbedingt privatsache bleiben. wenn sich politik und bürokratie noch stärker einmischen, wird es auf jeden fall bergab gehen. derartige studien sind reine steuerverschwendung, so wie die bevölkerungsprognosen. für die letzten 30 jahre hat keine auch nur andeutungsweise gestimmt. weshalb sollte es für die die nächsten 30 jahre anders sein.


 

 

04.05.05 12:44

1339 Postings, 7860 Tage EddieSZ schreibt auch nur Mist

"Ein Kind kostet bis zu seinem 18. Lebensjahr 500 000 Euro."

habe zwar keine Kinder und wundere mich deshalb wieso
ich keine 500.000 Euro Casch habe. Wenn man mal rechnet.
500.000 E
18      Jahre  
12      Monate
2.315   E
Dann scheint mir 2.315 E pro Monat aber maßlos übertrieben.

Diese Schwachköpfe haben sich die Arbeitszeit mit einem
24 Std/Tag aber fürstlich vergüten lassen.


 

04.05.05 12:44

4020 Postings, 6626 Tage MD11Single-Hauptstadt

Immer mehr sagen bewusst ?Nein? zum Nachwuchs

Zum Vatertag, zum Muttertag: herzliches Beileid, Deutschland! Denn Mama und Papa sind eine aussterbende Spezies. Gerade die jungen Kerle erweisen sich als Kindermuffel. Einer von vier Schlaffis sagt: ?Nein zum Baby!? Vor zehn Jahren waren es nur halb so viele gewesen.


Junge Frauen sind nur wenig kinderfreundlicher: Fast jede sechste Frau im gebärfähigen Alter will überhaupt gar kein Kind mehr. Tendenz steigend! Das ist das erschreckende Ergebnis einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung.

Die Wissenschaftler schlagen Alarm: ?Es gibt ein Ideal der freiwilligen Kinderlosigkeit.? Anders gesagt: Kein Kind ist absolut in. Der Schock zu den bevorstehenden Feiertagen!

Können Mutter- und Vatertag also bald abgeschafft werden?

So schnell wird es so weit zwar nicht kommen. Doch soviel ist sicher: In Zukunft wird es immer weniger Kinder geben. Denn auch das ist ein beunruhigendes Ergebnis der Umfrage: Selbst die kinderlieben jungen Menschen wollen immer weniger Nachwuchs. Sie planen im Schnitt nur noch 1,7 Kinder, früher wollten alle immer genau zwei Sprösslinge.

Doch selbst das waren nur fromme Wünsche. In Wahrheit wurden es dann doch immer weniger. Gerade einmal 1,4 Kinder hat jede Frau in den letzten Jahren im Schnitt zur Welt gebracht.

In München sieht es noch düsterer aus: Hier gebärt jede Frau im Schnitt sogar nur 1,29 Kinder. So steht es in der Untersuchung ?Familienatlas 2005?. Um die Einwohnerzahl in Deutschland zu halten, müssten es fast doppelt so viele sein!

Aber: Die Landeshauptstadt steht noch gut da: Hier steigt die Zahl der Geburten seit einigen Jahren minimal an. 2003 freuten sich die Münchner über genau 12 773 Babys. Verrechnet mit der Einwohnerzahl: Spitze unter den Großstädten! Noch.

?Wir werden im Vergleich zwar überdurchschnittlich bleiben, aber die Höhe wird nicht zu halten sein?, sagt der Chef des Statistischen Amtes der Stadt, Elmar Huss.

Die Statistiker der Stadt sehen aus zwei Gründen schwarz. Erstens: Immer mehr Frauen wollen wie ihre Männer arbeiten und Karriere machen. Deswegen werden sie immer später Mütter. Oder eben nicht: ?Irgendwann merken viele Frauen, dass es zu spät für ein Baby ist?, sagt Huss.

Zweitens: In Zukunft wird es immer weniger Frauen im besten Mutteralter geben. Weil vor 20 bis 25 Jahren schlicht weniger Menschen, also auch Frauen, geboren wurden.

Und es gibt noch mehr Gründe, warum es in Zukunft immer weniger Glockenbachs in München geben wird. Dort gibt es einen wahren Baby- Boom. Doch: München ist immer noch eine Singlestadt. In mehr als jeder zweiten Wohnung geht ein Mensch nur noch allein ins Bett. Tendenz steigend! Und da sind die ganzen Wohngemeinschaften gar nicht mitgerechnet. Die Traumfrau, der Traummann: Sie finden sich nicht mehr.

 

14.05.05 13:58

8451 Postings, 6204 Tage KnappschaftskassenWer das nur glaubt dem ist nicht mehr zu helfen!

 
Fünfköpfige Familie am Esstisch

n-tv Umfrage 3700 Euro netto - ist das realistisch?


Freitag, 13. Mai 2005

Familieneinkommen im Schnitt
3.700 Euro in der Tasche


"Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast"? Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden hat am Freitag seine Studie zum Familieneinkommen in Deutschland vorgestellt. Ungläubig reiben sich viele die Augen.
 
So lag den Statistikern zufolge das durchschnittliche Monatsnettoeinkommen von Familienhaushalten, d.h. von Paarhaushalten mit unter 18-jährigen Kindern, in der ersten Hälfte 2003 bei stolzen 3753 Euro. Allerdings zeigen sich in den Lebens- und Einkommensverhältnissen von Familien je nach Kinderzahl zum Teil deutliche Unterschiede ? wobei mehr Kinder erstaunlicherweise mehr Einkommen bedeuten:
 
So lag das Haushaltsnettoeinkommen bei Paaren mit einem Kind bei 3256 Euro im Monat. Paare mit zwei Kindern (4026 Euro) konnten auf rund 750 Euro im Monat mehr zurückgreifen, Paare mit drei Kindern (4364 Euro) auf rund 1100 Euro mehr als Ein-Kind-Familien.
 
Im Durchschnitt gaben Familien im ersten Halbjahr 2003 2742 Euro monatlich für den Konsum aus. Haushalte mit einem Kind wendeten 2438 Euro auf, Paare mit zwei Kindern 2897 Euro und mit drei Kindern 3146 Euro.
 
Mit höherer Kinderzahl steigt die Sparquote, d.h. der Anteil des ausgabefähigen Einkommens, der auf die hohe Kante gelegt wird. Paare mit einem Kind sparten 12,4% ihres verfügbaren Einkommens, Paare mit zwei Kindern 15,3% und Paare mit drei Kindern 15,8%. Entsprechend unterschiedlich waren die Sparbeträge. Paare mit einem Kind sparten im Durchschnitt 410 Euro im Monat. Bei Paaren mit zwei Kindern waren es über 200 Euro mehr. Paare mit drei Kindern legten sogar 704 Euro im Monat zurück. Der Durchschnittswert für Familien lag bei 546 Euro.
 
Deutliche Unterschiede zeigen sich auch beim Haus- und Grundbesitz. Im Durchschnitt lebten Anfang 2003 58% der Familien in den eigenen vier Wänden. Bei Paaren mit einem Kind lag der Anteil bei 47%, bei Paaren mit zwei Kindern wohnten fast zwei Drittel (64%) im eigenen Haus, bei Paaren mit drei Kindern waren es sogar fast drei Viertel (72%).
 

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