Vermögensteuer, Erbschaftsteuer - die Zahlen

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neuester Beitrag: 20.11.03 23:30
eröffnet am: 20.11.03 12:47 von: NextLevel Anzahl Beiträge: 5
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20.11.03 12:47

745 Postings, 6546 Tage NextLevelVermögensteuer, Erbschaftsteuer - die Zahlen

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die Vermögensteuer brachte 1991/94 jeweils ca. 65, Mrd. DM.

ATH war 1996 mit 9,0 Mrd DM, das sind also 4,5 Mrd Euro. Demnach, da 1 %, läge dem ein Vermögen (Geld und Sach) von 450 Mrd Euro zugrunde.

Wird das hälftig (wie die Reinvermögensstatitik ausweist) auf Geld und Sachen bezogen, stehen wir bei einem reinen Vermögen von jeweils 225 Mrd Euro (das Sachvermögen liegt marktmäßig höher, kann aber nicht korrekt bewertet werden, da - sieh Posting - nicht per 31.12. jedes Jahres Immobilien usw. bewertet werden können wie Wertpapiere oder Geldvermögen überhaupt. Weshalb das BVerfG diese Steuer eben gekippt hat. Sie kann aus erhebungstechnischen Gründen nicht mehr wieder belebt werden.

Außerdem ist die Vermögensteuer i.R. eine Ländersteuer, hülfe also dem Bund in seiner Finanzlage überhaupt nicht.

Ebenfalls eine Ländersteuer ist die Erbschaftsteuer. Ihr zu entkommen ist unmöglich, da sonst keine Erbscheine usw. ausgestellt werden.

Die Erbschaftsteuer brachte in 2002 ganze 3,0 Mrd Euro (Vorjahr dito). Selbst eine Verfünffachung (!) dieser Steuer auf 15 Mrd Euro wofür man sein kann oder auch nicht) würde die Finanzmisere der Länder nicht aus der Welt schaffen. Denn die Länder fuhren in 02 ein Defizit von 34 Mrd Euro, im laufenden Jahr ist es noch erheblich größer. Allein im ersten Quartal ein Minus von ca. 12 Mrd Euro.

Es ist ganz sinnlos, um den heißen Brei herumzuschleichen. Wir müssen die Fakten nehmen und die signalisieren eine sich rasch verschlechternde Situation der öffentlichen Finanzen durch alle Instanzen.

Es ist typisch für die ersten Phasen des allgemeinen Staatsbankrotts, noch verzweifelt Ausschau zu halten nach etwaigen "Finanzquellen", wobei man gern an die "Reichen" denkt. Das mag man gerne tun. Aber das Desaster kommt aus einer ganz anderen Ecke: Die Staatseinnahmen insgesamt brechen zusammen:

2000 = 612, 2001 = 554, 2002 = 548 Mrd. Steuern davon:
2000 = 467, 2001 = 446, 2002 = 442 Mrd.


Die Lohnsteuer ging seit 2000 um 3,5 Mrd runter, die veranlagte Einkommensteuer um 4,5 Mrd, die Umsatzsteuer um 2,7 Mrd.

Wir müssen den schieren Zahlen ins Auge sehen. Da helfen weder Fingerzeige auf Schwarzarbeit, Schwarzgeld, Schwarzumsätze usw. oder auf die Reichen, die gemütlich in der Sonne liegen und die man aus ihren Träumen reißen will.

Der Staat kann machen, was er will - es wird ihm niemals mehr reichen. Der Untergang kommt so sicher wie Weihnachten.
Gruß!



Grüße

NL    

20.11.03 21:15

745 Postings, 6546 Tage NextLevelUp, weil ketzerisches Gedanken-Gut

Grüße

NL    

20.11.03 23:06

7114 Postings, 7358 Tage KritikerDie Schiffbrüchigen

retteten sich in 2 Boote, doch eines hatte ein Leck! Aus Neid bohrten sie in das intakte Boot ebenfalls Löcher. Man hat nie mehr etwas von ihnen gehört!
Vermutl. waren es Deutsche. - Kritiker.  

20.11.03 23:14

2683 Postings, 6579 Tage Müder JoeNextlevel: reg Dich ab

es gibt keinen Untergang: das schlimmste, was passieren kann, ist die Entwertung aller Bundesanleihen.

Das hatten wir ja schon 2x in diesem Jahrhundert.

Wer Sachwerte hat, ist fein raus.

Das hat schon Charlie Chaplin erkannt.

Damals, nach anno 29.

Was heute passiert, ist die Transformation von Geld in Sachwerte durch die Multimilliardäre, das übersteht jede Krise.

So sind die Flicks und Krupps reich geworden, so werden auch die Scheichs ihr Vermögen retten.

Der Kollaps der Zinswirtschaft ist nur eine Frage der Zeit, aber bis dahin bringen alle ihre Schäfchen ins Trockene.

Wer ne Lebensversicherung hat, ist der Lackierte.  

20.11.03 23:30

745 Postings, 6546 Tage NextLevelMüder Joe, ich bin ganz ruhig. Mich interessiert

bloß wieviel Promille der Arivaner es raffen werden ;)

BTW "Zinswirtschaft" Du scheinst ja trotz Deiner rauhen Schale auch mal über den Tellerrand zu gucken.
Kannst Du Paul C. Martin und seine Macht-Theorie?

Grüße

NL    

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