Und sie halten sich erstaunlich stark, die Börsen!

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 19.04.06 05:48
eröffnet am: 19.04.06 05:48 von: moya Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 19.04.06 05:48 von: moya Leser gesamt: 195
davon Heute: 1
bewertet mit 1 Stern

19.04.06 05:48
1

1075670 Postings, 6511 Tage moyaUnd sie halten sich erstaunlich stark, die Börsen!

Und sie halten sich erstaunlich stark, die Börsen!

von Jochen Steffens

Und wieder war es das Thema Iran und der damit verbundene Ölpreis, der die Märkte in den USA am Montag belastete und damit auch Auswirkungen auf den frühen Dax heute hatte.

So berichtete die New York Times am Montag darüber, dass der Iran möglicherweise schneller eine Atombombe bauen könne, als bisher erwartet. Bisher war die USA davon ausgegangen, dass es Teheran erst

2010/2015 gelingen könne, eine Atombombe zu bauen. Nun aber soll es nach mehreren Pressemitteilungen Hinweise geben, dass der Iran entweder an der Entwicklung einer P-2 Zentrifuge arbeite, oder aber bereits eine solche habe. Mit diesen Zentrifugen wäre die Fertigstellung einer Atombombe in einem wesentlich kürzeren Zeitraum möglich. Der Hintergrund, der diese Vermutung unterstützt, war eine Äußerung des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, wonach der Iran an der Entwicklung dieser P-2 Zentrifugen arbeite. Hierzu muss man wissen, dass es Mitte März Presseberichte gab, nach denen Inspekteure der IAEO (Internationale Atombehörde) Teile einer solchen modernen P2-Zentrifuge im Iran gefunden hatten.

Im Moment, so verschiedene Berichte weiter, prüfe der US-Geheimdienst, inwieweit die Aussagen des iranischen Präsidenten lediglich "Rhetorik"

seien, oder aber auf wahren Begebenheiten beruhen.

Weitere Hinweise auf eine Eskalation

Ein weiterer Belastungsfaktor für die Börsen war der Selbstmordanschlag in Tel Aviv. Dadurch entstand die Sorge, dass es zu einer Eskalation im Nahen Osten kommen könne, der schlimmstenfalls auch in einem Flächenbrand in der gesamten Region enden könnte. Zumal sich nun auch der Iran immer deutlicher in den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern einzumischen scheint.

Es scheint so zu sein, dass alle beteiligten Parteien in diesen Konflikten immer deutlicher in eine "Vorkriegsrhetorik" verfallen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber durch die ganzen Berichte am Wochenende und am Montag bin ich zunehmend besorgt. Ich sehe im Moment wenig Lösungsmöglichkeiten für diese Konflikte im nahen Osten einschließlich des Irans (wobei der Iran hin und wieder sowohl zum Nahen, als auch zum Mittleren Osten gezählt wird ...). Es scheint kaum noch eine Grundlage für vernünftige Verhandlungen zu geben. Man hat das Gefühl, ein riesiges Pulverfass stehe kurz vor der Explosion.

Dabei kann niemand absehen, welche weitreichenden Folgen eine solche Eskalation für die Welt als Ganzes haben wird.

Hoffnung und Sorgen

Ich möchte aber bei allen Sorgen auch daran erinnern, dass in den letzten 60 Jahren die Welt schon vor einigen Katastrophen gestanden hat, die irgendwie immer, zum Teil auch in letzter Minute, gelöst wurden. Auch in Situationen in denen keine Lösung in Sicht schien.

Natürlich heißt das nicht, dass es auch dieses Mal so sein wird, aber es sollte uns als Hinweis dienen, dass es immer Möglichkeiten zur friedlichen Lösung gibt.

Ein Grund, warum die Börsen heute so stark sind, dürfte gewesen sein, dass Israel zunächst von Vergeltungsmaßnahmen abgesehen hat.

Wie Sie wissen, handelt es sich bei dem Investor's Daily um einen Börsennewsletter, dessen Aufgabe es unter anderem ist, solche geopolitischen Entwicklungen im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Börsen zu betrachten.

Börsen erstaunlich fest

Und hier stelle ich mit Erstaunen fest, wie unglaublich stark sich insgesamt die Börsen angesichts des immer weiter steigenden Ölpreises und den zunehmenden Sorgen um eine Eskalation halten. Wenn das kein bullishes Zeichen ist, was dann?

Man muss sich fragen, wo die Börsen wohl ständen, wenn dieser Konflikt sich nicht derart belastend auswirken würde. Behalten Sie das auf jeden Fall im Hinterkopf. Im Dax befinden wir uns immer noch in einem klaren Aufwärtstrend, der immer noch Ihr ganz persönlicher Freund sein darf.

Man sollte sich aber auch auf der anderen Seite nichts vormachen. So lange dieses Konfliktpotenzial vorhanden ist, werden die Märkte weiter belastet bleiben. Sollte es zu deutlichen Anzeichen einer militärischen Eskalation kommen, kann es die Märkte auch nachhaltig in den Keller treiben. Immer wieder auch über den Umweg des Ölpreises.

Auf der andere Seite ist, sie werden sich vielleicht an diese Aussage noch erinnern, der hohe Ölpreis ein großes Potential für steigende Märkte, nämlich dann wenn er deutlich fallen sollte.

Belastet bullish

Und so bleibt das bestehen, was ich seit Anfang des Jahres beständig

wiederhole: Die Märkte bleiben bullish, wenn es nicht zu einer Eskalation im nahen/mittleren Osten oder einem weiter steigenden Ölpreis kommt.

Leider entziehen sich diese beiden letztgenannte Faktoren einer "normalen" Börsenanalyse, weswegen ich hierzu kaum genauere Angaben machen kann und damit eine Gesamtprognose in diesem Jahr über diese oben genannte Aussage hinaus kaum möglich ist. Wer kann schon in die Köpfe der beteiligten und handelnden Personen im Nahen Osten und dem Rest der Welt schauen? Ich jedenfalls nicht.

Und somit bleibt genauso die Aussage im Raum stehen: Im Moment ist kein guter Zeitpunkt massiv in den Markt zu investieren. Aber die 1310 Punkte im S&P500 ist nach wie vor die entscheidende Marke.

**************************************************

Dienstag, 18. April 2006

US-Konjunkturdaten

von Jochen Steffens

Die Erzeugerpreise sind um 0,5 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg um 0,4 % nach zuvor noch -1,4 %.

Die Kernrate ist um 0,1 % geklettert. Gerechnet wurde mit einem Plus im Bereich 0,1 bis 0,2 % nach zuletzt +0,3 %.

Zwar sind die Erzeugerpreise weiter angestiegen, aber die Kernrate ist konstant geblieben. Aus diesem Grund nahm der Markt diese Zahlen gelassen.

Die Zahl der Wohnbaubeginne liegt bei 1,960 Mio ... Erwartet wurden

2,025 bis 2,090 Mio. nach zuvor 2,126 (revidiert von 2,120 Mio.).

Die Zahl der Wohnbaugenehmigungen liegt bei 2,059 Mio ... Erwartet wurden 2,100 bis 2,110 Mio. Baubeginne nach zuvor 2,179 Mio.

Und immer deutlicher zeigt sich, dass aus der Immobilienblase so langsam die Luft entweicht.

Gruß Moya 

 

   Antwort einfügen - nach oben