Und er tuts doch!!

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eröffnet am: 29.04.05 08:26 von: Realer Anzahl Beiträge: 1
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29.04.05 08:26

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Das Wunder von Montabaur
von Isabell Hülsen, Hamburg
Geglaubt hatte niemand mehr daran. Dass Deutschland zum ersten Mal ein Team zum America?s Cup schickt, jenem 154 Jahre alten Rennen um die begehrteste Segeltrophäe der Welt, schien bis vor wenigen Tagen völlig aussichtslos.

Der Mann, der den Traum nun möglich macht, heißt Ralph Dommermuth und ist Chef der Onlinefirma United Internet. In der vergangenen Woche zahlte der Unternehmer aus Montabaur über die Royal Bank of Scotland schon mal das Meldegeld von 1,25 Mio. Euro an das America?s-Cup-Management in Valencia, heißt es. Gerade noch rechtzeitig: Am Freitag endet die Meldefrist.

Monatelang hatte das deutsche Team nach Geldgebern gesucht, klopfte bei großen deutschen Konzernen an. Die winkten entweder ab oder waren schon anderweitig engagiert: etwa BMW, die das amerikanische Oracle-Team finanzieren. Oder die Telekom, deren Tochter T-Systems die südafrikanische Kampagne "Shosholoza" sponsert. Mit Dommermuth, dessen Firma erst vor wenigen Wochen das Internetportal Web.de gekauft hat, auf dem großen Sprung ins Ausland ist und der Telekom bereits im DSL-Geschäft Konkurrenz macht, bekommen die Bonner nun auch auf dem Wasser einen Rivalen.


Dommermuth greift in die Privatschatulle

Mindestens 25 Mio. Euro will Dommermuth in die Hand nehmen, 15 Mio. Euro fließen aus der Firmenkasse, den Rest zahlt der Hobbysegler privat, wenn nötig auch mehr, wie es heißt. Dafür wird United Internet Titelsponsor, der Arbeitstitel der Kampagne, "Fresh 17", verschwindet wohl. Einen anderen Geldgeber, mit dem Dommermuth die Ehre teilen müsste, gibt es laut der Segelfachzeitschrift "Yacht" bisher nicht. Gewünscht hatte sich das deutsche Team eigentlich 45 Mio. Euro - und selbst das ist nicht gerade üppig, gemessen an den 100-Mio.-Euro-Etats der etablierten Syndikate.

Die erste Wahl war "Fresh 17" für Dommermuth indes nicht: Wie es in der Segelszene heißt, gab es auch Verhandlungen mit Michael Illbruck. Der Unternehmer, dessen Team 2002 das Volvo Ocean Race gewann, hatte aus Mangel an Geldgebern vor zwei Jahren sein America?s-Cup-Projekt begraben. Sein Boot verlieh Illbruck an das Team Emirates New Zealand. Dommermuth hatte offenbar erwogen, sich mit Illbruck zu engagieren, dann aber aus unbekannten Gründen den Rückzug angetreten.

Nun rennt die Zeit. Mitte Juni muss das Team um Steuermann Jesper Bank die ersten Ausscheidungen bestehen. Dabei fehlt das Wichtigste noch: ein eigenes Schiff.

 

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