Über Massengentests

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neuester Beitrag: 20.12.12 22:38
eröffnet am: 20.12.12 17:50 von: Talisker Anzahl Beiträge: 16
neuester Beitrag: 20.12.12 22:38 von: georgina Leser gesamt: 529
davon Heute: 1
bewertet mit 2 Sternen

20.12.12 17:50
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36845 Postings, 6579 Tage TaliskerÜber Massengentests

Hm. Leider keine Begründung im Artikel, warum einem Beinahetreffer nicht nachgegangen werden darf.




BGH setzt Massengentests Schranken

Der Bundesgerichtshof hat einem jugendlichen Vergewaltiger Recht gegeben. Die Polizei hatte den Mann mit einem DNA-Abgleich seines Vaters und seines Onkels überführt - ein unzulässiges Verfahren.
http://www.n24.de/news/newsitem_8459614.html
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Tja, kann ja so sagen, kann nichts dazu sagen, ob das sein kann, oder nicht.

20.12.12 18:01

2929 Postings, 3422 Tage Dilettantenstadlkannste dir doch selber denken oder nich?

wäre doch eine waage mutmaßung nur allein der ähnlichkeit wegen, diese dna spur als wirklich relevantes beweismittel vorzulegen.

abstruses beispiel. der vater hat vor 21jahren im suff ne alte abgeschleppt, geschwängert und weiß bis dato nichts vom anderen sohn.
stellt sich raus, der wars dann und onkel talisker hätte ne lange näse, weil er aus der vermutung heraus lebenslang verhängte.  

20.12.12 18:05

36845 Postings, 6579 Tage TaliskerDarum geht es nicht

Das soll nicht als Beweis dienen. Es darf anhand und wegen dieses Zufallsfundes auch nicht der neuen Spur nachgegangen werden.

Ich glaube, bei z.B. Abhöraktionen darf auch nicht anderen Verbrechen/Zufallstreffern nachgegangen werden, die man da mitbekommt, die aber nichts mit dem Grund der eigentlichen Abhöraktion zu tun haben. Hat glaube ich den Sinn, dass das von den Strafverfolgern nicht missbraucht wird. Aber wie gesagt, ich glaube, weiß es nicht genau.
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Tja, kann ja so sagen, kann nichts dazu sagen, ob das sein kann, oder nicht.

20.12.12 18:17

63288 Postings, 6694 Tage Don Rumatadas recht von tätern wird mal wieder höher

bewertet als das von opfern!

man stelle stelle sich vorn ein polizeibeamter geht irgendwo lang, zufällig, bekommt mit dass eine straftat verübt wird, darf aber nicht eingreifen, weil der täter nicht einwilligt! ....so ziemlich das gleiche.
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Es ist dem Untertan untersagt,
den Maßstab seiner beschränkten Einsicht
an die Handlung der Obrigkeit
anzulegen !

Kurfürst Friedrich - Wilhelm von Brandenburg

20.12.12 18:19

63288 Postings, 6694 Tage Don Rumataeine polizeistreife sieht dass ein einbruch verübt

wird; da die beamten aber wegen eines ehekrachs im nachbarhaus gerufen wurden, dürfen sie nicht eingreifen; war eben ein zufallsfund oder so...
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Es ist dem Untertan untersagt,
den Maßstab seiner beschränkten Einsicht
an die Handlung der Obrigkeit
anzulegen !

Kurfürst Friedrich - Wilhelm von Brandenburg

20.12.12 18:35
1

1809 Postings, 4602 Tage georgina#1.Soviel ist klar: Den letzten beissen die Hunde.

Dumm gelaufen für den jugendlichen Vergewaltiger (und evtl. seinen Vater und vielleicht weitere Angehörige, vorausgesetzt, sie haben ihm den Prozess erst ermöglich.)
Und die Ermittler in dem Fall sind aus dem Schneider.
Der Hase liegt wahrscheinlich dort im Pfeffer, wo ein ferner Klang von Sippenhaft sich andeutet, nicht im Sinn von Haftbarmachung, sondern bezüglich"genetischer" Verantwortung der Sippschaft.

Wäre zunächst einmal gut zu wissen, welches Gesetz man nachschlagen muss, um zu erfahren, warum daraus eine derart unklare Rechtslage entstehen konnte.  

20.12.12 18:47
3

69031 Postings, 6531 Tage BarCodeEs liegt offenbar am Gesetz,

dass die Richter so entscheiden mussten.
Hier wird das ganze etwas genauer beschrieben:
http://www.kostenlose-urteile.de/...tschaft-gesucht-werden.n14926.htm

Bei Massengentests werden die Proben anonymisiert - was ich erstmal ok finde. Sie dürfen nur entanonymisiert werden, wenn ein eindeutiger Treffer gelandet wird.
Da liegt der Hund begraben. "Ähnlichkeiten", die auf Verwandschaft schließen lassen, sind durch diese Formulierung des Gesetzes ausgeschlossen.

Verurteilt wurde der Typ nicht auf Basis des Massengentestes, sondern weil SEINE DNA schließlich, als man ihm über die Verwandten auf die Spur kam, passte. Der Beweis ist also da. Nur, dass man aufgrund der Verwandschftsannahme auf ihn kam, war nicht gesetzeskonform.

Ich weiß nicht, wie unscharf solche Verwandschaftsannahmen mittels Gentests sind.
Wenn die sicher sind, wäre es natürlich spacko, das nicht verwenden zu dürfen. Aber daran hat man womöglich bei der Formulierung des Gesetzes gar nicht gedacht.
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Vegetarier aller Länder verneigt euch!
ONE BIG ONION!

20.12.12 20:28

1809 Postings, 4602 Tage georginaWenn der Eindruck, der in #7 erweckt wird,

nämlich dass sich der BGH ein unsauber formuliertes Gesetz - und sei es nur vorübergehend - nicht nur ans Bein binden, sondern wie eine Zwangsjacke
anziehen muss, dann wäre es Mindesterfordernis, die Richter so lange zu zwiebeln, bis
sie Schritte zur Revision dieses Gesetzes einleiten.
Das ist, wenn mich nicht alles täuscht, in der gegenwärtigen Rechtsordnung nicht vorgesehen. Gelegentlich kommt es in solchen Fällen zu einem Elefantenrennen
zwischen dem BGH und dem BVerfG, das natürlich nur vorgetäuscht ist, weil nur der
zuletzt genannte Elefant das Rennen jeweils für sich entscheiden kann und dem
anderen nur vorübergehend vom Veranstalter ein Vorsprung eingeräumt wird.  

20.12.12 20:38

1809 Postings, 4602 Tage georginaIn Zeile 1 fehlt am Anfang: "stimmen würde"

20.12.12 20:59

36845 Postings, 6579 Tage TaliskerHä?

Da ist der Gesetzgeber gefragt, der muss das ggf. ändern/erweitern.
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Tja, kann ja so sagen, kann nichts dazu sagen, ob das sein kann, oder nicht.

20.12.12 21:11
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11076 Postings, 4863 Tage badtownboyKlar das Urteil

ist von unschönem Pragmatismus geprägt,  also ein bestimmtes gewolltes Ergebnis zu begründen.

"Indes führe dies in dem konkret zu entscheidenden Fall bei der gebotenen Gesamtabwägung nicht zu einem Verwertungsverbot. Entscheidend hierfür sei der Umstand, dass die Rechtslage zum Umgang mit sog. Beinahetreffern bei DNA-Reihenuntersuchungen bisher völlig ungeklärt gewesen sei und das Vorgehen der Ermittlungsbehörden daher noch nicht als willkürliche Missachtung des Gesetzes angesehen werden könne. Der Verfahrensverstoß wiege daher nicht so schwer, dass demgegenüber die Interessen der Allgemeinheit an einer effektiven Strafverfolgung hier zurücktreten müssten."

Ob  diese " Gesamtabwägung " nicht selbst verfassungsrechtlich als zu unbestimmt anzusehen ist, ist auch eine berechtigte Frage.  

20.12.12 21:14
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1809 Postings, 4602 Tage georgina#9.Über diesen Punkt war ich eigentlich

schon hinaus. Ich bin zuletzt vor der Frage gestanden, wer wann den Gesetzgeber fragt, das erschien mir selbstverständlich.
Vielleicht fragt er sich auch selber. Bleibt vorerst alles abzuwarten.

PS. Hier muss man auch ständig warten, bis die Störungen aufhören, aber das ist noch das wenigste.  

20.12.12 21:15

1809 Postings, 4602 Tage georgina#12. für #10.

20.12.12 21:20

42128 Postings, 8096 Tage satyrMassengentests in der Schweiz

Die gibt es gar nicht weil jeder mit jedem verwandt ist.  

20.12.12 21:21

1809 Postings, 4602 Tage georginaLogisch.

20.12.12 22:38

1809 Postings, 4602 Tage georgina#11."Unschöner Pragmatismus"

verrät nach meiner Auffassung eine geschöntes Ergebnis bei der Wortwahl, nicht nur, weil natürlich das Gegenteil mitschwingt - ein "schöner Pragmatismus" kann eigentlich nur klingen wie Hohn.
Man könnte also ruhig härter zupacken, auch wenn man gerne vermeidet, irgendwo anzuecken oder als unausgewogen zu gelten.
Das gleiche mag für die vorsichtige Formulierung der Berechtigung jener Fragestellung gelten.
Aber zwischen Vorsicht und Voraussicht sucht sich eben jede(r) seine stilistischen Möglichkeiten, um das mal ganz vorsichtig zu formulieren.  

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