US-Zinserhöhungen werden wieder zum Thema

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 11.06.01 10:36
eröffnet am: 11.06.01 10:36 von: Speculator Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 11.06.01 10:36 von: Speculator Leser gesamt: 154
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

11.06.01 10:36

2284 Postings, 7683 Tage SpeculatorUS-Zinserhöhungen werden wieder zum Thema

Das Kapital: US-Zinserhöhungen werden wieder zum Thema

Alan Greenspan hat die Schleusen geöffnet. Die Geldmenge M3 wächst mit einer Jahresveränderungsrate von über elf Prozent - stärker als im gesamten vergangenen Jahrzehnt. Alles halb so schlimm, beruhigt er, die Unternehmen haben keine Preismacht. Wall Street glaubt ihm.

Da pfeift aber ein Notenbanker im Walde. Inflation droht auf Sicht von zwei, drei Jahren zum großen Thema zu werden. Und wenn nicht, dann schrumpfen die Margen, weil die Unternehmen die steigenden Kosten nicht überwälzen können - ebenfalls eine ungemütliche Aussicht.

Greenspan geht offensichtlich davon aus, dass sich das Produktivitätswunder der Jahre 1995 bis 2000 künftig fortsetzen wird. Drastisch erhöhte Investitionen haben das Produktivitätswachstum auf durchschnittlich 2,5 Prozent erhöht, was wiederum das BIP-Wachstum getrieben hat. Der von der Fed geschneiderte Liquiditätsmantel passte demnach. Fällt der Produktivitätsfortschritt auf die durchschnittlichen 1,5 Prozent der Jahre zuvor zurück - und vieles spricht dafür -, wächst die Wirtschaft langsamer. Greenspans Großzügigkeit erhöht dann also nicht die Mengen, sondern die Preise. Erstmals seit Anfang 1995 ist die Arbeitsproduktivität - im Quartalsvergleich - sogar rückläufig. Das ist bislang noch rein zyklisch. Im Abschwung sinkt selbst in den flexiblen US-Unternehmen zunächst die Produktion stärker als die Beschäftigung. Die Lohnstückkosten sind um über sechs Prozent gestiegen - der höchste Zuwachs seit zehn Jahren. Die Firmen werden weiter entlassen. Das wird die ausgewiesene Produktivität zunächst erhöhen.


Die Nagelprobe kommt, wenn die US-Konjunktur wieder anzieht. Aber werden die Firmen wieder jährlich über zwölf Prozent mehr investieren wie im goldenen Jahrfünft? Die produktivitätserhöhenden Ausgaben der US-Unternehmen für das Internet sind größtenteils getätigt. Im Übrigen gilt das Gesetz schrumpfender Grenzerträge. Diese Kondratieff-Welle läuft aus - zumindest in den USA. Und wo ist die nächste?


Vielleicht kommt im Sommer noch eine kleine Zinssenkung der Fed. Aber wenn ihre Geldpolitik jetzt wirkt, werden Zinserhöhungen das nächste Thema an der Börse sein. Die Märkte erwarten derzeit bis Ende 2002 kumuliert 100 Basispunkte, bis Ende 2003 200 Basispunkte. Das könnte nicht reichen, um Inflationsraten jenseits der vier Prozent zu bekämpfen. Für die Börse wäre das Gift.


mfg: Speculator  

   Antwort einfügen - nach oben