- US-Börsenbrief -

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neuester Beitrag: 01.05.05 19:35
eröffnet am: 01.05.05 19:35 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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01.05.05 19:35

1009287 Postings, 6318 Tage moya- US-Börsenbrief -

Können Sie sich eine Kommunismus-Diskussion in den USA vorstellen? Stellen Sie sich vor der Parteivorsitzende der Bush-Administration wirbt plötzlich für die Abschaffung der Marktwirtschaft. Nun, da zöge mehr auf als nur schwarzer Rauch über der Regierung. Eine reine Marktwirtschaft wie sie im Bilderbuch beschrieben ist, existiert dort sicher auch nicht. Hier wirkt ein System, das sich für einen Kompromiss zwischen Hayek und Keynes eingependelt hat. Der eine hatte die Vorstellung, daß flexible Preise das bei Individuen verstreute Wissen effizient koordinieren und damit mit Knappheiten anzeigen. Käme es an einem Markt zu Veränderungen  von Angebot und Nachfrage, sorge die rasche Preisanpassung für den neuerlichen Ausgleich von Angebot und Nachfrage.

Keynes widersprach diesem Idealbild der "Vollkommenden Märkte". Er hat die Annahme perfekter Märkte zu Gunsten der Annahme monopolistischer Konkurrenz und träger Preise aufgehoben. Vielleicht sollten wir den ein oder anderen Politiker diese Grundsatzthesen einmal zusenden und dann könnten sie sich erneut über die Wirtschaftslage äußern und ihre Lösungsvorschläge dazu äußern = 12% - das ist leider nicht die Wachstumsrate.
Haben Sie gehört, dass das Justizministerium nun Fußfesseln für "Arbeitslose und Suchtkranke" einführen will. Das klingt nun wirklich nach Amerika, wenn sie mich fragen. Ist es aber nicht.

Zurück zur Wirtschaft und den USA. Der überraschende Rückgang der Auftragseingänge für langlebige Güter in den USA im März dürfte sich nach Einschätzung von Volkswirten in einer abgeschwächten Konjunkturdynamik niederschlagen. Führende Volkswirte sehen dennoch keinen Grund, die Wachstumsprognose für das erste Quartal nach unten zu revidieren und erwarten weiterhin einen Zuwachs der US-Wirtschaftsleistung von rund 3,7%. Allerdings sind angesichts der neuen Daten die Abwärtsrisiken weiter gestiegen.
Das Konjunkturbild sei aber noch kräftig genug, um die US- Notenbank zu mehreren Zinserhöhungen zu bewegen, heißt es in sogenannten Fachkreisen.

Trotz eventueller Zinserhöhungen geht der bekannte US-Ökonom C. Fred Bergsten davon aus, dass der Dollar kurz- oder mittelfristig deutlich gegenüber des Euro abwerten könnte.

Für eine Abwertung sprächen zahlreiche Gründe, sagte Bergsten am Mittwoch bei einer von der Europäischen Zentralbank (EZB) veranstalteten Konferenz in Frankfurt. Aufmerksamer i-watch- Lesern sind diese Überlegungen allerdings hinreichend bekannt. Die Zinserhöhungszyklus der EZB sollte erst im kommenden Jahr starten. Man warte noch etwas ab, da sich die Konjunktur erst im laufe des Jahres zu festigen beginne. Nun ja, warten wir es ab. Die Daten des BIP lassen zumindest erste Zweifel aufkommen. Das Bruttoinlandsprodukt ist in den USA im ersten Quartal um 3,1 Prozent gestiegen ? die geringste Wachstumsrate seit zwei Jahren. Experten hatten im Vorfeld einen Anstieg um 3,6 Prozent erwartet. 2004 hatte die US-Wirtschaft 3,6 Prozent zugelegt, im vierten Quartal um 3,8 Prozent.

Trotz des stetig abgewerteten US$ bleibt das Außenhandelsdefizit auf Rekordhöhe. Die USA importieren extrem viel mehr Güter in ihr Land als sie exportieren. Diese Bewegung sehen führende Ökonomen des IWF mit großer Sorge.

Aus dem einstigen Nettogläubiger ist ein internationaler Schuldner geworden. Der IWF rechnet dabei vor, dass die Nettoauslandsverschuldung rund 25% des US- Bruttoinlandsprodukts beträgt. Dies ist so viel wie das 2,5- fache des Wertes der jährlichen US-Exporte. Da helfen auch Microsofts Hoffnungen auf die neue Windows-Version wenig.

Heute stehen noch Zahlen zum Verbrauchervertrauen und der Einkaufsmanagerindex auf der Agenda. Hier warten wir auf eine weitere Bestätigung unserer Annahmen. In der kommenden Woche liegt das Hauptaugenmerk auf der FED-Sitzung am 3.Mai ? hier werden die Weichen für die kommenden Wochen gestellt.

Gruß Moya

 

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