USA bieten Truppenabzug Ende 2005 an

Seite 1 von 1
neuester Beitrag: 02.06.04 08:48
eröffnet am: 02.06.04 08:48 von: chrismitz Anzahl Beiträge: 1
neuester Beitrag: 02.06.04 08:48 von: chrismitz Leser gesamt: 174
davon Heute: 1
bewertet mit 0 Sternen

02.06.04 08:48

16833 Postings, 7676 Tage chrismitzUSA bieten Truppenabzug Ende 2005 an

Die USA haben dem Weltsicherheitsrat in der Nacht zum Mittwoch eine neue Resolution vorgelegt, mit der sie sich zum Rückzug ihrer Truppen aus dem Irak ab Ende 2005 verpflichten würden. Nach einer Diskussion über den Resolutionsentwurf hinter verschlossenen Türen vertagte sich das höchste UN-Gremium jedoch noch in der Nacht. Zunächst sollten die Vorstellungen der neuen Übergangsregierung in Bagdad gehört werden, erklärte der derzeitige Präsident des Sicherheitsrates, der UN-Botschafter der Philippinen, Lauro Baja. Die Mehrheit der Ratsmitglieder wolle zudem vor einer Abstimmung den UN-Sonderbeauftragten für den Irak, Lakdhar Brahimi, anhören.

Zeitlich begrenzter Einsatz
Mit der Annahme der Resolution würden sich die USA erstmals zur Anerkennung eines überschaubaren Zeitrahmens für den Irak-Einsatz bereit erklären. Das UN-Mandat soll demnach "mit der Beendigung des politischen Prozesses" zur Herstellung demokratischer Verhältnisse im Irak auslaufen. Dies werde Ende 2005 Anfang 2006 erwartet. Bis dahin sollen die multinationalen Streitkräfte im Irak unter dem Kommando der USA das Recht haben, "alle erforderlichen Maßnahmen" für die Gewährleistung der Sicherheit und die Bekämpfung von Aufständischen sowie Terroristen zu ergreifen.

Sicherheitsrat prüft Mandat
Allerdings soll der Sicherheitsrat das Mandat nach zwölf Monaten "überprüfen". Die künftige Übergangsregierung des Iraks soll bereits zuvor eine Überprüfung des Militäreinsatzes verlangen dürfen. Damit ist jedoch nicht die jetzt ernannte Übergangsregierung gemeint, sondern erst jene Regierung, die laut UN-Resolution bis Ende Januar 2005 von einem bis dahin zu bildenden Übergangsparlament eingesetzt werden soll.

"Wirklich historischer Tag"
Unterdessen wurde die Ernennung der neuen irakischen Übergangsregierung international begrüßt, die am Dienstag in Bagdad die Amtsgeschäfte aufgenommen hat. UN-Generalsekretär Kofi Annan sprach von einem Neuanfang. US-Präsident George W. Bush zeigte sich erfreut über die Zusammensetzung der neuen Führung. Auch der britische Premierminister Tony Blair begrüßte die Einsetzung der neuen Regierung als "wirklich historischen Tag für den Irak".


Provisorischer Regierungsrat aufgelöst
Erstes Staatsoberhaupt nach dem Sturz des Saddam-Regimes wird der sunnitische Stammesscheich Ghasi el Jawar (46). Der designierte Regierungschef Ijad Allawi stellte die 28 Mitglieder seines Kabinetts vor, darunter fünf Frauen. Zehn Minister, darunter Hoschiar Sibari (Äußeres), gehörten bereits dem letzten Kabinett an. Der bisherige provisorische Regierungsrat löste sich auf.

Tote und Verletzte durch neue Anschläge
Überschattet wurde die Einsetzung der Regierung von zwei neuen Anschlägen mit Toten und Verletzten. In Bagdad sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Der arabische Fernsehsender El Dschasira berichtete von 25 Toten. Bei einem Selbstmordanschlag in Bedschi (200 Kilometer nördlich von Bagdad) wurden nach Angaben von Ärzten elf Iraker getötet und 18 verletzt.

Zwei polnische Zivilisten entführt
Außerdem wurden am Dienstag in Bagdad zwei polnische Zivilisten entführt; einer konnte sich jedoch kurze Zeit später selbst befreien. Wie ein Sprecher des US-Militärs mitteilte, zwangen die Kidnapper die beiden Angehörigen einer Baufirma aus Breslau (Wroclaw) mit vorgehaltener Waffe, in ihren Wagen einzusteigen. Wie das polnische Außenministerium am Abend bestätigte, befindet sich der Leiter des Büros des polnischen Unternehmens noch in der Gewalt der Entführer.


Offenbar Raubüberfall
Die Täter seien mit zwei Geländewagen vorgefahren und hätten außer den Polen drei Sicherheitsmänner und zwei irakische Angestellte zum Einsteigen gezwungen, zitierte die polnische Nachrichtenagentur PAP einen Unternehmenssprecher. Die Firma gehe eher von einem Raubüberfall als von einer politisch motivierten Entführung aus, hieß es. Die Entführer hätten offensichtlich nach Geld gesucht.
 

   Antwort einfügen - nach oben