USA:Auf die Kursrallye folgen die Kaufempfehlungen

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USA: Auf die Kursrallye folgen die Kaufempfehlungen

New York, 23. April (Bloomberg) - Nachdem der Nasdaq Composite Index seit dem 4. April um 33 Prozent zulegen konnte, geben sich Analysten wieder optimistisch. Das gilt auch für Rick Sherlund von Goldman, Sachs & Co. Er hat Microsoft Corp., Siebel Systems Inc., International Business Machines Corp. und Vitesse Semiconductor Corp. vergangene Woche hochgestuft. Insgesamt 151 solcher Beförderungen verzeichneten US-Technologieunternehmen seit Anfang April, nach 49 im März. Ein Trend, den Beobachter vor allem auf die aktuelle Kursrallye zurückführen und weniger auf verbesserte Aussichten für die Unternehmen.

"Analysten orientieren sich in der Regel am Rest ihrer Zunft", erklärt Joe Stocke, Fondsmanager bei StoneRidge Investment Partners in Malvern, Pennsylvania. "Sobald sich ein Trend abzeichnet, schließen sich immer mehr Analysten diesem Trend an." Zwischen dem 4. und dem 20. April ist der Nasdaq Composite um 33 Prozent gestiegen. Der Standard & Poor's 500 Index kletterte im gleichen Zeitraum um 14 Prozent. Ausschlaggebend für die Kursrallye waren unerwartet positive Quartalsergebnisse von Unternehmen und die Zinssenkung durch die US-Notenbank Federal Reserve.

Analysten sind für ihren Optimismus bekannt. Steigen die Kurse, zögern sie nicht lange, Unternehmen hochzustufen. Anders verhält es sich, wenn die Kurse fallen. So vergeht einige Zeit, bis ein Unternehmen abgestraft wird. Obwohl das Analysten-Votum in guten wie in schlechten Börsenzeiten wichtig ist, "sind viele Investoren auf Kaufempfehlungen fixiert", beobachtet Eric Wiegand, Fondsmanager bei Credit Suisse Asset Management. Als der Nasdaq Composite im Februar 2000 um 19 Prozent stieg, war die Anzahl der Herabstufungen höher als im April des Jahres. Seinerzeit fiel das Börsenbarometer um 16 Prozent.

Einige Aufwertungen stehen in direktem Zusammenhang mit kurz zuvor veröffentlichten Unternehmensergebnissen. So landete Microsoft nach Veröffentlichung der positiven Umsatz- und Gewinnzahlen bei Goldman wieder auf der "recommended list". Ein Jahr lang hatte Sherlund den Softwareproduzenten nur bei "market outperfom" gesehen. Sein Optimismus ist ansteckend. So haben auch Salomon Smith Barney Inc. und Thomas Weisel Partners den Softwareriesen hochgestuft.

Andere Unternehmen wurden ohne solch einen greifbaren Hintergrund hochgestuft. Als Jonathan Joseph von Salomon Smith Barney acht Halbleiterproduzenten am 11. April hochstufte, begründete er dies damit, dass die Absatzprobleme der Chiphersteller "doch nicht ewig andauern können." Die Wall Street sieht das ähnlich. So wurden Chipaktien im April insgesamt 58 Mal aufgewertet. Der Philadelphia Semiconductor Index ist seit dem 4. April um 43 Prozent gestiegen.

Obwohl Analysten eine Herauf- oder Herabstufung in der Regel auf die Aussichten eines Unternehmens oder aktuelle Kursbewegungen stützen, sehen die meisten Unternehmen nur wenige Anzeichen für eine Verbesserung der Geschäftslage, erklärt Wiegand. "Viele Entscheidungen basieren auf der Erwartung einer wirtschaftlichen Erholung bis Jahresende", erklärt der Fondsmanager. Der Effekt der jüngsten Aufwertungen "wird leicht gedämpft, weil der feste Glaube an einen Aufschwung im Grunde auf beiden Seiten fehlt."

Als der Nasdaq Composite im Januar um 25 Prozent zulegen konnte, blieben die meisten Analysten passiv. Zu diesem Zeitpunkt "waren viele noch mit der Aufholjagd beschäftigt", erklärt Stocke. "Um den vorangegangenen Kursverlusten ein wenig gerecht zu werden, mussten erst mal einige Unternehmen herabgestuft werden."


 

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