UMTS- Sargnagel oder Türöffner

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neuester Beitrag: 08.03.01 04:28
eröffnet am: 08.03.01 01:56 von: Makelo Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 08.03.01 04:28 von: gut-buy Leser gesamt: 347
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08.03.01 01:56

878 Postings, 7464 Tage MakeloUMTS- Sargnagel oder Türöffner

Am Anfang erst einmal die These.
UMTS wird ohne Zweifel ein Erfolg werden!!!

Die These, UMTS wird ein ein wirtschaftlicher Fehlschlag, wurde bisher noch nicht begründet.

Die Prognosen vieler Analysten und als Folge derer auch die vieler Anleger und Verbraucher reichen von "nie wieder Gewinn" bis zu "baldiger Bankrott".
Ja die Unternehmen in Europa haben sehr viel Geld für die UMTS-Lizenzen bezahlt. Dazu folgen noch die Kosten für den Ausbau der infrastruktur und die Kosten und Zinslasten liegen schwer auf den den Unternehmensbilanzen.
Die Kurse der Unternehmen stiegen Anfangs in schwindlige Höhen, um anschliessend, auch infolge der nun schon ein Jahr anhaltenden Baisse, weit in den Keller abzurutschen.
Eine Mode macht nur dann Spass, wenn alle mitmachen und dies ist wohl der Punkt, warum sich Anleger und Verbraucher immer weiter gegen den Trend UMTS richten.
Das ist nicht bestreitbar.

Aber die düsteren Prophezeiungen die derzeit gemacht werden, sind ebenso überzogen wie die anfängliche Euphorie die die Kurse der Anbieter und der gesamten Branche in den Himmel hoben.
Den Kosten auf der einen Seite stehen auch eine Menge von Werten auf der Habenseite gegenüber.
Die Unternehmen haben das Recht erworben, auf einem Wachstumsmarkt 20 Jahre unter sich zu bleiben. Das sind in Deutschland ganze sechs, denen sich in dieser Zeit kein anderer Interessent entgegenstellen kann.

Mobilfunkmarkt Europa
Penetrationsraten steigen in fast allen Ländern über 60 Prozent. Nach einem vergangen Wachstums von fast 100 Prozent in den vergangenen Jahren, rechnen Analysten in den folgenden "nur noch" mit 20-30 Prozent p.a.. Nur noch!!?? Ein Markt in der Stagnationsphase?? Welch gegensätzliche Prognosen!!

Die Verbraucher haben sich bereits daran gewöhnt unabhängig von ihrem Standort kommunizieren zu können. Die Anwendung SMS hat eine rasante und unerwartete Erfolgsstorie hinter und vor sich.
Je mehr sich daran beteiligen um so höher wird der Wert für den einzelnen und dies rechtfertigt auch die Prognosen für UMTS der Unternehmen für die zukünftige Entwicklung von UMTS. Wer kennt diese Abkürzung eigentlich nicht?
Ist damit nicht schon ein entscheidener Anfang gemacht, für einen Standard der praktisch eigentlich noch realisiert ist.

Daneben wird vergessen das die Mobilfunkbetreiber bis zur Freischltung der UMTS-Netze auch schon mit erheblichem Umsatz und Gewinn aufwarten können.
Das sollte Ihnen reichen um den Zinsen und dem Abbau der Schuldenlast gerecht werden zu können. Daneben wird auch vergessen das auch andere Geschäftsfelder zur finanziellen Stabilität beitragen. (Ausnahme Vodafon)

UMTS kommt auch nicht aus heiterem Himmel auf die Verbraucher zu.
GPRS und HSCSD beschleunigen die Übertragung schon heute und bereits aus diesen Übertragungsraten werden einige Dienste und Anwendungen zur Normalität dieser führen.
UMTS wird also kein neuer Anfang, sondern trifft bereits auf einen Massenmarkt, welchem sie nur noch neue schon ersehnte Möglichkeiten eröffnet.
Das Internet hatte am Anfang ähnliche Probleme und wurde trotzdem schon mit niedrigen Übertragungsraten von der breiten Masse genutzt. Die Nachfrage nach schnelleren Übertragungsraten war gross und alle warteten auf ISDN und DSL. Und alle waren und sind bereit dafür auch entsprechend zu zahlen.

Welche kommerziellen Dienste Dienste sich aus der grösseren Bandbreite ergeben ist erst in Umrissen erkennbar. Dies ist aber nichts ungewöhnliches, den die Suche nach "Applikationen" bei Ersatz einer alten durch eine neuere Technik war eher selten von Erfolg gekrönt. War erst das Huhn und dann das Ei oder ...???

Bei Geschäftskunden wird UMTS zum Zugang auf die Unternehmensnetze und Daten eine grosse Rolle spielen. (Aussendienst-Mitarbeiter, Logistikunternehmen (Telematik), m-commerce usw.)
Im privaten Bereich wird sich alles zunächst auf die drei Segmente:
*standortgebundene Informationsangobte für den Nutzer
*multimediale Nachrichten
*standortunabhängiger Internetzugang
ausrichten.

Wer zurückblickt und die Entwicklung der letzten fünf Jahre nachvollzieht, sieht das sich das Handy vom Luxusobjekt zum Alltagsgegenstand entwickelt hat und wird erkennen das die düsteren Szenarien wohl unangebracht sind.

(Zusammenfassung der Quelle: FAZ, 07.03.01, S. 17
mit eigenen Überlegungen)

Wer Lust hat könnte ja mal eigene mögliche und erwartete Anwendungen und Dienste aufführen. Wäre schon interessant was ihr dazu meint oder ob ihr den derzeitigen düsteren Szenarien folgt.
Ich finde es lachhaft wie sich die Meinungen von der ersten Euphorie über UMTS auf die heutigen düsteren Erwartungen gewendet hat. Mein Gott... warum lasst ihr euch alle nur so manipulieren. Sicher ist das Handy manchmal nervig, das tut doch aber seiner Entwicklung keinen Abbruch.
MfG Make  

08.03.01 04:28

1952 Postings, 7467 Tage gut-buy@ makelo ...schönes , rosarotes Vexierbild

das Johannes Winkelhage da gemalt hat. 100 000 Millionen Miete im Voraus auf 20 Jahre. (Mobilcom hat schon ohne die Finanzierungskosten rote Zahlen)
Und in die Infrastruktur muß auch noch investiert werden. Umts kann noch so schön sein, die Hypothek der Vorkosten stranguliert die Anbieter bis zur Bewußtlosigkeit. Wenn du 100 Milliarden bei 6 % auf 20 Jahre anlegst , erhältst du nach Ablauf über 300 Milliarden. Die Kredite kosten jährlich bei 6 % Zins und 1 % Tilgung 7 Millarden. "Wir waren bei der Lizensen-Versteigerung wohl besoffen", hat ein Teilnehmer kürzlich eingeräumt.
Johannes Winkelhage ist leider immer noch nicht nüchtern.----- Für alle, die keine FAZ lesen, Winkelhage ist der Autor, des obigen Artikels.-----
 

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