Türkei erfüllt EU-Vorgaben

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eröffnet am: 10.04.06 15:28 von: KTM 950 Anzahl Beiträge: 5
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8001 Postings, 5956 Tage KTM 950Türkei erfüllt EU-Vorgaben

HANDELSBLATT, Montag, 10. April 2006, 13:01 Uhr
Konjunktur

Türkei erfüllt EU-Vorgaben

Von Gerd Höhler

Die türkische Wirtschaft hat im vergangenen Jahr erneut alle Wachstumsprognosen übertroffen. Auch für 2006 zeigen die Indikatoren nach oben. An der politischen Front kündigen sich allerdings mögliche Turbulenzen an.

ISTANBUL. Das türkische Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal 2005 um 9,5 Prozent. Für das Gesamtjahr ergibt sich daraus ein Wirtschaftswachstum von 7,7 Prozent. Analystenschätzungen lagen bei 6,6 Prozent, die Regierung hatte in ihrem Haushaltsentwurf ursprünglich sogar nur fünf Prozent angesetzt. Das Wirtschaftswachstum der Türkei, die noch 2001 wegen einer schweren Finanzkrise am Rand des Staatsbankrotts stand, lag damit bereits im vierten Jahr in Folge über den Erwartungen. Seit 2002 erreichte es im Schnitt jährlich über acht Prozent. Für 2006 rechnen die Ökonomen im Durchschnitt mit fünf Prozent Plus.

Beflügelt wird die türkische Konjunktur vor allem von günstigen politischen Rahmenbedingungen, nämlich der EU-Beitrittsperspektive, aber auch von innerer Stabilität und der Konsolidierung der Staatsfinanzen. Hinzu kommt, dass sich die Inflation abschwächt und die Zinsen sinken. Die Zinssenkungen sorgen für einen Boom im Bausektor und steigenden Binnenkonsum.

Ein wichtiger Faktor für das nachhaltige Wachstum der türkischen Wirtschaft sind auch die in den vergangenen Jahren erreichten Produktivitätssteigerungen. Sie addieren sich in der Industrie seit dem Krisenjahr 2001 auf durchschnittlich 38,5 Prozent. Die gesteigerte Produktivität hilft nicht zuletzt der türkischen Exportwirtschaft, die unter der starken Lira leidet: Die türkische Währung hat seit Anfang 2005 gegenüber dem Euro um fast 15 Prozent aufgewertet.

Die Inflation, im Krisenjahr 2001 noch im Jahresdurchschnitt bei 68,5 Prozent, beträgt inzwischen nur noch 8,2 Prozent. Bis Ende 2006 dürfte die Teuerungsrate nach Schätzungen der Ökonomen der Deutschen Bank auf 6,3 Prozent zurückgehen, um 2007 auf 4,5 Prozent zu fallen. Damit hätte die türkische Zentralbank Spielraum für weitere Zinssenkungen.

Beeindruckende Erfolge kann das Land bei der Sanierung der Staatsfinanzen vorweisen: Das Haushaltsdefizit, das 2004 noch bei sieben Prozent des BIP lag, ging 2005 auf 2,8 Prozent zurück. ?Damit erfüllen wir bereits ein Kriterium des EU-Stabilitätspakts?, freut sich Wirtschaftsminister Ali Babacan. Nach vorläufigen Berechnungen fiel Ende 2005 die Gesamtverschuldung unter 60 Prozent des BIP und entsprach damit ebenfalls den EU-Vorgaben. Die Obergrenzen nach dem europäischen Stabilitätspakt liegen bei drei Prozent vom BIP für die staatliche Neuverschuldung und bei 60 Prozent für den Schuldenstand.

Zwar stieg das Leistungsbilanzdefizit 2005 auf 6,2 Prozent des BIP, doch die Finanzierung des Fehlbetrages, der in diesem Jahr ähnlich hoch ausfallen dürfte, bereitet keine Probleme. Denn es strömt reichlich Kapital in die Türkei: 2005 erreichten die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) die Rekordhöhe von 9,65 Mrd. Dollar. Tevfik Aksoy, Türkei-Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank, rechnet für 2006 sogar mit Auslandsinvestitionen von zwölf bis 15 Mrd. Dollar. Vor allem der Finanz- und der Energiesektor dürfte Investoren reizen.

Am bisher strahlend blauen Konjunkturhimmel tauchen allerdings erste Wolken auf: Die blutigen Kurdenproteste, die von den Südostprovinzen auch auf die Wirtschafts- und Finanzmetropole Istanbul übergriffen, könnten den Tourismus treffen ? er war in den vergangenen Jahren ein wichtiger Wachstumsmotor. Wetterleuchten auch am EU-Horizont: Der Zypernstreit gefährdet die eben erst begonnen Beitrittsgespräche. Hebt Ankara die Handelshemmnisse gegen die griechischen Zyprer nicht bis zum Jahresende auf, droht die Aussetzung der Verhandlungen.

Innenpolitisch gerät Ministerpräsident Tayyip Erdogan außerdem wegen hartnäckiger Korruptionsvorwürfe gegen Finanzminister Kemal Unakitan und andere Politiker der Regierungspartei unter wachsenden Druck der Opposition. Denkbar, dass der Premier die erst im November 2007 fälligen Parlamentswahlen vorzieht. Als Indiz könnten die jüngst gewährten Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst und angekündigte Steuererleichterungen gelten. Diese möglichen Wahlgeschenke provozierten bereits den Widerspruch des Internationalen Währungsfonds: Er fürchtet eine Abkehr der Türkei vom Kurs der fiskalischen Konsolidierung.

HANDELSBLATT, Montag, 10. April 2006, 13:01 Uhr  

10.04.06 15:32

12104 Postings, 7200 Tage bernsteinzu den vorgaben gehöhrt

ja wohl noch einiges mehr.  

10.04.06 15:34
1

12234 Postings, 6946 Tage GeselleSind die Zahlen genauso zuverlässig wie die

Griechischen???

Beste Grüße vom Gesellen    

 

10.04.06 20:32

8001 Postings, 5956 Tage KTM 950and up o. T.

10.04.06 20:51

8758 Postings, 5886 Tage DSM2005Wahnsinn

im Jahre 2001 noch fast am Staatsbankrot und danach im vierten Jahr schon ständig über den Erwartungen ...........


das ist ja ne tolle Leistung..................!!!!!!

Das ist ja wie wie ne Aktie nach 2001.....schon fast für tot erklärt und jetzt wieder im Aufstieg........oder hat das nicht jede geschafft....egal ob gut oder Müll...????



grins grins grins  

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