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Super-Forscher wird Doktor-Titel aberkannt

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neuester Beitrag: 12.06.04 12:10
eröffnet am: 12.06.04 11:43 von: malaka Anzahl Beiträge: 3
neuester Beitrag: 12.06.04 12:10 von: malaka Leser gesamt: 519
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12.06.04 11:43

645 Postings, 6469 Tage malakaSuper-Forscher wird Doktor-Titel aberkannt

"Super-Forscher" wird Doktor-Titel aberkannt
Der Physiker und Nobelpreis-Kandidat Jan Hendrik Schön fälschte seine Forschungsergebnisse
von Heike Jänz

 
Physiker und Nobelpreis-Kandidat:
Jan Hendrik Schön
 
Konstanz -  Die Universität Konstanz will dem Physiker Jan Hendrik Schön den Doktortitel entziehen. Der ehemalige Starwissenschaftler hatte zwischen 1998 und 2002 mehrfach mit spektakulären Forschungsdaten aus der Nanotechnologie Aufsehen erregt, die er geschönt und erfunden hatte. 2002 flogen die Fälschungen auf, sein amerikanischer Arbeitgeber Bell Laboratories entließ ihn fristlos.


Nun soll Schön auch seinen Doktortitel an die Universität Konstanz zurückgeben. Das Gesetz der baden-württembergischen Hochschule macht eine solche Forderung möglich, wenn sich der Titelträger "der Führung des Grades als unwürdig erwiesen hat". "Herr Schön hat vorsätzlich gefälscht. Das ist nach unserem Verständnis nicht mit dem Doktortitel zu vereinbaren, den wir als besonderen Ausweis für wissenschaftliche Tätigkeit ansehen", sagt Wolfgang Dieterich, Vorsitzender des Promotionssausschusses. Ein Jahr dauerten die Beratungen über das Entzugsverfahren: "Das ist eine schwer wiegende Entscheidung, die erst mal reifen muss", meint Dieterich. Er hält den Fall Schön für "den größten Fälschungsskandal in der Physik der letzten 50 Jahre oder wahrscheinlich darüber hinaus".


Von 1994 bis 1997 hatte der heute 33-Jährige Jan Hendrik Schön in Konstanz seine Doktorarbeit geschrieben; hier forschte er auf dem Gebiet der Solarzellen. Eine Kommission der Universität untersuchte 2003, ob Schön auch hier Daten manipuliert hatte. Im Abschlussbericht war tatsächlich von veränderten Messwerten und falschen Bezügen die Rede, insgesamt gehe man jedoch von "Nachlässigkeit" und "Verwechslungen" aus. Eine bewusste Manipulation sei nicht nachzuweisen, heißt es.


Anders hingegen in den USA: In 16 von 24 Verdachtsfällen wurde Schön von einer Kommission der Bell Labs für schuldig erklärt, Daten gefälscht zu haben. Ab 1998 experimentierte er für die amerikanischen Labors auf dem Gebiet der Nanotechnologie. Transistoren, die nur noch aus einem einzigen Molekül bestehen sollten, und Supraleitungen waren seine Forschungsbereiche. Bald veröffentlichte Schön im Durchschnitt alle acht Tage seine gefälschten Ergebnisse - auch in den renommierten Fachblättern "Nature" und "Science". Seine steile Karriere bescherte ihm internationalen Ruhm, er wurde als Nobelpreiskandidat gehandelt und galt weltweit als eine der führenden Persönlichkeiten im Bereich der Mikroelektronik mit Nanomaterialien.

Was Schön heute macht, weiß auch Wolfgang Dieterich nicht: "Er hat sich in den zwei Jahren kein Mal persönlich zu den Vorwürfen geäußert."

Artikel erschienen am 12. Juni 2004
 

12.06.04 11:56

34209 Postings, 7766 Tage DarkKnightCool. Ich frage mich manchmal, welche Anstrengung

ist größer: das Fälschen oder die originäre Arbeit?

Ich  denke mal, der Mann ist dennoch ein Genie, er hat nur den Beruf verfehlt.

Notenbankchef wäre wohl seine Destination gewesen, oder Finanzminister.  

12.06.04 12:10

645 Postings, 6469 Tage malakaoder vielleicht

Bundeskanzler?
Er sieht ja gut aus. Das genügt meistens.  

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