Sind PDSler die NEOKPDISTEN eine Gefahr?

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eröffnet am: 15.06.04 20:06 von: proxicomi Anzahl Beiträge: 5
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15.06.04 20:06

4690 Postings, 7673 Tage proxicomiSind PDSler die NEOKPDISTEN eine Gefahr?

Von Rosa Luxemburg zu Ernst Thälmann

Die KPD in der Weimarer Republik 1918 bis 1933
                
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Als Ernst Thälmann vor 75 Jahren Vorsitzender der kommunistischen Partei wurde, war dies der Anfang vom Ende innerparteilicher Demokratie der KPD. Er wurde als der "unfehlbare Führer" die deutsche Kopie des sowjetischen Diktators Stalin. Mit Thälmann begann die Bolschewisierung der KPD zur Kaderpartei sowjetischen Typs. Der herausragende Kopf der KPD war jedoch Rosa Luxemburg, die für einen demokratischen Kommunismus und für innerparteiliche Diskussion stand. Von der KPD ging in der Weimarer Republik ? neben den Nationalsozialisten ? die größte Gefahr für die erste deutsche Demokratie aus.

Bundeskanzleramt mit historischer Kulisse

In das ehemalige DDR-Staatsratsgebäude in Berlin ist das Bundeskanzleramt provisorisch eingezogen. Die stilisierten Porträts der beiden Kommunisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Mosaikfenster des Foyers erinnern Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine Mitarbeiter täglich daran, auf historischem Boden zu arbeiten. Der untergegangene erste Arbeiter- und Bauernstaat auf deutschem Boden verherrlichte die beiden Revolutionäre, die in Berlin ermordet wurden. Der Bolschewist Ernst Thälmann übernahm danach das Ruder der KPD.
                
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Die Geburtsstunde der Weimarer Republik und der KPD fallen beinahe zusammen. Am 9. November 1918 ruft der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann von einem Fenster des Reichstagsgebäudes in Berlin die Republik aus und Kaiser Wilhelm II. entsagt dem Thron. Das war das Ende des deutschen Kaiserreiches. Vom 29. Dezember 1918 bis 1. Januar 1919 tagte der Gründungsparteitag der KPD in der Hauptstadt. 83 Delegierte des Spartakusbundes und 29 der Internationalen Kommunisten Deutschlands aus 56 Orten trafen sich dazu in Berlin. Rosa Luxemburg hielt das Hauptreferat und erläuterte das von ihr verfasste Programm. Bei gleichen Zielen unterschied es sich in Strategie und Methoden in wesentlichen Punkten von dem der Bolschewiki in Russland. Ziel beider war eine deutsche sozialistische Republik. Im Gegensatz zu Lenin sah Rosa Luxemburg die Rolle der kommunistischen Partei jedoch föderalistisch ? demokratisch. Revolutionärer Terror, wie in Russland durch die Geheimpolizei Tscheka allgegenwärtig, der Tausenden von Klassenfeinden das Leben kostete, lehnten die Gründungsmitglieder der KPD als Mittel der Politik mit großer Mehrheit ab. Im Programm heißt es: "Die proletarische Revolution bedarf für ihre Ziele keines Terrors, sie hasst und verabscheut den Menschenmord". Gegen den Willen der KPD-Zentrale und Rosa Luxemburgs kam es wenige Tage nach dem Gründungsparteitag zum Spartakusaufstand in Berlin. Anlass war die Absetzung des Berliner Polizeipräsidenten Eichhorn (USPD), nachdem die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD) aus der sozialdemokratischen Regierung Ebert-Scheidemann ausgeschieden war. Er hatte sich geweigert, sein Amt niederzulegen. Die USPD, die revolutionären Obleute Berlins und die KPD riefen die Arbeiter zu Solidaritätskundgebungen auf. Revolutionäre Teile der Arbeiterschaft, enttäuscht von den "Errungenschaften" der Novemberrevolution 1918, folgten am 5. Januar 1919 dem Ruf und besetzten das Berliner Zeitungsviertel. Wegen der Streitigkeiten ihrer Führer verliefen die Demonstrationen im Sande.

Spartakusaufstand

Allein die KPD glaubte, die Unzufriedenheit der enttäuschten Massen nutzen zu müssen. Sie rief die zweite Revolution aus, die endlich die ersehnte Sozialisierung und die klassenlose Gesellschaft bringen sollte. Die Regierung des Sozialdemokraten Friedrich Ebert wurde für abgesetzt erklärt. Trugen während des Ersten Weltkrieges KPD und SPD ihre unterschiedlichen Meinungen noch friedlich aus, eskalierten die Auseinandersetzungen jetzt zu Szenen nackter Gewalt. Die Gewehrläufe regierten den politischen Kampf. Der Bruch zwischen SPD und der aus ihr hervorgegangenen KPD war endgültig und sollte seinen Höhepunkt in der Sozialfaschismusthese der KDP finden, die die SPD zum Ende der Republik von Weimar noch vor den Nationalsozialisten zum Hauptfeind Nr. 1 für die KPD machte.

Die Regierung Ebert-Scheidemann betraute den Volksbeauftragten (Minister) Gustav Noske (SPD) mit dem Oberbefehl über die Truppen der Reichswehr und der jetzt gebildeten Freikorps. Diese schlugen den Spartakusaufstand binnen weniger Tage blutig nieder, auf den "roten" folgte nun der "weiße" Terror. Seine prominentesten Opfer waren Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die am 15. Januar 1919 verhaftet und ohne Verhör oder Gerichtsverfahren von Angehörigen der Gardekavallerie-Schützendivision misshandelt und ermordet wurden.

Orientierung an der Sowjetunion

Die KPD verlor ihre fähigsten Köpfe. Auf weite Sicht bedeutete vor allem der Tod Rosa Luxemburgs für den demokratischen Sozialismus eine Niederlage und rief Empörung und Abscheu auch bei vielen hervor, die die politischen Ansichten der Ermordeten keineswegs teilten.

Die sowjetisch orientierte Richtung in der KPD gewann nun immer mehr an Einfluss. Einen ersten Schritt in die Abhängigkeit Moskaus war der Bruch des linken Flügels mit der Partei auf ihrem II. Parteitag im Oktober 1919. Die Linken gründete eine neue Partei, die Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD). Sie hatte bei Parteigründung 38000 Mitglieder gegenüber 30000 der KPD.

Nach den Spartakuskämpfen bekam die KPD ihren ersten Massenzulauf radikalisierter Arbeiter. Das gemeinsame Vorgehen der sozialdemokratischen Regierung mit den konservativen Kräften der Armee hatte Teile der Arbeiterbewegung verbittert. Restaurative Tendenzen wie die Übernahme des alten kaiserlichen Beamtenapparates, der Justiz usw. bewirkten ebenfalls eine Radikalisierung der Arbeiter, die jetzt in der KPD eine neue politische Heimat suchten.

KPD wird Massenpartei

Der Unmut der Arbeiterschaft über die SPD- Regierung zeigte sich deutlich bei den Reichstagswahlen am 6. Juni 1920. Die SPD erhielt nur noch 5,6 Millionen Stimmen gegenüber 4,9 Millionen Stimmen für die USPD. Auf ihrem Parteitag in Halle vom 12. bis 17. Oktober 1920 spaltete sich die USPD. Anlass war die Aufnahmeverweigerung ihres rechten Flügels zur III. Kommunistischen Internationale (Komintern), ausgesprochen durch die Moskauer Zentrale. Der Komintern-Vorsitzende Grigorij Sinowjew beschimpfte die Rechten der USPD als Menschewisten. Es kam zum Bruch innerhalb der Partei. Ihr linker Flügel vereinigte sich Ende 1920 mit der KPD zur Vereinigten Kommunistischen Partei Deutschlands, später nur noch KPD genannt. Die Kommunisten, bisher eine politische Sekte (Stimmenanteil an der Wahl vom 6. Juni 1920 2,1 Prozent = 441000 Stimmen, das waren nicht einmal 1/20 des Stimmenanteils der anderen Arbeiterparteien) wurde zur Massenpartei. Im März 1922 zählte sie 359000 Mitglieder.

Kampf um die politische Macht

Beim Kampf gegen die Weimarer Republik suchte die KPD Verbündete ohne Rücksicht auf deren Ideologie. So kam es periodisch zur Politik der Einheitsfront mit den Organisationen der Arbeiter wie Gewerkschaften, SPD, USPD u.a. Der Einheitsfrontpolitik blieben jedoch die Erfolge versagt. Ein Angebot der Regierungsbeteiligung nach dem Auflösen des Kapp-Putsches, einer Verschwörung rechtsradikaler und konservativer Kreise gegen die Republik um den preußischen Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp und den General Walther Freiherr von Lüttwitz, dem "Vater der Freikorps", lehnte die KPD ab.

Ein Jahr später versuchte die KPD selbst mit Waffengewalt Weimar zu Fall zu bringen. Die März-aktion 1921 in Mitteldeutschland war auf Initiative der Komintern zustande gekommen. Das Exekutivkomitee der Komintern (EKKI), in dem die KPdSU die übrigen kommunistischen Mitgliederparteien dominierte, hatte den Aufstand beschlossen. Den russischen Werktätigen sollten neue Erfolge der Weltrevolution präsentiert werden, um von den innenpolitischen Schwierigkeiten der Sowjetunion abzulenken (Kronstadter Matrosenaufstand, Hungersnöte etc.). Das geschah auf Kosten der deutschen Arbeiter, welche die KPD ins Feuer schickte. Die unzureichende Bewaffnung der KPD-Aufständischen und ihre geringe Zahl machten es der Reichswehr leicht, den Aufstand niederzuschlagen.

Nationales Bündnis zwischen Rechten und Linken

Eine andere Variante des Kampfes der KPD gegen die Weimarer Republik wurde mit dem Schlageter-Kurs verfolgt. Dazu versuchte Karl Radek, der Beauftragte der Komintern für Deutschland, im Juni 1923 die KPD im Zeichen des Ruhrkampfes in ein nationalpolitisches Bündnis mit den Rechtskräften zu drängen. Zuvor war in der "Roten Fahne", dem Zentralorgan der KPD, die Schlageter-Rede Radeks veröffentlicht worden.

Albert Leo Schlageter war ein ehemaliger kaiserlicher Offizier, hoch dekoriert, nach dem Krieg Freikorpsführer in Oberschlesien, dort Verteidiger des Annaberges gegen polnische Insurgenten. Danach wandelte er sich zum Nationalsozialisten. Aktiv beteiligt am Ruhrkampf gegen die Franzosen und Belgier, wurde er am 16. Mai 1923 standrechtlich erschossen. Damit wurde er ein Märtyrer der nationalen Rechten.

Radek propagierte in seiner Schlageter-Rede das gemeinsame Vorgehen von Kommunisten und Nationalisten gegen das Entente-Kapital in Gestalt Frankreichs. In der politischen Praxis veranstaltete die KPD Diskussionsabende mit den Rechten. Ein Parteibefehl besagte: "Konzentriert die Propaganda auf der Schlageter-Linie!" Die KP-Zentrale stoppte diese nationalbolschewistische Phase erst, als manche Bezirksleiter der KPD auf den Plakaten neben den Sowjetstern das Hakenkreuz setzten. Außerdem ging die Zusammenarbeit mit den Faschisten nicht mit der sowjetischen Außenpolitik konform. Den Sowjets war es nicht am Kampf gegen die Franzosen gelegen, sondern an einer kommunistischen Machtergreifung in Deutschland.

Thälmann wird KPD-Vorsitzender

Das Scheitern der zahlreichen Aufstandsversuche der KPD ? es folgten im Krisenjahr der Weimarer Republik 1923 noch Aufstände in Hamburg, Sachsen und Thüringen ? führte zu erbitterten Auseinandersetzungen in der KPD-Führung und mit der Komintern. Auf dem IX. Parteitag 1924 musste die Gruppe um August Thalheimer und Heinrich Brandler, die als "Parteirechte" galten und einer Einheitsfront mit der SPD zuneigten, die Parteiführung an die linke Opposition unter Ruth Fischer, Arkadij Maslow, Werner Scholem und Ernst Thälmann abgeben. Die neue Leitung wechselte den Parteiapparat fast vollständig zugunsten eigener Anhänger aus. Thälmann ? 1896 in Hamburg geboren, ungelernter Hafenarbeiter, Soldat, zweimal verwundet, seit 1921 hauptamtlicher Funktionär der KPD, 1924 bis 1932 Reichstagsabgeordneter ? war als Kandidat für die Reichspräsidentenwahl 1925 (und erneut 1932) in ganz Deutschland populär geworden. 1926 wurde Thälmann Vorsitzender des neugegründeten "Roten Frontkämpferbundes", einem ? neben der SA, dem Reichsbanner und dem Stahlhelm ? der größten paramilitärischen Verbände der Weimarer Republik (zu diesen siehe IFDT 3/86, S.66?73). Im August 1925 wurde er Parteivorsitzender der KPD. Dies hatte er seiner bedingungslosen Unterordnung unter Stalin und die Sowjetunion zu verdanken. Als die KPD ihn 1928 wegen einer Unterschlagungsaffäre eines Freundes ("Wittorf-Affäre") seiner Funktion enthoben hatte, setzten ihn Stalin und die Komintern wieder ein. Nun wurden Thälmanns Gegner, die "rechten" Kommunisten ausgeschaltet und die stalinistische KPD fast militärisch diszipliniert.


Trotz der heraufziehenden Gefahr des Nationalsozialismus bekämpfte die KPD nach 1929 die SPD ? von ihnen "Sozialfaschisten" genannt ? als Hauptfeind.



Für diese verheerende, von Stalin diktierte Politik, die den Widerstand gegen die NSDAP schwächte, trug Thälmann die Hauptverantwortung. In der Weltwirtschaftskrise gewann die KPD weitere Anhänger. Sie hatte 1932 knapp sechs Millionen Wähler. Thälmann konnte sich bis 1933 als Parteivorsitzender halten. Der Reichstagsbrand lieferte Hitler 1933 den Vorwand, die KPD zu verbieten. Noch in der Nacht des Brandes wurden Tausende von Parteifunktionären, darunter Parteiführer und Reichstagsabgeordnete, verhaftet. Am 3. März nahm die Gestapo auch Thälmann fest. Er wurde 1944 im KZ Buchenwald ermordet.



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15.06.04 20:10

244 Postings, 6450 Tage alphaalphaIst PROXICOMI die NERVENSÄGE eine Gefahr?

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15.06.04 20:20

103286 Postings, 7859 Tage KatjuschaKomme mir vor wie in der 5.Klasse

Danke nochmal Proxi für die Zusammenfassung meines Geschichtsunterrichts! Ich hatte Details schon fast verdrängt, um Leute wie Dich nicht zu sehr aufzuregen! ;)  

15.06.04 20:24

4690 Postings, 7673 Tage proxicomiAn welcher SED-PARTEISCHULE warst Du denn?

in klasse fünf weiß jedes kind, wird diese periode noch gar nicht behandelt.


naja, glaubwürdigkeit und linke phrasen....:)



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proxi  

16.06.04 23:35

4690 Postings, 7673 Tage proxicomiHappy End welche Parteischule der KPdSU war es?

ich bin gespannt.


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proxi  

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