Schröder-Aktien / Stoiber-Aktien?

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neuester Beitrag: 22.10.02 14:28
eröffnet am: 16.09.02 09:26 von: Happy End Anzahl Beiträge: 8
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16.09.02 09:26

95441 Postings, 7407 Tage Happy EndSchröder-Aktien / Stoiber-Aktien?

Bringt Stoiber frischen Wind für die Märkte? Schützt Schröder Finanz- und Staatskonzerne vor Verlusten? Vor der Entscheidung am 22. September haben Analysten deutsche Aktien den politischen Lagern zugeordnet. Aktionäre hoffen auf den Kanzlerbonus.


Das Wahlszenario: Telekom profitiert von den Genossen, doch Volkswagen rollt ins Stoiber-Lager.

Kanzler und Herausforderer liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, und Wahlkämpfer sind unter Hochspannung. Am 22. September fällt die Entscheidung, ob Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) weiterregieren kann oder ob er seinen Platz für Edmund Stoiber (CSU) räumen muss. Auch Kapitalmarktexperten haben sortiert, welche Aktien von einem Sieg Stoibers oder Schröders profitieren könnten: Zwar geben sich Börsianer in der Schlussphase des Wahlkampfes deutlich gelassener als die Politstrategen, doch ist die Anzahl der "politischen Aktien" im Dax recht groß.

Wall Street überragt das Kanzleramt

Mit starken Ausschlägen im Index unmittelbar nach der Wahl am 22. September rechnet kaum ein Börsianer. Ein möglicher US-Militärschlag im Irak und die weitere Entwicklung der US-Konjunktur wiegen schwerer als die Entscheidung zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb. Der Dax orientiert sich stärker an der Wall Street als am Berliner Kanzleramt. Dennoch seien zumindest kurzfristige Kursausschläge der einen oder anderen Aktie möglich, meint Michael Klawitter von der WestLB. Fondsmanager betonen, dass nationale Wahlen hinter den internationalen Turbulenzen und der Globalisierung der Konzerne zurücktreten. Sie riskieren aber schon mal einen Blick auf den Schröder- oder Stoiber-Aktienbasket, um bei kurzfristigen Schwankungen nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Die Schröder-Aktien: Staatskonzerne und Hochfinanz


Zu den Profiteuren einer Schröder-Wiederwahl könnten Finanzkonzerne wie Münchener Rück, Allianz oder Deutsche Bank zählen. Die rot-grüne Regierung hat durchgesetzt, dass Kapitalgesellschaften ihre inländischen Beteiligungen seit Januar 2001 steuerfrei verkaufen dürfen. Großbanken und Versicherungen haben von dieser Regelung zur Entflechtung der Deutschland AG bereits regen Gebrauch gemacht: Mit den steuerfreien Erträgen lässt sich in trüben Zeiten die Bilanz deutlich aufbessern, und noch immer schlummert umfangreicher Beteiligungsbesitz in den Depots.

Kanzlerkandidat Stoiber hat diesen Steuervorteil in Frage gestellt, und der designierte Koalitionspartner FDP hat sich für eine Wiedereinführung der Besteuerung ausgesprochen. Ein Regierungswechsel könnte also Finanzwerte zunächst belasten, da Kapitalgesellschaften dadurch unter Zeitdruck geraten. Allerdings hat CDU-Finanzexperte Friedrich Merz angedeutet, dass sich die Union mit einer Änderung des Gesetzes bis 2004 Zeit lassen könnte. Analysten rechnen damit, dass eine schwarz-gelbe Regierung den großen Finanzkonzernen eher einen geordneten Rückzug ermöglicht, statt ihnen die Pistole auf die Brust zu setzen.

Telekom und Post: Union drängt auf Privatisierung

Ehemalige Staatsunternehmen wie Deutsche Telekom und Deutsche Post werden ebenfalls zu den "Schröder-Aktien" gezählt, obwohl der Kanzler bei der Ablösung von Telekom-Chef Ron Sommer keine glückliche Rolle gespielt hat. Dennoch können Post und Telekom, an denen der Bund weiterhin große Aktienpakete hält, unter einer rot-grünen Koalition mit einer längeren Schonfrist rechnen. Sowohl CDU-Wirtschaftsexperte Lothar Späth als auch die FDP haben in den vergangenen Tagen darauf gedrängt, die Privatisierung der beiden Unternehmen zügig voranzutreiben und den Staatsanteil weiter abzubauen.

Käufer für diese Aktien sind derzeit jedoch Mangelware. Bei anhaltend schwachen Märkten kann allein das Gerücht, der Mehrheitsaktionär könne in absehbarer Zeit große Aktienpakete auf den Markt werfen, die Aktien von Telekom und Post belasten. Die Union werde Aktienbestände des Bundes jedoch nicht zum Schleuderpreis verkaufen, wiegeln Branchenkenner ab. Wohin bei der Telekom die Reise geht, darüber werde der Erfolg von UMTS und nicht ein schnellerer Rückzug des Bundes entscheiden.

Umwelt- und Biotechwerte in getrennten Töpfen

Ein Sieg der amtierenden Koalition dürfte Anbietern regenerativer Energien wie Umweltkontor oder Plambeck nützen: Die Förderung von Windkraft und Solarstrom gehört zum Grundverständnis des grünen Koalitionspartners, und politisch günstige Rahmenbedingungen sind für kleine Wachstumsunternehmen wichtig. Von Seiten der Union droht Gegenwind. Die Stromkunden könnten sich die Fortsetzung der bisherigen Förderungspolitik nicht leisten, betont Matthias Wissman, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU. Andererseits gilt Herausforderer Edmund Stoiber als ein Förderer junger Biotechunternehmen, die ebenso wie IT-Unternehmen in großer Zahl in Bayern vertreten sind. Die Biotech-Branche könnte sich eher von einer schwarz-gelben Koalition bessere Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten in Deutschland erhoffen.

Die Stoiber-Aktien: Ausgerechnet VW


Auch gegenüber der Atomenergie zeigt sich Unionskandidat Stoiber aufgeschlossener. Rot-Grün hat sich auf den Ausstieg festgelegt, doch Union und FDP wollen nicht so schnell auf Kernenergie verzichten. Kommt es zu einem Regierungswechsel, könnten Atomkraftwerke länger am Netz bleiben. Davon profitieren vor allem große Energieversorger wie Eon und RWE, wobei Eon nach Einschätzung der Commerzbank stärker als der Essener Konkurrent auf diese Energiequelle setzt. Das Land Bayern besitzt zudem rund fünf Prozent der Anteile an Eon.

Zu den Vorzeigeunternehmen des bayerischen Landesvaters gehört auch BMW. Die deutschen Automobilhersteller könnten allgemein durch einen Regierungswechsel gestärkt werden, da die Union die nächste Stufe der Ökosteuer aussetzen will. Hersteller erhoffen sich dadurch einen Impuls, der die aktuell laue Inlandsnachfrage auf Touren bringt. Im Planspiel der Analysten käme kurioserweise ausgerechnet für die Volkswagen-Aktie Kursphantasie auf, sollte der aus Niedersachsen stammende "Automann" Schröder abgewählt werden. Schröder hat das in der EU stark kritisierte VW-Gesetz, das dem Land Niedersachsen das letzte Wort bei wichtigen Entscheidungen sichert, stets verteidigt. Kippt das Gesetz, würde die Volkswagen-Aktie für internationale Investoren attraktiver ? das Unternehmen verlöre einen Beschützer, doch die Aktie gewänne neue Freunde.

Wechseljahre sind gute Dax-Jahre


Unterschiedliche Akzente in der Energiepolitik, bei der Privatisierung ehemaliger Staatsunternehmen oder beim Thema Beteiligungsverkäufe werden nach Ansicht von Finanzmarktprofis jedoch nicht über die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland entscheiden. Die hohen Lohnnebenkosten in Deutschland sowie der unflexible Arbeitsmarkt sind beliebte Argumente ausländischer Investoren, um dem Standort fernzubleiben. Die größere Entschlossenheit, daran etwas zu ändern, wird CSU-Mann Edmund Stoiber zugetraut: Stoiber vermittle den Eindruck, er gehe schmerzhafte und notwendige Reformen eher an als Schröder, meint Steve Cordell, Fondsmanager bei HSBC. Auch Jürgen Michels von Salomon Smith Barney meint, dass die Finanzgemeinde einen "marktfreundlichen Kurs" eher mit Edmund Stoiber verbindet.

Glaubt man an die Gültigkeit einer Studie der HypoVereinsbank, dann müssten Börsianer auf einen Regierungswechsel hoffen. Nach einer Statistik der HVB ist der Dax jeweils deutlich gestiegen, wenn ein neuer Kanzler ins Amt kam. Sowohl 1969 (Brandt für Kiesinger), 1983 (Kohl für Schmidt) und 1998 (Schröder für Kohl) legte der Dax zu. Ein neuer Mann an der Regierungsspitze könnte durch tatkräftige Reformen auch die Märkte beflügeln, so die Argumentation. Kritiker dieser Theorie verweisen dagegen auf die USA, wo Jahre des Regierungswechsels stets schlechte Börsenjahre waren. Ob der neue Kanzler nun Schröder oder Stoiber heißt ? es ist unwahrscheinlich, dass er die deutschen Indizes aus dem Schatten der Wall Street führt. Die meisten börsennotierten Konzerne agieren ohnehin weit über Landesgrenzen hinaus.

mm.de  

22.10.02 13:52

95441 Postings, 7407 Tage Happy Endhmmmmmmm

22.10.02 14:04

16758 Postings, 7182 Tage ThomastradamusHab ich die letzte Auswertung Deines

Tippspiels verpasst? Nicht, dass ich scharf drauf wäre, aber....

Gruß,
T.  
 

22.10.02 14:16

95441 Postings, 7407 Tage Happy EndHeute Abend

heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend heute Abend

;-))
 

22.10.02 14:18

16758 Postings, 7182 Tage Thomastradamusich hab doch geschrieben, dass ich nicht scharf

drauf bin - auch nicht heute Abend! ;-)

Gruß,
T.  

22.10.02 14:20

95441 Postings, 7407 Tage Happy EndDann mach ich eben keine ;-p

22.10.02 14:21

16758 Postings, 7182 Tage ThomastradamusGut, dann weiß ich Bescheid! ;-) o.T.

22.10.02 14:28

2509 Postings, 7874 Tage HiobStoiber AG wurde wegen Insolvenz geschlossen.

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