SAP verlagert Verwaltung gen Osten

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neuester Beitrag: 24.06.04 17:43
eröffnet am: 23.06.04 19:03 von: Thomastrada. Anzahl Beiträge: 12
neuester Beitrag: 24.06.04 17:43 von: haerte10 Leser gesamt: 806
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23.06.04 19:03
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16758 Postings, 7337 Tage ThomastradamusSAP verlagert Verwaltung gen Osten

SAP will Teile der Verwaltung verlagern
Bündeln der Funktionen in Osteuropa


SAP-Chef Henning Kagermann plant unterschiedliche, bisher über ganz Europa verteilte Verwaltungsfunktionen an einem einzigen Standort in Osteuropa zu bündeln und dadurch Kosten zu sparen. Die Zentralisierung läuft intern unter dem Arbeitstitel Shared Services Center (SSC), meldet das Magazin 'Wirtschaftswoche'.

Nach einer internen Präsentation soll das neue SSC entweder in Prag, Budapest oder Bratislava errichtet werden. Betroffen sind die Bereiche Personalwesen sowie Finanzen und Administration, in denen SAP weltweit rund 3.100 Mitarbeiter beschäftigt, davon schätzungsweise mehr als 2.000 allein am Unternehmenssitz in Walldorf. Die IG Metall in Heidelberg befürchtet, dass von einer Verlagerung bis zu 1.300 Stellen bedroht sein könnten. (as)

[ Mittwoch, 23.06.2004, 12:34 ]

http://de.internet.com/index.php?id=2029243


...der Trend nimmt weiter Fahrt auf...

Gruß,
T.
 

23.06.04 20:07

191 Postings, 6301 Tage haerte10Da kann man SAP nur beglückwünschen

Ein Unternehmen muss seine Chancen nutzen und dafür wurde dieses neue Europa nunmal geschaffen. Ein Headquarter in der Region bilden, wo sich demnächst auch die nachfolgende Entwicklung befindet, ist mehr als sinnvoll. Programmentwicklung und IT ist personalintensiv und stellt keine besonderen Anforderungen. Nachwuchs ist somit schnell ausgebildet und Osteuropa wird das europäische Indien.  

23.06.04 20:13
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8898 Postings, 7846 Tage SlashBei den Firmen sollte man

einfach nichts mehr kaufen. Mal abgesehen davon das die Saumässige Preise haben gibt es auf dem Markt genug andere Softwarelösungen. Wenn es dann schon kein Deutsches Unternehmen mehr ist fällt die Entscheidung auch noch leichter. Hat also auch seinen Vorteil.

Gruß slash  

23.06.04 20:23

21368 Postings, 7392 Tage ottifantWieso paßt doch

SAP = Software aus Polen  

23.06.04 20:33

Clubmitglied, 46974 Postings, 7680 Tage vega2000Deutsche Vorstände raus

Unternehmen die ans sparen denken, sollten sich ihre Vorstände aus dem Osten holen. Von den eingesparten Millionen deutscher Vorstände könnte so mancher Standort in D erhalten werden.  

23.06.04 20:36

191 Postings, 6301 Tage haerte10Das Problem ist,

dass alle so handeln werden. Was soll der Verbraucher noch entscheiden können? Siehe z.B. TV, HiFi und Photo. Ne, ne das ist nicht mehr aufzuhalten. Und global gesehen, wer sind die Hauptsponsoren bei der Fussball"europa"meisterschaft? Die Mehrheit der Deutschen hat sich für dieses Europa entschieden, zumindest indirekt. Ausserdem hat dies auch Vorteile. Man hat zukünftig wieder mehr Zeit für die wichtigen Dinge im Leben. Die so wichtige private Altersvorsorge zum Beispiel. So fünf bis sechs Kinder pro deutscher Familie sollten reichen. Und wer immer noch karrieregeil ist, wird auch zukünftig Chancen finden. Ich denke da vor allem an aufstrebende Industriestaaten wie die Türkei. Zumal sie personell noch in unserer Schuld stehen. So als Fliessband-Fritz im Gegensatz zum Fliessband-Ali wäre doch mal eine echte Alternative.

Für alle Spätzünder. Dies ist Satire.  

23.06.04 20:39

1339 Postings, 7995 Tage Eddiehaerte10 = absolute Härte

Selten so 'en Quatsch gelesen:

"Programmentwicklung und IT ist personalintensiv und stellt keine besonderen Anforderungen"

In IT-Bereich laufen nur Leute ohne besondere Anfoderungen rum. Hihihi

Die Anforderungen sind überall gleich, und zwar hoch. Nur Indien oder
im ex. Ostblock (z. B. Minsk=IBM Prog-Zentrum) wird nur ein Bruchteil
der hiesigen Löhne bezahlt.

Im übrigen will SAP Verwaltungsfunktionen "auslagern". IT ist der
Kernbereich bei SAP. Steht also laut der SAP News aus #1 (zunächst)
nicht zur Disposition.


 

23.06.04 20:50

191 Postings, 6301 Tage haerte10Da steh ich zu

Als im Arbeitsamt die Kassen voll waren, haben die jeden in die entsprechende Ausbildung gesteckt, bis der Arbeitsmarkt übervoll damit war. Und das ging in einem rasend schnellen Tempo. Der ganze Bereich ist sowas von überbewertet. Selbst ich habe mir für den Eigenbedarf das Programmieren innerhalb eines halben Jahres in der Freizeit im Selbststudium beigebracht. Was ist daran schwer? Vielfältig ist es und das war es auch schon.

Und nach der Verwaltung folgt der Rest. Das pfeiffen schon die Spatzen von den Dächern.  

24.06.04 15:44

129861 Postings, 6517 Tage kiiwiiTrend zur Produktion im Ausland verstärkt sich

Trend zur Produktion im Ausland verstärkt sich

Deutsche Unternehmen verlagern Werke

Von Markus Hennes

Die Standortdebatte bei Siemens hat in den vergangenen Wochen die Gemüter erhitzt. Der Münchner Konzern drohte, bis zu 5 000 Arbeitsplätze ins kostengünstigere Ausland zu verlagern, falls IG Metall und Betriebsräte nicht ihren Widerstand gegen flexiblere und längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich aufgeben.


Bild vergrößern IG Metaller protestieren gegen die von Siemens geplante Verlegung von Stellen ins Ausland.


DÜSSELDORF. An den Standorten Bocholt und Kamp-Lintfort, wo Siemens Mobiltelefone und schnurlose Telefone herstellt, standen rund 2 000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Noch in diesen Tagen suchten Belegschaft und Unternehmensleitung nach einer Lösung.

Wie Siemens verlagern immer mehr deutsche Industriekonzerne ihre Produktion ins Ausland. ?Zwei Ziele?, sagt Industrieanalyst Hermann Reith von der ING-BHF-Bank, ?stehen dabei im Vordergrund: Kostensenkung und die Erschließung neuer Absatzmärkte.? So spart der Mischkonzern MAN in der personalintensiven Busfertigung pro Arbeitsplatz 25 000 Euro im Jahr durch höhere Zulieferungen aus Polen und der Türkei ein. Die deutschen Maschinenbauer konnten ihre führende Position nur verteidigen, weil sie nach der Errichtung von Vertriebs- und Servicestützpunkten nun auch verstärkt im Ausland fertigen. 80 000 Jobs wanderten so ab.

Freilich werden nicht immer ganze Fabriken geschlossen, um sie dann in Asien oder Osteuropa wieder aufzubauen. So wie bei Siemens-Chef Heinrich von Pierer gehört es aber zum Pflichtenheft jedes Unternehmenslenkers, vor Investitionsentscheidungen alle in Frage kommenden Standorte zu vergleichen. ?Künftig wird es entscheidend sein, jede einzelne Wertschöpfungsstufe von der Forschung bis zum Vertrieb dort anzusiedeln, wo weltweit die besten Voraussetzungen anzutreffen sind?, sagt Udo Jung, Geschäftsführer bei der Boston Consulting Group (BCG). Das könne Böblingen ebenso sein wie Boston oder Bangalore, je nachdem ob Kundennähe, Kosten, Mitarbeiterqualifikation oder Patentschutz wichtig sind.

Importe aus Niedrigkostenländern nehmen zu

Noch aber entfällt ein beträchtlicher Teil des Auslandsgeschäfts auf den Export. Der Autobauer Daimler-Chrysler beispielsweise erzielt zwar bereits fünf Sechstel seines Umsatzes im Ausland und hat fast 100 Produktionsstandorte in 17 Ländern. Aber noch immer hat gut die Hälfte der 362 000 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz in Deutschland.

Verglichen mit dem Gros der mittelständischen Industrieunternehmen sind die großen Konzerne in Sachen globale Wertschöpfung aber schon relativ weit. Nach einer BCG-Studie machten Importe aus Niedrigkostenländern 2002 gerade mal 6 Prozent des gesamten inländischen Industrieverbrauchs von 1,5 Bill. Euro aus. In den USA liegt dieser Anteil bei rund zehn Prozent.

100 000 Jobs auf der Kippe

Gleichwohl ist das Wachstumstempo enorm. Von 1997 bis 2002 nahmen die deutschen Importe aus Niedrigkostenländern im Jahresdurchschnitt um zwölf Prozent zu. China war der größte Lieferant. Über die Hälfte der Importe aus stammten aber aus Osteuropa. ?In den nächsten zehn Jahren wird sich in Deutschland der Anteil der Importe aus Niedrigkostenländern verdoppeln bis verdreifachen?, schätzt BCG-Experte Jung.

Umgekehrt gilt: Weil der Standort Deutschland teuer ist, die Bedeutung des Heimatmarktes abnimmt und die Inlandskonjunktur lahmt, halten sich Unternehmen mit Investitionen zurück. Wo aber nicht genügend investiert wird, entstehen keine neuen Arbeitsplätze. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sagt voraus, dass 2004 netto weitere 100 000 Jobs in Deutschland abgebaut werden.

HANDELSBLATT, Donnerstag, 24. Juni 2004,  

24.06.04 16:51

191 Postings, 6301 Tage haerte10So sieht es aus

Am Beispiel Siemens sieht man worauf es hinausläuft. Verlängerung der Wochenarbeitszeit bei gleichzeitiger Flexibilisierung ohne Lohnausgleich. Ein Finanzbeamter aus meiner Nachbarschaft arbeitet übrigends schon wieder 42 Stunden in der Woche.

Das macht bundesweit minimum 10% zusätzlicher Arbeitszeit plus längere Lebensarbeitszeit plus Nettozuwanderung plus Nettoarbeitsplatzabwanderung plus...

Doch wohl eher 6 Millionen Arbeitslose.  

24.06.04 16:59

335 Postings, 6507 Tage schnabeltasse@haerte10

"Selbst ich habe mir für den Eigenbedarf das Programmieren innerhalb eines halben Jahres in der Freizeit im Selbststudium beigebracht."

Es gibt einen Unterschied zwischen Programmieren und
Programmieren können
. Dass der Bereich total überbewertet wurde, stimmt natürlich. Und diejenigen Leute, die jetzt mit einer Ausbildung aus dem Bereich auf der Straße sitzen, sind gerade diejenigen, denen in einem halben Jahr ein bißchen das Programmieren beigebracht wurde, aber bei denen dann auch Schluß ist. Diplom-Informatiker und echte Fachkräfte finden dagegen nach wie vor noch ohne große Probleme einen Job.  

24.06.04 17:43

191 Postings, 6301 Tage haerte10schnabeltasse

Ich rede hier von der Masse. Wirkliche Spitzenkräfte sind in jedem Bereich rar und werden entsprechend bezahlt. Warum nimmt Indien eine Spitzenstellung weltweit ein? Weil sie ihre Programmierer mit Mathematik vollpumpen? Wohl eher weil sie eine breite Basis bieten, die für kleines Geld die eigentliche Arbeit macht. Aus eigener Erfahrung würde ich sagen, dass wenn ich eine zweijährige Vollzeitausbildung unter Industriebedingungen habe, hierfür konkurrenzfähig bin. Die heutigen Entwicklungswerkzeuge, OOP, gleichzeitige mehrsprachliche Entwicklung und dies plattformübergreifend tun ihr übriges. Heute kann ein Facharbeiter in der Metallindustrie schon wieder mehr verdienen, als eine Person im Middlemanagment der Computerbranche. Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt und das Angebot ist weltweit gross, weil es eben relativ leicht erlernbar ist.

PS: Ich habe programmieren gelernt, weil ich kein Standardbörsenprogramm gefunden habe, was alle meine Wünsche erfüllt. Jetzt habe ich ein Selbstgestricktes, was nicht unbedingt vermarktbar ist, aber funktioniert. Und das ganze praktisch von Null an und nur in der Freizeit entwickelt (mit grafischer Oberfläche, Chart, Datenbankanbindung etc.). Und die meiste Zeit ging eben für das Lernen drauf und die Fehlerbehandlung, die in der mangelhaften (fehlerhaften) Bereitstellung der Kurse durch meinen Kursversorger begründet liegt. In Vollzeit und mit Hilfestellung an meiner Seite, wäre dies Vorhaben auch in einem Bruchteil der Zeit möglich gewesen.  

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