"Recht haben und recht schreiben"

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neuester Beitrag: 04.06.04 09:33
eröffnet am: 04.06.04 08:43 von: bilanz Anzahl Beiträge: 8
neuester Beitrag: 04.06.04 09:33 von: 54reab Leser gesamt: 589
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04.06.04 08:43

5698 Postings, 7078 Tage bilanz"Recht haben und recht schreiben"

An die Oberleherschaft im Board!

Goethe und die deutsche Rechtschreiebreform.

Ob die Rechtschreiebreform, die seit Jahren im Stil eines Kulturkampfes geschmäht und verteidigt wird, für irgendjemanden von Vorteil war, kann man bezweifeln.
Mit einer Ausnahme: Das Vorhaben hat Hunderte von Experten für Ortografie und Bürokratie mit Brot und Stellen versorgt. (...) "Mir war die konsequente Rechtschreibung immer ziemlich gleichgültig. Wie dieses oder jenes Wort geschrieben wird, darauf kommt es doch eigentlich nicht an; sondern darauf, dass die Leser verstehen, was man damit sagen will", meinte Goethe. Doch was ist Goethe gegen ein deutsches Kommissionsmitglied! Sie haben die menschenfreundliche Idee Konrad Dudens, mit einem Regelbüchlein den Druckern und Setzern ihre Arbeit zu erleichtern, zu einem unförmigen, von Wiedersprüchen und Willkür keineswegs freien Wälzer aufgeschwemmt, ständig vermehrt von einer Rechtschreibeindustrie, die den Leuten weismacht, die deutsche Kultur ginge unter, wenn einer wagte, "Keiser" statt "Kaiser" zu schreiebn.

Tages-Anzeiger Zürich
3. Juni 2004  

04.06.04 08:50
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21799 Postings, 8032 Tage Karlchen_I@bilanz: Woran hast Du eigentlich gemerkt, dass es

eine Rechtschreibereform gegeben hat?  

04.06.04 08:56

95441 Postings, 7629 Tage Happy EndSpricht die Schweiz noch deutsch?

03. Juni 2004 Das Wunschergebnis von René Jäggi trat nicht ein. Der Schweizer Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern hatte im Länderspiel gegen Deutschland ganz unpatriotisch auf ein Unentschieden gehofft, aber nur, wie er auf Nachfrage zugab, aus Mitgefühl für Rudi Völler.

Wenigstens bis zum Beginn der Europameisterschaft solle der Teamchef ein paar ruhige Tage haben, die er und die Mannschaft brauchten, denn in Portugal gehe es um seine Zukunft: "Ottmar Hitzfeld wartet schon auf den neuen Job." Doch die DFB-Elf gewann zwei zu null und konterkarierte damit zumindest punktuell einen Befund, der in der Diskussion "Das Bild des Anderen: Gegenseitige Wahrnehmung Deutschland-Schweiz", zu der je zwei im anderen Land erfolgreiche "Arbeitsemigranten" vor dem Länderspiel im Gasometer Oberhausen zusammengekommen waren, unwidersprochen blieb: daß sich die Nachbarländer, verzagt und reformblockiert beide, noch nie so ähnlich waren wie heute.

Die Differenzen, die dennoch ausgemacht wurden, ermittelten Fremdheiten unter der Oberfläche dieses Gesamteindrucks. Bibiana Beglau, aus Berlin ans Zürcher Schauspielhaus gewechselt, zeigte sich angetan von dem, "was uns in Deutschland als Langsamkeit vorkommt" und ein Publikum auszeichne, das "ganz anders", geduldiger, bedächtiger und aufmerksamer, sei; und Helmut Maucher, langjähriger Chef von Nestlé, verlängerte das, indem er die Schweiz für "eine andere Diskussionskultur" schätzte, die "Spielregeln einhält und andere nicht verletzt".

Durch die gemeinsame Sprache getrennt

Am meisten aber überraschte Jäggi mit einer Ansicht, die an das Bonmot von T. S. Eliot über die Amerikaner und Engländer erinnerte, die durch die gemeinsame Sprache getrennt seien: "Der Hauptunterschied der zwei Nationen liegt in der Sprache." Die Schweizer läsen und schrieben zwar Deutsch, aber sprächen es nicht, und ein eloquenter Deutscher wirke auf sie schnell aggressiv. Adolf Muschg stimmte zu und ging noch weiter: "Die Schweiz ist kein deutschsprachiges Land."

Als er 1970 seine Professur an der ETH Zürich angetreten habe, sei Hochdeutsch Pflicht gewesen, heute werde dort in zwei Sprachen gelehrt: auf englisch und in "einer Art erweitertem Schweizerdeutsch", bei dem es sich nicht um einen Dialekt, sondern einen Idiolekt auf dem Weg zur eigenen Sprache, ähnlich dem Holländischen, handele.

Mundart und Marketing

Die Wertigkeiten hätten sich vertauscht: Damals sei Mundart die Sprache des Protests gewesen, heute sei sie die des Marketings, und während Hochdeutsch als provinziell empfunden werde, gelte Schwyzerdütsch als "smart". Seit das deutsche Fernsehen, so Muschg, in alle Schweizer Wohnstuben dringe, nehme der Dialektgebrauch zu, denn die Zuschauer könnten nicht umhin zu gewärtigen, daß sie nie so würden Deutsch sprechen können, wie sie es hier hörten. Die Innerschweizer Kommunikation, so Maucher, werde damit nicht leichter. Denn die Waadtländer schätzten es, da sie Hochdeutsch gelernt hätten, gar nicht, wenn ihre Landsleute Schwyzerdütsch redeten.

Inwieweit sich in dem Vormarsch des Dialekts auch ein Soupçon gegen die EU artikuliert, hat das Podium, bevor es sich der steuergeheimnisreichen "Insel" Schweiz zuwandte, zwar nicht mehr beschäftigt. Die Schlußfrage des Moderators Jörg Schönenborn, was die Schweiz zuerst werde, EU-Mitglied oder Fußball-Weltmeister, aber ließ René Jäggi nicht zögern: "Die Chance, daß wir Fußball-Weltmeister werden, ist größer." Das Ergebnis von Basel kannte er da noch nicht.  

04.06.04 09:01

5698 Postings, 7078 Tage bilanzHappy End der Beitrag gefällt mir! o. T.

04.06.04 09:11

19522 Postings, 7611 Tage gurkenfredwas ist ein soupcon?? o. T.

04.06.04 09:25

7336 Postings, 6899 Tage 54reabweshalb sollten die schweizer nicht ihr

eigenes deutsch schreiben sowie die flamen, niederländer und luxemburger. ich habe luxemburger bekannte und konnte auch dort über die jahre eine immer stärkere bewegung zur eigenen sprache entdecken. inzwischen wird diese sprache (moselfränkisch) sogar in den schule gelehrt (schreiben und lesen). das ganze ist eine allgemeine entwicklung in europa. die regionalität wird wieder stärker bestont. nur bei uns verfallen die regionalen sprachen, trotz riesiger länderbürokratie.


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04.06.04 09:28

19522 Postings, 7611 Tage gurkenfredund was is nu ein soupcon? o. T.

04.06.04 09:33

7336 Postings, 6899 Tage 54reabein

soupçon ist ein verdacht oder auch eine spur (im sinne von wenig)  

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