Rassistische Spam-Mails toben durchs Internet

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eröffnet am: 11.06.04 11:47 von: Parocorp Anzahl Beiträge: 4
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11.06.04 11:47

13786 Postings, 8087 Tage ParocorpRassistische Spam-Mails toben durchs Internet

Rassistische Spam-Mails toben durchs Internet

Spam mit ausländerfeindlichen Inhalten und gefälschten Absenderadressen

Seit dem 10. Juni 2004 versenden sich in hoher Zahl Spam-Mails mit gefälschten Absenderadressen und müllen die Postfächer zahlreicher Nutzer mit ausländerfeindlichen und rassistischen Inhalten voll. Etliche solcher Spam-Mails kamen bereits in der Redaktion von Golem.de an. Noch liegen keinerlei Angaben zum Auslöser oder den weiteren Details der Spam-Welle vor.

   if(typeof(adlink_randomnumber)=="undefined"){var adlink_randomnumber=Math.floor(Math.random()*10000000000)}   document.write('');

Die gesichteten Spam-Mails enthalten ausländerfeindliche und rassistische Texte oder Links zu Webseiten mit entsprechenden Texten, in denen ausländische Mitbürger diskreditiert werden. Schon die betreffenden Links tragen zum Teil eindeutige Bezeichnungen, an denen der rassistische Tonfall unübersehbar ist. Getarnt sind diese Spam-Mails als vermeintlich nicht zustellbare E-Mails.

Die Spam-Mails werden mit gefälschten Absenderadressen verschickt, so dass auch Adressen von Golem.de als vermeintliche Absender auftauchen können, wenngleich diese keinesfalls aus der Redaktion stammen. Auch die Absenderadressen anderer seriöser Unternehmen werden verwendet, wohl um den Empfänger dazu zu bringen, die rassistischen Botschaften im guten Glauben auf die Seriosität des Absenders zu lesen respektive die dargebotenen Links zu öffnen. (ip)

 

11.06.04 11:51
http://www.ariva.de/board/197339/...ull=&942&jump=1536077#jump1536077
 

11.06.04 11:54

95441 Postings, 7629 Tage Happy EndDie verschickt bestimmt proxicomi

...wenn er mal wieder seine Tabletten nicht genommen hat... *g*  

11.06.04 12:37

244 Postings, 6519 Tage alphaalphaE-Mail aus dem rechtsradikalen Lager. *kotz*

Auch in meinem Postfach eine E-Mail, mit einem Link auf einen Artikel der "National-Zeitung" (DSZ-Verlag); wie zu erwarten, üble Hetze aus dem rechtsradikalen Lager. *kotz*

Absender: financescout24-news@news.financescout24.de (bestimmt gefälschte Absenderadresse und nicht der Auslöser) - ich hoffe, den tatsächlichen Absender suchen alle Viren und "Würmer" heim, die das Internet zu bieten hat!!! 3mal *kotz* über die "National-Zeitung"!!!

"National-Zeitung":

National-Zeitung - Deutsche Wochen-Zeitung
Verlag: Druckschriften- und Zeitungsverlags GmbH (DSZ-Verlag)
Inhaber: Dr. Gerhard Frey, München
Erscheinungsweise: wöchentlich
Geschätzte Auflage: 44.000 Exemplare (lt. Bundesverfassungsschutz)

Das rechtsextreme Wochenblatt erscheint im Verlagsimperium von Gerhard Frey, der zugleich Chef der rechtsextremen Partei Deutsche Volksunion (DVU) ist.

Das Blatt ging aus der "Deutschen Soldaten-Zeitung" hervor, welche u.a. von ehemaligen Mitgliedern der Waffen-SS gegründet wurde. 1958 gründete Frey die "Deutsche Soldaten-Zeitungs-Verlags GmbH" und erwarb gleichzeitig 50 Prozent der Anteile an dieser Publikation. 1960 kaufte er die restlichen Anteile und änderte den Namen der Zeitung in "Deutsche Soldaten-Zeitung und National-Zeitung". Ab 1963 erschien sie unter dem Namen "Deutsche National-Zeitung". Gleichzeitig wurde die Erscheinungsweise von bisher monatlich auf wöchentlich umgestellt. Nach den Vorstellungen von Frey sollte sich die DNZ als Wochenzeitung für das gesamte rechte Spektrum etablieren.

1963 erwarb Frey die Vertriebenenblätter "Schlesische Rundschau" und "Der Sudetendeutsche" und gliederte deren Inhalte in sein Wochenblatt ein. 1986 kaufte Frey die "Deutsche Wochen-Zeitung" (DWZ) von Waldemar Schütz auf, die sich vorrangig geschichtsrevisionistischen Themen widmete. Ab der Ausgabe 36 vom 3. September 1999 folgte der formelle Zusammenschluss des bis dahin als "Deutsche Wochen-Zeitung - Deutscher Anzeiger" publizierten Blattes mit der DNZ; seither erscheint das Blatt als "National-Zeitung - Deutsche Wochenzeitung" (NZ). Dem DSZ-Verlag ist die "Freiheitliche Buch- und Zeitschriftenverlags GmbH" (FZ-Verlag) angegliedert. Geschäftsführerin des FZ-Verlags ist seine Ehefrau Regine.

1969 stellte der damalige Bundesinnenminister Ernst Benda beim Bundesverfassungsgericht einen Antrag nach Artikel 18 Grundgesetz, um das weitere Erscheinen zu unterbinden und Frey gleichzeitig das "Grundrecht auf freie Meinungsäußerung" zu entziehen. Der Antrag wurde 1974 vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt.

Die "National-Zeitung" ist die auflagenstärkste Publikation im rechtsradikalen Lager. Sie kann wegen der uneingeschränkt beherrschenden Stellung Freys in der DVU und des Fehlens einer originären Parteizeitung als das Presseorgan der Partei angesehen werden. Doch auch über die Partei hinaus besteht eine große Wirkung im rechtsextremen Lager.

In der Zeitung werden nach Auffassung des Bundesverfassungsschutzes tagespolitische Themen und Ereignisse verzerrt dargestellt und instrumentalisiert. Viele NZ-Artikel münden zudem in Reklame für einschlägige Bücher aus Freys Verlagen, die als angeblich weiterführende, das angeschnittene Thema vertiefende Literatur empfohlen werden.

Tatsächlich handelt es sich dabei häufig nur um Sammlungen früherer NZ-Berichte in Buchform, die auf diese Art ein weiteres Mal vermarktet werden. Als vorrangiges Interesse FREYs wird so neben der politischen Selbstdarstellung eine Umsatz- und Gewinnmaximierung bei Durchführung seiner Verlagsgeschäfte deutlich.[1]

Mit den nicht unerheblichen Gewinnen aus seinen Verlagsgeschäften ist es Frey auch möglich, die Aktivitäten der DVU am Laufen zu halten. Seine Geschäfte werden in Teilen der rechtsextremen Szene jedoch oftmals kritisch kommentiert.

Breiten Raum nimmt in der Agitation der NZ das Thema Ausländer in Deutschland ein. Diese werden darin meist als Kriminelle und "Asylbetrüger" beschrieben. Beim Thema Asyl- und Ausländerpolitik benutzt die NZ in ihren zahlreichen fremdenfeindlich motivierten Beiträgen als Stereotyp die angeblich drohende Umvolkung der Deutschen. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt sind verharmlosende Beiträge zur nationalsozialistischen Vergangenheit. In mehreren Dokumentationen über das Ausmaß des Holocaust wurde mit Fälschungsvorwürfen operiert und historisch längst widerlegte Sachverhalte angeführt, die als aktuelle Sachverhalte dargestellt wurden. Gleichzeitig wird regelmäßig versucht, Repräsentanten und Institutionen des NS-Regimes in einem positiven Licht erscheinen zu lassen und deren "wirkliche" Größe und Leistung der angeblich verfälschenden Geschichtsschreibung entgegenzusetzen. Auch Angriffe auf den demokratischen Rechtsstaat und Antisemitismus kommen nicht zu kurz:

Mit stereotypen Schlagzeilen und mit unterschwellig antisemitischen Artikeln werden Ressentiments gegen Juden geschürt und in weiteren Beiträgen der demokratische Rechtsstaat und seine Repräsentanten angegriffen.[2]

Ganz im Sinne einer Verschwörungstheorie wird dem Leser der vermeintlich bedrohliche Einfluss "antideutscher Juden" vor Augen geführet.
Weitere Themen, die behandelt wurden, sind die Wehrmachtsausstellung, der Fall des Michel Friedman sowie die EU-Osterweiterung und der Beitritt der Türkei zur EU. Auch hier wird mit fremdenfeindlichen Ressentiments agitiert.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September in den USA nutzt die "National-Zeitung" die Ereignisse für antiamerikanische wie antisemitische Agitation und wirbt für verschwörungstheoretische Bücher zum Thema, wie etwa die des Andreas von Bülow.

Im Jahr 2003 gelang es Gerhard Frey, Interviews mit einer Reihe ausländischer Wissenschaftler abzudrucken. Wie die IDGR-Recherchen ergaben, waren sich die Interviewten in den meisten Fällen über den Charakter des Blattes nicht bewusst.[3]

Unter den Interviewten waren auch zahlreiche Juden. Der renommierte Historiker Ian Lustick bestätigte, ein solches Interview geführt zu haben, reagierte aber in höchstem Maße entsetzt, als er erfuhr, wer sein Interviewpartner war. Rachel Giora, eine führende israelische Friedensaktivistin, wandte sich in einem Brief an den Herausgeber Dr. Frey und bat um den Abdruck ihrer Stellungnahme zu dem Interview. Sie schrieb in diesem Brief:

I am writing to you to let you know how deeply I regret having done an interview with the National-Zeitung. I was not aware that it promotes racist ideologies which I, being left, deeply despise und wherever I can will fight against.[4]

Eine Antwort auf dieses Schreiben hat Rachel Giora nicht erhalten. Ihr Protestbrief wurde auch nie in der "National-Zeitung" abgedruckt. Noam Chomsky vermutet hinter dem angeblichen Interview mit ihm gar eine Fälschung:

About Nationalzeitung, I don't recall having ever heard of them, and did not have an interview with them - surely not in the latter part of June because I had no interviews at all and was mostly away. So whatever appeared there must have been collected by them from some other source - unless, maybe, they are using some other name and are taking something from an earlier interview.[5]

Die tatsächlich erfolgten Interviews wurden offenbar per E-Mail abgewickelt. Mit dieser Strategie, sich der Namen renommierter Wissenschaftler und sonstiger international bekannter Personen zu bedienen, strebt Frey offenbar danach - ähnlich wie die neurechte Junge Freiheit es schon seit Jahren praktiziert -, seinem rechtsextremistischen Blatt zu Reputation und damit größerer Akzeptanz im ideologisch vielfältig orientierten rechten Lager zu verhelfen. Außerdem lassen sich nun unter Anführung der bereits abgedruckten Interviews sicher spielend weitere Interviewpartner im Ausland, die über keine Kenntnis der rechtsextremen Medienlandschaft in Deutschland verfügen, von der vermeintlichen Seriosität des Blattes überzeugen. Moshe Zimmerman, Hochschullehrer für deutsche Geschichte an der Hebrew University in Tel Aviv, war nicht für ein Interview zu gewinnen. Er kannte die National-Zeitung.

IDGR
Lexikon Rechtsextremismus  

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