Ostdeutschland profitiert von Dell

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eröffnet am: 08.05.05 13:26 von: Happy End Anzahl Beiträge: 3
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08.05.05 13:26

95441 Postings, 7424 Tage Happy EndOstdeutschland profitiert von Dell

Ansiedlung großer Firmen schafft positives Image für Ost-Regionen


Halle/dpa.  Die Ansiedlung großer Firmen wie die des US-Computerriesen Dell in Halle sorgt nach Ansicht von Experten für ein positives Image Ostdeutschlands. «So etwas zeigt den Unternehmen, dass der Osten nicht am Ende ist, sondern es sich durchaus lohnt zu investieren», sagte Martin Rosenfeld, Regionalforscher des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in einem dpa-Gespräch. Die Ansiedlungen von BMW und dem DHL-Logistikunternehmen der Deutschen Post in Sachsen hätten das gezeigt. Dell hatte am Dienstag verkündet, in Halle ein Servicezentrum zu errichten und 750 Jobs zu schaffen.

Die Eröffnung von Filialen im ostdeutschen Raum habe aber nicht nur eine Sogwirkung auf Unternehmen. «Der Imageeffekt wirkt auch nach innen», sagte Rosenfeld. «Die Menschen in der Region werden zufriedener. Sie identifizieren sich wieder stärker mit ihrer Heimat und bekommen das Gefühl, es lohnt sich hier zu bleiben». Auch ernte manch einer die Früchte seiner Flexibilität. «Es wird sich zeigen, dass ein ehemaliger Waggonbauer, der zum Computer-Service-Mitarbeiter umschult, durchaus Chancen hat.»

Einen sichtbaren Abbau der hohen Arbeitslosigkeit könnten Investitionen wie die von Dell indes nicht so schnell leisten. «Die Zahl der neuen Jobs sind bei diesen Arbeitslosenzahlen erstmal nur Peanuts», sagte der Wirtschaftsfachmann. In einzelnen Berufen könnte es aber demnächst sogar Engpässe geben. Universitäten und Hochschulen wie in Halle und Merseburg könnten bei Studiengängen in den Bereichen Informatik oder Web-Design neue Entwicklungen in Anregung von Dell aufgreifen.

Ein Wermutstropfen ist nach Meinung Rosenfelds, dass die investierenden Unternehmen nicht ihre Zentralen in Ostdeutschland eröffnen. «Die Verankerung ist dadurch nicht so stark wie es wünschenswert wäre», meint der Experte, «ein Entscheidungszentrum wird immerhin nicht so schnell wieder verlagert wie ein Service-Zentrum.»

Quelle: Ostdeutsche Zeitung  

28.09.05 16:30

8970 Postings, 6432 Tage bammieDell findet Ostdeutschland zu teuer

Enttäuschung in Sachsen-Anhalt: Bei der Suche nach einem Standort für sein neues Europa-Werk hat sich der Computer-Hersteller Dell gegen die Region Halle entschieden. Im Rennen sind nun noch mehrere Standorte in Osteuropa, an denen die Lohnkosten niedriger sind.

Magdeburg - Sprecher des Technologie-Unternehmens und des Wirtschaftsministeriums in Magdeburg bestätigten, Dell Chart zeigen wolle die Fabrik nicht in der Region Halle bauen. Der Computerkonzern wolle die neue Produktionsstätte stattdessen in Osteuropa errichten. Als Favoriten gelten Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei. Die Entscheidung für den endgültigen Standort soll noch in diesem Jahr getroffen werden.

Damit zerschlagen sich die Hoffnungen, dass Dell zahlreiche neue Jobs in Halle schaffen könnte. Dell hatte dort zuletzt ein neues Vertriebs- und Servicezentrum für Deutschland eröffnet.

Nach Informationen der "WirtschaftsWoche" sind die Lohnkosten Grund für die Entscheidung gegen einen deutschen Standort gewesen. In Ostdeutschland sei das Kostenniveau zwar niedriger als im Westen, doch immer noch zu hoch im Vergleich zu den östlichen EU-Nachbarn, berichtet das Magazin unter Berufung auf den von Bund und Ländern getragenen Industrial Investment Council (IIC), der Investoren für Ostdeutschland gewinnen soll.

Auch andere deutsche Standorte aussortiert

Die Dell-Fabrik soll im vierten Quartal 2006 in Betrieb gehen. In Deutschland waren für die Hundert-Millionen-Euro-Investition neben der Region Halle-Leipzig auch Erfurt, Berlin-Schönefeld und Rostock als Standort in Betracht gekommen. Im Zusammenhang mit der Eröffnung des Vertriebszentrums in Halle hatte das Unternehmen angekündigt, auf dem deutschen Markt weiter wachsen zu wollen.

"An der Strategie für den Standort Halle wird sich nichts ändern", sagte Dell-Sprecher Stefan Böttinger. In den kommenden drei bis fünf Jahren soll die Belegschaft in Halle auf bis zu 1000 Menschen wachsen. In Frankfurt am Main arbeiten für Dell bereits 620 Menschen.

spiegel.de


Da waren doch Dausende von Bewerbungen. Von weither kamen sie und wollten Arbeit.

 

28.09.05 16:45

13786 Postings, 7882 Tage ParocorpBrandenburg feilt am Image

Brandenburg feilt am Image


Berlin - Wer Arbeit finden will, muß Berlin oftmals verlassen. Aber nur wenige Kilometer südlich der Hauptstadt, am Autobahnring reiht sich ein Gewerbepark an den anderen. Allein in der brandenburgischen "Autostadt" Ludwigsfelde gibt es vier. DaimlerChrysler baut dort seinen Transporter Vario und künftig den Sprinter, einige Orte weiter produziert MTU Triebwerke und Rolls-Royce Turbinen für die Flugzeugkonzerne.


Und wer noch nicht da ist, zieht nach. Coca-Cola (CCE) hat sein Werk über die Hauptstadtgrenze nach Brandenburg verlagert, ebenso Bosch-Siemens Hausgeräte, und Volkswagen folgt, weil die Logistikzentrale in Berlin-Marienfelde aus allen Nähten platzt. Ebay und Oracle hatten als Neuankömmlinge sogar noch kurz vor der Hauptstadt abgedreht und sich in Kleinmachnow und Potsdam niedergelassen.


Der Wirtschaftstandort Brandenburg ist weitaus besser als sei Ruf, sagt deshalb Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns. Das Problem ist nur, daß das kaum einer weiß, stöhnt der CDU-Politiker: "Brandenburg ist das am meisten unterschätzte Bundesland in Ostdeutschland."


Doch es ist noch schlimmer als Junghanns denkt: Viele Investoren aus dem Ausland kennen Brandenburg nicht. Als der märkische Innenminister und Vize-Ministerpräsident Jörg Schönbohm (CDU) Anfang Mai vor der deutsch-amerikanischen Community in Washington für den Wirtschaftsstandort Brandenburg warb, erntete er nur irritiertes Kopfschütteln. "Da waren rund 150 überwiegend deutschstämmige und interessierte Unternehmer im Saal und keiner wußte, daß es das junge Bundesland überhaupt gibt. Die hatten höchstens vom Brandenburger Tor gehört", erinnert sich Detlef Stronk, Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Zukunfts-Agentur Brandenburg (ZAB).



Marke Brandenburg"
Damit sich das ändert, hat die ZAB die Imagekampagne "Marke Brandenburg" gestartet. Im Internet und in Zeitungen läßt die Agentur flotte Sprüche wie diese schalten: "Liebe Cineasten, ihr liebt großes Kino, und Hollywood liebt Babelsberg", heißt es da oder "Liebe Hamburger, ihr habt die größten Schiffe und wir die Software dafür". Darunter kommen dann Hinweise für Investoren.


Stefan Fritsche, Chef der Klosterbrauerei Neuzelle und immer für einen Marketing-Coup gut, hat sogar 60 000 Flaschen seines "Bade-Biers" mit dem Brandenburger Werbeetikett bekleben lassen. Doch das ist nicht das Besondere dieser Standortkampagne, die Aktion "Marke Brandenburg" ist anders, weil sie ein Public Private Partnership (PPP) ist. ZAB, also das Land und die Kammern, kooperieren mit Unternehmen, die einen Großteil der Kosten tragen.


Es waren in diesem Fall die Unternehmer selbst, die die Landesregierung dazu getrieben hatten, das wirtschaftliche Image des Landes aufzupolieren. Allzuoft waren in Gesprächen über den Standort Brandenburg bei Firmenchefs von außerhalb und potentiellen Investoren die bösen "C-Worte" gefallen: Chipfabrik und CargoLifter - eine verpatze Milliardenansiedlung und eine Megapleite - ein Debackel der brandenburgischen Wirtschaftspolitik. Da nutzt es auch nichts, den zwei Flops 60 Neuansiedlungen seit 1990 mit einem Volumen von mehr als je 40 Mio. Euro entgegenzustellen.


Einige Spitzenmanager von BASF, DaimlerChrysler und Riva waren daher beim Wirtschaftsminister, um diesem die Imagekampagne vorzuschlagen. "Brandenburg hat in den vergangenen 15 Jahren tatsächlich kein klares Profil als Wirtschaftsstandort herausgearbeitet", räumte Junghanns ein und gab grünes Licht.





den ganzen  bericht gibt es bei der welt online...
 

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