Ölpreis-Rekord - egal!

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neuester Beitrag: 02.06.04 14:28
eröffnet am: 02.06.04 12:52 von: moya Anzahl Beiträge: 2
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02.06.04 12:52
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1083051 Postings, 6522 Tage moyaÖlpreis-Rekord - egal!

Der Dax hat zu Handelsbeginn Nehmer-Qualitäten gezeigt. Trotz neuer Ölpreis-Rekorde legt das wichtigste deutsche Börsenbarometer zu. Allerdings war die Vorlage aus den USA auch prächtig.  

 
Mit einem beeindruckenden Schlussspurt hatte sich die Wall Street der Öl-Sorgen entledigt. Der Dow Jones gewann 0,13 Prozent auf 10.202 Punkte. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq legte um 0,15 Prozent auf 1991 Zähler zu. Auf den ersten Blick liest sich das ziemlich unspektakulär. Doch im Tagesverlauf hatten die amerikanischen Indizes deutlich im Minus notiert. "Die Marktteilnehmer gewöhnen sich an die Vorstellung, dass Unsicherheit über die Versorgung mit Öl besteht", sagte Jack Caffrey, Stratege bei der JP Morgan Private Bank der Nachrichtenagentur Reuters.  

Börsentermine 02. Jun  
 Unternehmen  
   
 Deutsche Bank   Hauptversammlung  
     
 Fraport  Hauptversammlung  
   
 Hannover Rück  Hauptversammlung  
       
 Medigene  Hauptversammlung  
     
 Jungheinrich    Hauptversammlung  
     
 Gerry Weber   Hauptversammlung  
       
 Cable&Wireless   Quartalszahlen  
   
 Konjunktur  
   
 Deutschland  
 Einzelhandelsumsätze, 08.00  
     
 Eurozone  
 Arbeitsmarktdaten, 11.00  
   
 
Öl wieder teuerer
Gestern noch hatte der Ölpreis an der US-Terminbörse Nymex ein neues Rekordhoch erreicht. Ein Barrel (Fass mit 159 Litern) kostete am ersten Handelstag nach dem Anschlag in Saudi-Arabien vom Wochenende zu Handelsschluss 42,33 Dollar. Das waren sechs Prozent mehr als am Freitag vergangener Woche. Im nachbörslichen Handel stieg der Preis in der Spitze weiter bis 42,45 Dollar, bevor er im asiatischen Handel leicht abbröckelte.

Opec dreht den Ölhahn auf
Saudi-Arabien hat nach einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa-AFX seine Rohöl-Produktion drastisch erhöht. Der tägliche Ausstoß liege nun bei 9,1 Millionen Barrel, verlautete am Dienstag aus Kreisen der Golfstaaten. Bisher soll das ölreichste Land der Welt im Mai unterschiedlichen Berichten zufolge zwischen 8,3 und 8,6 Millionen Barrel am Tag gefördert haben. Die offizielle Opec-Förderquote lag bisher nur bei 7,6 Millionen Barrel. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen laut ihres Ölministers Obaid el Nasseri 0,4 Millionen Barrel mehr am Tag fördern. Am Donnerstag findet in Beirut das Treffen des Öl-Kartells statt.

Euro im Aufwind
Gleichzeitig legte der Euro kräftig zu und näherte sich der Marke von 1,23 US-Dollar. Das schmälert einerseits die Exportchancen deutscher Unternehmen. Andererseits werden die gestiegenen Ölpreise dadurch abgemildert.

Nikkei im Minus
Die japanische Börse zeigte dagegen weniger Gelassenheit als die Wall Street. Der Nikkei-Index, der die 225 wichtigsten japanischen Aktien enthält, verlor 0,5 Prozent auf 11.242 Punkte.

Bayer legt zu
Die Aktie des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer hat sich an die Dax-Spitze gesetzt. Nach einem Bericht der die "Financial Times Deutschland" hat sich bei dem Unternehmen das Geschäft zu Beginn des zweiten Quartals merklich belebt. Der Konzernumsatz sei laut interner Unternehmensdokumente im April gegenüber demselben Monat des Vorjahres um 4,3 Prozent auf 2,68 Milliarden Euro geklettert. Im ersten Quartal hatten die Bayer-Erlöse noch stagniert. Intern habe Vorstandsmitglied Richard Pott gesagt, das Unternehmen liege damit über Plan. Das Unternehmen wollte den Bericht nicht kommentieren.

Altana herab gestuft
Die Aktie des Pharma- und Spezialkonzerns Altana führt die Verlierer-Liste im Dax. Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs hat die Papiere von "Outperform" auf "In-Line" abgestuft. Nach der guten Kursentwicklung in den vergangenen drei Monaten fehlten nun die Katalysatoren für eine weiter überdurchschnittliche Entwicklung, schrieben die Analysten in einer Studie am Mittwoch. Die Gewinnschätzungen blieben unverändert.

Fraport wächst
Heute findet die Hauptversammlung des Flughafenbetreibers Fraport statt. Das Unternehmen hat gute Nachrichten für seine Aktionäre. Im Mai zählte das MDax-Mitglied elf Prozent mehr Fluggäste als im Vorjahr. Die Frachtmenge stieg sogar um 16 Prozent. Im ersten Quartal hatte der Zuwachs bei den Passagieren noch 6,8 und bei der Fracht 6,4 Prozent betragen.

Neben Fraport halten heute auch die Deutsche Bank, Hannover Rück, Gerry Weber, Jungheinrich und Medigene ihre jährlichen Aktionärstreffen ab.

 

02.06.04 14:28
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8970 Postings, 6648 Tage bammieDie Opec kann den Preis nicht immer kontrollieren

Angesichts neuer Rekordniveaus will Saudi-Arabien die Ölförderung der Opec um 2,5 Millionen Barrel pro Tag steigern. Doch selbst der saudische Ölminister Ali al-Naimi glaubt nicht, dass er mit diesem Schritt die Märkte besänftigen kann.

Beirut - Wenn an den Ölmärkten die Angst vor Instabilität und Lieferengpässen umgehe, könne auch die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) nichts mehr machen, sagte al-Naimi vor dem morgigen OPEC-Treffen. Dort will sich Saudi-Arabien für eine elfprozentige Erhöhung der Fördermenge einsetzen, wodurch das Kartell 26 Millionen Barrel (4,13 Milliarden Liter) pro Tag auf den Markt bringen würde.

"Die Opec kann den Preis nicht immer kontrollieren", sagte der saudische Ölminister, dessen Land als einziges in der Opec die Fördermenge noch nennenswert ausweiten kann. Selbst die geplante Erhöhung der Förderung würde den Preis nicht sofort sinken lassen, warnte al-Naimi. "Der Hauptgrund ist die Furcht vor Lieferengpässen, die durch Probleme in den produzierenden Ländern entstehen. Es gibt derzeit keine Lieferschwierigkeiten, aber es gibt Spekulationen".

Al-Naimi trat auch Befürchtungen entgegen, es könne nach dem jüngsten El-Kaida-Anschlag gegen die saudiarabische Ölindustrie in al-Chobar zu Lieferengepässen kommen. "Ich bin zuversichtlich, dass die Öl-Einrichtungen sehr, sehr sicher sind", versicherte der Minister. "Die Paranoia eines weltweiten Terrorismus, der alle Öl-Einrichtungen in der Welt bedroht, ist einfach völlig überzogen."

Der Ölpreis ist am Mittwoch in London leicht gefallen. Der Juli-Terminkontrakt über einen Barrel der Sorte Brent fiel um 1,41 Prozent auf 38,53 Dollar. Am Dienstag war der Future bis auf 39,12 Dollar geklettert. In New York ging der Juli-Future über einen Barrel der Marke Light Sweet Crude im vorbörslichen Handel wieder auf weniger als 42 Dollar zurück, nachdem er am Dienstagabend erstmals in der Geschichte der Warenterminbörse Nymex über diese Marke gesprungen war.

Der Druck auf die OPEC ist in den vergangenen Wochen stetig gestiegen. Die Mitglieder des Kartells kontrollieren etwa 40 Prozent der weltweiten Öl-Exporte und haben damit einen entscheidenden Einfluss auf die Preisbildung an den unternationalen Rohölbörsen. Ihren Einfluss haben die Ölminister der elf OPEC-Staaten zuletzt im Februar demonstriert, als sie überraschend eine Drosselung der Fördermenge um 2,5 Millionen Barrel zum 1. April beschlossen: die Ölminister fürchteten einen saisonbedingten Absturz des Ölpreises und sorgten sich um ihre Einnahmen. Was folgte war eine Anstieg des Ölpreises auf bis zu 41 Euro pro Barrel.

Das Vorhaben, die Ölhähne wieder weiter aufzudrehen, hat allerdings einen Haken: In der Praxis haben die Mitgliedsländer die von der OPEC vereinbarte Senkung der Fördermenge auf 23,5 Barrel pro Tag nie umgesetzt. Mit rund 25,5 Millionen Barrel liegt sie tatsächlich über der Menge, die vor dem 1. April an gefördert wurde. Eine Anhebung der offiziellen Quoten um 2,5 Millionen Barrel, wie sie Saudi-Arabien vorgeschlagen hat, würde also nur leicht über der tatsächlichen Produktion liegen.

Eine bedeutende Erhöhung der OPEC-Förderquoten ist alleine aus Kapazitätsgründen kaum möglich: Es kann nicht mehr Öl gefördert werden als die Förderanlagen hergeben. Der Vorstellung vom Ölhahn, der sich je nach Bedarf auf und wieder zudrehen lässt, ist eine Illusion. Experten gehen davon aus, dass die elf OPEC-Länder technisch zusammen nicht mehr als 29 Millionen Barrel pro Tag fördern können.

Wie nahe einige Länder bereits am Limit fördern, zeigt das Beispiel Indonesien. Der achtgrößte Erdölproduzent der OPEC ist aufgrund von Förderproblemen seit zwei Monaten darauf angewiesen, Erdöl einzuführen. Alleine Saudi-Arabien verfügt noch über ausreichende Kapazitäten, um seine Ölförderung zu erhöhen. Auch bei den restlichen Ölländer, die dem Kartell nicht angehören, sieht es nicht besser aus. Russland, Norwegen und Mexiko nutzen ihre Förderkapazität bereits bis zum Anschlag aus.

Durch den konjunkturellen Aufschwung in den USA und vor allem in China ist die Nachfrage nach Öl in den vergangenen Monaten auf dem Weltmarkt überraschend schnell und stark angestiegen. Allein der Ölverbrauch Chinas wird in diesem Jahr um 13 Prozent steigen, schätzt die Internationalen Energieagentur (IEA). Weltweit werden mittlerweile rund 80 Millionen Barrel Öl am Tag verbraucht. Der Internationale Währungsfonds ist der Ansicht, dass etwas mehr als die Hälfte der Preissteigerung auf die starke Nachfrage in den beiden Ländern zurückzuführen ist.  

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