NM hat Geburtstag und liegt krank im Bett !!!!

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neuester Beitrag: 09.03.01 16:17
eröffnet am: 09.03.01 16:01 von: börse1 Anzahl Beiträge: 3
neuester Beitrag: 09.03.01 16:17 von: brudini Leser gesamt: 122
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09.03.01 16:01

992 Postings, 8013 Tage börse1NM hat Geburtstag und liegt krank im Bett !!!!

Sektkorken werden am vierten Geburtstag des Neuen
Marktes an diesem Samstag (10. März) wohl nicht knallen
- eine dramatische Talfahrt der Kurse, fast tägliche negative
Unternehmensmeldungen und andauernde Proteste
wütender und enttäuschter Kleinaktionäre bieten wenig
Grund zu Ausgelassenheit und Freude.
Vor einem Jahr noch feierte das so genannte «Wachstums-segment»
der Deutschen Börse sein drittes «Wiegenfest»
auf dem absoluten Höchststand von 8583,34 Zählern.
Doch erst Anfäng März ist der alle Aktien umfassende
Nemax-All-Share-Index auf ein Rekordtief von 1946,10
Zählern gefallen. Die unsanfte Landung aus den luftigen
Höhen des Spekulationshimmels auf dem harten Boden
der Börsenrealität erschütterte das Vertrauen der Anleger.
Alle Marktgesetze schienen am Neuen Markt lange Zeit
außer Kraft gesetzt. Lange Zeit schien nichts einfacher, als
am Neuen Markt schnell an Geld zu kommen: Kaum mehr
als eine gute Geschäftsidee war nötig, und schon floss das
Kapital der Anleger in Strömen. Neuemissionen waren
regelmäßig überzeichnet. Und wer als Anleger so glücklic
war, Aktien zugeteilt zu bekommen, schien fast schon eine
«Lizenz zum Gelddrucken» gewonnen zu haben. An eine
langfristige Anlage dachte dabei kaum einer: Das Interesse
galt allein dem schnellen Gewinn.
Schnell war in der Euphorie fast so etwas wie eine neue
Sprache erfunden: Die Aktien mussten nicht die Substanz
der Unternehmen widerspiegeln, sondern «sexy» sein.
Unternehmenschefs gebärdeten sich wie Popstars und die
Medien spielten meist mit. Wichtig war eine viel verspre-chende
«Story» - oft genug ein «ungedeckter Wechsel auf
die Zukunft». Und die Anleger bissen an: Die Kurse erklom-men
schwindelerregende Höhen, das Wachstum schien
unaufhaltsam. Firmen der so genannten «New Economy»
hatten durch die aufgeblähte Spekulationsblase nicht sel-ten
einen Börsenwert weit über dem großer und profitabler
Konzerne.
Dass mit aufgenommenem Kapital zumindest mittelfristig
auch Gewinne erwirtschaftet werden müssen, schien lange
Zeit keine Rolle zu spielen. Zu hohe Ergebnisprognosen,
von Aktionärsschützern bemängeltes Missmanagement
und Vermutungen um geschönte Zahlen und möglichen
Betrug wie beispielsweise im skandalträchtigen Fall des
Software-Anbieters Infomatec schickten die Kurse in den
Keller und ließen die Euphorie in der zweiten Hälfte ver-gangenen
Jahres in tiefe Depression umschlagen.
Als Paradebeispiel für Aufstieg und Fall am Neuen Markt
mag die Geschichte von EM.TV gelten: Als einer der ersten
dort gehandelten Werte verzeichnete die Aktie des
Münchner Filmrechtehändlers innerhalb kurzer Zeit eine
Kursexplosion von mehreren tausend Prozent. Wer zum
Börsenstart etwa für 5000 Mark Aktien gekauft hatte, war
wenig später Millionär. Jedenfalls auf dem Papier. Wer nicht
verkaufte, sah sein Geld seit Mitte 2000 dahinschmelzen.
Viele Börsenneulinge, die in Zeiten ständig steigender
Kurse zu selbsternannten Börsenexperten wurden, stehen
vor einem Scherbenhaufen. Klagen enttäuschter Aktionäre
sind längst anhängig. Das Vertrauen ist erst einmal zerstört.
Das dürfte auch für die hochbezahlte Zunft der Analysten
gelten: Deren Rolle war vielfach kritisiert worden, denn trotz
allen Expertenwissens hatten sie vielfach mit ihren Progno-sen
weit neben der tatsächlichen Entwicklung der Unter-nehmen
und ihrer Aktienkurse gelegen und damit Anleger
zum Kauf animiert. Hatte der Chefanalyst einer großen
deutschen Bank Mitte vergangenen Jahres noch 10.000
Zähler für den Nemax-All-Share bis März 2001 als möglich
bezeichnet, nahm er diese Schätzung im November auf
8000 und wenig später sogar auf 6000 bis 6500 Punkte
zurück.
Unfreiwillig vom Börsenzettel am Neuen Markt gestrichen
wurde vor kurzem als erstes das insolvente Telekom-Unter-nehmen
Gigabell. Und der Chef von Neuer-Markt-Pionier
MobilCom, die am 10. März 1997 als erstes Unternehmen
notiert worden war, Gerhard Schmid, denkt mittlerweile
sogar über einen Wechsel in den MDax nach. Seine
Unschuld jedenfalls habe der Neue Markt an seinem vier-ten
Geburtstag längst verloren, sind sich die Experten einig.
 

09.03.01 16:13

1152 Postings, 7389 Tage borglingVertrauen ist alles! Wer hätte das gedacht und

investiert!



Gruß  

09.03.01 16:17

2709 Postings, 7359 Tage brudiniNur durch ein paar Infusionen kann

man den Neuen Markt wieder flott kriegen. Also, wo bleibt die Kohle?  

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