Mythen...

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neuester Beitrag: 05.08.12 12:48
eröffnet am: 07.07.12 21:27 von: Tony Ford Anzahl Beiträge: 27
neuester Beitrag: 05.08.12 12:48 von: king charles Leser gesamt: 997
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bewertet mit 6 Sternen

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07.07.12 21:27
6

24654 Postings, 7346 Tage Tony FordMythen...

Immer wieder lese ich im Forum spannende häufig aber auch gleiche Threads. Auffällig hierbei ist, dass immer wieder Mythen die Runde machen, welche angeblich für unsere heutigen Probleme herhalten sollen, doch in Wahrheit eben nicht mehr als Mythen sind.

Mythos 1 "Die Lohnkosten müssen klein gehalten werden, damit wir weltweit Wettbewerbsfähig bleiben!"

Ein immer wieder gelesener Mythos, welcher beeindruckend widerlegt werden kann, indem man mal wirtschaftlichen Erfolg mit der Höhe der Personalkosten innerhalb Deutschlands vergleicht. Komischerweise ist es genau umgedreht, in den Gebieten in den die Personalkosten hoch sind, ist der wirtschaftliche sowie finanzielle Erfolg auch höher und je niedriger die Personalkosten, desto geringer die Wachstumsdynamik, usw.  Es beweist sehr deutlich, dass genau das Gegenteil der Fall ist und höhere Personalkosten bzw. Löhne gut für eine Wirtschaft und Gesellschaft sind.
Ist ja auch logisch, denn damit einhergehend ist die Mittelschicht breiter und es werden deutlich mehr Steuern bezahlt.

Mythos 2 "Die Arbeitslosen kosten uns Steuergelder!"

Auch dies ist ein Mythos, weil ein Haushaltsdefizit = Steuereinnahmen - Steuerausgaben bedeutet.
Da der Arbeitslose seine HartzIV-Leistungen vollständig verkonsumiert, hat er seine Steuerpflicht getan. Warum aber kommt das Geld nicht weiter als Steuereinnahmen an?
Weil es eben wiedermal in den oberen Schichten hängen bleibt.

Der HartzIV-Empfänger wohnt zur Miete in einem Mehrfamilienhaus. Wer kassiert die Miete? -> die Immobiliengesellschaft, indirekt Anleger oder Immobilienbesitzer = Oberschicht
Der HartzIV-Empfänger bezahlt Strom an e.on. Wer kassiert das Geld? Immerhin geht hierbei wenigstens ein Teil davon an die Techniker von E.ON doch ein nicht zu unterschätzender Teil wird Beispielsweise als Gewinne an Aktionäre ausgeschüttet, welche weitestgehend ebenfalls zur oberen Schicht gehören.
Der HartzIV-Empfänger geht in den Supermarkt einkaufen. Wer kassiert das Geld? Die Verkäuferinnen werden meist für Niedrigstlöhne abgespeist, die Zulieferer wie Bauern verdienen wenig weil die Supermärkte die Preise niedrig halten und bei den Lebensmittelkonzernen wie Nestle und Co. profitieren eben auch weitestgehend die Eliten.
D.h.ein großer Teil der Sozialleistungen wandert über den HartzIV-Empfänger auf übervolle Konten und diese übervollen Konten sind es, welche dem Staat ein Defizit verschaffen, weil sie das Geld nicht verkonsumieren und für ohr gehortetes Geld auch keine Steuern bezahlen.

Bis Heute konnte mir Niemand beantworten, wer die Zinseinkünfte uns wachsenden Geldvermögen der Eliten bezahlt. Rein rechnerisch muss es ja Jemand bezahlen, doch woher soll das Geld kommen?
Von den Banken, die sich ja nicht mal mehr selbst Geld einander verleihen und zu tun haben weiterhin liquide zu sein?

Weitere Mythen folgen demnächst ;-)
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1 Postings ausgeblendet.

07.07.12 23:13
3

15373 Postings, 4745 Tage king charles@Tony au ha!

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Grüsse King-charles

07.07.12 23:19
3

40530 Postings, 6761 Tage rotgrünSehr langes Posting

aber na ja, egal. Wenn so Wirtschaft funktioniert, dann habe ich in 45 Jahren nix gelernt..
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07.07.12 23:20
2

40530 Postings, 6761 Tage rotgrünWenn jeder Hartzi

wäre und würde sein Geld ausgeben wollen, dann frage ich mich, was er damit kaufen will?
Steine??
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08.07.12 09:47
4

15373 Postings, 4745 Tage king charlesWenn jeder Hartzi wäre

frage ich mich, wo kommt das Geld her
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Grüsse King-charles

08.07.12 09:58
1

25086 Postings, 3641 Tage Lumberjack77tony - teilweise hast du vielleicht recht

bei allem kann ich dir jedoch nicht zustimmen  

08.07.12 10:04
3

34731 Postings, 5852 Tage Juto#1 danke toni

es ist noch nicht zu spät.
vielleicht werden es auch noch andere verstehen.  

08.07.12 10:21
2

24654 Postings, 7346 Tage Tony Forddas ist doch das Gleiche...

... als wären alle Millionäre, würde doch ebenfalls nicht funktionieren, weil die Zinseinkünfte höher als die gezahlten Steuern liegen würden.

Woher käme dann wohl dieses "mehr" an Geld?

Gehen wir doch nun mal analytisch auf den Fall ein, wenn Alle Hartzen würden (auch wenn ein solches Szenario schlichtweg unrealistisch ist).
Der Staat würde nun HartzIV auszahlen.
Nun meine Frage, wo würde das Geld verbleiben?

Das Geld würde zu 100% bei den Hartzlern bleiben, da ja Niemand mehr arbeitet und dementsprechend auch kein Konsum stattfinden würde, demzufolge bräuchten die Hartzler auch kein Geld, weil sie damit eh nix anfangen können.

Würde der Staat dennoch weiter HartzIV auszahlen, würden die Geldkonten entsprechend um diesen Betrag anwachsen.

Mathematisch logisch betrachtet führt dieses Szenario zu ad Absurdum.

Betrachten wir nun mal den Fall, wenn sagen wir mal 50% der Menschen hartzen würden.
Um die Bedürfnisse dieser 50% erfüllen zu können müssten vermutlich die anderen 50% wöchentlich 60h arbeiten gehen. Das Angebot an Arbeitskräften wäre gering, die Nachfrage jedoch nicht eklatant weniger, da ja die Grundbedürfnisse erfüllt werden wollen.

Schaut man nun auf den Geldkreislauf bzw. Verbleib der Gelder, so würde man feststellen, dass die 50% der Hartzler all ihr Geld ausgegeben haben und dieses Geld sich bei den restlichen 50% anhäuft, da die die arbeiten durch deutlich steigende Löhne ihr vieles verdientes Geld gar nicht mehr ausgeben werden und es somit horten. Zudem werden die angesichts der längeren Arbeitszeiten gar keine Zeit mehr für den Konsum haben.

Das System scheitert hier nicht an der finanziellen Seite, denn würde man das Horten von Geld verhindern und die Verdiener zum Konsum zwingen, so würde die Geldmenge gering bleiben und somit würde dem Staat auch kein Defizit entstehen.
Das System scheitert hier aber an den Ressourcen, denn um den Lebensstandard zu halten Bedarf es mehr Arbeitskräfte.

Egal welche Konstellation man betrachtet und analysiert, Kosten entstehen nunmal nur dann, wenn Geld gehortet werden kann bzw. wird.
Ein Beweis hierzu liefert die nahezu 1:1 Korrelation von Wachstum der Schulden- und Geldvermögen. (Da wir Exportüberschüsse generieren, wachsen die Geldvermögen  stärker als die Schulden)
Ein Beweis hierzu liefert eben auch das Szenario wenn alle hartzen, denn dann wären die Hartzler plötzlich Diejenigen, die Geld horten (müssten) und erst in diesem Fall würden sie dem Staat wirklich Geld kosten. Wiederum würden deren Geldvermögen 1:1 mit den Staatsschulden mitwachsen.
Würde man die Hatzler zum Konsum zwingen (was ja praktisch gar nicht möglich ist) und ihnen andernfalls ihr Geld wieder einkassieren, so würde es dem Staat kein Geld kosten und das Geld würde zwischen den Hartzlern und dem Staat hin- und her fließen.

Das Geld selbst (weil ja die Frage kam) kommt natürlich in Form von Kredit von der EZB, wie jeder EURO, welchen wir hier im Umlauf haben. ;-)

08.07.12 10:30
1

33962 Postings, 7594 Tage DarkKnightTony Ford: kennst Du das Schicksal

von Don Quichotte?

Leider ist es unserer Gesellschaft unverändert so:

die Wahrheit ist das, was morgen in der Zeitung steht oder im Fernsehen kommt.


Es hilft leider nichts. Ich habs schon längst aufgegeben. Nicht nur hier.  

08.07.12 13:57
1

15373 Postings, 4745 Tage king charles#9

aber das Geld für  Hratz IV muß doch erwirtschaftet werden
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Grüsse King-charles

08.07.12 14:04
3

27350 Postings, 4232 Tage potzblitzzz@king charles.. Wo wird das Geld "erwirtschaftet",

wenn die Banken es quasi umsonst gedruckt bekommen und sie es dann als Kredite in den Markt pumpen?  

08.07.12 15:34

24654 Postings, 7346 Tage Tony Ford@king charles...

HartzIV muss nicht erwirtschaftet werden, es entscheidet hier lediglich der Fluss des Geldkreislaufes.
Natürlich bestehen indirekte Zusammenhänge, welche dafür sorgen, dass HartzIV ein größeres Haushaltsloch reißt. Der Grund hierfür ist, dass wenn mehr HartzIV gezahlt werden muss, gleichzeitig es ja bedeutet, dass die Empfänger wenig Geld verkonsumieren können. Durch die damit einhergehenden Rückgänge beim Konsum sorgt dafür, dass die Einnahmenseite schwächelt und die Ausgabenseite stärker belastet wird.

Wie ich jedoch schon mehrfach schrieb, geht das Geld ja nicht bei den HartzIV-Empfängern verloren, sondern profitieren davon eben vor allem die Eliten.

Würde es weniger HartzIV-Empfänger geben, würde es bedeuten, dass es genügend passende Arbeitsplätze gäbe.
Die Ausgabenseite würde weniger belastet und gleichzeitig würde die Einnahmenseite sich verbessern, da Menschen wieder mehr Geld verkonsumieren könnten.
Die Haushaltsbilanz sieht hier positiver aus.

Diese Tatsache denke ich wird von vielen Menschen (auch im Thread) verständlicherweise in einem Zusammenhang gebracht und der Mythos entsteht, dass HartzIV-Empfänger Geld kosten.
Selbstverständlich würde es meiner Argumentation widersprechen, denn wenn bei weniger Sozialleistungen ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden kann, wer bezahlt dann die von mir "propagierten" Zinsen der Eliten, welche ja die Schuldenprobleme verursachen soll?

Nun würde ich es nicht als Mythos bezeichnen, wenn ich dafür keine Antwort hätte, denn in diesem Zusammenhang werden leider nicht alle Einflussfaktoren berücksichtigt, nämlich die Banken außer acht lässt.

Haben wir nun den Fall A, eine hohe Zahl an Sozialleistungsempfängern, hohe Arbeitslosigkeit und dementsprechend ein finanziell unsicheres Umfeld.
In einem solchen Szenario halten sich die Banken mit der Vergabe von Krediten zurück, da ja unsichere Arbeitsplätze oder Arbeitslosigkeit wenig Vertrauen erwecken.
Da jedoch die Bedürfnisse der Menschen weiterhin erfüllt werden wollen und das System nicht zusammenbrechen soll, greift nun der Staat mit Hilfsprogrammen und Subventionen ein.
Über diese Subventionen, Sozialleistungen und Hilfsgelder können nun die Zinsen der Eliten gezahlt werden und das System bleibt am Leben.
Wenn nun der Staat Sozialleistungen zahlt, werden Banken deswegen sicherlich dem HartzIV-Empfänger auch keinen Kredit gewähren.

Nun der Fall B, die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosigkeit ist gering und die Sozialleistungen ebenfalls.
Nun kommen wieder die Banken ins Spiel, denn in einem solchen Umfeld vergeben sie gerne ihre Kredite auch an einfachen Arbeiterfamilien.
Die Arbeiterfamilien sowie auch ein großer Teil der Mittelschicht nutzt das gute Umfeld für größere Anschaffungen und finanziert diese natürlich zu einem großen Teil über Kredite in der Hoffnung, dass die Lage weitestgehend positiv bleibt.
Über die steigenden Konsumausgaben und Anschaffungen seitens der unteren und mittleren Schicht sprudeln zum Einen die Kassen des Staates aber zum Anderen kassieren die Eliten ihre Zinsen dafür, denn Kredite die die untere oder mittlere Schicht nimmt, stammen ja indirekt von den Eliten, welche Beispielsweise Geld auf der Bank gegen gute Verzinsung anlegen.
D.h. in diesem Falle zahlen die Banken die Zinsen und der Staat kann sich mal ein wenig zurücklehnen.

Dieser Zusammenhang sorgte in den letzten Jahren dazu, dass Banken immer mehr Geld von den Zentralbanken geliehen haben um Kredite vergeben und damit die Zinsen der Eliten bedienen zu können. Man muss sich dies mal aus Sicht einer Bank vorstellen, welche ja von dem Kapital der Eliten abhängig sind, da sie damit ja zur Zentralbank gehen und frisches Geld für weitere Kredite aufnehmen können.
Eine Bank welche angesichts dieser Diskrepanz nun unattraktive Zinsen anbieten würde, könnte wohl zusehen wie die Eliten ihre Gelder abziehen und zur nächsten Bank gehen würden. Eine Bank wäre binnen kürzester Zeit Pleite, weil sie kein frisches Geld mehr von den Zentralbanken bekommen könnte, da sie den notwendigen Eigenanteil (Anlagegelder der Eliten) nicht mehr vorweisen kann.

Um sich aus diser Mißere befreien zu können muss eine Bank mit relativ hohem Risiko und hohen Kreditsummen agieren um über frisches Geld und die damit einkassierten Zinsen die Zinsen der Eliten weiter zahlen zu können und evt. noch mehr Geld anzuziehen.
Ein Resultat davon ist u.a. die Immobilienkrise oder besser gesagt Hypothekenkrise in den USA oder Spanien. Banken taten dies nicht nur um sich dabei eine goldene Nase verdienen zu können, sondern u.a. auch deshalb, weil sie sonst die hohen Zinsen für die Anlagegelder der Eliten hätten nicht aufrecht erhalten können.

Da dies jedoch über kurz oder lang trotzdem zur Pleite und Überschuldung führt, hat man die Mindestreserve quasi außer Kraft gesetzt. D.h. Banken können über Sonderanträge auch deutlich unter der Mindestreserve bleiben und somit trotz fehlendem Eigenkapital frisches Geld aufnehmen.

So liegt der Mindestreservesatz der EZB aktuell bei 1%, was in etwa soviel bedeutet, dass man mit einer Mindesteinlage bei der EZB von 1mio.? = 100mio.? an frisches Geld aufnehmen kann.
Wenn man als Bank nun diese 100mio.? für 4% an Kreditnehmer verleiht, so macht man aus 1mio.? = 4mio.? innerhalb eines Jahres.

Im Wiki kann man ziemlich gut nachlesen, wie dieses Instrumentarium eigentlich nur noch Makulatur ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestreserve


Kurz zusammengefasst:
- haben wir Konjunkturflaute, können die Banken die Zinsen der Eliten nicht zahlen und der Staat springt durch Subventionen und Sozialleistungen ein und wir haben ein Haushaltsdefizit.

- haben wir eine brummende Wirtschaft, können Banken Kredite "verkaufen" und die Zinsen der Eliten decken, der Staat braucht hier nun weniger dazu beitragen und das Haushaltsdefizit sinkt spürbar.  

08.07.12 15:37

15373 Postings, 4745 Tage king charles@Tony

aber wenn Alle Hartz IV bekommen, brauchen wir doch keine Arbeitsplätze

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Grüsse King-charles

08.07.12 15:48
1

40530 Postings, 6761 Tage rotgrünGeld ist nur was wert, weil

alle es als Wert akzeptieren. Meiner Meinung nach hat das Geld nur den Wert, de als Arbeit dahinter steckt. Wenn es alles auf lau gibt, würde keiner mehr arbeiten.
Harzis leben auf Kosten der Allgemeinheit, weil sie nicht,s produzieren, lediglich konsumieren.
Wer arbeitet produziert und konsumiert. Ein Kreislauf eben....
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08.07.12 17:48

24654 Postings, 7346 Tage Tony FordJein..

alle es als Wert akzeptieren. Meiner Meinung nach hat das Geld nur den Wert, de als Arbeit dahinter steckt. Wenn es alles auf lau gibt, würde keiner mehr arbeiten.
Harzis leben auf Kosten der Allgemeinheit, weil sie nicht,s produzieren, lediglich konsumieren.
Wer arbeitet produziert und konsumiert. Ein Kreislauf eben....

Geht keiner mehr arbeiten,

steigen die Preise,

werden keine oder zu wenige Güter und Dienste mehr erbracht,

sinkt der Lebensstandard deutlich,

geht es dann den Menschen gegen den Strich,

die Menschen fangen dann wieder an zu arbeiten.

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Geld hat weiterhin einen Wert, weil das Vertrauen vorhanden ist. Mit Arbeit die dahinter steht, hat der Wert des Geldes nix zu tun, denn wie will man sonst die Zinsen und Renditen der Eliten erklären, die für nix tun / null arbeit kräftig Geld kassieren?

Die Eliten können froh sein, dass der Michel nicht klug genug ist um dieses System zu durchblicken. Darauf würde ich jedoch langfristig nicht bauen, denn wenn der Michel einmal merkt, wie er hinterrücks ausgebeutet wurde, so werden Bitcoin & Co. plötzlich großen Zulauf finden und dann können die Eliten mit ihren Milliarden an EUROs versuchen krampfhaft in Bitcoins umzutauschen, darauf bin ich schon tierisch gespannt ;-)

Zum Schluss noch ein Wort zu Wer produziert, konsumiert, usw.

Da gebe ich durchaus recht. Doch was wäre, wenn für die Herstellung der Güter sowie Bereitstellung von Diensten nicht alle Arbeitskräfte benötigt werden?

Seit Beginn der Industrialisierung wurde der Automatisierung und Technisierung mit sinkenden Arbeitszeiten entgegnet und nach jeder Senkung der Arbeitszeit lief das System wieder spürbar besser.

Das heutige Problem jedoch ist, dass die Anforderungen an das arbeitende Volk stärker steigt als der Mensch durch Bildung und Erziehung überhaupt folgen kann.

Damit wir wieder alle Menschen in Arbeit bringen können und der Kreislauf "produzieren, konsumieren" weiter wie gewohnt funktionieren kann, bedarf es

A) Den Bildungsstand zu erhöhen, was jedoch aus menschlicher Sicht nur unter enormen Aufwand in solch kurzer Zeit erreichbar sein wird. Man kann eben aus einer Arbeiterfamilie nicht binnen weniger Jahre einfach mal Ingenieure machen, so läuft das nunmal nicht. D.h. die Bemühungen um den Bildungsstand zu erhöhen wird kläglich scheitern, wenngleich er dennoch nicht Unnütz ist und perspektifisch was bringen wird.

B) Man senkt die Arbeitszeiten, wie es seit Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten gemacht wird. Dies ist jedoch nicht möglich, da die Löhne dazu viel zu niedrig sind als dass sich da was teilen lässt und zudem hat man dann immer noch das Problem, dass Fachkräfte wie Ingenieure rar bleiben.

D.h. entweder man teilt die einfachen Arbeitsstellen weiter auf bzw. senkt die Arbeitszeit und erhöht die Stundenlöhne deutlich und bekommt so die Arbeitslosigkeit gegen Null

ODER man zahlt einen KombiLohn und teit so die Arbeitsplätze auf, was jedoch Personal auf Staatskosten bedeutet und Tür und Tor für Mißbrauchsfälle öffnet und die Bürokratie explodieren lässt.

ODER man zahlt ein BGE (müssen ja keine 1200€ sein, da würde schon für den Anfang HartzIV-Geld reichen), so dass die Löhne in den Unternehmen nicht deutlich steigen müssen, die Arbeiter sich trotzdem reinteilen könnten und man die Arbeitszeiten senken könnte.

Wie dem auch sei, im heutigen System gibt es fürs arbeitende Volk nicht die passenden Stellen und so bleibt den Betroffenen meist nur übrig, sich entweder ausbeuten zu lassen oder auf Staatskosten leben zu müssen (wozu auch die Aufstocker gehören).

 

05.08.12 12:08

24654 Postings, 7346 Tage Tony FordWarum haben wir ein Haushaltsdefizit?

Warum haben wir ein Haushaltsdefizit?

Als Grund hierfür werden häufig die Kosten für die Sozialsysteme genannt, doch dies sind Mythen, weil die wahren Defizitprobleme ganz wo anders liegen.

Würde man Beispielsweise die Sozialsysteme abschaffen und die Staatsausgaben nahezu auf Null senken, so würden wir dennoch ein Defizit (oberhalb der Zinskosten) generieren.
Die Ursache liegt bei den gehorteten Geldvermögen vor allem der oberen Schicht, weil diese Geldvermögen mit einer Verzinsung von 5% und mehr angelegt sind und diese 5% bezahlt werden wollen, egal wie.

Wenn nun die Sozialsysteme nix mehr kosten würden, jedoch z.B. in Dtl. Geldvermögen von 2bio.? für 5% verzinst werden wollen, Bedarf es 100mrd.? pro Jahr.
Woher soll dieses Geld kommen?
Möglichkeit 1 von den Banken. Die Banken leihen Geld für aktuell 1% von der EZB. Würden sie damit die 5% der Renditen bezahlen, würden sie ein Verlustgeschäft machen. Ergo müssen sie die 1% der EZB + die 5% der angelegten Geldvermögen irgendwie erwirtschaften.
Dies erreichen sie, indem sie die x-fache Summe der Einlage, d.h. statt der 4.5bio.? 20bio.? sich von der EZB leihen und diese z.B. für 5% z.B. an Unternehmen oder private Haushalte verleihen. Dieses System funktioniert an sich über lange Zeit relativ gut und zuverlässig.
Zum Problem wird jedoch die damit verbundene zunehmende Umverteilung, da die Verschuldung in den Unternehmen immer weiter zunimmt, die mit dem höheren Risiko verbundenen Konjunkturzyklen nehmen weiter zu, so dass die Kreditausfälle immer größer werden und immer weniger Unternehmen als Kreditnehmer liquide genug sind um einen Bankkredit zu erhalten. In den privaten Haushalten sieht es ebenfalls nicht besser aus, durch die Etablierung von Niedriglohnjobs, 400?-Jobber, 1?-Jobber und stagnierenden oder gar fallenden Reallöhnen kommen für die Banken immer weniger Kunden für einen Kredit in Frage und wenn dann sind es nur Minikredite.
D.h. die Banken bekommen zwar billiges Geld von der EZB, können es aber immer weniger am Markt platzieren bzw. steigt die Ausfallwahrscheinlichkeit stetig weiter an. Selbst kleine Unregelmäßigkeiten, kleine Blasen die platzen, kleine Verspekulierungen mit Staatsanleihen, usw. bringen die Banken immer wieder massiv ins Wanken und ohne die ständige Bereitstellung von Liquidität (ohne Sicherheiten) seitens der EZB, wären viele Banken schon längst nicht mehr in der Lage zu überleben.
D.h. die Privatbanken kommen zur "Finanzierung" der 5%-Renditen der Geldvermögen nicht mehr (ohne staatliche Hilfen) in Frage.

Tja und da sind wir beim Staat, der nun für die Banken einspringen und die 5%-Renditen finanzieren muss.

Im Übrigen sei hierbei auch erwähnt, dass die 5% natürlich nicht der Verzinsung mittels Festgeld oder Ähnlichem entspricht. Die Banken und Eliten sind hier natürlich clever und schaffen es durch clevere Anlagestrategien und Verkaufstaktiken Aktien, Anleihen, usw. tief einzukaufen und hoch den Michels dieser Welt wieder zu verkaufen.
Die Michels dieser Welt (dazu gehöre auch ich ;-) lassen sich immer wieder mal durch lukrative Gewinnaussichten, usw. blenden und bekommen ohne dass sie es merken indirekt das Geld aus den Taschen gezogen.
U.a. sei hierbei erwähnt, dass 80% aller Fonds die Märkte underperformen. Warum wohl? Weil man damit Aktien und diverse Wertanlagen zu hohen Preisen an die Michels bringen kann, die das unter den vielen Aktienwerten im Fonds gar nicht merken.

Jeder vernünftige Mensch würde jetzt meinen, dass man dann eben die 5%-Renditen einkürzen muss, wenns eben nicht bezahlbar ist.
Andere würden vermutlich fragen, Warum die Banken dann dieses 5%-Spielchen noch mitmachen, wenn sie daran zerbrechen können?

Das Problem ist, dass jene Bank, welche das Spielchen nicht mehr mitspielen will, einer Kapitalflucht ausgesetzt wird, weil irgendwo auf der Welt (und seien es die Caymaninseln) eine Bank ist, die dieses 5%-Spielchen noch weiter spielt.
Die Konsequenz für die Bank wäre, dass die Geldvermögen schwinden würden, damit die Bank womöglich schwieriger oder weniger Geld von der EZB leihen könnte, die Bilanzsumme sinkt und sich im Grunde eine Art Teufelsspirale in Gang setzt, welche die Bank in die Pleite treibt.

D.h. egal ob man will oder nicht, man hat keine andere Wahl als das Spiel der Eliten mit zu spielen und ihnen ihre 5% Renditen zu gewähren und genau daran krankt momentan auch die EU und die Welt, die seit 2008 bis dato keine Lösung gefunden haben und fröhlich unter verschiedenen Vorwand (Griechenland, Spanien, Irland, Rettungsschirm, usw.) die 5%-Renditen zahlen. Selbstverständlich soll dies nicht bedeuten, dass Griechenland kein Problem darstellt, es ist jedoch schon mysteriös wie ein kleines Land wie Griechenland so viel Geld "verschwinden" lässt. Wenn man da mal genauer nachforscht wohin das Geld geht, dann stellt man fest, dass ein signifikanter Teil davon z.B. in die Schweiz abwandert.

Früher oder später wird man jedoch die 5%-Rendite nicht mehr zahlen können, denn jede Maßnahme verhindert die Gesundung.
Eine Gesundung kann nur erfolgen, wenn man die Banken Pleite gehen lässt, denn dann sind die 5%-Rendite vorerst Geschichte, zudem könnte dann Panik bei den Eliten ausbrechen, welche dann nach einer sicheren Bank suchen, welche Ihnen aber eben keine 5%, sondern vielleicht nur noch 1% oder kurzfristig vielleicht gar keine Rendite zahlt.
Die Geldvermögen werden durch Bankenpleiten"zwangsenteignet" und die Geldvermögen, die noch eine Bank gefunden haben, kosten der Bank kaum noch was.
D.h. Geldvermögen sowie die auf der Gegenseite stehenden Verbindlichkeiten (z.B. Unternehmensdarlehen) lösen sich mehr oder weniger stark auf und gleichzeitig sind die noch übrig gebliebenen Banken nicht mehr auf Hilfen angewiesen und könnten zudem angesichts der extremen Konsolidierung (vermutlich gehen 8 von 10 Banken Pleite) können sie Eigenkapitalquoten von 20% nun spielend erfüllen, da wiegesagt der 5%-Renditezwang sich aufgelöst hat.

Natürlich beginnt das Spiel damit wieder von vorn. Die Politik hat jedoch dann die Chance, die Marktmechanismen wieder zu reaktivieren und gesetzlich als unumstößlich festzusetzen. Solange jedoch die Eliten in der Machtposition sind, wird dies wohl eher unrealistisch sein. An einem Kompromiss wird man jedoch nicht vorbei kommen.

hier nun mal noch eine Grafik, die belegt, dass die Vermögen jährlich um gut 5% seit Jahrzehnten steigen, trotz der Krisen.
Es zeigt zudem auch den Zusammenhang der gegenüberstehenden Verschuldung sehr deutlich auf. Man kann gut erkennen, dass die negative Seite der Staat sowie Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften (d.h. Unternehmen aus den Nichtfinanziellen Sektor) die steigenden Vermögen finanzieren.

Ebenfalls zu erkennen, dass in Krisenzeiten die Unternehmen/Privatwirtschaft kaum einen Beitrag zu den steigenden Vermögen leistet, dafür der Staatshaushalt umso mehr "bluten" muss.

Sehr gut auch zu erkennen, wie die Geldvermögen der letzten 20 Jahre vor allem auf Kosten des Staates wachsen konnten und wie hoch der Anteil durch den privaten Sektor (siehe blaue Balken) ist.

http://de.wikipedia.org/w/...gen.PNG&filetimestamp=20111027113426

Die Grafik beweist auch, dass die Ursache der Schuldenprobleme eben NICHT die Sozialsysteme wie Renten oder HartzIV sind, sondern ausschließlich die wachsenden Geldvermögen die Ursache sind und die Sozialsysteme nur indirekt dafür sorgen, dass di Geldvermögen über staatlicher Seite weiter wachsen können.
Man kann sehr gut erkennen, dass das Geld eben nicht beim HartzIV-Empfänger, sondern bei höheren Schichten hängen bleibt.

05.08.12 12:15
2

25086 Postings, 3641 Tage Lumberjack77die paar euro zinsen die die banken zahlen

müssen, stellt kein problem dar.
die banken verdienen sich dumm und dämlich, mit ihren krediten. weiterhin wird mit dem angelegten geld gezockt.

und wenn sich die bank wiedermal verspekuliert hat, dann springt vater staat ein.  

05.08.12 12:21

24654 Postings, 7346 Tage Tony Fordleider nicht mehr...

müssen, stellt kein problem dar.
die banken verdienen sich dumm und dämlich, mit ihren krediten. weiterhin wird mit dem angelegten geld gezockt.

Dem steht wie ich schon geschrieben hatte ein zunehmend höheres Ausfallrisiko ihrer vergebenen Kredite entgegen. D.h. Banken verspekulieren sich, weil sie gar keine andere Wahl haben als zu spekulieren, andernfalls könnten sie Insolvenz anmelden. 

Das ist so als müsste man monatlich 1500€ Ratenkredit abzahlen und wenn die Rate nicht kommt, wird gepfändet!

Wenn man dann nur noch 1000€ hat, kann man nur noch pokern gehen und beten.

Solange der Staat da noch mithilft und eine Konsolidierung verhindert, wird das Spiel immer weiter gehen.

05.08.12 12:23

15373 Postings, 4745 Tage king charles#18 banken verdienen sich dumm und dämlich

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Grüsse King-charles

05.08.12 12:24

129861 Postings, 6420 Tage kiiwii#17--warum leckt sich der Hund die Eier ?

Wir haben ein Haushaltsdefizit

1. weil die (dt.) Volkswirtschaft jährlich 150mrd ? spart - Geld, das dringend Anlage sucht
2. weil dem Staat dieses Geld vor die Füße geworfen wird...

Er tut im übrigen auch alles dafür, daß beim Sparer/Anleger der Eindruck aufrecht erhalten wird, das Geld sei grade beim Staat am allerbesten "angelegt"...
(zb sind nur Staatspapiere "mündelsicher"...)


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An intellectual is a person who has discovered
something more interesting than sex. (A.Huxley)

05.08.12 12:26

129861 Postings, 6420 Tage kiiwiiund btw: wenn Banken sich dumm und dämlich

verdienen, warum müssen sie dann gerettet werden ?
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An intellectual is a person who has discovered
something more interesting than sex. (A.Huxley)

05.08.12 12:35

15373 Postings, 4745 Tage king charlesbanken verdienen sich dumm und dämlich??

Investmentbanking der Deutschen Bank: Gewinn bricht ein - SPIEGEL ONLINE
Die Deutsche Bank hat massive Probleme im Investmentbanking. Der Gewinn der früheren Vorzeigesparte, bis vor kurzem geführt vom neuen Co-Chef Jain, brach drastisch ein. Insgesamt verdiente die Bank nur noch 660 Millionen Euro - schuld soll vor allem die Euro-Krise sein.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/...cht-ein-a-847318.html
 

05.08.12 12:36
1

25086 Postings, 3641 Tage Lumberjack77#22 - die banken verdienen an ihren vergebenen

krediten - wenn der kleine steuerzahler einen kredit für sein häusle aufnimmt, zahlt er fast das doppelte zurück

mit dem erwirtschafteten geld wird dann gezockt - wenns klappt wunderbar und wenns ins hösle geht au net schlimm - staat is zur stelle.  

05.08.12 12:38

14559 Postings, 5416 Tage NurmalsoSolange Deutschbanker im Kanzleramt

Geburtstag feiern, haben wir hier die marktkonforme Demokratie.

https://netzpolitik.org/wp-upload/ackermann-abendessen.pdf  

05.08.12 12:39

14559 Postings, 5416 Tage Nurmalso---

http://netzpolitik.org/2012/...die-das-kanzleramt-geheim-halten-will/  

05.08.12 12:48

15373 Postings, 4745 Tage king charles#24 Banken verdienen an Krediten

und Lumberjack77 bekommt für seine Arbeit keinen Lohn
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Grüsse King-charles

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