Muslime erzwingen Umbenennung eines Pferdes

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neuester Beitrag: 15.11.03 14:39
eröffnet am: 13.11.03 15:50 von: chreil Anzahl Beiträge: 54
neuester Beitrag: 15.11.03 14:39 von: Major Tom Leser gesamt: 2670
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4969 Postings, 7831 Tage chreilMuslime erzwingen Umbenennung eines Pferdes

Aus: IBKA Rundbrief August 2003

Friedlich fraß in Hagen/NRW ein 32-jähriges Pferd namens "Mohammed" sein Gnadenbrot, bis ein kleines, lokales Anzei­genblatt Ende April harmlos und nichts ahnend über die Geburtstagsfeier des außergewöhnlich alten Gaules berichtete und damit einen Sturm der Empörung unter den örtlichen Muslimen auslöste, über den schließlich sogar die Süddeutsche Zeitung berichtete.

Der Protest äußerste sich in wüsten Beschimpfungen und massiven Drohungen seitens einzelner Bürger und muslimischer Vereine. Die Redaktion wurde von Faxen, E-Mails, Unterschriftenlisten förmlich überschwemmt, die zum Teil in der nächs­ten Ausgabe als Leserbriefe abgedruckt wurden. Das Telefon stand nicht still.

Aus einem banalen Pferde-Geburtstag war ein religiöses Politikum geworden. Der Grund: Ein Tier nach dem Propheten zu nennen und über dieses Tier auch noch zu berichten, sei "geschmacklos und mora­lisch unzuläs­sig", dazu "un­verschämt" und eine "Beleidi­gung". Es sei "ein Rätsel, wie eine gebildete Person so ge­dankenlos mit der Sensibilität einer großen Glaubens­gemeinschaft, wie es der Islam ist, um­gehen kann." Man forderte neben einer "sofortigen Klärung" eine "Entschuldi­gung an das ganze Volk".

Für die "sofortige Klärung" sorgte dann der - der Pferdebesitzerin aufgrund der Drohungen zugeteilte - Staatsschutz der Kripo Hagen. Ausgerechnet dieser überredete die junge Frau zu einem Gespräch mit den Anstoßnehmern, wo sie aus Angst um ihr Pferd zusagte, Moham­med, der sowieso nur "Mohmi" gerufen wurde, in "Momi" umzubenennen, so dass jede Ähnlichkeit mit dem Namen des Propheten getilgt wurde.

Mittlerweile haben Journalisten und Korrespondenten von Pferde-Magazinen das Thema ebenso auf­gegriffen wie bei­spielsweise die Deutsche Presseagentur (dpa), der WDR oder die Süddeutsche Zeitung. Diese hat bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in Warendorf nachgefragt, ob es etwa noch andere Pferde namens Mohammed gäbe. Ja, die gibt es - und zwar reichlich! Allein bei diesem Verband sind zwei Dutzend "Mohammeds", aber auch haufenweise Pferde namens "Moses" und "David" registriert, Namen, die ebenfalls im Islam, laut einem Leserbrief, für Tiere tabu sind. Probleme mit Muslimen gab es dadurch noch nicht, sei doch sogar so mancher "Mohammed" bereits an irgendeinen Scheich am Persischen Golf versteigert worden.

Hierzulande agiert also der Staatschutz, statt Auswüchse religiöser Intoleranz in die Schranken zu weisen und die Opfer zu schützen, vorschnell affirmativ gegenüber der Anmaßung offensicht­lich radika­ler Kreise unter den Muslimen und ist diesen als bloßer Handlanger auch noch dienst­bar. Falls das offenbar leicht kränkbare religiöse Empfinden beleidigt zu sein meint, gibt es jedoch den Gang vor ordentliche Gerichte - und nur den, der ja auch von Christen oft genug beschritten wird. Drohungen und Einschüchterungen hingegen wären ggf. selbst eine straf­würdige Handlung!

Die Lobby der radi­kalen Muslime versucht also, ein religiöses Sonderrecht jenseits des demokratischen Rechtsstaates zu etablieren, siehe den Bericht in MIZ 1/2003, S. 38-39, über www.muslimrecht.de. Muslim§Recht hatte sich auch des Hage­ner Pferde"skandales" einschlägig ange­nommen. Leider bereits mit sichtlichem Erfolg!

*hoffe das war noch nicht hier drin*

 
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13.11.03 17:39

8584 Postings, 7468 Tage Rheumax@MadChart

Ich bin Deiner Meinung, nur schien mir die Sicht zu pauschal.
Ich hab mich bereits in einer ganzen Reihe von islamischen Ländern rumgetrieben und durch meine Art zu Reisen auch Kontakte mit der Bevölkerung gehabt.
Die religiösen Eiferer waren eine kleine Minderheit.
Bei der jüngeren Generation war nicht mal viel von Religiösität zu spüren.
Ein gebildeter junger Marrokkaner hat mir auf die Frage danach gesagt, dass es die Alten sind, welche in die Moschee gehen um sich auf den Himmel vorzubereiten.
Das ist doch nicht so sehr anders als bei uns?
Dort schreit der Muezzin, hier läuten die Kirchenglocken - und keiner geht hin.

Gruß
Rheumax

PS:
Es gibt da natürlich regional wie auch von Land zu Land gewaltige Unterschiede.
War mal im Ramadan unterwegs, da hats z.B. in Mauretanien tagsüber nirgends was zu futtern gegeben. Logo - denkst Du Dir und futterst halt heimlich was aus der Reserve, um niemanden zu provozieren.
Und ein paar Kilometer weiter, jenseits des Senegal-River sitzen die (vor allem jungen)
Leute mittags in den Lokalen und lassen es sich ungestört schmecken.
 

13.11.03 17:58

14308 Postings, 6900 Tage WALDY@SchwarzerLord zu Nr.:23

"Aus Protest gegen oben genanntes Beispiel nenne ich unseren Klo ab sofort Mohammed Allah!"

Auch hier bei ARIVA ,sind Moslems.
Nicht alle Moslems sind Hartliner.
Aber Leute wie Du verletzen ihre gefühle.

Und das ist nicht OK.

Waldy

 

13.11.03 22:52

13475 Postings, 8113 Tage SchwarzerLordUnd mich verletzen Moslems.

Diejenigen, die Kopftücher tragen zB. Ich nenne mein Klo so wie ich will.
Ich kenne keine Moslems bei Ariva. Wer soll das bitte sein?  

14.11.03 02:27

21799 Postings, 7966 Tage Karlchen_IWer seinem Klo nen Namen gibt,, muss schon

ziemlich abgedreht zu sein. Solche Leute scheinen ein libidinöses Verhältnis zu ihrem Lokus zu haben. Vielleicht diskutieren sie ja auch noch mit der Spülung und küssen die Klobrille. Und gegenüber dem Klo hängt noch ein Marienbildchen, vor dem eine Kerze brennt, damit für allerweil guten Stuhlgang gesorgt ist.  

14.11.03 09:26

14308 Postings, 6900 Tage WALDYSchwarzerLord

"Waldy, was soll das?   SchwarzerLord   08.05.03 11:10  
 
Dieses Niveau müssen wir ja nicht zwanghaft zu erreichen versuchen."

Hmmm....das wollte ich Dir damit sagen.
Es ist deines  Niveau, nicht würdig so ein Mist zu schreiben.

MfG
Waldy

Ps.
Zu Karlchen_I  ....wie ich es für die anderen Themen inzwischen gewohnt bin
schreibst Du sowieso nur Scheisse.
Darum ....mach weiter so , ich lass mich von dir nicht mehr provozieren.
Ich weis ja....Du bist gut und ich bin Deutscher.  

14.11.03 09:49

4969 Postings, 7831 Tage chreilHey Karlchen,

brennende Kerze auf'm Klo = weniger Gerüche, aber erhöhte Explosionsgefahr!  

14.11.03 10:56

21799 Postings, 7966 Tage Karlchen_I@Waldy: Biste etwa stolz darauf, ein Deutscher zu

sein? Du, der Du dein Klo mit Namen rufst? Gehört das vielleicht zum deutschen Nationalcharakter? Ist das vielleicht ein alt-germanisches Ritual?  

14.11.03 11:35

14308 Postings, 6900 Tage WALDYAch Karlchen 0,0... Du bist und bleibst eine :

Hohlbratze.....

oder, wie willst du mir sonst erklären, wo steht:

"Du, der Du dein Klo mit Namen rufst"

Naaa....zeig mir das mal.
Ergo:  Du  schreibst  sowieso nur Scheisse.


 

14.11.03 12:04

21799 Postings, 7966 Tage Karlchen_I@Waldy: Kurzes Gedächtnis?

Siehe Posting 31:

@SchwarzerLord zu Nr.:23   WALDY   13.11.03 17:58  
 
"Aus Protest gegen oben genanntes Beispiel nenne ich unseren Klo ab sofort Mohammed Allah!"

Auch hier bei ARIVA ,sind Moslems.
Nicht alle Moslems sind Hartliner.
Aber Leute wie Du verletzen ihre gefühle.

Und das ist nicht OK.


Aber irgendwie habe ich immer noch das Gefühl, dass Du ein libidinöses Verhältnis zu dem hast. Du nimmst Sachen in den Mund, die ich nie und nimmer in die Hand nehmen würde.

Waldy

 

14.11.03 12:16

14308 Postings, 6900 Tage WALDYKarlchen 0,0

...@SchwarzerLord ...

 "  @ "

was könnte " @ " wohl bedeuten?

Aber du hast sicherlich recht....
Bei deiner Logik hätte mich alles andre auch gewundert.  

14.11.03 14:32

8584 Postings, 7468 Tage Rheumax@Waldy; Wäre Karlchen ein Kerlchen,

hätte er sich doch wohl für seinen Fehlgriff entschuldigt?  

14.11.03 14:42

5937 Postings, 7056 Tage BRAD PITIch bin "Deutscher & Moslem" lieber SchwarzerLord

Und stell dir vor: Es gibt auch Moslems die nicht radikal sind oder mit Kopftüchern rumlaufen.  

14.11.03 14:45

5937 Postings, 7056 Tage BRAD PITNahtrag: Ich würde mein Klo nie JESUS nennen.

Eure Verachtung anderer Religionen und Nationalitäten kotzt mich an.

 

14.11.03 14:46

2101 Postings, 7196 Tage ribaldAha, daher

der Hass auf die Amis.

Schaun mer mal
ribald  

14.11.03 14:50

4969 Postings, 7831 Tage chreilEs gibt aber auch Deutsche, die nicht

Moslem sind.  

14.11.03 14:55

5937 Postings, 7056 Tage BRAD PITPosting 42 hatte ich extra eunfach formuliert

in der Hoffnung dass alle es verstehen.

Anscheinend war das noch immer viel verlangt.  

14.11.03 14:56

4020 Postings, 6762 Tage MD11und Pferde

die " JAQUELINE" heissen und ständig kotzen müssen.........

 

14.11.03 14:56

2101 Postings, 7196 Tage ribaldKarlchen hätte, wenn es um

christliche Dinge gegangen wäre, sicher
nicht so viel Mitgefühl.

Schaun mer mal
ribald  

14.11.03 14:58

2273 Postings, 6608 Tage TomIndustryIIdas pferd zum wochenende heisst döner

häh, extra scharf, extra sosse  

14.11.03 15:00

4020 Postings, 6762 Tage MD11@tom

dan nenn das Pferd doch gleich beim Namen....HÜHNERHERZGEN !!!!! SCHHÖN SCHAAAAF !!  

14.11.03 15:11

21799 Postings, 7966 Tage Karlchen_ISorry, Waldy...

Habe das jetzt erst gesehen. Tut mir aufrichtig leid und ich nehme alles zurück.


Galt tatsächlich alles dem Klobenenner SL.  

14.11.03 15:14

14308 Postings, 6900 Tage WALDYHmmm...Schwamm drüber... o. T.

14.11.03 15:26

4428 Postings, 6837 Tage Major TomShame on You!

5, 7, 11, 12, 23 (hoffe, keinen vergessen zu haben) sind in ihrer Bezugnahme einfach daneben; wer solche Vergleiche herstellt, der sucht keinesfalls irgendeine - wenn auch geschmacklose - Art von Humor, nein, das ist schlechter Stil, gepaart mit Ignoranz und intolerantem Weltbild. Brad, deine Beiträge 42 und 45: ariva.deariva.de

MT
 

15.11.03 13:53

5937 Postings, 7056 Tage BRAD PITDanke Major Tom. Das zeigt dass du Charakter

hast.



Gruß

Brad  

15.11.03 14:39

4428 Postings, 6837 Tage Major TomDanke dir auch, Brad; dein Beitrag ist für mich

ebenfalls ein Beweis deines Charakters und dass es darüber hinaus Möglichkeiten gibt/geben muss, Brücken zu bilden, so wie es Kronprinz Hassan in der nachfolgenden - wirklich bemerkenswerten - Rede zum Ausdruck bringt.

Gerade die Aussagen: "Nebeneinanderstellung von Glaube und Terrorismus in einem Satz kann zu Unrecht unterstellen, irgendeine Religion verzeihe achtlose Gewaltakte." und "Richtiger ist die traurige Wahrheit, dass es Gewaltakte gibt und geben wird, die von Menschen begangen werden, die Muslime, Juden oder Christen oder nichts von alledem sind.", unterstreichen den positiven Ausblick im letzten Absatz seiner Rede und ich persönlich würde "die westliche und die muslimische Welt" erweitern, durch "die westliche und die muslimische Welt, Christen, Muslime und Juden und 'Heiden' und Atheisten".

***

Kronprinz Hassan zur Bedeutung von Einwanderern, Medien und Erziehung beim Überbrücken des Grabens zwischen dem Islam und dem Westen

Einladung zum Dialog

Von Kronprinz Hassan, Jordanien

Die folgende Rede seiner Hoheit Kronprinz Hassan für die 520. Wilton Park Konferenz ?Brücken bilden zwischen dem Islam und dem Westen? wurde am 16. Februar 1998 von Ihrer Hoheit Prinzessin Sarvath El Hassan vorgetragen.

Mein Ehemann, Kronprinz Hassan bedauert sehr, heute nicht bei Ihnen sein zu können. Doch möchte er, dass ich Ihnen mitteile, für wie wichtig er Treffen wie dieses auf der Suche nach einem größeren Verständnis unter den Völkern hält. Er übermittelt Ihnen seine Grüße und hat mich gebeten, an seiner Stelle die folgende Rede vorzutragen.

Robert Byron, einer der ersten und brillantesten Philhellenen, behauptete, die Größe von Byzanz liege in seiner, wie er es nannte, ?Triple Fusion?, der Verschmelzung von drei Komponenten: eines römischen Körpers, eines griechischen Verstands und einer orientalisch mystischen Seele. Durch einen Großteil ihrer ereignisreichen Geschichte haben Muslime, Christen und Juden einen mächtigen Einfluss aufeinander gehabt. Diese gegenseitige Beeinflussung hat aber auch eine Ambivalenz verursacht, die zu einem Hauptmerkmal der Beziehung zwischen dem Islam und dem Westen wurde. In den letzten Tagen hatten Sie die Aufgabe, sich mit der negativen Dimension dieser Ambivalenz zu befassen. Zu der Zeit, als die Kirchen von Konstantinopel und Rom an einem Scheideweg angekommen waren, hatten die Christen von Ägypten, Syrien und Irak bereits über vier Jahrhunderte unter muslimischer Herrschaft gestanden. Christliche Araber unterscheiden sich in nichts von den Muslimen oder von der arabischen Gesellschaft. Sie haben weiterhin Teil an ihrer jeweiligen Geschichte und Kultur, wie es über 14 Jahrhunderte lang war. In dieser Zeit haben sie in hohem Maß und kontinuierlich an dem materiellen und moralischen Gewebe ihrer Gemeinwesen mitgewirkt, ob auf eigene Initiative oder auf vertrauensvolle Anfrage hin.

Als die Machtbalance zwischen Europa und der Welt des Islam hin und her schwankte, ging es beiden, Muslimen und Europäern, dann am schlechtesten, wenn sie sich gegenseitig zu dominieren suchten. Die islamische Geschichtsschreibung feiert Episoden gelungenen Miteinanderlebens, wie es in Andalusien und Sizilien gelungen ist; leider muss man aber feststellen, dass eben diese Begebenheiten in den meisten europäischen Klassenzimmern nicht zur Sprache kommen. Vielleicht umfassender wird die wesentliche Rolle der muslimischen Gesellschaft hinsichtlich des Übermittelns und Bewahrens intellektuellen Vermächtnisse des antiken Griechenlands anerkannt. ...

Es ist tragisch, dass der Eindruck, den die meisten Europäer vom zeitgenössischen Islam haben, nicht von der Geschichte, sondern von den populären Medien gespeist wird. Die Wahrnehmung der islamischen Welt ist meist von der Wahrnehmung des islamischen Extremismus bestimmt.

Sind die Täter irgendwelcher terroristischer Aktionen Muslime, führt die übertriebene Betonung ihrer Religion zu dem medienwirksamen, aber bedauerlichen Ausdruck ?islamischer Terrorismus?. Es gibt keinen ?islamischen Terrorismus?, keinen ?jüdischen? oder ?christlichen Terrorismus?. Die Nebeneinanderstellung von Glaube und Terrorismus in einem Satz kann zu Unrecht unterstellen, irgendeine Religion verzeihe achtlose Gewaltakte.

Richtiger ist die traurige Wahrheit, dass es Gewaltakte gibt und geben wird, die von Menschen begangen werden, die Muslime, Juden oder Christen oder nichts von alledem sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der jeweilige Glaube selten das einzige Motiv ihrer Handlungen ist, wenn überhaupt. Aber wenn die Medien nicht richtig informiert sind, setzen sich traurigerweise solche Stereotypen durch. Die allgemeine Verachtung, die westliche Medien dem Islam gegenüber oft an den Tag legen, ist nicht gerade hilfreich. Ich zitiere eine Arbeit von Runnymede Trust: ?Islam-Phobie: Eine Herausforderung für uns alle?. Hier wird auf einen Artikel verwiesen, der in ?The Sun? (12.11.90) erschienen ist. Ein Kolumnist lässt sich darüber aus, wie man Einwanderer ermutigen könne, sich leichter einzugliedern, und zwar indem man das alte Alphabet (A für Apfel) gegen ein neues eintauscht, also: "A für Ayatollah, B für Bagdad, C für Curry.., F für Foto, H für Hisbollah, I für Intifada, J für Jihad...". Die Überschneidung von Islam-Phobie, antimuslimischen Vorurteilen und Rassismus werden an diesem Beispiel recht deutlich.

Die Bilder, die über muslimische Extremisten in das europäische Bewusstsein hineingeätzt werden, sind allerdings in der muslimischen Welt in keiner Weise als gute Leitbilder akzeptiert. Alternative Modelle islamischer Regierungen, welche einen moderaten Mittelweg beschreiten, sind im Westen wenig bekannt. Ich glaube, dass wir hier nicht nur über Brücken sprechen müssen, sondern auch über die Geburt einer neuen abrahamitischen Sprache, welche auf die einst gemeinsam geteilte Menschlichkeit Bezug nimmt, die wir verloren haben. Isaiah Berlin sagte einst: "Es ist so, dass die Denker der Aufklärung und ihre Nachfolger in der Renaissance dazu neigten, die Natur als göttliche Harmonie zu betrachten. Das grundsätzliche Bedürfnis des Menschen ist es, die äußere Welt, sich selbst und den Platz, den er in der dinglichen Welt besetzt, zu verstehen. Das trifft auf die Rationalisten ebenso zu wie auf Empiriker, christliche Naturalisten wie auf Heiden und Atheisten."

Ich würde gerne sehen, dass Diskussionen wie diese sowie andere interreligiöse Dialoge zum Thema ?Islam und der Westen? jetzt, wo wir uns dem Ende dieses Jahrtausends nähern, zur Erstellung eines Verhaltenskodexes führen, der auf Geduld, Toleranz (resilience) und Einfühlungsvermögen beruht. Einige Persönlichkeiten der muslimischen Welt haben haben versucht, einen weltumspannenden Dialog auf verschiedenen Ebenen zu initiieren. Ich selbst habe mich über viele Jahre bei verschiedenen interkulturellen und interreligiösen Initiativen engagiert und habe immer versucht, die moderate muslimische Perspektive voranzubringen. Wie auch immer, man kann nicht viel tun und fühlt oft eine Art von Frustration, weil sehr viel davon abhängt, ob solche Initiativen Erfolg haben; andererseits hängt ihr Erfolg in hohem Maß von der öffentlichen Anerkennung ab. Es ist traurig, aber wahr, dass solche Initiativen selten dieselbe Medienresonanz wie Gewaltakte haben.

Wir sind sicher, dass es schwierig bleiben wird, zwischen dem Islam und dem Westen Brücken zu bauen, solange Muslime Marginalisierung und Ausschließung zu spüren bekommen. Es ist äußerst wichtig, mit den gegenseitigen Dämonisierungen aufzuhören. Muslime müssen lernen, dass es keine weltweite Verschwörung gegen sie gibt und dass die Errungenschaften Europas auf intellektuellem und praktischem Gebiet ihr Leben bereichern können und nicht zwingend zerstören müssen. Aber der Westen muss dem Islam auch mit dem Respekt begegnen, der einer Weltreligion angemessen ist und dessen Botschaft und Philosophie für mehr und mehr Menschen an Bedeutung gewinnt. Dass einer von fünf Menschen auf der Erde heute ein Muslim ist, hat nicht nur etwas mit der hohen Geburtenrate vieler muslimischen Gemeinschaften zu tun. Der Westen muss zeigen, dass er den Islam nicht als Feind ansieht; was nicht heißen soll, auch nur einen Moment zu zögern, Aktionen zu verurteilen, wer immer sie begeht, die die Grundnormen des Anstands verletzen. Sich hier zurückzuhalten bedeutet für einen echten Muslim tatsächlich eine Beleidigung.

Wie die Medien spielt die Erziehung eine große Rolle. Beide sind mächtige Werkzeuge, die Gräben, die trennen, oder Brücken zu Verständnis und Toleranz bilden können. Lehrpläne müssen genauestens untersucht werden, und alles, was einen schädlichen Einfluss auf die noch formbaren jugendlichen Vorstellungswelten haben kann, muss entfernt werden. Die Medien ? ob gedruckt, im Radio oder im Fernsehen ? und akademische Curricula müssen vorurteilsfreie Bilder entwerfen. Sie können so aufbereitet werden, dass sie erklären, analysieren und erziehen. Vereinigung braucht ebenso viel Energie wie Trennung. Die Macht des Fernsehens darf dabei nicht unterschätzt werden. Nicht nur in den Schulen, auch in ihren Wohnzimmern müssen die Menschen aufgeklärt werden.

Die gedruckten Medien haben eine große Aufgabe, die sie momentan nicht erfüllen. Ali Mazrui, der bekannte Anthropologe, hat dies kürzlich in einem Essay in Foreign Affairs kurz und bündig ausgedrückt, wo er sagte, dass Muslime zwar dafür kritisiert werden, nicht das Beste zu tun, selten aber für eine Ethik beglückwünscht werden, die (schon) das Schlimmste verhindert hat. Islamische Gesellschaften verändern sich meistens ohne jede Anerkennung (von außen). Das soziale Leben und die Arbeitsmoral (work ethics) verändern sich; Menschenrechte und Bürgerorganisationen gedeihen. Demokratien mit transparenten, berechenbaren Strukturen sind im Entstehen. Auf lange Sicht ist es vielleicht wichtiger denn je, dass islamische Denker im Nahen Osten und in Nordafrika, in Südostasien und in der europäisch-amerikanischen Diaspora gemäßigte und fortschrittliche Interpretationen des Islam entwickeln.

Ein anderes Vermächtnis unserer Geschichte ist die Präsenz einer großen Anzahl von Muslimen im Ausland, vor allem in Europa, wo heute schätzungsweise sechs bis zehn Millionen Muslime leben. Wir glauben, dass diese Muslime bei der Überbrückung des Grabens zwischen unseren Gesellschaften helfen können und sollten. Obwohl der Weg niemals ganz leicht ist, integrieren sich die zweite und dritte Generation der muslimischen Einwanderer jetzt nach und nach in die Gesellschaften ihrer Gastländer. Zwei Folgen dieses Prozesses darf man allerdings nicht unterschlagen: religiöse Diskriminierung, die in manchen europäischen Gesellschaften weiter anhält, und andererseits das Aufkommen eines populären Nationalismus. Natürlich kann die Integration muslimischer Gemeinschaften nur auf der Basis der Anerkennung der geltenden Gesetze stattfinden. Hierzu ist aber anzumerken, dass Muslime im großen und ganzen die Gesetze ihrer Gastländer respektieren. Und zwar sicher auch deshalb, weil Muslime nicht zu einer fremden Rasse gehören und zum größten Teil normale gesetzestreue Bürger wie alle anderen auch sind, mit normalen Hoffnungen, Ängsten und Bestrebungen. Es lohnt sich wahrzunehmen, dass der Islam zur Integration ermutigt. Nicht nur deshalb, weil die Prinzipien dieser Religion verlangen, dass eine muslimische Minderheit dem Staat gehorchen soll, in dem sie lebt, sondern weil auch ein muslimischer Staat in gleicher Weise von Nicht-Muslimen verlangt, dies zu respektieren und gemäß der Gesetze zu leben. Dabei erhalten sie das Recht, ihre eigene Religion in völliger Freiheit und durch das Gastgeberland ungehindert auszuüben. Dass manche muslimische Staaten Nichtmuslimen bedauerlicherweise nicht die völlige Religionsfreiheit gewähren, hat nichts mit dem Islam zu tun, sondern hängt mit dem bürgerlichen Recht des Landes zusammen.

Politiker und Parlamentarier tragen eine hohe Verantwortung dafür, dass Brücken gebaut werden. Das Gespräch und der Dialog untereinander muss gesucht werden. Und noch einmal: Verständnis und Einfühlungsvermögen sind Schlüssel zu diesem Problem. Weder Muslime noch Europäer sollten Privilegien für sich in Anspruch nehmen. Sie sollten nichts für sich verlangen, was sie dem anderen versagen. Allerdings fordern Muslime ein, dass ihre Religion im europäischen Kontext anerkannt wird. Gibt der Staat in eigentlich säkularen Staaten christlichen Institutionen regelmäßig finanzielle Unterstützung, so fragen sich Muslime mit Recht, ob diese europäischen Gemeinschaften nicht dieselben Unterstützungen auch auf ihre Institutionen ausdehnen könnten. Dies würde sie finanziell und damit politisch bedeutend unabhängiger machen. Es ist ermutigend, dass zwei muslimische Schulen in England finanzielle Unterstützung bekommen, und wir hoffen, dass die Verwaltung dieser Schulen sich an die Richtlinien halten und danach handeln wird, die wir zuvor schon erwähnt haben.

Uns im Nahen Osten hat auch der Prozess, der in Barcelona begonnen hat, ermutigt. Er steht für eine Partnerschaft zwischen Europa und den Mittelmeerländern, die ganz klar im Interesse beider Seiten liegt. Die gemeinsamen Anliegen gehen weit über das aktuelle Tagesgeschehens ? religiöser Extremismus, Terrorismus, Einwanderung, Massenvernichtungsmittel ? hinaus und berühren die Faktoren, die unsere gemeinsame Zukunft bilden werden. Wir glauben, da eine solche Annäherung helfen kann, mit den Ungleichheiten und Verzerrungen fertig zu werden, die das Vermächtnis des Nahost-Konflikts bilden. Vor allem, wenn wir es schaffen, einen Bereich aufzubauen, in dem unser Wohlstand geteilt wird und in dem wir unseren Völkern einen sicheren Platz und eine friedliche Zukunft geben.

Wir wünschen uns, dass auch in anderen Teilen der Welt des Islam ähnliche Muster und Rahmenbedingungen geschaffen werden. Was in Barcelona in besonderer Weise erfreulich ist, ist, dass es die Stereotypen über den Nahen Osten zerstreut, die in den drei Optionen ? Öl, Sicherheit und die strategische Bedeutung Israels ? zusammengefasst werden können. Barcelona erinnert uns daran, was Politik ist oder sein sollte: etwas für die Menschen , was der Begriff eigentlich ausdrückt.

Der Dialog ist die wesentliche Voraussetzung für dieses Ziel. Interreligiöser und interkultureller Dialog sind beim Schaffen von Frieden besonders wichtig, und Glaube und Kultur sind zentrale Komponenten der Identität. Wir würden uns freuen, wenn es einen internationalen Verhaltenskodex für den interreligiösen Dialog gäbe, in dem die Regeln und Ziele ausgearbeitet sind. Der westlich-islamische Dialog könnte vielleicht eher als ein interethischer, denn als interreligiöser betrachtet werden. Was wir suchen, sind allgemeine Werte und gegenseitiger Respekt, der auf Selbstachtung basiert und Brücken baut statt Grenzen.

Wir glauben fest daran, dass dieser Dialog genauso eine intellektuelle wie eine politische Basis braucht, und deshalb ist es so erfreulich, dass so viele Gelehrte aus verschiedenen Bereichen an dieser Konferenz teilnehmen. Nur durch Konsultationen wie diese können wir eine Zukunft schaffen, in der die westliche und die muslimische Welt nicht mehr Rivalen sind, die einander argwöhnisch beäugen, sondern Partner, die durch die Bänder der Geographie, der Geschichte und der Kultur verbunden sind und sich freiwillig die Hände für ein gemeinsames Anliegen reichen. Nur so kann der Graben überbrückt werden.

Jordan Times, 18.Februar 1998

Übersetzung: Martina Waiblinger

[Quelle: EMS, Informationsbrief Nahost 6/1998, S. 19-22]
 

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