Mordanschlag auf Chodorkowski

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neuester Beitrag: 19.04.06 20:13
eröffnet am: 15.04.06 16:27 von: sacrifice Anzahl Beiträge: 9
neuester Beitrag: 19.04.06 20:13 von: sacrifice Leser gesamt: 483
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15.04.06 16:27
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29429 Postings, 5891 Tage sacrificeMordanschlag auf Chodorkowski


| 15.04.06, 15:47 Uhr |
Der inhaftierte frühere russische Öl-Magnat Michail Chodorkowski ist einem Agenturbericht zufolge im Straflager angegriffen und verletzt worden.

Die Attacke sei mit einem scharfen Gegenstand erfolgt, zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax Chodorkowskis Anwalt Juri Schmidt am Samstag. Der Angriff habe sich bereits Donnerstagnacht ereignet. Die Wunde habe genäht werden müssen. Chodorkowski sei nach wie vor auf der Krankenstation. Nähere Details zu seinem Gesundheitszustand gab es zunächst nicht.

Sibirisches Lager an der Grenze zu China

Der Gründer des mittlerweile zerschlagenen Ölkonzerns Yukos und einst reichste Mann Russlands war im vergangenen Jahr unter anderem wegen Steuerbetrugs zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er sitzt seine Strafe in einem sibirischen Lager an der Grenze zu China ab. Er selbst und Beobachter bezeichneten das Verfahren gegen ihn als politisch motiviert ? er hatte Ambitionen auf das Präsidentenamt erkennen lassen. Im März begann das Insolvenzverfahren gegen Yukos.  
(fls/Reuters)

I would never die for my believes, because I might be wrong
 

15.04.06 16:29

7269 Postings, 5835 Tage Mme.EugenieDie meisten Politischen Häflinge

wurden beseitigt. Napoleon soll auch vergiftet worden sein.  

15.04.06 16:35

7269 Postings, 5835 Tage Mme.EugenieTote können nicht mehr gefährlich werden.

Traurig, dieser Putin!

Macht sich mit seinem Verhalten bezüglich Chodorkowsky

  zum politischen Winzling, vor der ganzen Welt.

von  Größe zeigt das nicht!.

 

Und noch ein "Großer"  hat sich zu ihm gesellt, ein deutscher Politiker, der seiner Partei keine Ehre macht, und keinen Dienst erweist..

 

15.04.06 16:35
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12570 Postings, 6564 Tage EichiWladimir Putin

übt einen sehr schweren Beruf aus, indem ein solches Riesenland ordentlich zusammenhalten werden muss. Die Russen sind es vom Prinzip her (es waren schon immer "Leibeigene" und "Revolutionäre") nicht gewöhnt, mit einer Demokratie umzugehen.

Deutschland hat für die Beziehung zu Russland eine starke Verantwortung. Und die Kanzlerin hat Schröder adäquat zu folgen.  

15.04.06 16:38
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7269 Postings, 5835 Tage Mme.EugenieDas wird Frau Merkel sicher nicht machen,

die Nachfolge Schröders antreten.

Aber Eichi kann Gedanken lesen, schreibt in der gleichen Minute von Herrn Schröder, wenn auch in einem anderem Zusammenhang!!

 

Sehr interessant.ariva.de

 

16.04.06 09:05
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29429 Postings, 5891 Tage sacrificeEx-Yukos-Chef verunstaltet

| 15.04.06, 20:29 Uhr |
Nach einem Messerangriff ist Michail Chodorkowskis Gesicht offenbar durch mehrere tiefe, lange Schnitte entstellt.

?Sein Gesicht ist übel zugerichtet, vor allem die Stirn, nach meinen Informationen besteht auch der Verdacht einen Nasenbeinbruches?, sagte Leonid Newslin, der frühere Partner des inhaftierten früheren Ölbarons, FOCUS Online am Samstag, aus dem Exil in Israel: ?Es ist fraglich, ob Chodorkowski wieder so aussehen wird, wie wir ihn kennen?.

Ein Mitgefangener hatte den wegen angeblicher Steuerdelikten in einem umstrittenen Prozess zu acht Jahren Haft verurteilten Gründer des Ölkonzerns Yukos in der Nacht auf Freitag angegriffen. Der frühere Yukos-Chef sei genäht worden und befinde sich weiter auf der Krankenstation in seinem Straflager unweit der chinesischen Grenze, so Newslin.

?Nur ein paar Kratzer?

Chodorkowskijs Anwalt Robert Amsterdam sagte FOCUS Online, sein Mandant habe mehrere tiefe Schnittwunden erlitten, die sich über das gesamte Gesicht ziehen. Das Tatmesser sei inzwischen gefunden.

Die russische Gefängnisverwaltung wies die Berichte zurück. ?Nichts dergleichen ist geschehen", beteuerte Behördenchef Juri Kalinin am Samstag in Moskau. Chodorkowski habe lediglich bei einem Streit mit ?einem jungen Freund? einen Fausthieb auf die Nase bekommen. Der frühere Yukos-Chef habe nur einen Kratzer, aber keine ?offenen Wunden? davongetragen.

Putin soll dahinter stecken

Newslin, der Mehrheitseigner der Menatep-Gruppe, die Yukos kontrolliert, wies dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Verantwortung für den Übergriff zu. ?In dem Gefängnis wird alles überwacht, rund um die Uhr, ohne eine Anweisung von oben wäre so ein Angriff unmöglich, und der Fall Chodorowski ist Chefsache?, sagte Newslin FOCUS Online.

Chodorkowskis Anwalt Amsterdam erhob ebenfalls schwere Vorwürfe gegen die Behörden. ?In diesem Konzentrationslager kann nichts geschehen ohne die Zustimmung der höchsten Behörden in Moskau. Der Angriff trage ?eindeutige Züge eines Attentats?.

Angst um Chodorkowskis Leben

Putin habe seinen Behörden und dem Geheimdienst die Aufgabe gestellt, Chodorkowski um jeden Preis zu brechen, ihn zu erniedrigen, behauptet Newslin, dem die russische Staatsanwaltschaft mehrere Kapitalverbrechen vorwirft. Chodorkowski, hinter dessen Verurteilung Kreml-Kritiker politische und wirtschaftliche Motive sehen, hat auch aus der Haft heraus Putin mehrfach kritisiert. ?Das hat ihm der Präsident nie verziehen. Bereits bisher wurde alles getan, um Chodorkowski das Leben im Gefängnis zur Hölle zu machen, man steckte ihn mehrfach in den Karzer?, sagte Newslin. Er sieht das Leben seines Freundes im Gefängnis in höchster Gefahr.

Heftige Vorwürfe erhob der Menatep-Mehrheitseigner gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Mit seiner lautstarken Unterstützung für das Vorgehen der russischen Behörden gegen Yukos habe Schröder ebenso wie der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit dazu beigetragen, dass eine Atmosphäre entstanden ist, in der tätliche Übergriffe wie die Messerattacke auf Chodorkowski möglich sind, sagte Newslin: ?Schröder hat maßgeblich dazu beigetragen, dieses Regime weltweit zu legitimisieren.? Newslin warf auch westlichen Menschenrechtsorganisationen vor, sie hätten mit ihrer Weigerung, Chodorkowski als politischen Gefangenen anzuerkennen, den Behörden ?Willkür und Gewalt? gegen den Inhaftieren erleichtert.

Unter der Fuchtel des Geheimdienstes

?Chodorkowski ist Putins Gefangener. Putin ist verantwortlich für sein Leben?, sagte Anwalt Amsterdam. Die westlichen Regierungen aber stehen in der Verantwortung, Putin zu mahnen und ihm klare Grenzen aufzuzeigen.? Wer jetzt noch schweige, mache sich ?zum Komplizen eines fortgesetzten Verbrechens?.

Der Mitgefangene, der Chodorkowski angriff, hat ihn nach Angaben Newslins bereits zu einem ?unerlaubten Teetrinken? provoziert, das dem früheren Ölmagnaten eine Verlegung in den Karzer des Straflagers einbrachte. Nach seinen Informationen handle es sich bei dem Täter um einen Provokateur, der auf Anweisung von oben handle, sagte Newslin: ?Alle, die um Chodorkowski herum sind, stehen in ständigem Kontakt mit den örtlichen Geheimdienst-Männern ? und unter deren Fuchtel.?

?Mit dem Ar ... auf der Pritsche?

Das Vorgehen der Behörden gegen Chodorkowski entspreche ganz den Methoden des früheren Sowjetgeheimdienstes KGB. ?Auch damals hat man Regimegegner geschlagen, erniedrigt bist zum letzten, bis sie sich selbst aller möglichen Verbrechen bezichtigten?, sagte Newslin: ?Es ist offenbar auch das Ziel des Kreml, Chodorkowski in so einen Zustand zu bringen.?

Ein dem Kreml sehr nahe stehender Öl-Milliardär habe ihm von einer Unterhaltung mit Putin berichtet, sagte Newslin. Auf den Versuch des bekannten Milliardärs, direkt nach Chodorkowskis Festnahme im Oktober 2003 ein gutes Wort für den Inhaftierten einzulegen, habe der Präsident geantwortet: ?Es wird mir Vergnügen machen, anzusehen, wie Chodorkowski mit seinem Ar? auf der Pritsche hocken wird.?

Der frühere Yukos-Chef war nach seiner Verurteilung in einem Gerichtsverfahren, den ein hoher Kreml-Beamter als ?Schauprozess bezeichnete, gegen geltendes russisches Recht in ein Straflager im Fernen Osten Russlands an der Grenze zu China verlegt worden; zuvor hatten die Behörden rechtswidrig zehn Tage lang die Angehörigen über seinen Aufenthaltsort im Unklaren gelassen. Das Gesetz schreibt vor, dass Verurteilte ihre Strafe so nahe wie möglich bei ihrem Wohnsitz ableisten. Schon seit Beginn des Verfahrens gegen Chodorkowski würden die Behörden gegen rechtsstaatliche Grundsätze verstoßen, hatte die Europarats-Berichterstatterin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Oktober beklagt.

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16.04.06 13:14
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9135 Postings, 6526 Tage WalesharkVergesst nicht Putins Wurzeln...

die liegen beim KGB. In der alten Sowjetunion war Putin ein hoher Funktionär des KGB und in dieser Position jahrelang in der "DDR" stationiert, daher sein gutes deutsch. Wer einmal durch die Schule des KGB gegangen ist wird sich im Inneren nicht ändern, da ist die Demokratie nur ein Schein. Wenn es sein muß werden immer noch die alten Methoden angewand, siehe Chodorkowski. Russland ist einfach nicht reif für die Demokratie. Man sieht doch bei Demonstrationen wiviele den alten Stalin wieder haben möchten. Machtgier und Kurruption beherrscht das Riesenreich. Moskau ist die Stadt in der Welt mit den meisten Milliardären (über 200 )!! Ich möche nicht wissen mit wieviel Morden und Blutvergießen der Reichtum eines jeden gepflastert ist. Ich habe den Eindruck, die Russen fühlen sich nur unter der Peitsche wohl.
Ostergrüße vom Waleshark.  

17.04.06 21:02

25551 Postings, 7502 Tage Depothalbierernaja, walhai, mit vielem hast du ja recht.

aber daß der stalin nicht so der bringer war, haben die meisten russen schon in den 60ern  mitbekommen, nachdem der niki ein recht interessantes "geheimpapier" über dessen machenschaften im "obersten sowjet" velas.  

19.04.06 20:13

29429 Postings, 5891 Tage sacrificeAnwalt sieht akute Lebensgefahr

| 19.04.06, 19:30 Uhr |
Die Anwälte des inhaftieren Ex-Yukos-Chefs erheben schwere Vorwürfe gegen die russischen Behörden und fürchten um das Leben ihres Mandanten.

Der frühere Ölbaron Michail Chodorkowski müsse sofort aus der Einzelhaft in eine gewöhnliche Gemeinschaftszelle verlegt werden, forderte Robert Amsterdam, der Anwalt des Yukos-Gründers am Mittwoch. Das Leben des einstmals reichsten Mannes Russlands sei in akuter Gefahr, sagte er FOCUS Online.

?Es ist Unsinn, wenn die Gefängnisleitung behauptet, Michail Chodorkowski werde in eine Einzelzelle verlegt, um ihn vor neuen Übergriffen zu schützen?, sagte Amsterdam. ?Genau das Gegenteil ist der Fall, der Inhaftierte ist damit der vollendeten Willkür der Behörden und ihrer Helfershelfer vor Ort ausgeliefert.?

Kreml als Drahtzieher beschuldigt

Chodorkowski war in der Nacht auf Freitag in einem Straflager in Krasnokamensk unweit der chinesischen Grenze von einem Mithäftling mit einem Messer angegriffen und verletzt worden. Die Behörden versuchten offenbar, den Angriff zu vertuschen. Chodorkowskis Vertraute behaupten, der Kreml stehe hinter der Attacke.

Die Vorgänge in dem Straflager seien ?extrem Besorgnis erregend?, sagte Amsterdam. Es erhärte sich der Eindruck, dass die Verantwortlichen in dem Lager die Ereignisse der letzten Tage ?zumindest ausnutzen, um den prominenten Häftling weiter unter Druck zu setzen und zu demütigen?.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete unterdessen unter Hinweis auf nicht näher benannte Quellen, der mutmaßliche Messerstecher habe sich über sexuelle Belästigung von Chodorkowski beklagt und diese als Grund für den Angriff genannt. Chodorkowskis russische Anwälte bezeichneten das als ?eine von vielen Lügen.?

Behörden sehen nur ?Kratzer?

Während die Anwälte Chodorkowskis von schweren Schnittwunden berichteten, hatten die Behörden von einem ?Kratzer? gesprochen. Der frühere Ölunternehmer war mehrere Tage auf der Krankenstation und wurde für eine Woche krankgeschrieben. Die Staatsanwaltschaft lehnte die Aufnahme von Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Täter ab und sprach von einer ?Alltagsstreitigkeit?.

Der Kreml-Kritiker Chodorkowski war im Frühling 2005 wegen Steuerdelikten zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Ein hoher Kreml-Beamter bezeichnete das Verfahren als ?Schauprozess?.

?Nur Naive können zweifeln?

Chodorkowskis russischer Anwalt Juri Schmidt sagte, in dem Verfahren sei es nicht um Strafverfolgung gegangen, sondern um Rache an Chodorkowski und den Raub seines Ölimperiums. Nur Naive könnten bezweifeln, ?dass hinter der Verlegung Chodorkowskis in das am schwersten erreichbare Straflager Russlands, den ständigen ausgefeilten Schikanen und unbegründeten Disziplinarstrafen bösartige Absicht der Moskauer Machthaber stehe?, sagte Schmidt.


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