Millionär durch Dividende

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neuester Beitrag: 20.05.02 17:56
eröffnet am: 19.05.02 13:51 von: Seth Gecko Anzahl Beiträge: 6
neuester Beitrag: 20.05.02 17:56 von: das Zentrum. Leser gesamt: 3545
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19.05.02 13:51
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1564 Postings, 7723 Tage Seth GeckoMillionär durch Dividende

Entschuldigt den Boulevard-Titel, aber sonst liest's ja keiner... (Wer an der Börse zum millionär werden will, sollte es erstmal mit harter Arbeit versuchen, oder einen Statistiker befragen oder eine Therapie machen :-)

Da mir bekannt ist, daß den meisten von Euch die Dividende völlig egal, ja fast schon lästig  ist oder lächerlich erscheint, stelle ich hier mal ein paar Rechenbeispiele auf, die verdeutlichen, wie wichtig für den finanziellen Börsenerfolg die Dividende sein kann.

1.) Dividende vs. Anleihe
Die Anleihe gilt als risikoärmer als die Aktie. Ist ja auch so, denn Anleihen mit einer sehr guten Einstufung durch S&P oder Moody's fallen zu nicht mal 5 Prozent aus. Leider gilt bei Anleihen: Je weniger Risik, desto weniger Rendite. Wer also zu den sichersten Anleiehn greift, darf auch nicht mehr als 4 bis 5 Prozent Verzinsung pro Jahr verlangen.
Dank der Dividende, gibt es tatsächlich einen Weg, mit Aktien mehr Rendite als mit sehr sicheren Anleihen bei nur minimal höherem Risiko zu erzielen: Man suche eine Aktie mit hoher Dividendenrendite (z.B. zwischen 6 und 12 Prozent). Jetzt sollte man überprüfen, ob die Aktie günstig oder moderat bewertet ist und vor allem, ob das Unternehmen gesund ist (sind z.B. Liquiditätsengpässe zu erwarten, oder sind die Schulden zu hoch, u.s.w.). Gesunde, günstig bis moderat bewertete Unternehmen mit hoher Dividendenrendite findet man allerdings nicht in den Wachstumsmärkten, sondern eher in den konservativen klein- bis mittelkapitalisierten Standardwertemärkten. Solche Aktien haben oft die Eigenschaft eines sehr konstanten Kurses, und das über Jahre hinweg. Erwischt man nun beispielsweise eine Aktie mit einer Dividendenrendite von 7%, braucht man sich nach 5 Jahren nicht ärgern, wenn der Kurs nur um 5% zugelegt hat, denn man hat ja jährlich eine "Rente" (Rente, bei theoretischer Annahme eines konstanten jährlichen Ausschüttungsbetrages pro Aktie) in Höhe von 7% des eingesetzten Kapitals erhalten, was man mit einer Triple-A-Anleihe wohl nicht geschafft hätte. Übrigens wäre man im selben Beipsiel auch mit 10 Prozent Kursverlust noch besser gefahren, als mit einer Triple-A-Anleihe.

2.) Dividendenperformance vs. Kursperformance
Von Anfang 1906 bis Anfang 2002 legten die Aktien des DJIA um durchschnittlich 4,9% pro jahr zu und zwar ohne Dividende. Mit Dividende ergibt sich ein jährlicher Zins von über 7%. Eine jährliche Verzinsung von 7% bedeutet nichts anderes als eine Verdopplung des Anfangskapitals alle 10 Jahre. Bei einer jährlichen Verzinsung von lediglich 4,9% würde sich das Startkapital erst nach 14,5 Jahren verdoppeln.

3.) Reinvestitionsmöglichkeiten der Dividende
Die in der Regel jährlich ausgeschüttete Dividende ist eine sehr angenehme Möglichkeit, liquides Geld aus seinem Aktieninvestment abzuschöpfen, und zwar gebührenfrei und manchmal sogar mit Körperschaftssteuergutschrift. Am sinnvollsten (für das schnelle Wachstum des Depots) ist diese "abgeschöpfte Liquidität" natürlich dann eingesetzt, wenn mit ihr sämtliche durch das Depot verursachten Kosten (Depotgebühren, Transaktionskosten, Spekulationssteuer u.s.w.) beglichen werden und das restliche Geld (falls vorhaden ;-) wieder möglichst gewinnbringend investiert wird.

Natürlich ist ein Investment in eine Aktie, die jährlich um 25% zulegt, aber keine Dividende ausschüttet vorteilhafter, als eines in eine Aktie, die jährlich 5% zulegt und 10% Dividende abwirft. Es bleiben aber noch die Frage nach der Häufigkeit einer derartigen Diskrepanz und der individuellen Risikobereitschaft.

cu, seth  

19.05.02 14:15
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1380 Postings, 7995 Tage volvicabsolut treffend!

ich habe zum thema dividene sogar noch einige thesen mehr. aber zuerst zu den von dir genannten effekten:

ich sehe das auch so. wenn man so nach und nach zu einem (kleinen) vermögen kommt, dann kann man es als deutscher nicht mehr so leicht sicher und steuerfrei anlegen. nehmen wir 5% zinsen an, dann kriegt man schon bei knapp mehr als 30.000 euro probleme diese ertragssteuerfrei anzulegen.

was kann man da tun? richtig, dividenentitel und discount zertifikate!!! klar, dividenden sind natürlich auch nicht steuerfrei. hier gelten ähnliche grenzen wie bei anleihen. trotzdem funktioniert es.

beispiel zur inflation. zinsen 6%, statt 5% würde jeder sagen, naja, ein prozent mehr, ist ja nicht so viel, falsch! bei einer inflation von 2% und einer steuerquote von 30% bleiben bei 5% inflationsbereinigt gerademal 1,5% nominal übrig. bei 6% sind es 2,2%. also nicht nur 20% mehr (6 zu 5), sondern 46% mehr (2,2 zu 1,5). das steigert sich natürlich umso mehr, je höher der zins. bekommt man - wie bei aktien möglich - 9% und die steuerfrei, dann hat man 7% zu 1,5% = 366% mehr!

daher empfehle ich, statt zuviel in anleihen zu stecken und steuer zu zahlen das portfolio anders anzureichen. nämlich mit dividenden titeln. dabei bevorzuge ich nicht solche mit 10% dividende. die wachsen meist gar nicht, und die kursaussichten sind sehr schlecht. eher so 3% bis 4,5% ist interessant. da hat man eine rendite, die der anleihe sehr nahe kommt. wenn die dividende solide und sicher ist stützt das den kurs der aktie. und wenn der titel dann noch - wie gewünscht - ca. 5% pro jahr steigt, dann kan man diese performance steuerfrei mitnehmen.

eine weitere möglichkeit ist der kauf von discount-zertifikaten auf aktien, oder noch besser indices. diese kann man wie aktien nach einem jahr ebenfalls steuerfrei verkaufen. hat man bereits 30-60% in aktien möchte man eigentlich nicht mehr risiko eingehen. bei den anleihen droht das steuer-problem. also möchte man möglichst etwas mit 5-10% rendite steuerfrei. dazu bieten sich discount zertifikate an. wenn man diese mit einem cap kauft, der eine maximal performance von vielleicht 12% zulässt hat man schon ein gesundes polster. in etwa zu kursen von 90% dürfte man das zertifikat bekommen. mit einer möglichst langen laufzeit von 2-3 jahren fährt man die gewinne sowohl steuerfrei ein, zusätzlich ist das risiko bei einem soliden index wie dax, euro-stoxx oder mdax denkbar gering. natürlich sollte man solche papiere nicht an einem tag kaufen, sondern möglichst verteilt per cost-averaging.
damit vermeidet man die gefahr an einem absolutem top alles zu investieren. und man hat durch scheine mit verschiedenen laufzeiten jederzeit die möglichkeit steuerfrei einen teil der anlage aufzulösen.

volvic  

19.05.02 17:15

3357 Postings, 7631 Tage das Zentrum der M.tolles Thema Seth und Volvic

man stelle sich vor, man bekommt eine Aktie mit hoher Dividende die dann auch noch jedes Jahr um 5 oder 10% steigt. Bei gesunden Unternehmen mit hervorragender Marktstellung duchaus im Bereich des Möglichen. Beispiel gefällig?

Mein Invest in Bijou Brigitte!
Dividendenrendite bei Kauf - über 7%
Kursperformence seit Kauf - über 20 %

und ein absoluter Wachstumswert mit blitzsauberer Bilanz. Was es doch alles gibt wenn ein Wert in keinem Index ist und nur in geringen Stückzahlen gehandelt wird.....

Den Analysten und Fondsmanagern ein Schnäppchen schlagen nenne ich das, da sie den Wert nicht beobachten oder dort nicht investieren können. Im Juli gibt es Dividende und üblicherweise bröckelt der Kurs dann bis Oktober wieder ab. Wer es sich also überlegen will hat einen guten Kaufzeitpunkt vor Augen. Ich werde übrigens dann ebenfalls wieder zuschlagen.
 

19.05.02 17:19

1380 Postings, 7995 Tage volvic@zentrum

hi, schau mal weiter unten. habe noch einen anderen thread zum thema dividenden titel geschrieben. ich denke nicht uninteressant, aber leider nur 8mal gelesen und schon nach unten durchgerutscht.

volvic  

20.05.02 17:12

1564 Postings, 7723 Tage Seth GeckoVielen Dank für die positiven Reaktionen.

@volvic: Sehr interessant, gilt auch für Deinen "eigenen" Dividendenthread.

@dZdM: Du wirst lachen, aber beim Schreiben hab ich tatsächlich auch unter anderem an BIJ gedacht. An eine Wiederholung des letztjährigen Kurseinbruchs, der m.E. nicht durch die Dividende ausgelöst wurde, sondern durch den Septembercrash (welcher ja schon 2 Wochen vor dem 11.Sept. begann, was die meisten Analysten ja immer so schön verschweigen), glaube ich allerdings nicht.  

20.05.02 17:56
der Langfristchart zeigt bei Bijou immer in den Herbsmonaten eine Schwäche. Keine Ahnung wiso (ich denk halt an Dividendenjäger für die der Ausstieg schwer ist, weil der Börsenumsatz so schach ist)aber die Delle ist nun einmal da. Und das schon seit 3 Jahren. Sicher nicht immer so ausgeprägt wie im letzten Jahr, da hast du mit dem September schon ganz recht, aber ideal für den Einstieg.  

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