Maxwell könnte Stoiber sein

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neuester Beitrag: 29.05.04 23:00
eröffnet am: 29.05.04 15:13 von: ottifant Anzahl Beiträge: 5
neuester Beitrag: 29.05.04 23:00 von: BarCode Leser gesamt: 727
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21368 Postings, 7470 Tage ottifantMaxwell könnte Stoiber sein

"Maxwell könnte Stoiber sein"
Strauß-Prozess: Ein Anwalt auf der Jagd nach Schlagzeilen
Augsburg - Das Schweizer Tarnkonto "Maxwell" steht auch an diesem Freitag im Mittelpunkt des Steuerprozesses gegen Max Strauß vor dem Landgericht Augsburg. Während der Geschäftsmann Giorgio Pelossi als Hauptzeuge der Anklage keine Kenntnis von dem Konto gehabt haben will, erklärt Verteidiger Heiko Lesch, mit "Maxwell" könnte CSU-Chef Edmund Stoiber gemeint sein. Dies belegten Angaben des nach Kanada geflüchteten Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber und andere Zeugenaussagen.



Verteidiger Heiko Lesch hat sichtlich Spaß dabei, gerade diese Erklärung zu verlesen. Zum einen, weil sie seiner Meinung nach seinen Mandanten Max Strauß entlasten könnte. Zum anderen, weil Lesch ganz genau weiß, dass die Schlagzeilen zu diesem Prozess ihm gehören.

Pelossi: Von Provisionen für Strauß-Familie gehört

"Mögliche Assoziationen des Namens ,Maxwell? zur CSU sind auf die vielfältigste Weise denkbar", sagt Lesch. "Dabei könnte es sich zum Beispiel auch - ohne dass der Betreffende davon wissen musste - um Edmund Stoiber handeln."

Die Erklärung, die Lesch dazu liefert: Ein Zeuge habe bekundet, Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber habe ihm 1991 erzählt, dass er dem einzigen verschlossenen Mann im Umfeld von Franz Josef Strauß den Spitznamen Maxwell gegeben habe. Der Spitzname sei in Anlehnung an die geschwätzige amerikanische Kolumnistin Elsa Maxwell entstanden, und Schreiber habe besonderen Spaß daran gehabt, diesen Namen ironischerweise dem "hohlwangigen Büromenschen", wie ein Nachrichtenmagazin Stoiber einmal nannte, zu geben.

Wie berichtet, dreht sich in dem Verfahren alles darum, herauszufinden, wer hinter "Maxwell" steckt. Die Staatsanwaltschaft ordnet das Tarnkonto Max Strauß zu. Darüber soll er aus Airbusgeschäften von Schreiber rund 2,6 Millionen Euro unversteuerte Provisionen erhalten haben.

Der frühere Schreiber-Intimus Pelossi, dessen Vernehmung die Richter am Freitag verlesen, hat bei seiner Vernehmung in Zürich erneut seine Aussage bestätigt: Demnach habe Schreiber ihm gegenüber angegeben, die Familie Strauß sei an den Provisionen aus dem Airbusverkauf an Kanada mit 25 Prozent beteiligt gewesen. Insgesamt betrügen die Provisionen 20 Millionen kanadische Dollar.

Die Zahlungen an die Familie Strauß sollten nach Pelossis Angaben auch Verluste ausgleichen, die bei einem von Schreiber eingefädelten missglückten Immobiliengeschäft in Kanada entstanden sind. Pelossi selbst habe einmal eine Anweisung von Max Strauß zur Zahlung eines Darlehens von umgerechnet 50 000 Euro an eine Münchner Elektrofirma erhalten und diese ausgeführt. Den Namen "Maxwell" aber habe er nie gehört. Schreiber behauptet, hinter "Maxwell" stecke der 1992 verstorbenen CSU-Justiziar Franz Dannecker, nicht Max Strauß.

Jetzt plötzlich Stoiber? Lesch zitiert eine frühere Aussage Pelossis, um seine Erklärung zu untermauern: Während die anderen gezecht hätten, sei Stoiber - damals Chef der Staatskanzlei - abseits am Tresen gesessen. Er habe Saft getrunken und mitgebrachte Akten bearbeitet. Seine These unterstützt Lesch weiter mit einer Aussage Schreibers: "Herr Stoiber gehörte zwar nicht zu dem ganz engen Kreis der Spaßmacher, aber er war halt meistens dabei."

Die Münchner Staatskanzlei hat die Aussagen Leschs, Stoiber könnte hinter "Maxwell" stecken, indes zurückgewiesen. Eine Sprecherin: "Derartige Verdächtigungen sind völlig abstrus und entbehren jeder Grundlage."

Tausende Vorsitzende von Ortsverbänden als Zeugen?

Am 22. Juni werden Stoiber und weitere CSU-Politikern im Strauß-Prozess als Zeugen auftreten. Wie berichtet, hat die 10. Strafkammer Staatskanzlei-Chef Erwin, Huber geladen, Finanzminister Kurt Faltlhauser sowie Wirtschaftsminister Otto Wiesheu. Die früheren CSU-Generalsekretäre Gerold Tandler und Bernd Protzner kommen am 15. Juni als Zeugen.
Dazu bemerkt Lesch in seiner Erklärung: "Der Verteidigung ist bisher nicht klar, was das Gericht mit diesen Maßnahmen bezweckt." Um herauszufinden, ob es tatsächlich Zahlungen an die CSU gegeben habe, genügte die Führungsriege der Partei nämlich nicht. Immerhin könnten Gelder auch über Bezirks-, Kreis- und Ortsverbände an die CSU gegangen sein. Lesch: "Dabei dürfte es sich um mehrere tausend handeln."


BETTINA LINK
 

29.05.04 16:19

34211 Postings, 7769 Tage DarkKnightAch nee? Jetzt bin ich wirklich platt.

Das letzte Mal, als ich platt war im Leben, war, als meine Eltern mir erzählt haben, daß die Babys von Störchen gebracht werden. Und es gab keine Störche bei uns.

Soviel zu den Fragen: Was macht Sinn? und Cui bono?

Egal, ottifant, es gibt mit Sicherheit noch einige, denen diese Meldung ein Novum darstellt. Insofern berechtfertigt. Einen "Schwarzen" für verspätet bitte.  

29.05.04 16:34

42128 Postings, 8173 Tage satyrIch denke Stoiber ist Maxwell Smart !

29.05.04 18:18

21368 Postings, 7470 Tage ottifantSchwarz bin ich selber

Grün will ich werden.  

29.05.04 23:00

69031 Postings, 6608 Tage BarCode"Unversteuerte Provisionen"

ist eine sehr schöne Umschreibung der Schmiergelder.
"Darf ich ihnen eine unversteuerte Provision zukommen lassen?"

Gruß BarCode  

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