Mal gut, dass es keine Heuschrecken gibt!

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neuester Beitrag: 10.05.05 11:02
eröffnet am: 09.05.05 21:12 von: zombi17 Anzahl Beiträge: 5
neuester Beitrag: 10.05.05 11:02 von: Scontovaluta Leser gesamt: 290
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09.05.05 21:12

59073 Postings, 7476 Tage zombi17Mal gut, dass es keine Heuschrecken gibt!

Köpferollen bei der Deutschen Börse  

Die Sensation ist perfekt: Der Chef der Deutschen Börse, Werner Seifert, nimmt seinen Hut. Auch das Kontrollgremium des Dax-Unternehmens steht vor einer tiefgreifenden Umgestaltung. Die Aktie steigt.  

 
 Opfer der Hedge-Fonds? Ex-Deutsche Börse-Chef Werner Seifert  
 
 

Nach Wiederaufnahme des Handels kletterten die Papiere des Börsenbetreibers in der Spitze um mehr als drei Prozent auf ein Allzeithoch von 62,36 Euro, übrig blieb zum Handelsschluss ein Plus von 2,58 Prozent auf 61,96 Euro.

Die Aktie reagierte damit eher gelassen auf die "Enthauptung" des Vorstandes und Aufsichtsrats des Dax-Unternehmens. Wie die Deutsche Börse am Nachmittag in einer Pflichtmitteilung verlauten ließ, wird Werner Seifert "das Unternehmen mit sofortiger Wirkung" verlassen. Sein vorläufiger Nachfolger wird Finanzvorstand Mathias Hlubek. Aufsichtsratschef Rolf Breuer werde "mit dem Mandat betraut, Aufsichtsrat und Vorstand an die neue Eigentümerstruktur anzupassen". Diese Anpassung sieht allerdings bis Jahresende auch das Ausscheiden von Breuer selbst aus dem Kontrollgremium vor.  

     
 


 
Wer übernimmt die Posten?
Die Nachfolge für Seifert und drei ausscheidende Aufsichtsräte ist noch ungeklärt. Reto Francioni, einst im Top-Management der Deutschen Börse und inzwischen Chef der Schweizer Börse SWX, hat bereits sein Interesse am Erbe Seiferts dementieren lassen.

Der als Aufsichtsratskandidat gehandelte CDU-Politiker Friedrich Merz lehnte jeden Kommentar zu einer Zukunft in dem Unternehmen ab. Der Hedge-Fonds TCI hatte zuletzt Merz und den Goldman-Sachs-Manager Richard Hayden als mögliche Aufsichtsratsmitglieder ins Gespräch gebracht.

Kritiker sind zufrieden

Mit der Absetzung von Seifert und auch Breuer haben sich offenbar die Kritiker des Managements unter der Führung des Hedgefonds TCI durchgesetzt. Diese zeigten sich dementsprechend erfreut über die Personalentscheidungen. "Es ist unsere Hoffnung, dass die Veränderungen dazu beitragen, dass Unternehmen zum Nutzen aller Anteiseigner weiterzuentwickeln, teilte TCI mit.

Man freue sich auf "einen ernsthaften Dialog" mit dem Aufsichtsrat hinsichtlich der Benennung eines neuen Vorstandschef und der neuen Aufsichtsratsmitglieder. Gleichzeitig gab sich der Hedge-Fonds versöhnlich. "TCI erkennt die Verdienste Seiferts für das Unternehmen in den vergangenen Jahren an."

Auch ein Vertreter des Hedge-Fonds Atticus Capital äußerte sich "sehr zufrieden mit dem Rücktritt von Herrn Seifert". An einem Platz im Aufsichtsrat hat der Großaktionär der Deutschen Börse allerdings kein Interesse.

Der Großteil der Stimmrechte der Deutschen Börse-Aktien liegt seit langem im Ausland. Fast die Hälfte halten bereits britische Fondsgesellschaften in der Hand; lediglich sieben Prozent befinden sich noch direkt bei deutschen Anteilseignern. Die genaue Verteilung des Kapitals kennt weder die Deutsche Börse selbst noch die Finanzaufsicht BaFin.

Deutsche Börse in der Hand britischer Fonds
Der Sturz des Managements durch die Investoren unter der Führung von TCI ist ein Vorgang ohne Beispiel bei einem Dax-Unternehmen. Seifert und Breuer waren zu Jahresbeginn in die Kritik geraten, als sie erneut versucht hatten, die London Stock Exchange zu übernehmen. Ein erster Übernahmeversuch war im Jahr 2000 gescheitert.

Am Montag hatten im Vorfeld der außerordentlichen Aufsichtsratssitzung verschiedene Berichte Spekulationen über einen Rücktritt Breuers angefacht. Das "Handelsblatt" etwa berichtete in seiner Montagsausgabe, dass Breuer als Chef des Kontrollgremiums "kaum noch zu halten" sei.

Entgegenkommen ohne Wirkung
Sowohl Breuer als auch Seifert hatten während der vergangenen Wochen versucht, den kritischen Aktionären, zu denen sich auch Fondsgesellschaften und Investmentbanken gesellt haben, den Wind aus den Segeln zu nehmen. So war die Börse der Forderung nach gekommen, ihre liquiden Mittel an die Anteilseigner auszuschütten und kostspieligen Übernahmen eine Absage zu erteilen.

Zudem dürften Seifert und Breuer auch die guten Geschäftszahlen zum ersten Quartal zur Werbung in eigener Sache genutzt haben. Das Resümee einer "Roadshow" bei Fondsgesellschaften und Aktionären sollte am heutigen Montag im Aufsichtsrat gezogen werden. Und offenbar war das Ergebnis wenig schmeichelhaft für das Management und das Kontrollgremium des Börsenbetreibers.

Sparkassen ließen Management fallen
Die Front der Gegner des Top-Managements war zuletzt noch größer geworden. Den überwiegend angelsächsischen Kritikern hatte sich nach Informationen des "Spiegel" sogar die Deka, die Fondsgesellschaft der Sparkassen, angeschlossen. Damit erhält Rolf Breuer offenbar auch die Quittung für kritische Stellungnahmen gegenüber den Sparkassenorganisationen während seiner Zeit als Präsident des Bankenverbandes.


AB

Abräumen und weiterziehen, wir sollten schleunigst alle Macht der Wirtschaft übertragen, die führt die geldgeilen, gierigen Arbeitnehmer ans Licht und zu den Futtertrögen. Das wird noch ein böses Ende nehmen.  

10.05.05 10:11

15407 Postings, 5885 Tage quantasEs locken die Werte

Die Deutsche Börse ist gut viermal so viel
wert wie die Londoner-, gut doppelt so viel wie die New Yorker-Börse.

Denn sie ist mehr als der Betreiber eines Handelsplatzes: Der Wertpapier-
verwahrer Clearstream etwa steht für fast 45 Prozent des Umsatzes.

Gut möglich, dass die neuen Aktionäre die Deutsche Börse aufgliedern
und in Teilen verkaufen wollen - "Futter" für die "Heuschreckentheorie"
des SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering.

Mit Sicherheit, da sind tatsächlich Heuschrecken am Werk.
 

10.05.05 10:15

50716 Postings, 6385 Tage SAKUHmmm

...zwei gescheiterte Fusionen, die der Chef mit vollem Karacho weder die Wand gebrezelt hat, während sich die Konkurrenz zusammenschließt und stärker wird.
Dazu ein AR, der schon bei der DB gezeigt hat, dass er gerne und viel Geld verdient, nein, bekommt, nicht verdient...

Schade isses nicht um die beiden.  

10.05.05 10:53

304 Postings, 7005 Tage Schorsch DabbeljuhWer ist hier nur die Heuschrecke ?

Ich dachte Breuer und Seifert seinen Heuschrecken ?
Gibt es da etwa Kannibalismus ?
Ist das dann nicht sogar gut für Deutschland ?

Kann Münte diese Fragen nicht mal klären ?
 

10.05.05 11:02

30094 Postings, 5874 Tage ScontovalutaBioinfo


Systematik muss sein, damit man auch weiss wovon man spricht:
Der Zoologe unterscheidet zwischen den Feldheuschrecken (Vegetarier, hierzu gehört die Wanderheuschrecke) und den nützlichen Laubheuschrecken die sich von Insekten (auch von Heuschrecken) ernähren.
Unterscheidungsmerkmal sind vor allem die langen Fühler bei den Laubheuschrecken.

Jetzt fangt mal damit etwas an, müntemäßig... ;-}
 

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