MOND-PLAYOFFS: Jupiter führt gegen Saturn 39:30

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eröffnet am: 18.05.02 19:11 von: Happy End Anzahl Beiträge: 1
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95441 Postings, 7557 Tage Happy EndMOND-PLAYOFFS: Jupiter führt gegen Saturn 39:30

Jupiter hat den Mond-Olymp zurückerobert: Nachdem Astronomen elf neue, exzentrische Trabanten aufgespürt haben, hält der riesige Gasplanet wieder den Rekord im Sonnensystem.

Der Jupiter ist nicht nur der größte Planet im Sonnensystem, er besitzt auch die meisten Monde - jedenfalls nach neuestem Forschungsstand. Zwischenzeitlich hatte ihm Saturn, der 30 bekannte Trabanten sein Eigen nennt, den Rang als umschwärmtester Planet abgenommen. Doch der Triumph war, wie sich nun herausstellt, nur von kurzer Dauer.  

Gleich elf neue Himmelskörper von allerdings eher bescheidenen Ausmaßen haben Astronomen der University of Hawaii und der Cambridge University im äußeren Bannkreis des Jupiters identifiziert. Die Entdeckung erhöht die Trabantenzahl des Gasriesen auf 39, womit er wieder den einsamen Mondrekord unter den Planeten hält.

Die Wissenschaftler um Scott Sheppard und David Jewitt hatten die Satelliten im vergangenen Dezember aufgespürt, als sie Digitalfotos, die mit dem Canada France Hawaii Telescope auf dem Mauna Kea aufgenommen worden waren, mit einer Software nach Auffälligkeiten absuchten. In den Folgemonaten konnte der Fund durch unabhängige Beobachtungen bestätigt werden.

Alle Neuzugänge sind so genannte irreguläre Monde: Sie umkreisen den Jupiter entgegengesetzt zu seiner Rotationsrichtung auf länglichen und geneigten Bahnen. Ihr Durchmesser beträgt den Schätzungen zufolge nur zwischen zwei und vier Kilometer. Über Oberflächenbeschaffenheit, Dichte und Zusammensetzung ist bislang nichts bekannt, vermutlich handelt es sich aber um größere Felsbrocken.

Die exzentrischen Bahnen lassen vermuten, dass die neuen Monde früher einmal Asteroiden waren, die von der Anziehungskraft des Jupiter eingefangen wurden. Als der Gasplanet noch jung war, so eine der Theorien, könnte seine aufgeblähte Atmosphäre vorbeifliegende Felsen so abgebremst haben, dass sie in Umlaufbahnen gezwungen wurden.

Zudem besitzen die Satelliten teilweise ähnliche dynamische Eigenschaften oder sind zu Schwärmen gruppiert. Die familiäre Verbundenheit dieser Monde legt nahe, dass sie durch Kollisionen entstanden sind: Möglicherweise sind sie Bruchstücke größerer Himmelskörper, die beim Prozess des Einfangens oder danach durch Kollisionen mit anderen Objekten in Trümmer zerfielen.

Nur acht der 39 bekannten Monde des Jupiter haben reguläre Bahnen, darunter die vier großen, von Galileo Galilei entdeckten Trabanten Europa, Ganymed, Kallisto und Io. Von den 31 irregulären Satelliten wurden 22 allein von den Astronomen der University of Hawaii aufgespürt: Schon im Jahr 2000 waren Sheppard und Jewitt elf neue Begleiter des Planeten ins Netz gegangen.

Gruß    
Happy End  

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