Leistungskontrolle und Arbeitsproduktivität

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neuester Beitrag: 16.05.02 19:58
eröffnet am: 16.05.02 19:51 von: vega2000 Anzahl Beiträge: 2
neuester Beitrag: 16.05.02 19:58 von: Superlativ Leser gesamt: 119
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16.05.02 19:51

Clubmitglied, 46974 Postings, 7681 Tage vega2000Leistungskontrolle und Arbeitsproduktivität

Der Fortschritt, die Älteren unter uns wissen das, hat neben vielen Licht- auch zahlreiche Schattenseiten. Alles wird schneller, unübersichtlicher, komplizierter und unverständlicher. Kurz, die den Objekten innewohnende Tücke wird immer raffinierter. Wenn dem Großvater beispielsweise das Missgeschick zustieß, dass beim Frühjahrsausflug im Fiat Topolino der Keilriemen riss, dann war der Schaden mit dem Strumpfband der Begleiterin rasch behoben. So kam man weiland zur Großmutter. Versuche das heute einmal einer!

Tatsächlich aber ist alles noch viel schlimmer, denn, wie bekannt, heißen die drei apokalyptischen Reiter des Fortschritts Effizienz, Leistungskontrolle und Arbeitsproduktivität, die den Fluch in sich bergen, ständig gesteigert werden zu müssen. Das schwächste Glied in dieser Funktionskette aber ist die hard-ware, der Mensch, dessen Hirn zwar eine ziemlich große Speicherkapazität hat, der aber nach wie vor nur über zwei Hände, zwei Augen, zwei Ohren und zwei Beine verfügt. Das schafft Engpässe, die, will man nicht unter die Hufe jener apokalyptischen Reiter kommen, mit akrobatischer List überwunden werden müssen. Auf der schweizerischen A1 bei Oensingen im Kanton Solothurn ist unlängst ein Automobilist in eine Radarfalle geraten und fotografiert worden. Der Fahrer fuhr mit 140 Kilometern in der Stunde nicht nur viel zu schnell, sondern war hinter den Akten, die er am Steuer studierte, gar nicht zu sehen. Aus gegebenem Anlass drängt sich einem die Vermutung auf, dass es sich bei diesem Delinquenten nur um einen Angehörigen des gewerblichen Mittelstands gehandelt haben kann, um dessen Wohlergehen es allenthalben schlecht bestellt sein soll. Da der ärgste Feind des Mittelstands der Staat ist, der diesen durch übertriebene Steuerforderungen gewohnheitsmäßig bis hart an den Rand des Ruins zu drängen beliebt, wird der von Geschäftsterminen und anderen Furien gehetzte Wagenlenker die Fahrt von einem Kunden zum anderen wahrscheinlich, wenn nicht sogar sicher, dazu genutzt haben, um seine Steuererklärung zu machen.

Wer die Schweiz bislang für eine Insel der Glückseligen hielt, wird darüber nun eines besseren belehrt. Gleichwohl muss er nicht verzagen, denn hierzulande kann er seine Stimme einer Partei geben, die fast allen fast alles verspricht. Das ist die FDP, die, nachdem sie die alten Zöpfe abgeschnitten hat, jetzt die Steuerordnung ins Visier nimmt und die Frohbotschaft 15, 25 und 35 verkündet. Das sind Steuersätze, die selbst einen Mittelständler wieder die Straßenverkehrsordnung freudig respektieren und ihn gar von einem Mallorca- Urlaub träumen lassen. Die Westerwelle-FDP muss diese Aussicht nur noch zu einem zündenden Slogan formen: Nieder mit den Aktenbergen! Freie Fahrt für Steuerzahler!
 

16.05.02 19:58

89 Postings, 7069 Tage SuperlativUnterschied ?

Alter, ich sage nur eins:


Kommt das Monopol zurück kommen wieder viele Rauchzeichen.

Der Unterschied zwischen Tampon und Handy? Das Handy ist für Arschlöcher. ;-)


cu  

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