Krankheitskosten: BFH-Entscheidung steht noch aus

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eröffnet am: 16.07.14 14:08 von: vega2000 Anzahl Beiträge: 1
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Clubmitglied, 47112 Postings, 7709 Tage vega2000Krankheitskosten: BFH-Entscheidung steht noch aus

Aktuell erkennt der Fiskus nur Krankheitskosten an, die die "zumutbare Belastung" übersteigen. Das könnte sich unter Umständen ändern, abhängig von der Entscheidung des Bundesfinanzhofs.

BFH-Entscheidung steht noch aus
Aktuell befasst sich der Bundesfinanzhof (BFH) unter anderem mit der Frage, ob es verfassungswidrig ist, dass zwangsläufige Ausgaben, die im Zuge von Krankheiten anfallen, zunächst um die zumutbare Belastung gekürzt und nur darüber hinausreichende Beträge steuerlich anerkannt werden. Entscheidet der BFH zugunsten der Steuerzahler, könnten diese zukünftig zwangsläufige Ausgaben, die sie wegen Krankheiten hatten, bereits ab dem ersten Euro geltend machen. Das beträfe dann nicht nur die zukünftigen Steuererklärungen, sondern auch alle noch offenen Steuerbescheide. Deshalb kann es sich lohnen, innerhalb der Rechtsbehelfsfrist Einspruch gegen den erhaltenen Steuerbescheid einzureichen. So können noch nachträglich Kosten geltend gemacht werden.  

Die Packung Tempos aus dem Supermarkt zählt nicht
Wer Ausgaben gegenüber dem Fiskus geltend machen möchte, muss diese belegen. Steuerzahler sollten deshalb mit Blick auf die noch ausstehende Entscheidung noch sorgfältiger Belege sammeln um die angefallenen Kosten einwandfrei nachweisen zu können. Kassenzettel aus dem Supermarkt gehören nicht dazu. Denn Krankheitskosten, deren Zwangsläufigkeit nicht belegt ist, werden ganz unabhängig von der BFH-Entscheidung auch zukünftig nicht anerkannt. Zu diesen Kosten zählen unter anderem Ausgaben für Medikamente ohne Rezept, aber auch die Verhütungspille für die Frau (obwohl verschreibungspflichtig). Auch Ausgaben für vorbeugende Behandlungen (Beispiel: professionelle Zahnreinigungen) können nicht geltend gemacht werden. Der Fiskus akzeptiert nur unmittelbare Kosten, also Kosten, die zur Heilung von Krankheiten oder zumindest zur Linderung ihrer Folgen anfallen.

Von Arztbesuch bis Zahnersatz ? was wirklich zählt
Allerdings gibt es eine Vielzahl von Kosten, die in der Regel als zwangsläufige Ausgaben anerkannt werden. Dazu zählen zum Beispiel:

   Fahrtkosten zum Arzt (30 Cent je Kilometer des Hin- und Rückwegs)
   Zuzahlungen zur Physiotherapie
   künstliche Befruchtungen (bei vom Arzt nachgewiesener Unfruchtbarkeit)
   Kosten für Hilfsmittel wie Rollstühle und Hörgeräte
   Augenoperationen mit Laser
   Selbstgetragene Kosten an Zahnersatz (z. B. Implantate)


Tipp: Belege sammeln und alle Kosten angeben
In der aktuellen Ausgabe der Finanztest von Stiftung Warentest (Heft 7 / 2014) werden die oben genannten Beispiele ausführlicher erläutert und weitere genannt. Die Tester zitieren zudem Uwe Rauhöf vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine mit der Empfehlung, alle in Frage kommenden außergewöhnlichen Belastungen, unabhängig von der jetzt noch aktuellen Rechtslage, in der Steuererklärung geltend zu machen und entsprechend zu belegen. Die Stiftung ergänzt mit dem Tipp, alle Belege gut aufzubewahren, da die Finanzämter diese bei einer sich ändernden Rechtsprechung gegebenenfalls noch einmal einsehen möchten.


Quelle:
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