Kommunikations-Technologien im Wettbewerb

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Internet
Kommunikations-Technologien im Wettbewerb
Von Alan Hughes

6. März 2001 Im Kampf der Breitband-Internet-Dienstleister ringen zwei Hauptkonkurrenten um die Vorherrschaft: Kabelgesellschaften und die Technologie der digitalen Teilnehmeranschlüsse (DSL). Anlegern stellt sich die Frage, welche Technologie den Kampf gewinnen wird und wo sie ihr Geld konzentrieren sollen.

Zur Zeit hat das Kabel in diesem Rennen die Nase vorn, Experten geben DSL langfristig aber immer noch einen kleinen Vorteil. Der besteht darin, dass die Technik sowohl bei privaten Haushalten als auch bei Firmen stark vertreten ist, während Kabelanschlüsse hauptsächlich in privaten Haushalten installiert sind. ?Zur Zeit ist zweifellos ein Kampf um den Verbrauchermarkt in Gange, bei dem DSL versucht, den Vorsprung des Kabels aufzuholen,? sagt Ari Bensinger, Technologie-Analyst bei Standard & Poor's.

Schließt sich die Lücke?

Viele Analysten erwarten, dass DSL weiterhin an Boden gewinnt. Nach Angaben eines Marktforschungsunternehmens waren Ende des Jahres 2000 schätzungsweise 3,9 Millionen Kabelmodems in Gebrauch. Es wird erwartet, dass diese Zahl bis zum Jahr 2003 auf 14,4 Millionen ansteigt. Im Vergleich dazu hatte DSL im Jahr 2000 nur etwa 2,4 Millionen Teilnehmer. Die Lücke könnte sich aber schließen - und im Jahr 2003 könnten 14,5 Millionen Teilnehmer DSL nutzen. Kritiker behaupten, dass DSL deswegen zurückgefallen sei, weil vielen Telefongesellschaften mehr daran liege, ihre Monopole zu wahren, als ihren Schwerpunkt auf diese neue Technologie zu legen.

Ein Vorteil der großen Kabelgesellschaften ist , dass sie ihre Leitungen selbst besitzen, weshalb sich die Installation etwas einfacher gestaltet als bei DSL. So konnten sie als aggressive Anbieter aufzutreten. So schließt zum Beispiel die Kabelgesellschaft Cablevision in ihren Geschäften Verträge mit neuen Kabelkunden und verkauft ihnen gleichzeitig die Ausrüstung zur Selbstinstallation des Dienstes.
Die große Frage lautet jetzt, welches Unternehmen das scharfe Expansionstempo durchhalten kann. Immer mehr Unternehmen drosseln das Tempo der Expansion. ?Anfangs sagte ihnen der Markt, sie sollten wachsen und sich erst später um die Rentabilität zu kümmern. Im Laufe des vergangenen Jahres hat sich die Dynamik des Marktes aber verändert und die Rentabilität ist wichtig geworden.?

AOL Time Warner als Joker

Der Joker im Spiel ist die Fusion zwischen AOL und Time Warner. Sie müsste das Wachstum für das Kabel eigentlich ankurbeln, weil es die 26 Millionen Teilnehmer von AOL mit den 13 Millionen Kabelkunden von Time Warner kombiniert. Allerdings ist AOL gezwungen, das Kabelnetz für den Wettbewerber zu öffnen. So können Kabelteilnehmer beim Erstkontakt zwischen AOL und vielen anderen Diensten wählen.

Diese Vereinbarung könnte sich als zweischneidiges Schwert erweisen. So könnte AOL Kunden an andere Dienste verlieren. Andererseits bietet sie ein starkes Argument dafür, auch die anderen Kabelgesellschaften für den Wettbewerb zu öffnen. In diesem Fall könnte sich AOL mit seiner Größe und Vertriebserfahrung seinen Marktanteil sichern.

Anlagestrategien

Angesichts der komplizierten Situation ist es äußerst schwierig abzuschätzen, welches Unternehmen letzten Endes zu den großen Gewinnern gehören wird. Dennoch glaubt Arnold Berman von Wit Soundview, dass - sollte DSL zur vorherrschenden Technologie werden - Adtran zu den Titeln gehören würde, die daraus Nutzen ziehen würden. Auch PSINet könnte gute Gewinne erzielen. Zu den Titeln, die bei einer Zunahme des Kabelanteils den Lohn davontragen würden, gehörten AOL, Scientific Atlanta und kleinere Wettbewerber, wie zum Beispiel Antec.

Telekom-Analyst Lawrence Harris von Josephthal & Co. hat sein Geld in Kabelwerten im Allgemeinen und in Scientific Atlanta im Besonderen angelegt. Das Unternehmen sei im Breitbandmarkt führend. Der andere Wettbewerber sei Motorola mit einem Rekord-Auftragsrückstand, insbesondere von 2,1 Millionen digitalen Set-Top-Boxen. Der größte Kunde plant die Anzahl der entwickelten digitalen Set-Top-Boxen bis Ende des Jahres 2001 auf 3,5 Millionen zu verdoppeln. Harris erwartet für das im Juni 2001 endende Geschäftsjahr einen Gewinn je Aktie von 1,68 Dollar gegenüber 0,92 Dollar im Jahr 2000.

So haben clevere Anleger genug Gelegenheiten, um ihre eigene Einschätzung der Entwicklung am Markt umzusetzen.


 
 Der Autor schreibt für BussinessWeek Online


gruß
proxi

 

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