Kapazitätsprobleme bremsen Volkswagen!

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neuester Beitrag: 17.06.04 14:43
eröffnet am: 10.06.04 10:01 von: gamblelv Anzahl Beiträge: 7
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10.06.04 10:01

1889 Postings, 6483 Tage gamblelvKapazitätsprobleme bremsen Volkswagen!

Wenn wie Volkswagen berichtet die PKW Produktion in China aktuell noch teurer ist als in europäischen Werken, eben diese europäischen Werke aber nicht ausgelastet sind, wieso exportiert man die Fahrzeuge nicht nach China?

Kapazitätsprobleme bremsen Volkswagen auf Wachstumsmarkt China

PEKING (dpa-AFX) - Volkswagen kann wegen Kapazitätsproblemen in China nicht mit dem rasanten Wachstum des Marktes Schritt halten. Das für China zuständige Vorstandsmitglied, Folker Weißgerber, berichtete am Donnerstag in Peking, in den ersten vier Monaten sei der Absatz von Volkswagen in China nur um drei Prozent gestiegen. Im Vorjahr hatte Marktführer Volkswagen noch 30 Prozent mehr Fahrzeuge ausgeliefert. Dagegen hatte Chinas Personenwagenmarkt insgesamt sogar um 75 Prozent zugelegt, wie der Verband der deutschen Autoindustrie (VDA) auf der Donnerstag eröffneten internationalen "Auto China 2004" berichtete.

Die Probleme betreffen beide Volkswagenwerke in Changchun und Schanghai. Angesichts eines jüngsten, leichten Wachstumsrückgangs rechnet Weißgerber für das ganze Jahr nur noch mit einem Zuwachs des Gesamtmarktes von 18 Prozent. Eine Vorhersage für den Absatz von Volkswagen in diesem Jahr gab das Vorstandsmitglied nicht, räumte aber ein, "die Kapazitätsprobleme werden noch einige Monate bestehen". Volkswagen beginnt diesen Monat mit dem Bau eines neuen Werkes in Lingan bei Schanghai für zusätzlich 150.000 Fahrzeuge, in das knapp 200 Millionen Euro investiert werden.

Anträge auf Genehmigung von zwei Motorenwerken mit einem Investment von jeweils 250 und 290 Millionen Euro in Schanghai und in der Hafenstadt Dalian warten auf eine Genehmigung./lw/DP/tav
Quelle: DPA-AFX

MFG  

10.06.04 10:39

12850 Postings, 7264 Tage Immobilienhaiganz einfach gamble

weil in china nicht der golf V, der phaeton, der touareg oder der neue passat produziert werden...

da stehen die alten abgeschriebenen produktionsanlagen des 2er golf und des jetta. die werden da unten für den chinesischen markt produziert.

ist wie mit dem alten käfer. als er in deutschland technisch überholt war hat man die ganzen anlagen nach mexico und brasilien verfrachtet und den käfer bis weit in die 90er für den süd-/lateinamerikanischen markt weitergebaut..  

10.06.04 14:44

1889 Postings, 6483 Tage gamblelvSo weit ich informiert bin werden die neuen

Automodelle zeitgleich auf dem europäischen und chinesischen Markt eingeführt. Die chinesische Bevölkerung kauft sich allerdings lieber einen Jetta/Bora als einen Golf. Das machen die US Amerikaner allerdings auch.

Zunehmende Konkurrenz

VW sponsort Olympia 2008 in Peking

Der Volkswagen-Konzern stellt in China überraschend seine Modellpolitik um und zieht damit Konsequenzen aus dem zunehmenden Konkurrenzdruck auf dem am schnellsten wachsenden Automobilmarkt der Welt.

                
§
HB WOLFSBURG. Der VW-Konzern ist offizieller Sponsor der Olympischen Spiele 2008 in Peking. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte, hat das Organisationskomitee für die 19. Olympischen Sommerspiele diese Entscheidung während der Messe ?Auto China 2004? am selben Tag in Peking offiziell bekanntgegeben.

Volkswagen werde die Spiele sowohl finanziell unterstützen als auch Fahrzeuge und andere Arten von Dienstleistungen für die Olympischen Spiele, die darauf ebenfalls in Peking folgenden Paralympischen Spiele, das Organisationskomitee, das Chinesische Olympische Komitee sowie auch die chinesische Olympiamannschaft, die an den Olympischen Winterspielen 2006 und den Olympischen Spielen 2008 teilnimmt, bereitstellen.

Konkurrenz holt auf

Volkswagen ist zwar Marktführer in China, doch holen Wettbewerber wie General Motors (GM) und Toyota auf. In den ersten vier Monaten dieses Jahres sank der Marktanteil der Wolfsburger im Jahresvergleich auf 26,4 Prozent von 32,5 Prozent.

Gleichzeitig steigerte sich der weltgrößte Autokonzern GM, die gegenwärtige Nummer zwei in China, auf 11,3 Prozent von 7,4 Prozent. Vor zwei Jahrzehnten hatte sich Volkswagen als erster ausländischer Autokonzern in China engagiert und zusammen mit chinesischen Partnern mit Marktanteilen von über 50 Prozent den langsam entstehenden chinesischen Markt dominiert.

Inzwischen drängen angesichts stagnierender Wachstumsraten auf ihren Heimatmärkten alle größeren Autobauer nach China, wo die Verkäufe immer noch mit zweistelligen Zuwachsraten boomen. Zuletzt hatte GM Investitionen von drei Milliarden Dollar für den Zeitraum von drei Jahren angekündigt, um seine Produktionskapazitäten in dem Land auf jährlich 1,3 Millionen Fahrzeuge hochzufahren. VW plant, seine Kapazitäten in einem ähnlichen Zeitraum auf 1,6 Millionen Einheiten zu verdoppeln und will dafür gut fünf Milliarden Euro investieren.

Neues Werk in Schanghai

Im Rahmen dieses Investitionsprogramms kündigte VW am Mittwoch für nächste Woche den Baubeginn für ein weiteres Werk in Schanghai an, das in zwei Jahren mit einer anfänglichen Jahreskapazität von 150.000 Einheiten die Produktion aufnehmen soll. Insgesamt wollen internationale Autokonzerne in den nächsten Jahren rund 13 Milliarden Dollar in China investieren und die Produktion auf sechs Millionen Fahrzeuge jährlich erhöhen.

HANDELSBLATT, Donnerstag, 10. Juni 2004, 12:07 Uhr

MFG  

10.06.04 14:55

34209 Postings, 7761 Tage DarkKnightRot-Schwarz

Manager-Entscheidungen sind wie Roulette-Spielen:

Entweder man setzt auf die eine Modellgruppe oder auf die andere.

Piech hat auf die falsche gesetzt (im ersten Schritt), jetzt kommt Mister P. und setzt auf das billige Familien-Komfort-Auto.

Könnte aber sein, daß sich keiner mehr in China in 2 bis 3 Jahren das leisten kann, und lieber mit einer billigen Golfversion den Übergang von der Steinzeit ins Industriezeitalter schaffen möchte.

Dann sind wir hiermit bei der Frage von "Kurzsicht oder Weitsicht".

Okay, sehen wir es pragmatisch: Mr. P. macht nichts falsch kurzfristig, wenn er die Programme seines Vorgängers stoppt, die aktuell nicht zu gewünschten Ergebnissen führen. Aber wie ist das langfristig? Die Erfolgsgeschichte des Golf in Dtld. ist unmittelbar zusammenhängend mit der explodierenden Lohnentwicklung von Single-Juppies in den 80ern. Wer jetzt kurzfristig auf ein Familien-Auto setzt für abgehalfterte Mitt-Vierziger, die der Fortschritt eh überholen wird, auch in China, der reitet m. E. das falsche Pferd.

Mr. P. hat m. E. jetzt schon versagt.  

10.06.04 19:59

85 Postings, 6382 Tage mr.Börnsnach china importren o. T.

es lohnt nicht nach china importieren, da sie hohe einführzölle haben. Es ist ihnen nämlich lieber arbeitsplätze im eigenen land zu schaffen. Komisch deutschland subventioniert arbeitsplätze im ausland.  

10.06.04 20:07

1889 Postings, 6483 Tage gamblelvAlso die Chinesen haben Importzölle auf PKW,

meines Wissens haben die Koreaner ebenfalls Zölle. Wieso lassen wir (EU) deren Fahrzeuge dann auf unsere Straßen.
Nur weil wir so gerne Arbeitsplätze im Ausland schaffen?
Ich bin für die internationale Arbeitsteilung wenn sie unter gleichen Bedingungen und zu gleichen Spielregeln abläuft. Wir können doch nicht immer die Dummen sein-

MFG  

17.06.04 14:43

1889 Postings, 6483 Tage gamblelvKapazitätsprobleme umgekehrt?

Vor einigen Tagen kam die Meldung Volkswagen könne in China mit dem Markt nicht schritt halten. Es gebe amgeblich keine ausreichenden Produktionskapazitäten um den Markt voll bedienen zu können.
Nun kommt die folgende Nachricht, welche ein vollkommen anderes Bild zeichnet!
VW verliert in China an Fahrt

Der Volkswagen-Konzern hat die Preise für seine Autos in China gesenkt und ist damit seinem US-Konkurrenten General Motors auf dem am schnellsten wachsenden Automobilmarkt der Welt gefolgt.

                
§
          §Golf V von VW

HB PEKING. Nach Beteuerungen noch in der vergangenen Woche, trotz des schärferen Wettbewerbs die Preise stabil zu halten, kündigte VW am Donnerstag Ermäßigungen für die meisten Modelle aus seinen Gemeinschaftsunternehmen in Schanghai und Changchun an. Der chinesische Marktführer, dessen Absatz in den ersten vier Monaten des Jahres deutlich hinter der Marktentwicklung in China zurückgeblieben war, reagiert damit auf die Kaufzurückhaltung der Kunden.

Im Mai gab der Autoabsatz in China den zweiten Monat in Folge zum Vormonat um 19,4 % nach. Analysten begründeten den Schritt von VW mit dem Kampf um Marktanteile mit GM. ?Wenn Volkswagen seine führende Position halten will, muss es dem Beispiel von GM folgen?, sagte Zhao Lei von Orient Scurites. GM hatte im vergangenen Monat die Preise für zwei seiner wichtigsten Modelle um bis zu elf Prozent gesenkt.

In einer Mitteilung wurden die Preissenkungen auf dem größten Markt außerhalb Deutschlands zwar damit begründet, dass Volkswagen den Zuschlag als Hauptsponsor der Olympischen Spiele 2008 in Peking ?feiern? wolle. Die Schanghaier Zeitung ?Jiefang Ribao? zitierte aber einen Vertreter von Volkswagen, der bisherige Absatz habe die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht.

Das enttäuschende Absatzplus von nur drei Prozent in den ersten vier Monaten des Jahres, während der Markt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 42 % zugenommen hatte, hatte Vorstandsmitglied Folker Weißgerber vor einer Woche noch mit ?Kapazitätsproblemen? begründet. Gleichzeitig hatte der Präsident von Volkswagen China, Bernd Leißner, betont, die Preise nicht ändern zu wollen. Es wurde Ärger mit Kunden befürchtet, die gerade noch höhere Preise bezahlt haben.

Auf Nachfrage wollte sich VW in Peking zunächst nicht äußern, sondern übermittelte nur die Pressemitteilung, dass aus ?Dankbarkeit? über die Wahl als Sponsor für Olympia 2008 neue ?attraktive Preise? angeboten werden. Die Situation auf dem chinesischen Personenwagenmarkt, der im Vorjahr einen rasanten Zuwachs von 75 % erlebt hatte, hat sich in den vergangenen zwei Monaten mit Verkaufsrückgängen von jeweils 20 % gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich verschlechtert. Dieses Jahr erwartet Volkswagen nur noch einen Zuwachs des Gesamtmarktes von 18 %.
Der chinesische Pkw-Markt wird für die Automobilkonzerne damit zu einem heiß umkämpften Markt. Allmählich setzen sich Faktoren einer Marktwirtschaft durch. Die aktuellen Stichworte hierzu heißen "Marktanteil" und "Preissenkung".

Den allgemeinen Marktbedingungen könne man sich nicht entziehen, heißt es dazu in Wolfsburg. Die Marktbedingungen sind dabei vor allem von einem Vorpreschen von GM gesetzt. Kürzlich erklärte der US-Konzern, zusammen mit den Joint-Venture-Partnern, 3 Mrd. Dollar in den bis vor kurzem weltweit am schnellsten wachsenden Pkw-Markt zu investieren. Ziel ist es, die Produktions-Kapazitäten bis 2007 auf 1,3 Mio Einheiten mehr als zu verdoppeln. Die Pläne der Wolfsburger sind allerdings noch ehrgeiziger. Die Investitions-Vorhaben sind bereits seit letztem Jahr bekannt und belaufen sich auf 6 Mrd. Euro bei einer Kapazität von 1,6 Millionen Einheiten im Jahr 2008.

Zu diesem Kapazitätszuwachs gibt es in der Branche durchaus unterschiedliche Ansichten. Bereits im vergangenen Jahr warnte der VW-Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder vor einem zu starken Aufbau der Kapaziäten. GM dagegen kann bislang keine mit Brasilien vergleichbare Situation erkennen, wo die Hersteller bis heute für den Rückbau des Produktionsvolumens zu kämpfen haben. Studien wie von KPMG haben bereits eine installierte Kapazität errechnet, die 2005 um 90 % über dem Absatz liegen könnte. "Das ist etwas, was auf jede Agenda gehört", meint Analyst Patrick Juchemich von Sal. Oppenheim.

"Brasilien sollte und wird sich nicht wiederholen. Die Absatzprojektion wird von den Herstellern kritisch überwacht", ist Juchemich überzeugt. Kurzzeitige Marktanteilsverluste seien dabei weniger schädlich als eine dauerhafte Überkapazität. Hinsichtlich der Marktanteile kann GM derzeit Punkte verbuchen. Denn während im April VW im Jahresvergleich von 33% auf 24,4% fiel, legte GM von 8,3% auf 11% zu. Die Situation wird derzeit durch die Tatsache verschärft, dass der Pkw-Absatz im Mai zum zweiten Monat in Folge gesunken ist. Laut dem chinesischen Herstellerverband sank der Verkauf gegenüber dem Vormonat um 19,4 %, nachdem er im April um 2,7 % zurückgegangen war. Der Verband begründet den Absatzeinbruch mit einer Ferienwoche im Mai. In den ersten 5 Monaten 2004 habe der Verkauf aber um 21 % höher gelegen als im Vorjahreszeitraum. Laut "Asian Wall Street Journal" ist dies auch auf Maßnahmen der Regierung zur Abkühlung der Konjunktur zurückzuführen. Im Jahr 2003 war der Pkw-Verkauf gegenüber dem Vorjahr noch um 75 % auf 2 Millionen Fahrzeuge gestiegen. ´

Für die Abkühlung im laufenden Jahr gibt es ihrer Ansicht nach zahlreiche Gründe. So wirkten sich die Einschränkungen der Regierung bei den Auto-Finanzierungskrediten der Banken dämpfend aus. Zudem würden einige Städte, etwa Shanghai, nur eine begrenzte Anzahl von Nummernschildern herausgeben. Auch sei bei den potentiellen Käufern eine gewisse Zurückhaltung zu spüren, da sie mit sinkenden Pkw-Preisen und steigenden Benzinpreisen rechnen.

Volkswagen hat bereits angekündigt, die China-Strategie zu ändern. Nicht mehr kleine und von der Baureihe her ältere Fahrzeuge - hier werden jetzt auch die größten Preisnachlässe vorgenommen - sondern Produkte auf Weltmarktniveau sollen angeboten werden. Mit Produkten wie dem Santana wird VW keine Marktanteile von um die 30 % halten können. "Das geht nicht mehr", hatte Pischetsrieder bereits im Januar dieses Jahres eingeräumt. Vor allem, da China absehbar für VW ein größerer Absatzmarkt sein wird als der deutsche mit rund 1 Millionen Einheiten.

HANDELSBLATT, Donnerstag, 17. Juni 2004, 13:27 Uhr

Also hat VW doch Kapazitätsprobleme, nur eben anders als gedacht. Wozu gibt es denn Kaufanreizprogramme?
Den Aktionären wird es wohl nicht schmecken!

MFG
 

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