Kann man den Deutschen trauen ?

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neuester Beitrag: 06.05.05 07:12
eröffnet am: 05.05.05 12:33 von: kiiwii Anzahl Beiträge: 41
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129861 Postings, 6381 Tage kiiwiiKann man den Deutschen trauen ?

Kann man den Deutschen trauen?


»Der Schoß ist fruchtbar noch / aus dem das kroch«.
Selbstzweifel und das Misstrauen der Nachbarn haben die Bundesrepublik bis heute begleitet. Könnte man, 60 Jahre nach der Befreiung Deutschlands, den alten Verdacht nicht endlich vergessen?

Ja, meint Christoph Amend.

Nein, meint Jens Jessen.



Christoph Amend:

Das Unbehagen fängt schon mit der Frage an. Man möchte am liebsten rufen: Ja, warum soll man uns Deutschen nicht trauen? Man meint, das Zischen einer Peitsche zu hören, mit der wir uns auf den Rücken schlagen. Aber dann denkt man: Darf man das sagen, ohne in eine Ecke gestellt zu werden mit jenen entsetzlichen Verharmlosern, die uns einreden wollen, am besten setzten wir uns mit unserer Vergangenheit auseinander, indem wir uns möglichst wenig damit konfrontieren lassen?
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Als ob es darum ginge! Es ist gut, es ist richtig, aus Anlass des 60. Jahrestages ihres Niedergangs an die NS-Diktatur zu erinnern. Das Erschrecken darüber ist nach jedem Artikel, jedem Fernsehfilm noch da, und es ist aufrichtig. Was furchtbar nervt, ist die permanente Relativierung der Verbrechen durch geradezu absurde Bezüge. Die Erinnerung ist noch frisch daran, wie an der Schule die bevorstehende Vereinigung beider deutschen Staaten als imperiale Gefahr beschrieben wurde: Klassenkameraden, sogar einige Lehrer beteiligten sich an Demonstrationen unter der Losung: »Nie wieder Deutschland!«


Vor allem ältere Deutsche sprechen bis heute davon, dass wir gefährdet blieben. Man kann das verstehen: Sie haben erfahren, wie dünn der Firnis der Zivilisation ist. Sie sperrten ihre Gefühle weg, um nie wieder in Pathos-Nähe zu geraten. Ihre Kinder, die 68er, wiederum haben erfahren, wie schnell man einer totalitären Ideologie verfallen kann. Sie haben erlebt, wie aus ihrer Mitte heraus Terrorismus entstanden ist.


Doch wir leben heute in einem Land, das im Westen auf fast 60 Jahre Demokratie zurückblickt. Rechts- und Linksradikalismus haben bei der Mehrheit keine Chance. Der Antisemitismus ist nicht stärker als in vergleichbaren Ländern. In Deutschland ist unvorstellbar, was im ehemals faschistischen Italien Alltag ist: Die postfaschistische Partei stellt dort den Vizeministerpräsidenten, der Regierungschef nannte Mussolini einen »gutmütigen Diktator«. Hierzulande hingegen kann sich niemand offen oder verdeckt antisemitisch äußern, ohne geächtet zu werden.


Wir gelten heute auf angenehme Art als langweilig, weil man sich weder vor uns noch weil man um uns fürchten muss. Wir müssen feststellen, dass die Welt auf die boomenden Länder China oder Indien schaut oder sich mit Russland beschäftigt. Dabei hätten wir es ganz gern, wenn wir dem einflussreichsten Nachrichtenmagazin der Welt, dem Economist, mal wieder eine Titelgeschichte wert wären. (Aber nur, wenn die sich nicht mit unserer wirtschaftlichen Misere beschäftigt.)
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Zum 60. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie war zum ersten Mal ein Bundeskanzler eingeladen. Spätestens an diesem Tag, schreibt Eckhard Fuhr in seinem Buch Wo wir uns finden, war der Krieg aus. Selbst Papst können wir ganz selbstverständlich werden auf unserem »langen Weg nach Westen«, von dem Heinrich August Winkler schrieb.

So merkwürdig wir uns manchmal verhalten, wenn wir gleichzeitig Wohlstand genießen und den Kapitalismus verdammen oder wenn wir die Sicherheit der Freiheit vorziehen, sind wir doch ein Land, von dem keine Gefahr ausgeht. Und eines, das immer seltener vor sich selbst wegläuft. Als Bundespräsident Horst Köhler sagte: »Ich liebe unser Land«, protestierten nicht einmal diejenigen, die so nie denken würden. Dem Mann kann man einfach keinen Nationalismus unterstellen. Er beschreibt ein verändertes Geschichtsgefühl, so wie Richard von Weizsäcker, als er 1985 vom 8. Mai als »Tag der Befreiung« sprach; ein Gefühl, das von mehr Deutschen als vor zehn oder zwanzig Jahren geteilt wird. Das hat auch biografische Gründe. Bei den heute unter 30-Jährigen fällt oft der Satz: »Als die Mauer fiel, war ich?« 1989 ist ihr prägendes politisches Erlebnis.


Die Deutschen sind wieder neugierig auf ihr Land, sie wenden sich nicht ab wie früher, als sie sich lieber als Kosmopoliten in New York oder wenigstens als Italiener im Herzen sahen. Der Schriftsteller Stephan Wackwitz sagt, die alte Bundesrepublik sei ihm oft »geisterhaft« vorgekommen mit »Landstrichen, wohin man nicht fahren konnte und von denen niemand eine Vorstellung hatte«. Das hat sich geändert. Heute erkunden viele in den Ferien ihr eigenes, ihnen oft unbekanntes Land. Manche wandern sogar, frei von Deutschtümelei. Popmusiker wie Wir sind Helden oder Juli singen auf Deutsch, weil sie so ihre Gefühle besser ausdrücken können. Sie sind die Idole einer Jugend, die sich nicht schämt, deutsch zu sein, vielleicht, weil ihr niemand fremder ist als der ewige Hausmeistertyp, der früher Blockwart hätte sein können.


Während die skeptische Generation ihre Gefühle (und die ihrer Familien) nach 1945 eingemauert hat, werden diese Mauern zunehmend eingerissen. Filmemacher, Autoren und Maler stellen sich der Geschichte ihres Landes, ihrer Familien, aber sie werfen einen anderen, freieren Blick auf sie. Sie müssen sich nicht rechtfertigen wie ihre Großeltern, sie müssen nicht abrechnen, wie ihre Eltern es taten.


Die Deutschen sind ein vernünftiges, ruhiges, langweiliges Volk geworden.

Christoph Amend, 1974 in Gießen geboren, leitet das Ressort Leben der ZEIT. In der DDR ist er nie gewesen




NEIN, meint Jens Jessen:    


-----------------und ich stimme ihm 100 % ig zu ------------------




Die Deutschen werden nie wieder einen nationalsozialistischen Staat haben, gewiss. Über diese Gefahr zu reden lohnt nicht. Das Nationale wird sich nicht mehr zum Nationalismus aufblasen. Es ist auch kaum vorstellbar, dass sich der Staat noch einmal zu einer totalitären Gleichschaltung der Gesellschaft bewegen lässt. Etwas anderes ist aber die Frage, wie viel von dem nationalsozialistischen Erbe in den Köpfen übrig geblieben ist, nachdem es sich aus der Sphäre des Politischen zurückgezogen hat. Dass diese Frage meistens empört abgewiesen wird, hat mit der Demokratie zu tun, die sich fortdauerndes Misstrauen in das Volk nicht leisten kann.

Vor allem aber hat es mit dem überlieferten Verdacht gegen den Staat zu tun, der traditionell als der Ort gilt, wo das  Ü b e l  in Erscheinung treten müsste, wenn es denn erscheint.


Dort sitzt es aber  n i c h t .  Die staatlichen Institutionen der Bundesrepublik sind vielleicht das Einzige, das wirklich und verlässlich entnazifiziert worden ist. Selbst deutsches Militär lässt sich nur mehr schlecht beargwöhnen, seit es ein feierliches Rekrutengelöbnis am Jahrestag des 20. Julis angesetzt hat. Die Demonstranten, die dagegen protestieren, beweisen nur ihre ideologische Verblendung, vielleicht auch einen unbewussten Willen zur Ablenkung von dem Ort, an dem sich das nationalsozialistische Erbe versteckt.


Es steckt im   g e r e i z t e n   K e r n   d e r   G e s e l l s c h a f t .  Es steckt in den  A u f p a s s e r n ,  den  L i e b h a b e r n  d e s  V e r b i e t e n s  und  
S t r a f e n s , den hysterischen  B e o b a c h t e r n  jeder  A b w e i c h u n g .

Es steckt im  a u t o r i t ä r e n  C h a r a k t e r , wie ihn Erich  F r o m m  beschrieben hat. Es steckt in dem Nachbarn, der die Kehrwoche kontrolliert, in dem Passanten, der den Falschparker anzeigt, ohne behindert worden zu sein, in der Mutter, die anderen Müttern am Spielplatz Vorhaltungen macht.
Es steckt, mit einem Wort, in dem guten Bürger, der seine eifernde Intoleranz auf Befragen wahrscheinlich als zivilgesellschaftliches Engagement ausgeben würde.


Es ist nämlich nicht so, dass die 1945 heimatlos gewordene Sehnsucht nach der Volksgemeinschaft vor der Unmöglichkeit ihrer neuerlichen Umsetzung resigniert hätte.


Sie hat sich vielmehr aus der Politik in den privaten Terror zurückgezogen. Sie inspiziert die Treppenhäuser, sie kontrolliert die Kleidung des Büronachbarn, sie missbilligt abweichendes Konsumverhalten und straft jeden Ehrgeiz, der sein Haupt aus der Menge hebt.


Nirgendwo lässt sich das besser beobachten als in den Massenmedien, die ihrer Natur nach mit opportunistischer Sensibilität auf die Volksstimmung achten müssen. Mit peinlicher Sorgfalt wird dort alles vermieden, das als elitäre Abweichung vom Mainstream interpretiert werden könnte. Denn der Mainstream ist nur der modische Tarnausdruck für das gesunde Volksempfinden, das schon in der Nazizeit als Richterinstanz über jede, vor allem aber intellektuelle Abweichung diente.


Dieser kulturelle Egalitarismus hat, anders, als manche glauben, seine Wurzeln nicht im Sozialismus, der stets um die Hebung der Volksbildung bemüht war.
Das  D o w n g r a d i n g  einer ganzen Hochkultur nach dem Maßstab des
U n t e r s c h i c h t e n r e s s e n t i m e n t s  ist vielmehr ein spezifisches Merkmal des Nationalsozialismus.


Gewiss gibt es Intoleranz, Sozialneid und verwahrloste Massenmedien auch in anderen Ländern. Aber dieser Hinweis täuscht nur darüber hinweg, dass Intoleranz in Italien nicht zu Rostocker Exzessen führt, Sozialneid in England nicht zur Abschaffung der Hochkultur aufruft und Massenmedien in Frankreich nicht dazu neigen, Intellektuelle als Nörgler vorzuführen.

Übrigens hat auch die hierzulande beliebte Razzia auf die intellektuellen Pessimisten ihren Vorläufer im Nationalsozialismus und in  G o e b b e l s  Kampagne gegen »das sogenannte  M i e s m a c h e r t u m «.


Der historische Zusammenhang von  A n t i i n t e l l e k t u a l i s m u s  und
A n t i s e m i t i s m u s  ist gut untersucht. Beide treffen sich im Hass auf alle natur- und volksferne Betätigung.

Vielleicht würde es sich auch heute lohnen, um den sozialpsychologischen Ort des anhaltenden Antisemitismus zu finden, nach dem Sitz der antiintellektuellen Ressentiments fahnden. Vielleicht ließe sich so erklären, warum Antisemiten nicht nur in der Nähe von Hirschhornknöpfen, sondern auch in Vorstandsetagen auftreten, nämlich berall dort, wo sich hemdsärmelige Macher vor kritischer Dreinrede fürchten.

Denn die  V e r e h r u n g  des  M a c h e n s  und  A n p a c k e n s, der
D a r w i n i s m u s   d e r   T a t , der im Denken nur das Zögern, im Zweifeln nur die Feigheit erkennt, ist eines der dauerhaft nachwirkenden Motive aus dem Fundus nationalsozialistischer Propaganda. Das darwinistische Argument vom Recht des Stärkeren, und sei es in der Geschäftskonkurrenz des Marktes, ist überhaupt eines der zuverlässigsten Indizien auf Wiederbetätigung im Sinne des »Dritten Reiches«.

Mag jeder für sich prüfen, wie oft ihm solche Gedankenfiguren untergekommen sind, und dann entscheiden, ob den Deutschen zu trauen ist. Gewiss sind es größtenteils nur noch Spurenelemente der NS-Ideologie. Es gibt keinen Grund, die Deutschen ernsthaft zu fürchten. Aber sorglosen Gewissens unter ihnen leben kann man auch wieder nicht.




Jens Jessen, geboren 1955 in Berlin, leitet das Feuilleton der ZEIT. Sein Großvater Jens Peter Jessen wurde für seine Beteiligung an dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 in Plötzensee hingerichtet.


(c) DIE ZEIT 04.05.2005 Nr.19





MfG
kiiwii

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15 Postings ausgeblendet.

05.05.05 13:42

Clubmitglied, 46325 Postings, 7544 Tage vega2000Ich denke mal zombi,

also ich versuche es zu mindest, auf der nach unten offenen Beliebtheitsskala tauchst du heute nicht mehr auf.

*gg*  

05.05.05 13:42

129861 Postings, 6381 Tage kiiwiiDarwin läßt grüßen

"Keine Ahnung Zitrusfrüchtchen, aber um dich hopp zu nehmen allemal;-)"

...if you know what I mean



MfG
kiiwii

.  

05.05.05 13:44

59073 Postings, 7466 Tage zombi17Würde mich jetzt echt wundern

wenn ich da schonmal draufstand. Aber was man nie hatte, vermisst man auch nicht.  

05.05.05 13:50

21799 Postings, 7829 Tage Karlchen_IMT: Auch wenn es oberlehrerhaft klingen

sollte: Ich habe schon sozialpsychologische Untersuchungen zum autoritäten Charakter und möglicher Stigmatisierung von Teilgruppen der Gesellschaft (mir ging es dabei insbesondere um Ausländer) im Zusammenhang mit wachsender Arbeitslosigkeit angestellt, als Du vielleicht noch in die Hose geschissen hast. Ergebnis war, dass es unterschiedliche Gruppen mit verschiedenen Deutungsmustern gab - und: das war das Neue - ein erheblicher Teil der Bevölkerung ambivalent dachte, also zwischen Ohnmächtigkeit etwa gegenüber technischem Fortschritt und latenter Fremdenfeindlichkeit schwankte.


Übrigens alle Untersuchungen zu dem Thema in Posting 1 kommen nicht zu dem Ergebnis, dass

1. der autoritäre Charakter eine deutsche Besonderheit ist - vgl. etwa die uralten Studien von Robert E. Lane aus den USA - kannst aber auch Adorno oder Fromms "Arbeiter und Angestellte am Vorabend ..." nehmen.

2. Daraus ergibt sich, dass man nicht einer ganzen Nation den Hang zum Autoritarismus zuschreiben kann, wie es der Zeitredakteur tut.



Und wenn wir noch ein Fass aufmachen wollen: Anti-Intellektualismus ist für sich genommen ein alberner Begriff.  

05.05.05 13:56

129861 Postings, 6381 Tage kiiwiiHängen wirs doch tiefer: Lesen wir doch zur

Abwechslung statt Erich Fromm mal Heinrich Mann !?

Btw: Welches andere Volk in Europa hat einen autoritäreren Charakter als die Deutschen ?
(die Russen mal ausgenommen)




MfG
kiiwii

.  

05.05.05 14:04

7336 Postings, 6696 Tage 54reabich kenne weder die deutschen, noch die

franzosen noch habe ich jemals etwas wie einen "volkscharakter" ausgemacht. ich kenne allerdings schmidt, schmit und dupont und dupond. die haben alle einen unterschiedlichen charakter. jetzt müsste man mich noch aufklären, wie ich das mitteln soll und was man dann mit einem derartigen ergebnis anfangen kann? ist das mittel zwischen einem totschläger und einem menschenfreund ein brummbaär???

prosit


 
 

05.05.05 14:16

21799 Postings, 7829 Tage Karlchen_IWas mich nur wundert,

dass kiiwii hier nen Artikel von einem 68er - jedenfalls dem Geiste nach - hier reingestellt hat, und der damals offenkundig eher zu den Mitläufern mit Schaum vor dem Munde gezählt haben muss, und der seitdem nix dazugelernt hat. Aber in der "Zeit" kann man sowas noch unterbringen - also bei beamteten, die Grünen wählenden Lehrern, die zwischen dem etwas nobleren Möbelgeschäft, dem Bioladen und dem widrigen Zeitgeist hin und her gerissen sind.  

05.05.05 14:33
1

129861 Postings, 6381 Tage kiiwiiWie sagt Diederich Heßling über seine Rekrutenzeit

"Beim Exerzieren im Kasernenhof, beim Gliederbilden, Sichzerstreuen und Platzwechseln ward weiter nichts beabsichtigt, als die `Kerls´herumzuhetzen. Ja, Diederich fühlte wohl, daß alles hier, die Behandlung, die geläufigen Ausdrücke, die ganze militärische Tätigkeit vor allem darauf hinzielte, die persönliche Würde auf ein Mindestmaß herabzusetzen.  Und das imponierte ihm; es gab ihm, so elend er sich befand, und gerade dann, eine tiefe Achtung ein und etwas wie selbstmörderische Begeisterung. Prinzip und Ideal war ersichtlich das gleiche wie bei den Neuteutonen, nur ward es grausamer durchgeführt. Die Pausen der Gemütlichkeit, in denen man sich seines Menschentums erinnern durfte, fielen fort. Jäh und unabänderlich sank man zur Laus herab, zum Bestandteil, zum Rohstoff, an dem ein unermeßlicher Wille knetete. Wahnsinn und Verderben wäre es gewesen, auch nur im geheimsten Herzen sich aufzulehnen."



Und wer nicht auf dem Kasernenhof oder in seiner Fabrik andere "schleifen" konnte - weil er keine "Untergebenen" hatte - der tat es zuhause mit seiner Frau und seinen Kindern.


Wie sich das gerade auch beim organisierten und klassenbewußten deutschen Arbeiter abspielte, kann man sehr schön bei Fallada in "Kleiner Mann - was nun ?" lesen.


In Preussen entstand - der günstigen friderizianischen Voraussetzungen wegen - der "deutsche Untertan", der dann das geeignete Knetmaterial für den wilhelminischen Menschen bildete und später - nach der Katastrophe des I. WK  - die Grundlage abgab für den "Nazideutschen", den man brauchte für die zweite, die totale, in den Untergang führende Katastrophe des II. WK.







MfG
kiiwii

.  

05.05.05 14:41

21799 Postings, 7829 Tage Karlchen_INa - dann guck mal hier...

http://www.linksnet.de/artikel.php?id=1273  

05.05.05 14:42

59073 Postings, 7466 Tage zombi17Wenn ich so sehe, was

du so alles liest, wundert es mich nicht mehr, dass du so ein negativer Mensch bist und das Grinsen verlernt hast. Lies mal Fix und Foxi, aber wahrscheinlich findest du da auch noch eine politische Botschaft und fühlst dich bestätigt, dass Fischer und Münte die Ausgeburt des Bösen sind.  

05.05.05 14:48

1303 Postings, 7162 Tage antoinettezombi= Familienvater: hahahaha

   Wenn ich so sehe, was   05.05.05 14:42
 Willste kuscheln, kiwii? 05.05.05 14:37
 Ist Christus nicht überall 05.05.05 14:27
 Habe ich doch schon, kiwiimäuschen:-) 05.05.05 14:15
 Der ultimative Schlappensiekerthread 05.05.05 14:06
 Pruuussstttt:-))) 05.05.05 13:46
 Würde mich jetzt echt wundern 05.05.05 13:44
 Jo, ich probier gerne etwas aus! 05.05.05 13:42
 Möchtest du einen haben, bilanz? o. T. 05.05.05 13:39
 Wenn ich ja sicher sein könnte 05.05.05 13:38
 @Kiwii 05.05.05 13:33
 @Vega 05.05.05 13:27
 Wozu? Wer ist Guido? 05.05.05 13:24
 Herr Oberlehrer 05.05.05 13:18
 Ausserdem sollte 05.05.05 13:13
 Ey super, lass rüberwachsen:-)) o. T. 05.05.05 13:05
 Was für Getränke werden denn gereicht? o. T. 05.05.05 13:04
 Manchmal beschleicht mich das seltsame 05.05.05 12:56
 Das war auch eine Strafe Gottes, 05.05.05 12:07
 Vielleicht sollten die Amis 05.05.05 12:02
 Du hast jeden Tag Vatertag, oder? 05.05.05 11:35
 Du hast keine Ahnung, nichts 05.05.05 11:06
 Du wirst lachen, nichts 05.05.05 11:03
 Das interessiert mich nun wirklich nicht. 05.05.05 10:55
 Ich will ja nicht unken, 05.05.05 10:49
 Prost Jungens o. T. 05.05.05 10:47
 TV-Duell für Wankelmütige 05.05.05 09:13
 Hier ist strahlend blauer Himmel 05.05.05 08:56
 Guten Morgen, Arivauser 05.05.05 08:29
 Ich sage auch mal gute Nacht 05.05.05 00:29
 Ist ja Ok, ist wirklich wichtig! Sehe ich ein! 05.05.05 00:28
 Habt ihr das gut! 05.05.05 00:21
 Hast du schon den neuen 05.05.05 00:18
 Hehehehe, ob der das verstanden hat:-) o. T. 05.05.05 00:13
 @Bemi, tut mir echt leid 05.05.05 00:12
 ich habe schon wieder 5 sone Dinger:-) o. T. 05.05.05 00:09
 Oben drüber steht: 05.05.05 00:07
 Wenn du dran bist, nichts, 05.05.05 00:03
 Fair Play, Moral, Schweiz, Ackermann? 04.05.05 23:57
 Ok, Zusammenfassung 04.05.05 23:52
 Wie ich aus sicherer Quelle erfahren habe, gab es 04.05.05 23:48
 @nichts, mache dir da keine Sorgen drum 04.05.05 23:43
 Wenn ich weiss das ich verliere heisst das 04.05.05 23:41
 @Katjuscha 04.05.05 23:38
 Ich sage Hansa steigt ab, Wette gefällig? o. T. 04.05.05 23:34
 Jo leider, aber den würde ich 04.05.05 23:24
 @r4lle 04.05.05 23:10
 Hast du schon 100 mal geschrieben? 04.05.05 23:08
 Moralischer Sieger? 04.05.05 22:59
 Das ist kein Dusel, das ist genau wie 04.05.05 22:53
 Die Kinder werden dich 04.05.05 22:48
 Du kannst doch trinken, was du willst. 04.05.05 22:46
 Formel 1?? 04.05.05 22:44
 Super 04.05.05 22:24
 Was sollte ich sonst meinen? 04.05.05 22:17
 Warum sollen die nicht gewinnen 04.05.05 22:07
 Hast du lange gesucht? 04.05.05 21:49
 Ich dachte Waldy hat ein 04.05.05 21:44
 Waldy 04.05.05 21:40
 Und MT? 04.05.05 21:34
 Das hat alles seinen Grund!! 04.05.05 21:18
 Hähä, Bilanz, der war gut:-) 04.05.05 21:01
 klick die usernamen an o. T. 04.05.05 21:00
 Wirds schon gemütlich, oder braucht es 04.05.05 20:58
 Willste denn einen haben? o. T. 04.05.05 20:53
 Bei sovielen guten Weisheiten 04.05.05 20:45
 Ich stelle mir gerade vor, wir 04.05.05 20:08
 Will mal nicht so sein:-) 04.05.05 19:45
 Für das Fegefeuer 04.05.05 18:39
 Ich wusste doch das du dich freust:-) 04.05.05 18:35
 @JP 04.05.05 18:30
 Danke GS 04.05.05 18:19
 Ähem 04.05.05 18:07
 Und warum habe ich davon keinen bekommen? 04.05.05 18:03
 Demnach sind kiwii, quantas und SL, mailbomber? 04.05.05 18:01
 Kann ich noch 04.05.05 17:56
 Wir haben wieder einen Sonderfall für 04.05.05 17:51
 kaufe ein "jeder" o. T. 04.05.05 17:47
 @Ariva, PM,JP 04.05.05 17:47
 Bildet euch mal nicht ein, dass ihr etwas 04.05.05 17:13
 Danke BB o. T. 04.05.05 11:56
 Ist das die FAZ? o. T. 04.05.05 11:40
 Lasst mich mal marodieren, 04.05.05 11:39
 @Bemi 04.05.05 00:33
 Ariva , das habt ihr gut gemacht! 04.05.05 00:27
 Ist doch sowieso egal, oder? 04.05.05 00:10  

05.05.05 14:51

59073 Postings, 7466 Tage zombi17@Antonia

Gib mir mal deine Tel. Nummer, dann frag ich dich vorher wie ich meinen Tag gestalten soll.  

05.05.05 14:53

95441 Postings, 7426 Tage Happy EndAlso zombi, wirklich

Das kannst Du wirklich keinem erzählen, dass DU Familienvater bist - UNVORSTELLBAR!

;-)  

05.05.05 14:55

59073 Postings, 7466 Tage zombi17Habt ihr mich schon wieder

beim Schwindeln erwischt:-(( Ich habe ne echte Pechsträhne.  

05.05.05 14:56

21799 Postings, 7829 Tage Karlchen_IDen mit der Multi-ID, der gerade mal wieder

seine Pöbelkennung herausgeholt hat, kann man ja nun wirklich getrost wergessen.  

05.05.05 14:59

59073 Postings, 7466 Tage zombi17Ich finde es schön wenn man soviel

Aufmerksamkeit bekommt, das bedeutet doch: Es denkt jemand an dich:-)  

05.05.05 15:03

21799 Postings, 7829 Tage Karlchen_IÜbrigens:

Die Kritik an kiiwii Pos 24 war nicht berechtigt. Der hat aus einem der m. E. besten Romane der deutschen Literatur zitiert: Heinrich Mann - Der Untertan.

Das Teil lohnt sich wirklich zu lesen.  

05.05.05 15:12

59073 Postings, 7466 Tage zombi17Karl, das mag durchaus sein!

Aber wie wird man ein Schriftstellerstar und Ikone?
Ich sage es dir, es gilt für alle Emporkömmlinge: Es wird die Werbetrommel gerührt.
Ich habe Bücherkritiken gelesen, die deckten sich nicht mit dem Buch. Ich habe Filmkritiken gelesen, die deckten sich nicht mit dem Film. Ich habe Politikerreden gehört, die deckten sich nicht mit der Politik.
Was ich sagen will, was du gut findest muss mir noch lange nicht gefallen.
Wovon du überzeugt bist, muss mich noch lange nicht überzeugen.
Was du richtig findest kann ich trotzdem falsch finden.
Es ist alles nur Geschäft.
Wenn ich in diesem Moment einen mächtigen Mentor hätte, wäre mein Posting ein Weltbestseller. So funktioniert das.  

05.05.05 15:15

129861 Postings, 6381 Tage kiiwiiKarlchen, ich kenn das, aber wir sprachen ja über

d i e s e s  Land.

Im übrigen ist das amerikanische Militär ja nicht ohne preussische Einflüsse das geworden, was es heute ist (aber das weißt Du selber).  


MfG
kiiwii

.  

05.05.05 15:22

21799 Postings, 7829 Tage Karlchen_I@Zombi - da hasre natürlich recht.

Und gerade das trifft auf die Gebrüder Mann zu. Heinrich, der ältere von beiden, war meines Erachtens derjenige, der mehr zu sagen hatte - und das schriftstellerisch auch gut konnte. Vom Feuilleton wurde Thomas Mann viel stärker wahrgenommen - obwohl aus seinen Beschränktheiten (spießiges Bürgertum und schwul) nur mit der Sprache brillieren konnte - von seinen Botschaften her aber kaum.

Aber mal "Der Untertan" von Heinrich Mann zu lesen, ist einfach nur eine Empfehlung.  

05.05.05 15:27

59073 Postings, 7466 Tage zombi17Ich mache das bei Gelegenheit

Aber meine Kleine ist so wild und fordernd, im Moment habe ich wirklich keine Ruhe und Bock auf schwere Literatur. Arivablödelei ist im Augenblick genau das richtige für mich.
Einfach abschalten und blöd sein.
Gruss Zombi  

05.05.05 23:26

129861 Postings, 6381 Tage kiiwiiIt´s so easy

It´s so easy

I see your sister in her Sunday dress
She´s out to please
She pouts her best
She´s out to take
No need to try
She´s ready to make

It´s so easy, easy
When everybody´s tryin´ to please me baby
It´s so easy, easy
When everybody´s tryin´ to please me

Cars are crashin´ every night
I drink n´ drive everything´s in sight
I make the fire
But I miss the firefight
I hit the bull´s eye every night

It´s so easy, easy
When everybody´s tryin´ to please me baby
It´s so easy, easy
When everybody´s tryin´ to please me
So easy
But nothin´ seems to please me
It all fits so right
When I fade into the night
See me hit you
You fall down

I see you standin´ there
You think you´re so cool
Why don´t you just
Fuck off

Ya get nothin´ for nothin´
If that´s what ya do
Turn around bitch I got a use for you
Besides you ain´t got nothin´ better to do
And I´m bored

It´s so easy, easy
When everybody´s tryin´ to please me baby
It´s so easy, easy
When everybody´s tryin´ to please me
So easy
But nothin´ seems to please me
It all fits so right
When I fade into the night
So come with me
Don´t ask me where ´cause I don´t know
I´ll try ta please you
I ain´t got no money but it goes to show
It´s so easy


MfG
kiiwii

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06.05.05 01:39

129861 Postings, 6381 Tage kiiwiiDder 8. Mai 1945

Der 8. Mai 1945


Genau so wollten wir sie doch


Deutsche Frage, Eisen und Roggen, Dreißigjähriger Krieg: Das sind Schatten der Vergangenheit. Mittlerweile sind die Deutschen vernünftig


Von Norman Stone
                              
           §
Als 1990 der Prozess der deutschen Vereinigung seinen Lauf nahm, lud Margaret Thatcher eine Gruppe von Historikern zu einem Seminar. Die Geschichtswissenschaftler sollten ihr erklären, was da vor sich ging. Bei dieser Gelegenheit sagten wir Eingeladenen über Deutschland allesamt Dinge, wie sie genauso gut die Agitprop-Abteilung des Auswärtigen Amtes in Bonn hätte aufschreiben können.
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Margaret Thatchers eigentliche Angst war, dass die Deutschen, wie üblich, genau das tun könnten, was man ihnen auftrug. Jetzt hatte man ihnen aufgetragen, gute und brave Deutsche zu sein. Also würden sie sich, ganz entgegen ihren eigenen Interessen an transatlantischer Partnerschaft mit den USA, an hohen Exporten und einer soliden Währung, lieber im Gleichschritt an die Arbeit machen, um eine protektionistische Europäische Union zu errichten ? und diese Union werde zu Margaret Thatchers eigener atlantischer Welt in Widerspruch stehen.


Tatsächlich war Thatchers Angst nicht unbegründet. Deshalb ist es bedauerlich, dass sie die Vermengung ernsthafter Fragen mit dem geifernden Gerede vom bevorstehenden Vierten Reich zuließ, das jeder verständige Beobachter kurzerhand vom Tisch gewischt hätte ? man muss dafür nicht einmal unbedingt Historiker sein.


Können wir den Deutschen von heute trauen? Offensichtlich gibt es zwei Möglichkeiten, sich dem Problem zu nähern. Die erste besteht darin, die »Stunde Null« von 1945 und ihre Auswirkungen zu beschwören (Jörg Friedrichs Buch Der Brand ist für britische Leser eine äußerst unangenehme Lektüre) ? also die vollständige Vernichtung Deutschlands, nicht nur der Städte, sondern gewissermaßen einer ganzen, eigenen Art, die Welt zu betrachten und zu deuten. Könnte der verstorbene Thomas Nipperdey heute eine Geschichte der Bundesrepublik schreiben, so würde sein erster Satz sehr gedämpft lauten: »Am Anfang war Churchill.«


Doch natürlich hat der Wandel Deutschlands Ursachen, die weiter zurückliegen. Der intelligenteste aller britischen Geheimdienstler war Noel (Lord) An-nan. Er pflegte Konrad Adenauer zu besuchen, der zurückgezogen lebte, nachdem ihn die Briten als Kölner Oberbürgermeister bald wieder abgesetzt hatten, weil er ein sehr, sehr schwieriger Partner gewesen war. Noel Annan hingegen kam gut mit dem alten Mann zurecht, brachte ihm Kaffee und unterhielt sich mit ihm über Rosen. Adenauer fragte ihn, was Englands größter Fehler im Umgang mit Deutschland gewesen sei. Adenauers eigene Antwort lautete: dass die Briten Preußen erlaubt hätten, sich 1814 das Großherzogtum Berg einzuverleiben.


Das Großherzogtum Berg, das war das Ruhrgebiet. Diese Region mit ihrer Industrie gab, einmal unter die Kontrolle der preußischen Militärmaschinerie geraten, Deutschland die Kraft, zwei Weltkriege zu führen. Die Industriellen von der Ruhr paktierten mit den ostelbischen Getreideagrariern, und gemeinsam verhinderte dieses Bündnis aus »Eisen und Roggen«, dass in Deutschland in der Ära Bismarck eine Koalition der linken Mitte entstehen konnte, wie sie in Großbritannien unter Gladstone existierte. In den frühen dreißiger Jahren stammte die Hälfte von Hitlers Wählerstimmen aus den protestantischen Dörfern und kleinen Städten Norddeutschlands. Warum? War die völlige Unfähigkeit der Sozialdemokraten und Liberalen der Grund gewesen, die nichts Besseres versprochen hatten als Freihandel ? und damit das Aussterben der Landbevölkerung? Wie auch immer, diese norddeutschen Bauern gibt es heute nicht mehr. Insofern Bauern in der deutschen Politik überhaupt noch eine Rolle spielen, sind es die katholischen aus Bayern, die auf den Instrumenten der europäischen Agrarpolitik so virtuos zu spielen verstehen wie Paganini auf seiner Geige.


Natürlich kann man die »deutsche Frage« weiter zurückverfolgen ? bis zum Dreißigjährigen Krieg oder, noch davor, bis zum Investiturstreit. Das alles sind heute zwar interessante, aber doch historische Fragen. Vermutlich ist es wahr, dass heute noch eine Art gespenstischer Schatten jener Welt existiert, die 1918 mit dem Vertrag von Brest-Litowsk entstand. Damals wurden für die Ukraine und andere Länder Grenzen festgelegt, denen die heutigen durchaus ähneln. Und noch immer spielt Deutschland eine gewichtige Rolle. Ich kann von meinem derzeitigen Aufenthaltsort Ankara sogar sehen, wie diese Rolle gegenüber der heutigen Türkei kompetent und ? meiner Ansicht nach ? wohlmeinend wahrgenommen wird. Kurz, wir haben heute das Deutschland, das wir wollen. Und es wäre 1990 besser gewesen, Margaret Thatcher hätte ganz einfach genau das gesagt.


Aus dem Englischen von Tobias Dürr


Norman Stone ist Historiker und lehrt in Ankara und Istanbul


(c) DIE ZEIT 04.05.2005 Nr.19


MfG
kiiwii

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06.05.05 01:49

129861 Postings, 6381 Tage kiiwiisry "Der 8. Mai 1945"


MfG
kiiwii

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06.05.05 07:12

922 Postings, 7074 Tage darkdayDen Deutschen kann man trauen, aber der SPD und

den Grünen. Da habe ich so meine Zweifel.  

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