"Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost"

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eröffnet am: 18.11.03 12:48 von: Major Tom Anzahl Beiträge: 9
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18.11.03 12:48

4428 Postings, 6836 Tage Major Tom"Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost"

Nicht in unserem Namen:
Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

Am 9. November wurde in Berlin unter dem Namen "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" die Sektion der Föderation "EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE" ("Europäische Juden für einen gerechten Frieden") in den Räumen des Hauses der Demokratie und der Menschenrechte ins Leben gerufen.

Die "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" handelt auf der Basis der Gründungserklärung der "EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE" (EJJP), die im September 2002 in Amsterdam von 18 jüdischen Organisationen aus 9 europäischen Ländern verabschiedet wurde.

Als assoziiertes Mitglied der Föderation will sie über die Notwendigkeit und Möglichkeit eines gerechten Friedens zwischen Palästina und Israel informieren.

Ihre wesentliche Aufgabe sieht sie darin, darauf hinzuwirken, dass die Bundesregierung ihr außenpolitisches und ökonomisches Gewicht in der Europäischen Union, in den Vereinten Nationen und nicht zuletzt auch in Nahost nachdrücklich und unmissverständlich im Interesse der Herstellung eines lebensfähigen, souveränen Staates Palästina auf integriertem Hoheitsgebiet und innerhalb sicherer Grenzen nutzt und aktiv zur Verwirklichung eines dauerhaften und für beide Nationen lebensfähigen Friedens beiträgt.

Überdies will die neu gegründete Organisation EJJP-Positionen in der Bundesrepublik verbreiten.

Nicht in unserem Namen!

Die Gründung der Sektion der EJJP in Berlin erfolgt in Übereinstimmung mit der sog. Amsterdamer Deklaration ausdrücklich in der Absicht, sichtbar zu machen, dass die gegenwärtige Politik der israelischen Regierung entgegen der Behauptung ihrer Vertreter und der wiederholten Beteuerung von Sprechern großer jüdischer Gemeinden, keineswegs von allen Menschen jüdischer Herkunft gestützt wird.

All jenen, die sich anmaßen für alle Juden einer Nation oder gar der Welt zu sprechen, rufen wir entgegen: NICHT IN UNSEREM NAMEN!

Im Einklang mit allen Organisationen der Föderation verurteilt die "Jüdische Stimme" die seit 1967 andauernde israelische Besetzung von Westjordanland und Gazastreifen sowie von Ostjerusalem.

Gleichzeitig sieht die "Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" ihre vornehmliche Aufgabe darin, all jenen Organisationen und Individuen in der Bundesrepublik Deutschland Gehör zu verschaffen, die auf israelischer oder auf palästinensischer Seite für Frieden und Gerechtigkeit zwischen beiden Völkern eintreten. Dazu gehören die inzwischen eintausend Wehrdienstverweigerer in Israel, dazu gehören die Menschenrechts- und Friedens-, sowie die humanitären Organisationen in Israel und Palästina, die trotz Abstrafungen und existenziellen Bedrohungen ihrem Gewissen folgen und mit Zivilcourage für eine gute nachbarschaftliche Zukunft streiten.

Frieden und Gerechtigkeit in Palästina und in Israel sind möglich!

Nötig ist dazu:

1) Ein rasches Ende der seit 36 Jahren währenden Besetzung des Westjordanlandes, des Gazastreifens und Ost-Jerusalems.

2) Die Räumung aller israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten.

3) Ein souveräner und lebensfähiger Staat Palästina auf integriertem Hoheitsgebiet.

4) Die offizielle Anerkennung der Mitverantwortung Israels am palästinensischen Flüchtlingsproblem und die Garantie alle rechtlichen Verpflichtungen, die daraus folgen, in bi- und multilateralen Übereinkommen zu regeln, die auf eine gerechte, faire und praktikable Lösung ausgerichtet sind.

5) Die tatsächliche politische und gesellschaftliche Gleichstellung der palästinensischen Bürger Israels.

6) Ein Friedensvertrag zwischen den Staaten Israel und Palästina, der das Schutzinteresse der Bürger und Bürgerinnen beider Nationen berücksichtigt und zudem auf Sicherheits-Abkommen beruht, die den spezifischen Sicherheitsbedürfnissen Israels und Palästinas Rechnung tragen.

7) Die Anerkennung des Rechtes beider Staaten, des palästinensischen und des israelischen, auf Jerusalem als gemeinsame Hauptstadt.

Für die Jüdische Stimme und EJJP
Fanny-Michaela Reisin

***

Persönliche Anmerkung: Es gibt Menschen und Organisationen, deren vorrangiges Ziel es ist, jüdische Organisationen zu diskreditieren und Vorgänge in Israel und Palästina polemisch zu kommentieren. Das nenne ich destruktiv!

Dagegen gibt es Menschen und Organisationen (wie EJJP), die sich um eine konstruktive Lösung für Frieden und Gerechtigkeit in Palästina und in Israel bemühen und auch aktiv daran arbeiten!

MT  

18.11.03 14:46

14308 Postings, 6899 Tage WALDYDa s wäre doch ein Banner, für die EJJP:

Jeder Mensch hat ein Recht auf Selbstverteidigung,
aber kein Recht auf eine
Kollektivstrafe,
so wie es Israel macht.

MfG
 
Waldy  

18.11.03 15:22

4428 Postings, 6836 Tage Major TomWaldy, vielen Dank für das praxisnahe Beispiel,

welches meine "Persönliche Anmerkung" in bestmöglicher Art und Weise unterstreicht.

MT
 

18.11.03 15:36

14308 Postings, 6899 Tage WALDYMajor Tom ... aber bitte.

Schaun wir mal ob die EJJP
die "Kollektivstrafe" anprangert.
oder das :

Das in Israel , laut Analysen von Menschenrechtlern, 1.420 rassistische und
menschenrechtsverletzende Gesetze vorhanden sind.
oder:
Israel verstößt seit Jahrzehnten
gegen neun UNO-Resolutionen ohne jede Konsequenz.
oder
Israel ist bis heute mit Unmengen von Waffen und
Technologie aus Europa und den USA bis
an die Zähne bewaffnet worden.
oder
Allein aus den USA kamen darüber hinaus bis heute fast 100
Milliarden Dollar direkter Finanzhilfe.
oder
Das Land ist der fünftgrößte Waffenhändler der Welt.
oder
Die militärischen Aktionen Israels gegen
Zivilisten und ihre Dörfer finden immer auf
palästinensischem Gebiet statt, in das Israels Militär widerrechtlich eindringt.

Gut das es die EJJP jetzt
die:
"Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost" wird

MfG
Waldy

Ps.
EJJP...find ich gut!

 

18.11.03 16:13

4428 Postings, 6836 Tage Major TomDie "konstruktive" Sprache der PRO-PLO ...

PRO-PLO (SCHWEIZ)

Zionisten-Bastarde fliegen Zermürbungsangriffe gegen Gaza-City (21.10.03)

Zwei illegale jüdische Siedler äusserst sauber in Hebron erlegt (26.09.03)
HEBRON ? Einem mutigen Shahid galang es in die jüdische Siedlung Negohot nahe Hebron im Westjordanland einzudringen und zwei illegale jüdische Siedler zu erlegen. Zwei weitere wurden durch Schüsse verletzt, sagte ein Sprecher der "israelischen" Rettungskräfte.

Palästinenser erlegen illegalen jüdischen Siedler (29.08.03)
RAMALLAH ? Widerstandskämpfer haben am Freitag einen illegalen jüdischen Siedler im Westjordanland äusserst sauber erlegt und dessen Frau durch Schüsse verletzt.

Zionisten-Bastarde ermorden Ismail Abu Shanab und weitere (21.08.03)
GAZA ? Nach Augenzeugenberichten feuerten mehrere Hubschrauber mindestens drei Raketen auf das Auto Shanabs ab und ermordeten dabei ihn und seine beiden Leibwächter.

Zwei Zionisten erlegt bei zwei Shahid-Operationen (12.08.03)
TEL AVIV - Als Reaktion auf das zionistische Attentat im Askar Flüchtlingslager bei Nablus, bei dem mindestens vier Palästinenser ermordet wurden, folgten heute eine Vergeltungsaktion, wobei zwei Zionisten erlegt wurden.
 

18.11.03 16:28

14308 Postings, 6899 Tage WALDY...

Juden, Staat Israel                   Der Suhrkamp-Verlag nimmt auf jüdischen Druck das Buch eines prominenten                  britischen Philosophen aus dem Programm, weil das pro-zionistische                  Fritz-Bauer-Institut daran Anstoß nimmt: Für erhebliche Aufregung sorgte in den                  vergangenen Tagen in der bundesdeutschen Literaturszene der Skandal um das                  Buch des kanadisch-britischen Philosophen Ted Honderich „Nach dem Terror.                  Ein Traktat“. Das Buch war vom Suhrkamp-Verlag auf Empfehlung des                  Philosophen Jürgen Habermas, der sich bereits dafür entschuldigt hat,                  veröffentlicht worden. Der Leiter des prozionistischen Fritz-Bauer-Institutes,                  Micha Brumlik, hatte am vergangenen Dienstag in der FRANKFURTER                  ALLGEMEINEN ZEITUNG das Buch des „antisemitischen Antizionismus“                  bezichtigt. Gleichzeitig behauptete er, daß das Buch angeblich zum Judenhaß                  aufrufen würde. Das Buch behandelt u. a. das Verhältnis zwischen Juden und                  Palästinensern nach den Anschlägen vom 11. September. Honderich nimmt dabei                  die israelische Politik gegenüber den Palästinensern überaus kritisch ins Visier.                  Dabei zeigt er Verständnis für den Widerstand in den besetzten Gebieten. Dies                  löste auf jüdischer Seite heftige Reaktionen aus, welche Honderich unterstellten er                  würde in seinem Buch eine „Ermordung jüdischer Zivilisten in Israel“ empfehlen.                  Freilich vergißt Brumlik in seinen Tiraden gegen Honderich und Suhrkamp zu                  erwähnen, daß der Terror in Israel weitaus mehr Palästinensern das Leben                  gekostet hat, als Israelis. Gleichfalls vergißt er zu erwähnen, daß die Israelis in                  diesem Land als Besatzer weilen und das jedes Volk, daß unter fremder                  Gewaltherrschaft lebt, durchaus das Recht hat, sich mit den Mitteln zu                  verteidigen, die ihm zu Gebote stehen. Wenn Juden sich nun ausgerechnet                  darüber aufregen, daß es diesmal auch „jüdische Zivilisten in Israel“ trifft, so                  sollten sie mal Bilanz darüber führen, wieviel arabische Zivilisten bislang der                  israelischen Militärmaschinerie zum Opfer gefallen sind. Den Vogel schießt                  Brumlik vom Fritz-Bauer-Institut jedoch ab, wenn er in seiner Polemik einen Satz                  wie diesen zum besten gibt, so heißt es dort: „...So wie die Dinge liegen, wurde                  der Zionismus zu Recht von den Vereinten Nationen als rassistisch verurteilt ..."                  war bereits klar, worauf dies alles hinauslaufen musste. ...“ Das                  Fritz-Bauer-Institut vertritt also die Auffassung, daß der Zionismus nicht                  rassistisch ist, oder? Die Wirklichkeit spricht jedoch eine andere Sprache. Oder                  was bedeuten die faktische Einzäunung palästinensischen Gebietes und die                  neuesten Rassengesetze, die gemischten Paaren (Araber und Juden) das Leben in                  Israel verbieten? Freilich, Dinge wie diese läßt Herr Brumlik unbeachtet. In dem                  Streit sind 2 Dinge beachtlich: 1)Wie schnell ein Verlag in Deutschland ein Buch                  aus dem Programm nimmt, sobald einige Juden dies beanstanden, 2)Der freche,                  anmassende, fordernde Ton in dem die Juden den prominenten britischen                  Philosophen und den Suhrkampf-Verlag angreifen,                   Micha Brumlik An die Leitung des Suhrkamp Verlages Sehr geehrte Damen und                  Herren, ich wähle diesen formlosen Weg, weil ich kurz vor meinem Urlaub stehe,                  aber gleichwohl meiner Empörung Ausdruck geben und Sie dessen versichern                  möchte, dem folgenden Vorgang demnächst weiter nachzugehen. Ich habe                  meinen Augen nicht getraut, als ich in dem in manchen Aspekten durchaus                  lesenswerten, soeben publizierten Buch von Ted Honderich Nach dem Terror.                  Ein Traktat Auslassungen über den Staat Israel und den Zionismus lesen musste,                  die alles, was der inzwischen zu Tode gekommene Jürgen Möllemann von sich                  gegeben hat, bei weitem übertreffen ( .....) Als ich dann auf Seite 53 lesen musste:                  "So wie die Dinge liegen, wurde der Zionismus zu Recht von den Vereinten                  Nationen als rassistisch verurteilt ..." war bereits klar, worauf dies alles                  hinauslaufen musste. Honderichs subjektiv redliches Bekenntnis auf Seite 236 war                  gleichwohl nicht zu erwarten: "Ich für meinen Teil habe keinen ernsthaften Zweifel,                  um den prominenten Fall zu nehmen, daß die Palästinenser mit ihrem Terrorismus                  gegen die Israelis ein moralisches Recht ausgeübt haben." Nachdem der                  Suhrkamp Verlag mit Martin Walsers „Tod eines Kritikers“ einen antisemitischen                  Roman publiziert hat, veröffentlicht er jetzt in seiner Jubiläumsreihe (!) einen                  politisch-philosophischen Traktat, der antisemitischen Antizionismus verbreitet,                  dabei die Ermordung jüdischer Zivilisten in Israel rechtfertigt und so - gemäß der                  strengen moralischen Logik des Autors Honderich -eben dies Tun auch zur                  Nachahmung empfiehlt. Man kann sich nur noch an den Kopf greifen angesichts                  des Umstandes - und mag es auch nicht mehr wiederholen - dass ein Verlag, der                  - um nur einen Zionisten zu nennen - Gerschom Scholem verlegt hat und einen                  Jüdischen Verlag sein eigen nennt, der einen anderen berühmten Zionisten,                  Agnon, verlegt, philosophischen Judenhass publiziert. Was soll all das Gerede                  vom deutsch-jüdischen Geist, was die Verbindung Ihres Hauses mit Amos Oz,                  wenn sie derlei veröffentlichen? Oder weiß die Linke nicht, was die Rechte tut?                  Gibt es überhaupt noch eine verantwortliche Kontrolle über das Lektorat? Das                  Fritz Bauer Institut, das ich leite, setzt sich nicht nur mit der Geschichte des                  Holocaust, sondern auch mit dessen Folgen auseinander und sieht sich dabei                  insbesondere Ihrem Hausautor Adorno verpflichtet, der als höchste praktische                  Maxime postuliert hat, dass sich Auschwitz nicht wiederholen dürfe. Dabei hat                  Adorno gewiss nicht nur Hass und Mord an Juden angesprochen, aber dass er                  das auch gemeint hat, dürfte einem Zweifel nicht unterliegen. Ich fordere Sie                  daher auf, das Buch von Ted Honderich unverzüglich vom Markt zu nehmen.                  Hochachtungsvoll Prof. Dr. Micha Brumlik Quelle: Frankfurter Allgemeine                  Zeitung 05.08.03                   Dokument 2 für unsachliche jüdische Hetze gegen einen britischen Philosophen:                  Die linken Gewaltfantasien von Ted Honderich Von Natan Sznaider Man soll es                  sich nicht nehmen lassen, dem Suhrkamp Verlag herzlich zum 40. Geburtstag                  seiner edition suhrkamp zu gratulieren. Denn Suhrkamp beweist mal wieder Mut                  zum Querdenken. Was es bisher nur auf radikalen Webseiten zu lesen gibt,                  spricht ein Buch des Suhrkamp Verlags jetzt aus: Juden in Israel umzubringen ist                  ein moralischer Akt, ein moralisches Recht. Die Tötungen sind unvermeidlich. Im                  Befreiungskampf der unterdrückten Völker darf man zu solchen Mitteln greifen                  und Café- und Restaurantbesucher einfach in die Luft jagen und in Stücke reißen.                  Der Philosoph Ted Honderich gibt in seinem Buch Nach dem Terror - Ein                  Traktat, das von Suhrkamp in seine Editionsreihe aufgenommen wurde, die                  philosophische Rechtfertigung des Terrors. "Diejenigen, die sich selbst für die                  Sache ihres Volkes getötet haben, haben sich in der Tat selbst gerechtfertigt", so                  heißt es auf Seite 236. Honderich scheint ein erotisches Flattern beim Schreiben                  dieser Sätze zu verspüren und weiß, dass er eine "schreckliche Wahrheit"                  ausspricht. "Der angesehene Philosoph Ted Honderich", heißt es im Klappentext,                  "zeigt mit diesem ethisch-politischen Traktat, was man als angewandte                  philosophische Ethik bezeichnen könnte." Aufrufe, Israelis in die Luft zu jagen,                  werden so als angewandte philosophische Ethik bezeichnet. All das kann man als                  das Gewäsch eines Durchgedrehten betrachten. Aber es scheint mehr auf dem                  Spiel zu stehen. Wie in der gestrigen Ausgabe dieser Zeitung zu lesen war, wurde                  das Buch von keinem Geringeren als Jürgen Habermas empfohlen, dem es nun                  Leid tut, auf Gefühle keine Rücksicht genommen zu haben. Da macht es sich der                  angesehene deutsche Philosoph zu einfach. Deprimiert sei er durch seinen                  Amerika- Aufenthalt gewesen. Und es scheint, dass diese Depression ihn dazu                  veranlasst hat, ein Buch für die Jubiläumsausgabe der edition suhrkamp zu                  empfehlen, das offen für den Mord an Israelis plädiert und sich auch trotz der                  Habermasischen Drehungen den Vorwurf des Antisemitismus nicht ersparen                  kann. Ein bisschen habe er aufgeatmet, als das Manuskript des Kollegen eine                  andere Sicht zur Geltung brachte. Alle Achtung. Bei Habermas ist die                  Rechtfertigung des Terrors gegen Juden nicht mehr als das "Gerechtigkeitspathos                  eines alten Sozialdemokraten". Lieber Herr Habermas, das hat nichts mehr mit                  gewachsenen Empfindlichkeiten zu tun. Ihre zwar distanzierte, aber vorhandene                  Solidarität mit dem Kollegen macht Sie in den Augen nicht nur vieler jüdischer                  Menschen suspekt. Denn ein kurzer Blick auf die Homepage des "angesehenen"                  Philosophen zeigt sehr schnell, welch Geistes Kind er ist. Dort wird dem Begriff                  der Selbstinszenierung eine ganz neue Bedeutung gegeben. Größenwahn ist                  wahrscheinlich einer der bescheidensten Begriffe, mit denen man diese Website                  bewundern müsste. Gewiss, dafür gibt es das Internet, alles darf gesagt werden.                  Dort findet man auch das Papier "Terrorism for Humanity", eine Art                  philosophischer Leitfaden, warum Palästinenser weitermachen müssen, sich und                  ihre Feinde in die Luft zu jagen. Vielleicht sollte man Honderich davon                  unterrichten, dass sogar die Palästinenser nicht mehr daran glauben wollen. Auch                  haben die großen Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und                  Human Rights Watch Terrorangriffe auf Zivilisten als "Verbrechen gegen die                  Menschheit" bezeichnet. Dem Philosophen kann das egal sein. Er findet, dass                  Pizza essende Mütter und ihre Kinder moralisch gerechtfertigte Opfer im                  anti-imperialistischen Befreiungskampf sind. Natürlich darf man solchen Unsinn                  verbreiten. Im Internet geht ja bekanntlich alles. Dort tummelt sich Seriöses neben                  den tiefen Gedanken eines jeden Wahnsinnigen. Deshalb begrüßen wir das Netz                  als demokratischen Tummelplatz jeder Idee. Dem Nutzer muss man dann                  zutrauen, sich Gedanken zu machen. Sollte einer der renommiertesten Verlage                  nun zum Tummelplatz aller Judenmordfantasien werden? Nur zu. Zensieren will                  man ja nicht. Terror für die Menschlichkeit ist da nur die neueste Variante des                  philosophischen Hasses auf Juden und natürlich auch auf Amerika. Und natürlich                  hängen die Dinge zusammen. Terror für die Menschlichkeit, nur zu! Denn auch                  die Opfer des 11. Septembers sind selbst Schuld an ihrem Unglück. Ihre Schuld                  liegt in den Augen des neuen Suhrkamp- Philosophen nur in der Tatsache, dass                  sie ein besseres Leben lebten und dass sie dieses Leben nicht verdienten und es                  auch noch dazu auf Kosten der Unterdrückten lebten. Das Morden des 11.                  Septembers war moralisch gerechtfertigt, weil die Kindersterblichkeit in Malawi                  zu hoch ist. Angewandte philosophische Ethik nennt man das.(....) Quelle:                  Frankfurter Rundschau 06.08.03 Honderichs Antwort auf die jüdische Hetze                  (08.08.03) Offener Brief an die Johann-Wolfgang-Goethe Universitaet zu                  Frankfurt/Main von Professor Dr. Ted Honderich AKADEMISCHE                  GRUNDSAETZE Micha Brumlik, Direktor des Fritz-Bauer-Institutes zur                  Geschichte des Holocaust und seiner Wirkung in Frankfurt/Main und Professor                  am Institut fuer allgemeine Erziehungswissenschaft der Universitaet                  Frankfurt/Main, erklaert mich zum Antisemiten. Er tut dies, weil ich in meinem                  Buch "Nach dem Terror" das moralische Recht der Palaestinenser zum                  Widerstand gegen den Staat Israel verteidige -- gegen einen Staat Israel, der sein                  moralisches Recht verteidigt, Palaestinenser zu toeten. Die Beschuldigung, ein                  Antisemit zu sein, empoert mich und uebersteigt mein Fassungsvermoegen. Wie                  konnten die Herausgeber von "Nach dem Terror" bei den Verlagen der Unversity                  of Edinburgh und der Columbia University New York sowie der deutschen                  Uebersetzung beim Suhrkamp Verlag meinen Antisemitismus uebersehen?                  Niemand kann mein Buch lesen und solche Dinge behaupten, sofern er nicht                  bereits dem "Neuen Zionismus" angehoert. Sicherlich wird Brumliks Anklage nun                  psychoanalytische Untersuchungen der Fragen nach sich ziehen, warum ich mit                  einer juedischen Frau verheiratet war, warum ich mich wegen des Holocaust                  weigerte, in Deutschland Vortraege zu halten, usw. Die Unverfrorenheit und                  Dummheit der Anschuldigung des Antisemitismus laesst fuer mich nur einen                  Schluss zu: naemlich den, dass es falsch waere, auch nur einen einzigen Satz in                  Brumliks Brief ernst zu nehmen. Darueber hinaus halte ich es fuer widerwaertig,                  mich mit Personen in Beziehung zu setzen, deren politische Ansichten ich nicht                  teile. Weiter ist es unwuerdig, wenn versucht wird, Druck auf ein Verlagshaus von                  exzellentem internationalen Ruf auszuueben. Solch katastrophale Vergehen an                  Wahrheit und Anstand sind mit akademischen Grundsaetzen unvereinbar. Die                  einzig moegliche Konsequenz ist meines Erachtens, Micha Brumlik umgehend von                  den akademischen Positionen, die er bekleidet, zuentbinden. Hochachtungsvoll,                  Prof. Dr. Ted Honderichhttp://www.das-gibts-doch-nicht.de/seite2046.phpMfG  waldy  

18.11.03 16:32

14308 Postings, 6899 Tage WALDYIch wollte auch mal ...

... so einen "ellenlangen Text" wie mein Freund M.T.
reinstellen.

na ja...

http://www.das-gibts-doch-nicht.de/seite2046.php

MfG
waldy
   blindenhund  

18.11.03 16:38

4428 Postings, 6836 Tage Major TomTed Honderichs Kampf gegen die

»zionistische Bedrohung«. Ein Hypertext...

Stefan Ripplinger

Prof. Dr. Ted Honderich?« werden die Gerechten fragen, »dieser tief moralische Prosecco-Sozialist soll ein Antisemit sein? Ist das nicht wieder so ein Fall, in dem die Zitate blindlings aus dem Zusammenhang gerissen werden?« Stimmt, ihr Gerechten, sollten wir Ungerechten da antworten. Wir müssen das nämlich alles im Zusammenhang oder, wie sagt man, im Kontext sehen. Wie schon Martin Walsers Antisemitismus im Kontext seines ironieschwangeren Werks so auch Honderichs Antisemitismus im Kontext des 11. September und der Linken, und wie Voltaires blutigen Antisemitismus im Kontext der Aufklärung so Himmlers praktizierten im Kontext des Mütterkults oder des Monopolkapitalismus. Ganz recht. Und die Kommentatoren, die nun gegen Honderich und Suhrkamp schreiben, sollten wir im Kontext ihrer israelfeindlichen Intelligenzblätter und ihrer suhrkamphudelnden Sophistereien sehen. Diese ganzen Kontexte ziehen wir dann zwanglos zusammen, und daraus ergibt sich ein, wie sagt man, Hypertext.

Micha Brumlik, »Brief an den Suhrkamp Verlag«: »Ich habe meinen Augen nicht getraut, als ich in dem in manchen Aspekten durchaus lesenswerten, soeben publizierten Buch von Ted Honderich Nach dem Terror. Ein Traktat Auslassungen über den Staat Israel und den Zionismus lesen musste, die alles, was der inzwischen zu Tode gekommene Jürgen Möllemann von sich gegeben hat, bei weitem übertreffen.« Jürgen Habermas, »Erklärung einer Buchempfehlung«: »Ich glaube, dass mein Freund Brumlik ohne Augenmaß urteilt, wenn er Nach dem Terror mit Möllemanns Flugblatt und Walsers Roman (gegen dessen Veröffentlichung ich seinerzeit Stellung genommen habe) auf eine Stufe stellt.« Brumlik: »Mir schwante schon Übles, als ich auf Seite 51 so hanebüchenen Unsinn lesen musste, wie die Behauptung, dass zwischen 1989 und 1991 (!), also in zwei Jahren, 250 000 bis 400 000 sowjetische Juden auf arabischem Land (!) angesiedelt wurden.« Habermas: »Honderich stellt Fragen: ?Kann man annehmen, dass die Angriffe des 11. September rein gar nichts mit den uns bekannten Unterlassungen durch Amerika und uns selbst zu tun haben? Also nichts mit Malawi, Mozambique, Sambia und Sierra Leone? Ist es vorstellbar, dass letztere keinen notwendigen Kontext jener speziellen Absichten darstellen, die mit Palästina, dem Irak und Saudi-Arabien zusammenhängen??«

Edward Alexander, The American Spectator, Juni/Juli: »He stops a hair short of saying that bin Laden and his fellow idealists were justified in murdering thousands of people in order to feed millions.« Brumlik: »Honderichs subjektiv redliches Bekenntnis auf Seite 236 war gleichwohl nicht zu erwarten: ?Ich für meinen Teil habe keinen ernsthaften Zweifel, um den prominenten Fall zu nehmen, dass die Palästinenser mit ihrem Terrorismus gegen die Israelis ein moralisches Recht ausgeübt haben.?« Habermas: »Brumlik bemängelt auch faktische Unrichtigkeiten. Dazu kann ich nichts sagen. Vor allem aber erhebt er den Vorwurf des Antisemitismus. Daraufhin habe ich mir die deutsche Übersetzung gestern Abend, wie ich gestehe, ängstlich durchgelesen. Die Person des Autors kenne ich nur flüchtig von einer professionellen Begegnung, im Text selbst finde ich aber für den Vorwurf keine Bestätigung.« Brumlik: »Nachdem der Suhrkamp Verlag mit Martin Walsers Tod eines Kritikers einen antisemitischen Roman publiziert hat, veröffentlicht er jetzt in seiner Jubiläumsreihe (!) einen politisch-philosophischen Traktat, der antisemitischen Antizionismus verbreitet, dabei die Ermordung jüdischer Zivilisten in Israel rechtfertigt und so ? gemäß der strengen moralischen Logik des Autors Honderich ? eben dies Tun auch zur Nachahmung empfiehlt.« Habermas: »Politische Äußerungen sind in hohem Maße abhängig vom Kontext.«

Ted Honderich, »Offener Brief an die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität zu Frankfurt/Main«: »Niemand kann mein Buch lesen und solche Dinge behaupten, sofern er nicht bereits dem ?Neuen Zionismus? angehört.« Stefan Reinecke, taz, 8. August: »Micha Brumliks Wort hat Gewicht. Er ist ein linker jüdischer Deutscher, der seit zwanzig Jahren gegen den Antizionismus der deutschen Linken gekämpft hat und gleichzeitig über jeden Verdacht erhaben ist, die israelische Politik schönzufärben. Sein offener Brief wirkt gleichwohl eher eilig als dringlich: ?Ich wähle diesen formlosen Weg?, schrieb er an den Verlag, ?weil ich kurz vor meinem Urlaub stehe.? Nach Diktat verreist.« Honderich, Palestine Chronicle, 4. Dezember 2002: »The book has been seriously and respectfully received in meetings in nine universities here and in America, including Oxford and Columbia. There has been a litte Zionist fuss, but not much.« Reinecke: »Ist ?Nach dem Terror? antisemitisch? Nein ? zumindest nicht im üblichen Sinne. Es gibt in dem Buch keinen Judenhass und keines der klassischen Ressentiments. Allerdings ist es voller Affekte gegen Israel, die in der forschen Rechtfertigung des Terrors gegen israelische Zivilisten kulminieren. Das ist etwas anderes als Antisemitismus ? aber intellektuell nicht weniger blamabel.« Honderich: »The Palestinians are right to say they are the Jews of the Jews. (?) My view of the Palestinian? moral right to their terrorism is most confident with respect to the occupied territories, but I also extend it to Israel itself. (?) The rapist has no rights that bear significantly on the question of whether he should stop or be stooped. The analogy with Israel is not a wild one, but exact. (Der Protest gegen Cherie Blairs Satz, so lange junge Leute keine Wahl sähen, als sich selbst in die Luft zu sprengen, werde es keinen Fortschritt geben, sei hervorgerufen worden als) a result of Israeli and Zionist activity. There is no puzzle about that. Cherie Blair?s statement did not elicit the response because people in general thought the comment was terrible. In fact, probably, most people thought the opposite.«

Habermas: »Allerdings gibt es auch verallgemeinernde Sätze, die mich bei der Lektüre aufstöhnen lassen: ?Als Hauptopfer von Rassismus in der Geschichte scheinen die Juden von ihren Peinigern gelernt zu haben.? Solche Sätze lassen sich, wenn man sie ohne hermeneutische Nachsicht aus dem Zusammenhang der Argumente löst, auch gegen die Intention eines Autors immer für antisemitische Zwecke verwenden.« Reinecke: »Falsch wäre es nun, wenn der Eindruck haften bliebe, dass Suhrkamp keine israelkritischen Bücher publizieren darf. Es gibt genug Gründe für fundierte, auch radikale Kritik an Israel.« Honderich, »Offener Brief«: »Solch katastrophale Vergehen an Wahrheit und Anstand sind mit akademischen Grundsätzen unvereinbar. Die einzig mögliche Konsequenz ist meines Erachtens, Micha Brumlik umgehend von den akademischen Positionen, die er bekleidet, zu entbinden.«

Denn Brumlik ist Teil des »Zionist threat« (Honderich). Das ist also der große Zusammenhang. Und Habermas und Honderich sind linke oder von mir aus linksliberale Philosophen in der Tradition der Aufklärung oder von mir aus des Humanismus, noch ein großer Zusammenhang. Wer einen Judenhasser findet, sollte nie den Kontext außer Acht lassen, in den er eingebacken ist. Und wer Honderich zur Hölle wünscht, vergesse nicht, die Suhrkampkultur, Habermasens hermeneutische Nachsicht und die ironieschwangere Tradition des aufgeklärten Mütterkults samt der fundierten und vor allem radikalen Israelkritik in den frommen Wunsch einzuschließen.

 

18.11.03 16:39

4428 Postings, 6836 Tage Major TomNachtrag: Für meinen Freund Waldy ;-) o. T.

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