Ist ja der Hammer

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Bringt ein Web-Millionär Deutschland den America's Cup?

Von Karsten Langer

Der Gründer der Online-Holding United Internet, Ralph Dommermuth, könnte der Mann hinter der ersten deutschen America's-Cup-Kampagne werden. Wenige Tage vor Meldeschluss zum spektakulärsten Segelereignis der Welt laufen emsige Verhandlungen, um doch noch ein deutsches Team an den Start zu bringen.

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AFPCup-Holder Alinghi (beim Training vor Valencia): Deutscher Herausforderer?

Hamburg - Ralph Dommermuth ist eigentlich ein bescheidener Mann. Still und leise entwickelte er aus seiner Online-Bude United Internet eine Digitale Fabrik, deren Holdingtöchter (Web.de, 1&1, GMX) sogar dem großen Konkurrenten T-Online Paroli bieten. Wenn Ralph Dommermuth redet, dann vor allem über sein Unternehmen und wenig über sich. Das könnte sich schon bald ändern.

Derzeit versucht Dommermuth, zusammen mit einem Kommunikationskonzern und der Vermarktungsfirma Fresh 17 aus München ein deutsches America's Cup-Team auf die Beine zu stellen. Auf Nachfrage wollte ein Pressesprecher von United Internet keinen Kommentar abgeben. Zum ersten Mal in der Geschichte des America's Cup (AC), der wichtigsten Segeltrophäe der Welt, könnte es eine deutsche Kampagne geben. Viel Zeit bleibt Dommermuth nicht: am 29. April ist Meldeschluss. Deswegen wird hinter den Kulissen hektisch verhandelt.

Bisher war die Suche nach einem Geldgeber für ein deutsches AC-Team erfolglos. Fresh 17, in deren designiertem Aufsichtsrat unter anderem Edzard Reuter, Klaus Murmann und Hans-Olaf Henkel sitzen, versucht seit Monaten, Finanziers an Land zu ziehen. In der jüngeren Vergangenheit wurden verschiedene Dax-Konzerne als Sponsoren gehandelt. Nach und nach widersprachen aber sämtliche Unternehmen den Gerüchten: ob SAP, TUI, die Allianz oder die Dresdner Bank - niemand will sich in das teure Segelvergnügen stürzen. Die segelaffinen deutschen Sponsoren sind bereits anderweitig involviert: BMW unterstützt das Oracle-Team und hat kein großes Interesse an Konkurrenz aus Deutschland, T-Sysems engagiert sich bei der Shosholoza-Kampagne aus Südamerika.

Der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort?

Alle Versuche, ein deutsches Syndikat auf Kiel zu legen, scheiterten bisher an den hohen Kosten. Zwischen 40 und 80 Millionen Euro müssen investiert werden, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein. Der Mittelständler Michael Illbruck, Sponsor diverser Hochseeregatten, hatte Ende 2003 schon ein Team zusammen und den Rumpf für seine AC-Yacht fertig, als er wegen Geldmangels frustriert aufgab. Mit Illbrucks Boot segelt heute das Emirates Team New Zealand. Auch über Illbrucks Teilnahme an einem deutschen AC-Team wurde gemunkelt. Das Dementi folgte auf dem Fuße. "Wir bleiben bei Emirates. Etwas anderes ist nicht geplant", so eine Illbruck-Sprecherin.

Segler aus Leidenschaft: Ralph Dommermuth

Wer dagegen bleibt, ist Ralph Dommermuth, an ihm hängen alle verbliebenen Hoffnungen. Prädestiniert für den Job wäre er. Seit Jahren segelt Dommermuth mit seiner 100-Fuß-Yacht im Mittelmeer, bevorzugt im Revier um St. Tropez. Außerdem würde ein Engagement in die Expansionsstrategie des bekennenden Ferrari-Fans passen. Seit Monaten beackert der begnadete Marketingmann den lukrativen amerikanischen Markt, erst kürzlich übernahm er das Kerngeschäft von Web.de. Aus United Internet soll über kurz oder lang ein internationaler Konzern werden. Was liegt also näher, als in ein Sportevent von internationalem Rang zu investieren?

Zuletzt könnte Dommermuth, sollte er gegen das T-Systems-Team Shosholoza gewinnen, seinem Erzrivalen eine Niederlage aus der Vergangenheit heimzahlen. Mitte der 90iger witterte die Telekom Web-Luft, stellte ihrem IT-Marketingdienstleister 1&1 von einem Tag auf den anderen den Stuhl vor die Tür und gründete T-Online. Heute ist 1&1 ein lukrativer Internetprovider, T-Online kehrt mäßig erfolgreich in den Schoß der Mutter zurück. Chef von 1&1 dagegen war und ist Ralph Dommermuth.

 

 

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