Initiative der Vernunft!

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eröffnet am: 14.06.04 12:12 von: gamblelv Anzahl Beiträge: 2
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Deutsche Hersteller könnten profitieren

Kaliforniens Umweltpolitik alarmiert US-Autobranche

In Kalifornien soll der Benzinverbrauch durch neue Abgasnormen gedrückt werden. Die US-Automobilbranche ist in großer Aufruhr und kündigte ihren massiven Widerstand an. Deutsche Hersteller könnten von den strengeren Abgasvorschriften für Kraftfahrzeuge profitieren.

                
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HB/je PORTLAND. Per Gesetz will Kalifornien seine Autofahrer zwingen, den Ausstoß von Kohlendioxid drastisch zu verringern. Weil dies jedoch ausschließlich mit verbrauchsärmeren Motoren zu schaffen ist, wie Experten berichten, könnte der Vorstoß des bevölkerungsreichsten Bundesstaates den gesamten Fahrzeugmarkt der USA durcheinander wirbeln.

Kaliforniens Umweltschutzbehörde Air Resources Board (ARB) wird voraussichtlich in dieser Woche einen Verordnungsentwurf vorlegen, der sich an dem bereits zwei Jahre alten Gesetz zur Verringerung der Emission von Treibhausgasen orientiert. Zum ersten Mal sollen darin Kohlendioxid-Emissionen von Kraftfahrzeugen als Schadstoffe erfasst und die Reduzierung um fast ein Drittel über zehn Jahre vorgeschrieben werden.

Weil die US-Autohersteller fürchten, dass große Teile der USA den Verordnungen des wirtschaftlich bedeutendsten Bundesstaates folgen werden, kündigt die Branche erbitterten Widerstand an. Der größte Automarkt der USA ist mit seinen harten Umweltauflagen bereits jetzt der Schrittmacher für vier Ostküsten- Staaten, darunter New York. Weitere Bundesstaaten und Kanada zeigen Interesse an der jüngsten Initiative. Zusammen repräsentieren sie etwa ein Viertel des nordamerikanischen PKW-Marktes. ?Die Branche versucht, eine möglichst starke Position für das Pokerspiel um die endgültige Fassung der Bestimmungen aufzubauen?, sagt Jesse Toprak vom Auto-Informationsdienst Edmunds.com in Santa Monica.
Für die Autobauer ist der ARB-Entwurf eine harte Nuss. Er fordert, zwischen 2005 und 2015 den Ausstoß von Kohlendioxid, einem Treibhausgas, das zur Erderwärmung beiträgt, bei neuen Kraftfahrzeugen um knapp 30 Prozent zu reduzieren. Kohlendioxid (CO2) kann im Gegensatz zu Schadstoffen wie Schwefel oder Ruß nicht aufgefangen oder herausgefiltert werden. Weniger CO2-Ausstoß sei nur durch geringeren Treibstoffverbrauch zu erreichen, sagen Autoingenieure.

Autolobbyisten nutzen dies als Argument, um das Vorhaben des Westküstenstaates zu Fall zu bringen. ?Kalifornien will offenbar Verbrauchsnormen verkleidet als Abgasbestimmungen einführen?, sagt Max Gates von Chrysler. Für den Benzinverbrauch aber sei allein die Bundesbehörde EPA in Washington zuständig, nur bei Abgasregeln habe Kalifornien freie Hand. ?Es ist schwierig genug, Autos für abweichende Abgasvorschriften zu produzieren?, sagt der Unternehmenssprecher, ?für verschiedene Verbrauchsnormen wäre es unmöglich.?

Die geplanten CO2-Bestimmungen seien ?keineswegs Verbrauchsvorschriften?, weist Jerry Martin, Sprecher des ARB in Sacramento, solche Vorwürfe zurück. Richtig sei allerdings, dass die Auflagen Autos bis 2015 um gut 1 000 Dollar verteuern. Toyota und Ford bieten bereits teure Hybrid-Fahrzeuge an, Chrysler offeriert einen Motor, der nach Bedarf Zylinder zu- oder abschaltet.
Dennoch hat sich der Durchschnittsverbrauch der Automobilflotte in den USA, wo die spritschluckenden Freizeitgeländewagen, Vans, Pickups und Light Trucks rund die Hälfte aller Neuzulassungen ausmachen, in den vergangenen Jahren nicht verringert. Er liegt inzwischen rund ein Drittel über dem europäischen Niveau.

So könnten gerade deutsche Hersteller von der neuen Verordnung profitieren. Die Verringerung der CO2-Emission um 30 Prozent sei ohne einen hohen Anteil von Dieselfahrzeugen nicht zu schaffen, sagt Norbert Krause, Direktor für Umwelttechnologie bei Volkswagen of America. VW bietet neben Mercedes als einziger Diesel-Modelle in den USA an. Die dürfen aber seit diesem Jahr in Kalifornien und New York nicht mehr verkauft werden, weil die Motoren wegen der schlechten Diesel-Qualität die strikten Abgasnormen nicht erfüllen. Ab 2006 soll es in den USA jedoch besseren Dieselkraftstoff geben.

Umweltschutz ist in Kalifornien populär, und der politische Widerstand gegen neue Auflagen für die Autobranche wird als gering eingeschätzt. Es gilt dennoch als sicher, dass die US-Autokonzerne klagen werden.
1947: Kalifornien setzt das erste Luftreinhaltungsgesetz der USA in Kraft. Washington folgt 1955.

1975: Das Air Resources Board schreibt als erstes Katalysatoren vor und beschränkt ein Jahr später den zulässigen Benzin-Bleigehalt.

1988: Das ARB schreibt ab 1994 für alle PKW ein On-Board- System zur Emissionsüberwachung vor.

1990: Kalifornien schreibt reineres Benzin vor, das die Raffinerien zu hohen Investitionen zwingt und ab 1992 auf den Markt kommt.

1996: Nach einigem Widerstand erklären sich Autofirmen bereit, abgasfreie Fahrzeuge in Kalifornien anzubieten

MFG  

14.06.04 12:39
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Clubmitglied, 46974 Postings, 7681 Tage vega2000Wenn erst einmal der Golfstrom

zum erliegen kommt, dann läuft da noch etwas ganz anderes Durcheinander. Ignoranz war noch die ein Partner der Vernunft. Ganz anders sieht das mit der Erfahrung aus: Erfahrung ist der direkte Nachkomme der Unvernunft.  

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