Industrie legt den Hebel um: Ende der Schrumpfkur

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Industrie legt den Hebel um: Ende der Schrumpfkur

Studie "Profitabel Wachsen": Gemeinsame Befragung von VDI nachrichten und der Strategieberatung Simon Kucher & Partners

VDI nachrichten, Düsseldorf, 11. 6. 04 -Sparen, entlassen, abwickeln: In der Industrie regierte in den vergangenen Jahren der Rotstift. Nach einer Studie von VDI nachrichten und Simon Kucher & Partners sehen deutsche Manager jetzt wieder optimistisch in die Zukunft. Sie rechnen mit höherem Wachs- tum und besseren Ergebnissen.

Optimismus macht sich in der deutschen Industrie breit: Zwei Drittel aller Unternehmen erwarten, dass ihr Umsatz gegenüber dem Vorjahr steigt, rund 60 % rechnen zudem mit einem besseren Ergebnis. Rund 40 % aller Firmen wollen neue Mitarbeiter einstellen und kräftiger investieren.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von Unternehmern und Top-Managern aus der Industrie, die die VDI nachrichten und die Strategieberatung Simon Kucher & Partners im Mai durchgeführt haben.
"Nach der Flaute der vergangenen Jahre schauen die meisten Firmen wieder nach vorn. Sie wollen ihre Geschäfte ausbauen, Neues anpacken, neue Märkte bearbeiten", resümiert Bernhard Ebel, Senior Partner bei Simon Kucher und Initiator der Studie.
Zur Steigerung des Umsatzes setzen die Firmen verstärkt auf Kundenbearbeitung und -bindung sowie auf die Erschließung neuer Auslandsmärkte. Dabei kommt der Markteinführung neuer Produkte große Bedeutung zu.
Den größten Handlungsdruck verspüren die Manager auf der Preisseite, beim Kundenservice und bei Innovationen. Besonders beim Thema Preisdurchsetzung sehen sich die Firmen schlecht vorbereitet. Bernhard Ebel: "Das Pricing ist in den vergangenen Jahren in den Hintergrund gerückt. Die meisten Manager mussten sich vor allem um die Kosten kümmern." Nach Einschätzung des Beraters bietet die wirtschaftliche Erholung die Chance, Preisspielräume auszuschöpfen.
Trotz der insgesamt optimistischen Grundstimmung bleiben Risiken und Belastungen:
- Jedes zweite Unternehmen sieht sein Exportgeschäft durch den hohen Euro-Kurs belastet.
- Rund die Hälfte der Befragten, klagt über die "begrenzten Finanzierungsmöglichkeiten", durch die Wachstums-chancen oft ungenutzt bleiben. Vor allem kleinere Unternehmen sind hiervon betroffen.
- Schließlich drücken die hohen Lohn- und Lohnnebenkosten auf die Stimmung in der Industrie. Gut jedes dritte Unternehmen will auch deshalb in den kommenden drei Jahren Teile der Fertigung ins Ausland verlagern.
"Gegenüber ausländischen Wettbewerbern sind wir klar im Nachteil. Zehn Prozent weniger Personalkosten könnten unsere Wettbewerbssituation entscheidend verbessern", urteilt etwa Holger Kaup, dessen Aschaffenburger Firma sich auf Anbaugeräte für Gabelstapler spezialisiert hat. Kaup, ein Traditionsunternehmen mit einem Jahresumsatz von 55 Mio.  ?, fertigt bereits in China und will seinen Betrieb dort weiter ausbauen. "Aber nicht auf Kosten des Standorts Aschaffenburg", beteuert der Unternehmer.   P. SCHWARZ  

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