In Zukunft mit 250 kmh durch den Lötschberg

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neuester Beitrag: 28.04.05 15:42
eröffnet am: 28.04.05 11:46 von: quantas Anzahl Beiträge: 3
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28.04.05 11:46

15403 Postings, 5876 Tage quantasIn Zukunft mit 250 kmh durch den Lötschberg


Das Loch ist nun durchgehend. 
  
Die letzten Meter Fels im Lötschbergtunnel zwischen der Berner- und der Walliserseite sind um 10:52 Uhr weggesprengt worden. Ein Meilenstein für die neuen Alpentransversalen.

Lötschbergtunnel in Zahlen
Sechs Jahre Bauzeit
Neat: Das Loch im Berg

Die letzte Sprengung wurde von zwei Buben gezündet, dem achteinhalbjährigen Joel und dem um ein Jahr älteren Silvan. Bundesrat Leuenberger hatte die bahnbegeisterten Buben dazu eingeladen. Zum Einsatz kamen 500 Kilogramm Sprengstoff.
Der Durchstich des 34,6 Kilometer langen Bahntunnels zwischen Frutigen und Raron ist ein Meilenstein der neuen Alpentransversale Neat. Zusammen mit dem Basistunnel am Gotthard ermöglicht die neue Verbindung die Einbindung der Schweiz in die internationalen Hochgeschwindigkeitsnetze der Bahn.

Der neue Bahntunnel am Lötschberg soll 2007 in Betrieb gehen. Nach jüngsten Schätzungen kostet das Bauwerk 4,2 Milliarden Franken. Ursprünglich gingen die Verantwortlichen von rund 3,2 Milliarden Franken aus.


Schwerstarbeit im Berg
Die Planungsarbeiten hatten Ende der achtziger Jahre begonnen. Die Bauarbeiten wurden 1994 mit dem Sondierstollen bei Frutigen und dem Fensterstollen bei Mitholz BE aufgenommen. 1999 wurden die ersten Meter des eigentlichen Basistunnels gesprengt. Seither haben die Tunnelbauer von fünf Baustellen aus mit Sprengstoff und einer riesigen Tunnelbohrmaschine rund 90 Kilometer Fels ausgebrochen. Dabei entstanden insgesamt rund 16 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial. Vierzig Prozent können wiederverwertet werden. Das gesamte Ausbruchmaterial hätte in 320'000 Eisenbahnwagen Platz, der entsprechende Zug würde von Lissabon bis Helsinki reichen.
Am Projekt sind rund 2500 Personen beteiligt. Davon stehen laut Alptransit zwischen 1600 und 1800 Personen rund um die Uhr in drei Schichten im Berg im Einsatz. Die Tunnelbauer arbeiten unter schwierigen Bedingungen. Im Berg ist es heiss, die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Um überhaupt arbeiten zu können, wird die Luft auf 28 Grad heruntergekühlt. Seit Baubeginn verloren fünf Personen am Lötschberg ihr Leben.

Das Tunnelsystem ist mehrheitlich zweiröhrig. In einer ersten Ausbauetappe verbleiben der Westast Steg/Portal Niedergesteln sowie die Weströhre ab Ferden bis nach Mitholz im Rohbau. Sie sollen erst in einer nächsten Etappe voll ausgerüstet werden. Im Abschnitt Mitholz-Frutigen wird nur eine Röhre gebaut.

Im Anschluss an die Durchschlagssprengung findet in Kandersteg ein offizieller Festakt statt. Über tausend Gäste, darunter Bundesrat Moritz Leuenberger und Regierungsvertreter aus den Kantonen Bern und Wallis, werden den Durchschlag vor Ort miterleben.


Lötschbergtunnel in Zahlen
Länge des Tunnels: 34,6 km
Beginn der Arbeiten:1999
Länge gesamtes Stollensystem.88,1 km
Ausgehobenes Material:16 Millionen Tonnen
Ausbruch mit Tunnelbohrmaschinen:20 Prozent
Ausbruch mit Sprengungen:80 Prozent
Höhe Schiene Nordportal Frutigen: 776 m.ü.M
Höhe Schiene Südportal Raron: 654 m.ü.M.
Höhe Scheitelpunkt: 828 m.ü.M.
Gefälle im Basistunnel: 3 bis 13 Promille
Länge Gleisanlagen: 57 km
Videokameras für Überwachung: 133
Brandemeldezentralen: 20
Telefonapparate: 437 (56 davon drahtlos)
Geplante Inbetriebnahme: Dezember 2007
Kosten Basistunnel: 4,2 Milliarden (heutiger Stand)
Projektbeteiligte: 2500 Personen
Bei Arbeitsunfällen getötet: 5



Sechs Jahre Bauzeit

27. Sept. 1992: Der Bundesbeschluss über den Bau der Eisenbahn- Alpentransversale (Alpentransit-Beschluss) mit den beiden Basistunnels Gotthard und Lötschberg wird in der Referendumsabstimmung mit 63,6 Prozent Ja-Stimmen angenommen.

8. Juni 1993: Gründung der BLS AlpTransit AG als Tochtergesellschaft der BLS Lötschbergbahn AG.

Sommer 1993: Beginn der Diskussionen zwischen Finanz- und Verkehrsdepartement (Stich/Ogi), später auch der Kantone, Parteien und Politiker, über Finanzierung und Wirtschaftlichkeit der NEAT.

20. Feb. 1994: Die Alpen-Initiative wird in der Volksabstimmung mit 52 Prozent Ja angenommen. Sie verlangt die Verlagerung des Transitgüterverkehrs von der Strasse auf die Schiene in zehn Jahren.

12. April 1994: Bundesrat Adolf Ogi macht den ersten Spatenstich für den Lötschberg-Sondierstollen in Frutigen.

Feb. 1995: Das Beratungsunternehmen Coopers & Lybrand hält in einer NEAT-Wirtschaftlichkeitsstudie fest, dass diese nur mit flankierenden Massnahmen wirtschaftlich betrieben werden kann.

24. April 1996: Der Bundesrat beschliesst die gleichzeitige Inangriffnahme beider Basistunnels in redimensionierter Form. Am Lötschberg werden Niesenflankentunnel, Weströhre Frutigen und Autoverlad zurückgestellt.

April 1997: Geologische Probleme am Gotthard-Basistunnel (Stichwort Piora-Mulde) führen zu neuen Diskussionen über die Prioritätensetzung bei der NEAT.

17. März 1998: Das Eidg. Parlament einigt sich darauf, die Basistunnels am Gotthard und am Lötschberg gleichzeitig in Angriff zu nehmen.

29. November 1998: Der Bundesbeschluss über Bau und Finanzierung von Infrastrukturvorhaben des öffentlichen Verkehrs (FinöV) wird mit 63,5 Prozent Ja angenommen.

5. Juli 1999: In Mitholz werden die ersten Meter für den Lötschberg-Basistunnel gesprengt.

2. Nov. 1999: Bundesrat Leuenberger und der italienische Transportminister Treu unterzeichnen in Basel eine Vereinbarung über die NEAT-Südanschlüsse.

5. Nov. 1999: Auf verschiedenen NEAT-Baustellen in den Kantonen Bern und Tessin demonstrieren Bauarbeiter für mehr Lohn.

8. Dez. 1999: National- und Ständerat einigen sich auf einen NEAT-Gesamtkredit von 12,6 Milliarden Franken.

21. Mai 2000: Bei der Eidg. Volksabstimmung werden die bilateralen Verträge der EU mit 67,2 Prozent Ja angenommen. Im Landverkehrsabkommen akzeptiert die EU die Schweizer Verkehrspolitik zur Verlagerung des Transitverkehrs auf die Schiene.

22. Sept. 2000: Start der ersten Tunnelbohrmaschine in Steg/Niedergesteln und Taufe des Fensterstollens Steg.

3. Juli 2001: Der Bundesrat erhöht den NEAT-Gesamtkredit um 2,1 Milliarden auf 14,7 Milliarden.

April 2002: Die Feststellung von Asbest auf den NEAT-Baustellen in Steg VS Asbest führt zur einwöchigen Einstellung der Arbeiten und gewerkschaftlichen Protestaktionen.

10. Sept. 2003. Der Bundesrat ersucht die Eidg. Räte um einen Zusatzkredit von 900 Millionen Franken zur Erhöhung der NEAT- Reserven. Der Ständerat stimmt in der Dezembersession zu, der Nationalrat in der Sommersession 2004.

April bis August 2004: Beim Südvortrieb am Lötschberg müssen unerwartet schwierige Gesteinsschichten durchstossen werden.

17. Dez. 2004: Im Lötschberg-Basistunnel bei Raron VS werden die ersten Meter Bahngleis verlegt.

1. April 2005: Laut 18. Standbericht wird die NEAT zwischen 16,3 und 17,4 Mrd. Franken kosten.

28. April 2005: Durchstich des Lötschberg-Basistunnels.

Ein Meisterwerk helvetischer Ingenieurs-Kunst, die erste alpenquerende Hochgeschwindigkeitsstrecke Europas!

 

28.04.05 15:26

15403 Postings, 5876 Tage quantasDer drittlängste der Welt


Der Lötschberg-Basistunnel wird bei seiner Eröffnung der längste Tunnel der Schweiz und der drittlängste Tunnel der Welt sein. Der Gotthard-Basistunnel wird ihn dann aber verdrängen.

Zurzeit ist der Seikan-Tunnel zwischen den japanischen Inseln Honshu und Hokkaido mit 53,9 km der längste Tunnel der Welt, gefolgt vom 50 km langen Eurotunnel. 

Gotthard-Basis       Schweiz     57 km (Fertigstellung 2012)

Seikan-Tunnel        Japan       53,9 km (Unterwasser-Tunnel)

Eurotunnel               F/GB        50  (Unteerwasser-Tunnel)

Lötschberg-Basis   Schweiz     34,6 (Fertigstellung 2007)

Guadarrama          Spanien     28,3 (Fertigstellung 2007)

Hakkoda-Tunnel   Japan       26,4  (Fertigstellung 2010)

Iwate-Ichinohe       Japan       25,8  Dai-Shimizu          Japan      

22,1 Simplon         I/Schweiz   19,8

Vereina-Tunnel      Schweiz     19 (Meterspur)

Pläne gibt es ferner für neue Basistunnels durch den Mont Cenis (Frankreich/Italien, 52 km) und durch den Brenner (Osterreich/Italien, 55 km).

Der längste bestehende Strassentunnel ist der Laerdaltunnel (Norwegen, 24,5 km, gefolgt von Gotthard- und Arlberg-Strasentunnel (16,9 km respektive 13,9 km). In China ist der Zongnanshan-Tunnel (18 km) im Bau. (sda)

 

28.04.05 15:42

20331 Postings, 6687 Tage adminwird auch endlich zeit


die 20 minuten schlafen im zug waren zwar ganz angenehm aber durchfahren wäre mir lieber...  

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  1 Nutzer wurde vom Verfasser von der Diskussion ausgeschlossen: yurx