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Hugh Hefner wird 80

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neuester Beitrag: 10.04.06 11:43
eröffnet am: 10.04.06 11:43 von: andreHanniba. Anzahl Beiträge: 1
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10.04.06 11:43

2142 Postings, 6551 Tage andreHannibalHugh Hefner wird 80

Herr der Hasen

Von Jörn Sucher

Seit Hugh Hefner den "Playboy" gegründet hat, gilt er als Amerikas bekanntester Junggeselle. Heute wird der Altcasanova 80, gönnt sich immer noch drei Freundinnen zugleich und hat einige Tipps für seine Altersgenossen parat.

Hamburg - Um eine Weisheit für seine Mitmenschen war "Playboy"-Gründer Hugh Hefner noch nie verlegen. Im vergangenen Jahr verkündete er: "Alter ist keine Zahl, Alter ist eine Einstellung." Und so lebt Hefner heute, da er seinen 80. Geburtstag feiert, wie er es immer getan hat.

Nach wie vor hält er Presseberichten zufolge Hof in der "Playboy"-Villa mit 30 Zimmern, Park, Privatzoo und Pool. Tagsüber wandelt der Millionär im schwarzen Seidenpyjama durch die Gemächer. Über dem Bett hängt der obligatorische Spiegel. Bei den Mädchen macht der Viagra-Fan allerdings Abstriche. Hatte Hefner zuletzt parallel sieben Freundinnen ("Ich habe keine fünf Tage in meinem Leben ohne ständige Begleiterin verbracht"), sind es jetzt nur noch drei. Er setze jetzt wieder mehr auf Qualität, erklärt der Senior. Tatsächlich soll Hefner Probleme haben, sich die Namen seiner Gespielinnen zu merken.

HUGH HEFNER: DER MÄNNERTRAUMMANN
       AFP       DPA    AP
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Eigentlich alles beim Alten also, die "Playboy"-Fangemeinde muss nicht um ihr Idol bangen. Dabei hätte es auch anders kommen können. Aufgewachsen in einer prüde-protestantischen Familie sollte Hugh Masterson Hefner, wie er mit vollem Namen heißt, eigentlich Missionar werden. Stattdessen arbeitete er nach dem Psychologiestudium zunächst als Journalist. 1953 kaufte er für einige hundert Dollar die Nachdruckrechte für Fotos von Marilyn Monroe, bastelte am Küchentisch ein Journal zusammen und brachte das Ganze mit einer Startauflage von 70.000 Exemplaren unter dem Titel "Playboy" an den Kiosk.

Amerikas prominentester Junggeselle

Die Mixtur aus Lifestyle, Herrenwitz und Hochglanz-Nackedei funktionierte bestens. Binnen kürzester Zeit avancierte das Magazin mit dem Hasen auf dem Cover zum Männer-Zentralorgan. Schnelle Autos, teure Drinks, Blondinen zum Aufklappen - wer den "Playboy" kaufte, erhielt zumindest auf dem Papier Zugang zur Welt der Reichen und Schönen. Die Werbewirtschaft liebte das Konzept ihrerseits. Ein besseres Umfeld für Luxus-Reklame konnte es kaum geben. Der "Playboy" wurde zur Gelddruckmaschine.

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Und mitten drin Hugh Hefner. Der Gründer und Chefredakteur avancierte zur wichtigsten Werbefigur seines eigenen Blattes. Nachdem sich der Medien-Entrepreneur von seiner ersten Frau hatte scheiden lassen, begann seine Parallel-Karriere als Amerikas prominentester Junggeselle. Rund um den "Playboy" schuf er ein Unterhaltungsimperium mit Casinos und Clubs. Dort servierten Mädchen den Champagner im Bunny-Kostüm. Zu seinem Lebensmittelpunkt erklärte Hefner die Villa in Los Angeles, wo sich die Playmates den lieben langen Tag am Pool sonnten und die Party der Dauerzustand war. Derlei Inszenierungen taten ihre Wirkung. Die Leser wussten: Es gibt einen Ort, an dem all das wahr ist, was im "Playboy" steht.

Hefner selbst kürte sich zum "Befreier Amerikas". "Ich habe es geradezu als politische Berufung verstanden, mit so vielen Frauen wie möglich zu schlafen", verkündete der Casanova. Er habe den "amerikanische Sex revolutioniert", pflichtete die "New York Times" bei. Doch die neue Freizügigkeit rief Nachahmer auf den Plan. Nachdem der "Playboy" in den sechziger und siebziger Jahren mit Auflagen von über sechs Millionen seine Hochzeit erlebt hatte, geriet das Hasenblatt zusehends unter Druck durch aggressivere Spieler aus der Pornobranche.

Die "Playboy"-Gruppe steckte bald tief in den roten Zahlen und verordnete sich ein rigides Sparprogramm. Clubs und Casinos wurden verkauft, der "Playboy" mit mehr Lifestyle-Inhalten neu ausgerichtet. Der Gründer selbst gab die Führung 1988 an seine Tochter Christie ab, die seither den Konzern lenkt.

Flucht in die Ehe

Als würde das noch nicht reichen, heiratete Hefner im Juli 1988 auch noch das Ex-Playmate Kimberly Conrad. Im Rückblick bezeichnete er die Ehe als Flucht. "Ich war sehr schwach damals, ich hatte einen Herzinfarkt. Sie war ein sicherer Hafen für mich", sagte Hefner im vergangenen Jahr in einem Interview mit dem "Playboy". Seit Ende der Neunziger ist er dann auch wieder solo und praktiziert Promiskuität wie eh und je.

Dem "Playboy" geht es derweil nicht ganz so gut. Zwar hat Hefner-Tochter Christie für das Unternehmen auch den Internet- und DVD-Markt erschlossen. Dennoch leidet das Medienhaus unter dem Anzeigenschwund bei seinem Magazin-Flaggschiff. 2005 schrieb Playboy Enterprises wieder rote Zahlen.

Hugh Hefner indes sieht sich und das Magazin auf dem richtigen Weg. Seit der Trennung von Kimberly gehe es auch mit der Marke "Playboy" wieder bergauf, erklärt er. Mit neu erwachtem Elan scheut der 80-jährige Frauenschwarm auch nicht die Attacke auf US-Präsident George W. Bush und kritisiert dessen religiösen Fanatismus. Für seine Altersgenossen hält Hefner dann auch noch eine weitere Weisheit bereit: "Du kannst das leben in jedem Alter feiern" - und das, obwohl sein Gedächtnis nur noch für die Namen von drei Freundinnen reicht.


 

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